Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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trogel3

³trogel,
genus?, ein fischfanggerät, zugnetz oder leine mit kleinem anker zum heraufziehen von fischnetzen, zu tragel (tragil 1238 bei Kehrein slg. altdt. a. a. lat. urk. 28ᵇ, vgl.: mit traglen, mit rüschen Zürcher stadtbücher d. 14 u. 15. jh. 1, 212 Z.-W.), das aus lat. tragula 'schleppnetz' herzuleiten, s. Diefenbach gloss. 592ᵃ; nov. 369; Meyer-Lübke 8839, 5. zwischen dem dt.-lat. lehnwort tragel, trogel und der nord. ags. gruppe norw. drag 'zugseil', ags. dræge, n.? 'schleppnetz', mnd. dragge, m. 'bootsanker' besteht kein zusammenhang, da festländisch tragen nur 'tragen, halten', nicht aber 'ziehen' bedeutet, vgl. teil 11, 1, 1, 1048: es ist auch ... verpoten, das kainer ... auf den freien und auch verpoten wassern an kainem poten feirtag ... fischen sollen weder mit angl, federschnuer, rachnen, spraitgarn, trögl noch mit kainem andern vischzeug (1504) nied.-österr. weisth. 3, 707; die garn, mit welchen man die eglin (barsche) fahet, nennen sie landtgarn, und andere kleine troglen Forer Gesners fischbuch (1598) 169ᵃ; auf dem Bodensee gibt man diesem netze keinen kennschwimmer, sondern merkt sich seine lage nach uferzeichen und hebt es mittels einer mit einem stein beschwerten leine (einer 'sonde') oder mit dem an einer leine geführten 'trogele' (draggen), einem kleinen dreiarmigen oder vierarmigen suchanker A. Seligo d. fanggeräte 86; ebenso trogelein bei Fischer nachtr. 1778.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1936), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 792, Z. 41.

trögel1, n.

¹trögel, n.,
im schwäb. ist trügel auch m.; alem., ostfr. und ostmd. 'kleiner trog'; trugili alveolus Reichen. codex u. St. Gall. cod. (um 900) ahd. gl. 1, 665, 47; truͦgelin, trogelin, trugel 4, 32, 15 u. ö.; in composition zâwetrugelînen 'farbtröglein' Williram paraphr. 119, 4 Seemüller; alveolum trügelin voc. d. 14. jh. in Germania 18, 66; trogel alveolus voc. inc. teut. a. lat. (etwa 1495) y 2ᵇ; s. auch trögelchen, tröglein: drêchl lange flache mulde Müller-Fraureuth sächs. volksw. 94; treechel kleiner trog der bäcker ders. obers.-erzg. 1, 252; (in der groszbäckerei) 30 gleich grosze, gleich schwere portionen ... werden gewalzt, gepufft, geformt, bekommen eine kerbe und fliegen blitzschnell links und rechts aus den menschenhänden auf die trögel daheim (v. 26. 7. 1934) 17ᵃ; der futtertrog: da werden sie (die rottengeister) denn eingetrieben, wie die schwein über ein trügel Luther 24, 11 W.; schwäb. wenn die sau genug gefressen hat geheit sie den trügel um (vom undankbaren) Fischer 2, 421; (der krankheit der schweine) wiert zehilf komen, ob die trügel oder kiener gemacht werdent uss tamaristen und rusten holz und mit wasser erfült und den durstigen zuͦ geton werdent H. Österreicher Columella 2, 98 lit. ver.; trügel 'm., kleine hölzerne schale, in der die hunde ihr essen bekommen' Mensing schlesw.-holst. 5, 172; trögel als 'immentrog' s. d. beleg bei Overbeck gloss. melitt. 84 unter trog 1 b; Christ wb. üb. d. bienen (1805) 302; ähnlich geschirr für menschen:
wer offt begeht sanct Märtens tag,
kein gansz noch hän auffbringen mag,
letzlich, hausz, hof, acker und wies,
mus in trögel und an bratspies
J. Zader breutigams ehrenkranz (1606) 255;
daher im schwäb. trügel für einen groszen ungebildeten menschen wie ¹trog 2 und als pl. 'speisereste' s. bei Fischer 2, 421. bergtechnisch: 'trögel ist ein klein muldgen, darein die proben von jedem erze, so in den schmelzhütten geliefert werden, sich befinden' Minerophilus (1730) 670; ertzkimffwagmeister (soll) ... die proben von jedem ertz, bei jeglicher wage ... eines gewöhnlichen trögels voll nehmen A. v. Schönberg berginform. (1693) 1, 60. trögel 'bohrtrog' Veith 502 s. d. beleg unter trog 1 f. von der form übertragen, schweizerisch trögel ein holzpantoffel Friedli 3, 426, dazu troglen das geräuschvolle herumlaufen in holzpantinen ebda 425; in der österreich. soldatensprache flöhtrögerl für 'bett', s. René Delcourt 105ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1936), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 791, Z. 55.

trögel2, m.

²trögel, m.,
die gerundete form von trägel (tregel), s. d. 1) 'träger', so z. b. als eisenknecht, gefangenwärter, schrannenknecht im alten Lindau, als stand waren sie 'unehrlich', vgl. Birlinger in d. Alemannia 11, 162: was aber auszerhalb solcher 6 schilling pfenning zu fänklicher einziehung mit den trögeln oder andere für unkosten aufgehen werde aus einer ordnung, ebda; trögel neben spödknechte (vgl.spätknecht teil 10, 1, 1998) ebda; fischer und schifflüte, karrer, seiler und trogel, die sollend haben ein zunft Tschudi chron. helvet. 1, 342. auch compon. trögelaydt eid der trögel bei Birlinger a. a. o.; bei den tregelzügen aus einem statut, ebda. 2) 'einsammlung von eiern, mehl und victualien, im nördlichen theile von Schwaben für die schullehrer, zum theil auch für die pfarrer noch immer herkömmlich' Schmid schwäb. wb. 142; vgl. kirchentracht, -brod, kirchtrühte ebda. vgl. ähnliche bedeutungen unter trägel teil 11, 1, 1, 1048 sowie bei Fischer 2, 304; vgl. auch ²tröglein sowie trögeln, vb.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1936), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 792, Z. 23.

trogel3

³trogel,
genus?, ein fischfanggerät, zugnetz oder leine mit kleinem anker zum heraufziehen von fischnetzen, zu tragel (tragil 1238 bei Kehrein slg. altdt. a. a. lat. urk. 28ᵇ, vgl.: mit traglen, mit rüschen Zürcher stadtbücher d. 14 u. 15. jh. 1, 212 Z.-W.), das aus lat. tragula 'schleppnetz' herzuleiten, s. Diefenbach gloss. 592ᵃ; nov. 369; Meyer-Lübke 8839, 5. zwischen dem dt.-lat. lehnwort tragel, trogel und der nord. ags. gruppe norw. drag 'zugseil', ags. dræge, n.? 'schleppnetz', mnd. dragge, m. 'bootsanker' besteht kein zusammenhang, da festländisch tragen nur 'tragen, halten', nicht aber 'ziehen' bedeutet, vgl. teil 11, 1, 1, 1048: es ist auch ... verpoten, das kainer ... auf den freien und auch verpoten wassern an kainem poten feirtag ... fischen sollen weder mit angl, federschnuer, rachnen, spraitgarn, trögl noch mit kainem andern vischzeug (1504) nied.-österr. weisth. 3, 707; die garn, mit welchen man die eglin (barsche) fahet, nennen sie landtgarn, und andere kleine troglen Forer Gesners fischbuch (1598) 169ᵃ; auf dem Bodensee gibt man diesem netze keinen kennschwimmer, sondern merkt sich seine lage nach uferzeichen und hebt es mittels einer mit einem stein beschwerten leine (einer 'sonde') oder mit dem an einer leine geführten 'trogele' (draggen), einem kleinen dreiarmigen oder vierarmigen suchanker A. Seligo d. fanggeräte 86; ebenso trogelein bei Fischer nachtr. 1778.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1936), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 792, Z. 41.

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Zitationshilfe
„trögel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/tr%C3%B6gel>, abgerufen am 22.09.2021.

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