Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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trab1, m.

¹trab, m.,
verbalsubst. (postverbale) zu traben, s. dort, grundbedeutung: das traben (ein concretum trab in der bedeutung 'theil des kriegerheers' ist lexikalisch bei Frisch (1741) 2, 378ᵇ und Hederich prompt. (1777) 2986 belegt, wahrscheinlich nur künstlich aus den compositis vortrab und nachtrab erschlossen). im gegensatz zum verb ist das subst. erst seit anfang des 13. jh.s bezeugt, und zwar während der ganzen mhd. zeit nur spärlich, jedoch auch schon in übertragener bedeutung. die ältesten belege (Wolfram, H. v. Langenstein, Nic. v. Jeroschin, Joh. v. Würzburg, pilgerf. d. träumend. mönchs Kölner hs., Magdeb. Äsop, Rosenplüt), vgl. unter I, II A 1, III B 1, III B 3. vgl. noch trabgeræte im Reinfried v. Braunschw. 7986; drabegesinde Hugo v. Trimberg renner 14318; drabeknecht ebda 14153. ob entsprechend der heimat und ritterlichen anwendungssphäre des verbs auch für das subst. Flandern oder Niederdeutschland, von wo aus es in die nordischen sprachen entlehnt wurde, als ursprünglicher ausgangspunkt anzusehen sind, musz offen bleiben, ist aber wahrscheinlich: bis ins 17. jh. erscheint das wort auch auszerhalb des niederdeutschen mehrfach mit der media im anlaut (s. z. b. I A 2 b), und ganz oder halb nd. formen (draff, traff) sind auch sonst ins hochdeutsche gedrungen und in nhd. texten belegt (s. z. b. I A 2 a α). auszer der seltenen verwendung in mhd. zeit ('die abneigung des mittelalters gegen den trab' Jähns rosz u. reiter 2, 113) legt auch die besondere art der gelegentlichen alten belege, die entweder eine starke, gewaltsame bewegung bezeichnen, oder denen (übertragen) doch der sinn des derben, rohen, niedrigen anhaftet, den schlusz nahe, dasz das subst. literarisch noch ungebräuchlich war, vielleicht als unhöfisch empfunden wurde; dazu stimmt es, wenn die hd. Berleburger hs. der pilgerf. d. tr. mönchs an der gleichen stelle (8808 Böhmer) das wort umgangen hat, wo es die Kölner hs. zeigt. in der üblichen bedeutung des trabreitens tritt noch lange der subst. inf. des verbs dafür ein: succussio, succussatio, succussatura das hart traben Er. Alberus (1540) 67ᵇ; succussu durch hartes traben A. Reyher thes. (1695) 3, 1704; ein pferd in schritt, in zelt, ins traben, in galopp, halben galopp, in lauf bringen mettere un cavallo al passo (trapasso) al trotto, al galoppo, al mezzo galoppo, alla cariera Kramer 2 (1702) 201ᵇ; weitere belege s. u. d. verb. im genetiv scheint auch heute noch der subst. inf. des verbs geläufiger als das subst., sonst aber ist es heute im ganzen deutschen sprachgebiet, auch in obd. maa., lebendig.
form: hochd. trab, trap (Hupel 240, Thümmel 1, 66 s. u.), trāb (Voigtel 3, 413; hdwb. d. dtsch. spr. (1804) 673 und Sanders), drapp (Gutzeit 1, 194), trapp (z. b. wb. d. Elberf. ma. 164); hier ist freilich oft an ein durcheinander mit dem zu trappen gebildeten substantivum zu denken; doch findet sich trapp nicht selten auch in fällen, wo der zusammenhang mit traben auszer zweifel steht und auch nicht das lautmalende trapp angenommen werden darf, bes. im 16. und 17. jh.: Florini teutsch 4, 15 (s. u. I B 2); auch noch etwa Herder 15, 10 S.; Stollberg 6, 308; im alemannischen auch trabb Gotthelf (s. u. III A 3); mischform traff Happel (s. I A 2 a α). gröszerer formenreichtum, freilich z. th. nur orthographisch, ist im niederdtsch. belegt; mnd.: draff, drabb, draw (Danneil 37 f.), drav, drabb, draff, drapp (Berghaus 1, 357); ostfries.: drav, drafft (Stürenburg 38), draf, draft (Doornkaat 1, 325); preuszisch: drab, draf (Frischbier 1, 144); holsteinisch: draff, draf, draaf, drōf, drag = draΧ (Mensing 1, 831/2); dithmarsisch und wilstermarsisch: drach(t) (Mensing 1, 832); waldeckisch: drāf (Bauer-Collitz 22ᵃ); neumärkisch auch missingsform: drap (Teuchert z. f. d. maa. 1910, 143). formen mit verdumpftem vokal: trop s. u. I A 2 a β und III C. — holl. draf (s. th. 2, 1326), 'belgice' draef nomencl. omn. rer. (1567) 54; fries. trāw Schmidt-Petersen 138ᵃ, draf, draef Dijkstra 289; dän. trav; norw. trav n.; schwed. traf m. und n.; im deutschen fehlen spuren eines anderen als des masculinen geschlechts. das wort wird stark decliniert und bildet keinen plural (gegen Hederich 2986, Voigtel 3, 413 u. a.). als deminutivformen begegnen obd. träble, träpple, dräpli (s. u. II A 1), fries. und niederdtsch.: drafke und drafje (z. b. Dijkstra 290).
bedeutung und gebrauch:
I.
als gangart vierfüsziger thiere, besonders vom pferd: cursus, succussus, succussatio u. s. w. Henisch (1616) 739; 741; Kirsch corn. cop. (1732) 1045, gradus tolutarius Steinbach (1734) 2, 827; Nieremberger (1753) Yyyyy², trotto, trottamento di cavallo Hulsius (1605) 32ᵇ; Kramer 2, 1102ᵃ. das wort wird entweder in einem engeren reittechnischen sinne einer bestimmten gangart gebraucht oder aber (häufiger) im allgemeineren sinne des mittelschnellen laufes der pferde, ohne dasz auf die bestimmte technische gangform irgendwie gewicht gelegt wird; höchstens mit gelegentlicher betonung des wuchtigen und schweren. dabei ist es nicht auszumachen, welche dieser verwendungen die ältere ist, zumal das subst. erst langsam auftritt, nachdem das verbum sich mehrdeutig entfaltet hat. schon einige der ältesten belege lassen jedenfalls eine ausdeutung in beiderlei hinsicht zu; so wenig hier eine technisch eindeutige specielle laufart gemeint ist, so wird doch unzweifelhaft eine relative abgrenzung oder charakteristik gegenüber anderen gangarten versucht:
weder stapfes noch drabs
kom er gegangen in den strît (sondern in der rabîne)
Wolfram Willeh. 390, 10 (entgegen J. Grimm gramm. 3, 129);
durch die punder âne drab (gloss.: 'sehr schnell')
îlt er nach der fluht wît
Joh. v. Würzburg Wilh. v. Österr. 8790;
di in nâmin
alsô kranc, als er dâ lac,
und hîngin in sam einen sac
ubir ein pfert di twere
und in mit drabe swêre
vûrtin von dannen
Nic. v. Jeroschin 119ᶜ Pfeiffer s. 73.
A.
im gewöhnlichen weiteren sinne.
1.
der träger der handlung ist das pferd selbst: er (der percheron) eignet sich für ruhigen tr. vor dem omnibus v. Schwerz ackerb. 681; im trabe der rosse verklangen die zurufe und fragen Freytag 8, 223. mit betonung der akustischen wirkung:
da klang aufs neu des rosses trab
Fr. Kind ged. 4, 188;
der akustische sinngehalt überwiegt den motorischen ganz:
man höret es (das pferd) von fern mit seinem eisen trap
Harsdörfer poet. tr. 3, 374;
mich duncket allerdings mit wunder
ich hoͤr ein starcken trab jetzunder
von pferden auff dem felde frey
Spreng Ilias (1610) 135ᵇ.
geradezu im sinne des lauten getrappels:
wann endlich die kanone brummt
und knatterts klein gewehr,
trompet und trab und trommel summt,
da gehts wohl lustig her
Göthe I 1, 134 W. (kriegsglück).
oft betonung des sensorisch harten (besonders für den reiter): ein harter tr. trotto duro Kramer (1702) 2, 1102ᵃ; herr, euer rosz hat ze gar eynen herten tr., ich bitt euch, ir wölt mich ab ze fuͦsz setzen Arigo dec. 382 K.; der ritter ... glossierte mit seinen dienern ... über abkunft, gestalt und bau des rappen und seines harten trabes Musäus volksmärch. 4, 86 Hempel;
ja! es lief sehr glücklich ab,
aber hart ist doch der trab,
und ich will nicht wieder reiten.
Hans im glück!
Chamisso 3, 202.
dem harten tr. entspricht, was die wirkung auf den reiter angeht, der sanfte, lose, leichte tr.; andere epitheta charakterisieren den tr. nach seiner schnelligkeit: schneller, rascher, scharfer, langsamer, schrittähnlicher, beflügelter, hurtiger, eiliger, gemäszigter, voller tr., oder nach dem visuellen eindruck des trabenden pferdes: lahmer, müder, schwerfälliger, sicherer, stetiger, gleichmäsziger, schlanker, stolzer, gestreckter trab:
des Phöbus wagen lief den sonnenweg herab,
mit keichen stolperte der pferde müder trab
Zachariä poet. schr. 1, 5.
andere belege unter dem folgenden.
a)
mit einem verb der bewegung: den tr. gehen tolutim incedere Kirsch corn. cop. 1086; das pferd geht einen sanften, harten tr. Krünitz 186, 528;
der gaul hat einen kleinen fehl:
im anfang ist fast träg sein gang,
bisz er erschwitzt, wert doch nit lang,
denn geht er den trab, lests gott walten,
dasz ir gnug habt zu widerhalten
H. Sachs 17, 425 Götze;
ich wuͤnsch euch pferde, die einen leichten und sichern tr. gehen H. L. Wagner theaterstücke 66; der postillon schlief ein und die pferde liefen den schnellsten tr. bergunter immer auf dem bekannten wege fort Göthe III 1, 172 W.;
hei, was kann mein pferdchen traben
über steg und brück und graben,
schritt und trab und auch galopp
Hoffmann v. Fallersleben 2, 123;
nun lenkte das ... rosz ... seinen immer befluͤgelteren tr. dorthin Fouqué bilders. 2, 616.
b)
gern in präpositionaler verbindung: in vollem trabe tolutario gradu, das pferd geht im trabe equus tolutim incedit Steinbach (1734) 2, 827;
hier hinckete der gaul, dort ging das pferd im trabe
Henrici ged. 2, 545;
das rosz wurde im trabe übermüthig Melch. Meyr erz. a. d. Riesz 1, 132; die schwerfälligen braunen machten einen verzweifelten versuch, in tr. zu fallen Spielhagen 1, 1; die pferde fielen aus dem tr. in den schritt Fontane I 4, 102; Hackert pfiff dem gaule zu, der sich wacker in tr. setzte Gutzkow ritt. v. geist 1, 142. mit charakterisierenden adjectiven: es sprang in stoltzem tr. Harsdörffer gesprächsp. 5, Pp 4ᵃ; in einem stetigen tr. Grimmelshausen Simpl. 14 ndr.; in schnellem trabe Ch. v. Schmid ges. schr. 6, 236; in gleichmäszigem trabe v. Ebner-Eschenbach 4, 64; in einen leichten tr. fallen Fontane I 1, 4. den übergang zu 2 zeigen fälle wie: die Kalmücken ... erhalten diese (die packpferde) stets in vollem trabe Ritter erdk. 2, 968;
beschleunigt er nunmehr der rosse trab
Gries ras. Rol. 2, 23;
ein pferd in den tr. reiten Krünitz 186, 528; Adelung 4, 634; er setzte die pferde in raschen tr. G. Keller 6, 220;
rasch treibt er zum trab den roszhuf an
Fouqué held d. nord. 1, 62.
2)
der träger der handlung ist der mensch, während das eigentliche subject des trabens das pferd bleibt.
a)
vom reiten.
α)
gewöhnlich mit dem verbum reiten: einen tr. reiten succussare, gressus glomerare Stieler 1598, Kirsch corn. cop. 293; den tr. reiten Krünitz 186, 528; gebt eurem braunen die sporen und reitet tr. über das thal hin Hauff 1, 113;
wetter! das heiszt jagen! ...
... fast blosz gestreckten trab!
Müllner 5, 234;
so auch (einen) tr. einlegen, vorlegen, einhalten, fortsetzen u. s. w.; ein pferd im trabe reiten cavalcare un cavallo di trotto Kramer 2 (1702) 1102ᵃ. meist ohne object: im trabe reiten Duez nomencl. (1652) 178, Döbel jägerprakt. 2, 101;
er höret die reuter, sie reiten im trabe
Rückert 1, 165;
mit charakterisierenden adjectiven (ähnlich wie bei 1): wir ritten im kurzen trabe durch den wald v. Ebner-Eschenbach 4, 104; in raschem trabe Auerbach 1, 216; im schaͤrfsten trabe K. Fr. Bahrdt gesch. s. lebens 3, 291; in gestrecktem trabe Fr. H. Jacobi 1, 38;
... und ritt im groszen trab
geraden wegs nach Rom, dem freiport aller frommen
Wieland (1856) 20, 244;
dannenhero wandte ich mein ross um und ritte denen in starckem traff entgegen Happel akad. rom. (1690) 578; und ritt in einem trabe nach Zürich, obgleich der weg wohl fünf stunden miszt G. Keller 6, 112; besonders häufig in vollem tr. tolutim, tolutario gradu Kirsch corn. cop. 293; Steinbach (1734) 2, 827; pleno gradu Weismann lex. bipart. (1725) 2, 410ᵃ; con pieno trotto Kramer 2 (1702) 1208;
da kommen wir mit vollem trab (durch die luft geritten),
verzeiht! es ging nicht gütlich ab
Göthe I 15, 1, 304 W.
β)
andere ausdrücke oder umschreibungen des reitens in derselben oder ähnlichen construction: im hellen trabe rennen (= reiten) sie daher, sie müssen gleich hier seyn Iffland 6, 30; die schnelligkeit des wassers ist so bedeutend, dasz man nur in starkem trabe folgen kann Moltke schr. u. denkw. 1, 130; (die preuszische reiterei) war angewiesen, gleich in starkem trabe vorzudringen L. v. Ranke 28, 524; frawe Tessa .. mit einem .. halben trabe .. sich auf den wege machet Arigo dec. 567 Keller (quelle: vie piú che di passo). unpersönlich: nun ging es, mitunter im scharfen tr., über felder und hügel ohne busch und baum Göthe I 33, 67 W.;
seht, wie dort in vollem trab
die dragoner sich formieren
v. Ditfurth 100 hist. volksl. d. pr. heeres 47;
als sie (die feinde) schon davon lieffen, und beym trop hielten (blieben) gleichwie der hasse bey der trommel Melissus Salinde (1744) 75;
im unruhgen trabe
an dem geklüfte auf und nieder streifend
sucht sie, ob nicht ein schmaler pfad sich biete
für einen wunsch, der keine flügel hat
H. v. Kleist 2, 32 E. Schm.
mit einem mehr ernsten oder heiteren nebenton:
ein reiter durch das bergthal zieht
im traurig stillen trab
Heine 1, 35 E.;
patienten, die nach dem doktor winselten, der in seinem gravitätischen tr. der hatz nachgezogen war Schiller 2, 95 G.; in einem tr., der fast ein lahmer pasz war Tieck schr. 18, 176; und nun setzten sich auch unsere zwei reisenden in tr. Fontane I 4, 327. selten ohne grammatische abhängigkeit von einem verb: halt! der tr. stockt! es ist doch nichts geschehen? Hebbel w. 3, 210 Werner; fort gelben! bisz der tr. euch das gebisz beschäumt Canitz ged. (1727) 128.
γ)
eine mehr occasionelle und doch häufige anwendung, die hier angeschlossen werden musz, liegt vor beim reiterspielen: darauf liesz er seinen jungen auf dem knie reiten, zuerst langsam wie die bauern, dann im trabe wie die jungen herren Freytag ahnen 5 (1878) 328;
denn geit dat in tritt, in tritt, in tritt,
in drab, in drab, in drab,
in sprung, in sprung, in sprung
(knieschaukellied belegt in Dithmarschen u. Wilstermarschen)
s. Mensing 1, 832.
zum gebrauch im spielvers vgl. auch die interjection trapp.
b)
vom fahren: tr. fahren Gutzeit 1, 194; ich fahre allezeit den groszen drab Elis. Charl. v. O. br. 3, 586 Holl. häufig im trabe fahren, selten mit äuszerem object: hat man das pferd während 8—10 tagen mäszig in langsamem trabe gefahren Silberer train. d. traberpferdes² 104; meist intrans.: ich nahm mit dem anbruche des tages die post und fuhr im schnellsten trabe meiner heimath zu Tieck schr. 6, 140; als der gastliche schulmeister sein wägelchen schon mit drei alten leutchen beladen hatte und in lustigem trabe vorausfuhr G. Keller 1, 390; so kam der leichenzug in langsamem trabe zum kirchhof Kortum Jobs. 2, 8; in vollem trabe umwenden Thümmel 7, 172. der wagen ist subject des satzes: hörte sie ..., dasz ein wagen in raschem trabe herankam Fontane I 5, 111; nach beendigter feier knatterten die fuhrwerke im scharfen frischen trabe der heimat zu T. Kröger wohng. d. glücks (1906) 105; beide equipagen flogen im trabe weiter Holtei 25, 10; die equipagen und fiaker, welche stets in gestrecktem tr. fahren, jagen ganz dicht an den häusern hin Moltke 4, 84. mit unbestimmtem subject:
dann ging es trab, galopp, nicht faul
acht stunden lang durch die gemarke
Immermann 13, 82 Boxberger.
noch häufiger: es geht im trabe: es ging nun im draff Hermes Soph. 5, 116; im nächsten augenblicke ging es auf dem aufgeschütteten wege in vollem trabe weiter Fontane I 6, 349; in schlankem trabe ging es bergan tägl. rundschau 1906, nr. 58, 2. selten genetivisch: wie jetzt der kutscher mäszigsten trabes aus dem schloszhofe lenkte, erhob die einsame ... ein erbärmliches angstgeschrei Holtei vierz. jahre 1, 18.
c)
neben dieser üblichen anwendung im sinne der fortbewegung steht der gebrauch, bei dem der akustisch-sensorische eindruck die eigentliche bedeutung der bewegung in den hintergrund treten läszt:
so zitterte nur erst der boden
unter dem trabe der kämpfer im stahl
Mastalier ged. (1774) 61, 1;
töne, schwager, ins horn,
raszle den schallenden trab,
dasz der orcus vernehme: wir kommen
Göthe I 2, 66 W.
d)
ein ... schimpfwort, das hinter ihm drein flog, hemmte auf einmal den deutschen trap, mit dem er eben bei ihnen vorbeifahren wollte Thümmel 1, 66 (hier vielleicht doch mit einem mitklingen nationalen stolzes; vgl. aber unten I B 2).
B.
im engeren, technischen sinne.
1)
in abgrenzung gegen andere schrittarten ist der trab des pferdes die beschleunigung des schrittes in der weise, dasz die füsze kreuzweis gleichzeitig bewegt werden; man hört nur zwei hufschläge (allg. haush.-lex. [1751] 3, 530; Joh. Hübner [²1776] 2321; Krünitz 186, 28 u. s. w.): die hinterbeine treten im schlichten und gewöhnlichen trabe in die fuszstapfen der vorderfüsze; bleiben sie hinter denselben zurück, so ist der tr. kurz ..., greifen die hinterfüsze ... weit hinaus ..., so ist der tr. lang Schwarznecker-Fröhlich lehrb. d. pferdezucht (⁶1926) 398f. man spricht je nach der schrittlänge oder der schnelligkeit auch von dem verkürzten und ausgedehnten oder flüchtigen tr. Meyer conv.-lex. (1842ff.) I 11, 881. im mhd. steht, schon nach ausweis des häufigen verbalen gegensatzpaares von zelten unde draben (vgl. auch III B 4), neben dem tr. meist der zelt, der leichte paszgang (Helmbrecht 1780/81), aber wohl nur obenhin den unterschied leichten, ruhigen und schweren reitens bezeichnend, so noch Lehmann flor. polit. (1640) 147: ein rosz ist gut ... zum trab, das ander zum pasz oder zelt. nhd. stehen die verschiedensten gangbezeichnungen ohne scharfe abgrenzungsmöglichkeit nebeneinander, doch bilden auch hier noch zelt und trab die beiden pole: die pfärdt habend mancherley manier und gwonheit hereyn zertraͤtten, ausz welchen etliche ire besondere namen bekommend, als der stapff, der trab, der zält, der dreyschlag, hacken und dergleychen: ausz welchen der zältner in seiner schnälle der sanfftist gang geachtet wird, der trab aber der reüchist und hartist Herold-Forer Gesners thierb. (1563) 133; item den pasz gahn, den mittelpasz, den trosz, den tritt, den schritt, den trab, den trott, hoflin, den zelter, den klop, den treckenort, den camolin, den eselstritt, den treischlag, den stapf Fischart Garg. (1594) 132ᵇ. für gewöhnlich gilt der trab als schneller, zuweilen aber auch als langsamer gegenüber dem pasz oder zelt (etwa Chomel 7, 450 s. v. zelter);
drumb risz ein jeder aus, wer nur ausreiszen kunt.
wol dem, der mit dem pferd und läuffer war versehen.
hier galt kein trab, noch auch den zelt nur laszen gehen
Dietr. v. d. Werder Ariost 25. ges., 80. str.
doch haftet ihm neben der vorstellung der mittelschnellen gangart oft die einer schwerfälligen, lauten, wuchtigen bewegung an (vgl. Frisch 2, 378) (s. den beleg aus Gesners thierbuch und Meier Helmbrecht s. v. traben sp. 954 u. 961). wie weit wir in dem auch formelhaft nebeneinander gebrauchten tr. und trott synonyma haben oder ob trott das 'stärkere' ist, wie Maasz meint (erg. z. Eberhard 5, 119 f. und E.-M.-Gruber 5, 361 f.), ist nicht zu entscheiden; trot hat ja im englischen die stelle des trab ganz eingenommen: trab 'a horse's trot' Ludwig teutsch-engl. (1716) 1994. auch die abgrenzung gegen den galopp ist nicht überall scharf: diversum huic (dem zelt) est, quod barbara voce gallopare dicunt ..., vernacula lingua forte ... ronden draef nomenclat. omn. rer. etc. (1567); galop, geschwinder tr. eines pferdes Stieler zeitungslust (1697) 444.
2)
reitschultechnischer gebrauch. während man früher den trab von den natürlichen gängen des pferdes für den allernatürlichsten hielt, weil auch füllen traben (Krünitz 110, 300f., auch J. Grimm kl. schr. 7, 450), glaubt man jetzt, dasz er sich erst durch erziehung zu einer sehr gebräuchlichen gangart hervorgebildet hat, vgl. Schwarzenecker lehrb. d. pferdezucht⁶ 398 ff. möglicherweise hat sich also der ganz specielle reittechnische begriff des trabs erst secundär mit der ausbildung einer bestimmten reitschuldidaktik entwickelt, in der der trab die hauptrolle spielte und spielt: man fragt in denselben landen nach keinem thumlen, beschlagen, noch zierlichen und rechten gang, schritt, trab, zellt Hörwart v. Hohenburg v. d. ritterl. kunst d. reiterei (1581) 7ᵇ; derhalben kan man ein junges rosz besser und gewisser zur ringfertigkeit bringen durch den trab, denn auff den wirds geschickter und tauglicher zu allen tugenden ... in summa, der tr. ist ein grund aller folgenden lehr, zucht und tugend Joh. Geissert ein ritterl. u. adelich kunstbuch (1615) 1ᶜ; gehört derhalben groszer fleisz und kunst oder vielmehr gedult darzu, dasz man sie abrichte zum pasz, zum tr., zum galop, zum rennen, zum springen ... Garzoni allgem. schawplatz (1641) 715; auf der reutschul werden durch den tr. die junge rohen pferde ausgearbeitet, ... durch den tr. werden die eigenschaften des pferdes erkennet allg. ökon. lex. (1731) 2449f.; vgl. noch Krünitz 186, 529; Eggers 2, 1136. die verschiedenen arten werden durch die verschiedensten adjectiva, und zwar z. th. andere und speciellere als bei der üblichen verwendung von tr., charakterisiert: so kan man auch nit untauglich den trab ... auf zween weg theilen, ... den einen so schnell und behend ... der ander kurtz beysammen, eng und beschlossen; ... so ist dieser tr. kurtz ... am besten, sichersten, schönsten und sanffsten ... der mittelmäszige vierkant trab ... wird am meisten gelobt ... und ob wol solcher hoher tr. viel zierlicher ist, als der ander, so wird doch von erfahrnen reutern dieser, so bey der erden und niderer ist, für steter und langwiriger gehalten, ... wenn ein pferd faul, so wöllet im nicht allein die volten, in einem erledigten oder frechen tr., sondern auch einen schnellen galloppo geben Joh. Geissert ein ritterl. u. adelich kunstbuch (1615) 1ᶜ; (ein gutes pferd) soll ... einen sanfften guten starcken schritt, leichten tr., starcke lange carrere, resoluten sprung und übersetzung haben v. Hohberg georg. curios. (1682) 2, 132; dasz sie in einen bebenden ausgespannten tr. kommen Florini öconomus prudens 4 (1719) 29; der tr. ist die hauptgangart bei der dressur ... drei trabtempos: mitteltrab, abgekürzter tr. (ideal: spanischer tr.), starker tr. (ideal: d. sog. fliegende tr.) Lützow dress. d. campagnepferdes (1867) 12f.; es wird daher oft erst durch den galopp der freie und räumige tr. und schritt gewonnen v. Krane dress. d. reitpf. 230. — daneben sind nationale unterschiedsbezeichnungen üblich; der schwere oder ausgesessene tr. wird auch deutscher tr., der leichte englischer genannt: die verehrer des englischen trabes sprechen meist vom reiter, die des deutschen trabes vom pferde v. Monteton üb. d. reitkunst 2, 3. als besondere gangart musz der spanische tr. angesehen werden: (die spanischen pferde) haben ... einen erhabenen tr. Hohberg georg. cur. 3 (1715) 88ᵇ. — für fehlarten treten die bezeichnungen stechender, steppender, schwimmender, fliegender, übereilter, unegaler tr. auf Schwarzenecker a. a. o.
3)
militärischer gebrauch. unterscheidungen der trabarten wie unter 2, s. Maltzahn hdb. f. d. einj.-freiwill. d. kav. ¹⁴244: um vom galopp sicher und flieszend zum tr. übergehen zu können, musz der reiter sein pferd ... mit beiden schenkeln in den tr. hineinschieben der feldgraue, leitf. f. d. dienstunterr. d. kavall. 217; im trabe läszt sich der reiter werfen ebda 207. das besondere des militärischen gebrauchs liegt in der verwendung des wortes als kommando: auf das kommando 'eskadron trab!' läszt der reiter die zügel etwas nach ... soll ein rascherer tr. stattfinden, so wird hierzu 'stärker' kommandiert ... wird wiederum der gemäszigte tr. verlangt, so erfolgt solcher auf das kommando 'kürzer' ... eine besondere art ist der zusammengenommene tr. Krünitz 186, 529 f.; der übergang aus dem halten zum schritt oder tr. erfolgt auf: eskadron im abgekürzten tempo — trab! eskadron im arbeitstempo — trab! eskadron mitteltrab! ... zum verstärken wird arbeitstrab! mitteltrab! stärker! kommandiert der feldgraue 215;
links schwenk dich, mein gefolg! — trab!
Fouqué altsächs. bilders. 1, 60.
signal: hinter uns klang häufig das kavallerie-signal trab! Liliencron 1, 25. tr. in anwendung auf das laufen des soldaten s. u. II B.
4)
eine junge verwendung des wortes im engsten sinne liegt in dem erst seit etwa 50 jahren aufgekommenen gebrauch beim trabrennsport vor (1874 die ersten trabrennen in Deutschland, s. Tschöpf trabersport 46), wobei genau auf den technisch reinen stil des laufens geachtet wird; dabei wird das pferd nicht geritten, sondern zieht ein leichtes zweirädriges gefährt für den lenker hinter sich her: der erste theil der vorbereitung des traberpferdes ..., welcher darin besteht, dasz das pferd in langsamem trabe gefahren wird Silberer train. d. traberpferdes ²102; mit charakteristischen adjectiven, ähnlich wie bei 2: rein und gleichmäszig ebda 64/65, regelmäszig und entschlossen ebda 49, in fliegenden tr. kommen ebda 24; das pferd in langsamem (kurzem) trabe fahren; eine tour in scharfem tr. über eine halbe meile zurücklegen lassen ebenda 104; 109; 71. den gelegentlichen früheren gebrauch des wortes in dieser engen sportlichen anwendungssphäre (freilich als reiten, kaum als fahren) zeigt ein beleg bei Halbertsma, der, wie die lat. übersetzung zeigt, wörtliche auslegung erfordert: ut e draf komme = tolutim incedens ad gressum quadrupedantem transire, quod in certaminibus equestribus Frisiorum vetitum est lex. fris. 732.
C.
für die gangart anderer thiere (ältester beleg 15. jh., s. u. 2).
1)
pferdeähnliche thiere: esel und maulthier: (eine gewisse art esel) haben einen solchen trab an ihnen, dasz sie von morgens auff bisz an den abend viertzig welscher meylen vollbringen Messerschmidt eselsadel (1617) 62; der trab eines esels dauert nicht lange Wander 4, 1279 (vgl. auch ndl. wb. 3, 2, 3225: den esels draf enduyrt niet langh); der esel (geht) immer seinen tr. Ramler fabellese 1, 18; von der väterlichen seite hat es (das maulthier) die eigenschaft, dasz ..., von der mütterlichen, dasz es einen überaus sanften tr. geht und so geduldig ist wie ein schaf Wieland (1853) 2, 137; die anwendung im einzelnen ist die gleiche wie beim pferd, etwa: gehts immer fort im groszen tr. Wieland (1855) 11, 68.
2)
für den fuchs und den wolf ist der trab die eigentliche gangbezeichnung, wie besonders auch der gebrauch des verbs erweist:
hui schlüpft der fuchs den wall hinab,
er gleitet durch die binsenspeere
und zuckelt fürder seinen trab
A. v. Droste-Hülshoff 1, 72 Cotta;
traben wird von den jägern der gang des wolfes genennet, weil er ohne unterlasz in einem trabe fortgehet allgem. ökon. lex. (1731) 2450; so hat derselbe (der jäger) erstlich das schnüren wohl in acht zu nehmen, dieses aber ist dasjenige, dasz ein wolff continuirlich im trabe laufft v. Göchhausen notab. venat. 46; vernahmen wir den unheimlichen tr. (der wölfe) um die galgeneiche herum Stifter 3, 248; entsprechend auch vom hunde, aber weniger usuell: das ich ... einen hund sins alters am tr. erkennt und gesagt, das der halbjärig were (1473) privatbr. d. ma. 1, 114f. Steinhausen;
ich will von ungespaltnem leibe sein,
wenn nicht ein schäferhund von mäszger grösze
musz seinen trab gehn, mit ihm fortzukommen
H. v. Kleist 1, 389 E. Schmidt;
der kluge hund drehte ohne weitere notiz kurz um und ging in wackelndem trabe nach hause Raabe schüdd. (1870) 1, 170.
3)
auf andere thiere übertragen.
a)
um die schnelligkeit und leichtigkeit der bewegung auszudrücken: (die gemse) spitzt beim geringsten verdacht die ohren und läuft im tr. und galopp Oken nat.-gesch. 7, 1380; (kamele) starck von leib und geschwinde zum tr. eselkönig 278; ein angeschossenes tier (reh) machte sich auf den tr. v. d. Steinen Zentralbrasilien 37; (flüchtende springböcke) nehmen einen federnden tr. an Brehm thierl. 3, 353 P.-L.
b)
mit betonung des schweren und wuchtigen in der bewegung:
der bär, obschon ganz krumm und matt,
setzt sich in kurzen trab
Wilh. Busch heil. Ant. 53;
eine woche lang durchritt ich, im sehr unbequemen trabe der dromedare ... den brennenden sand der wüste Pückler briefw. u. tageb. 3, 348;
drauf im trabe jagt es fort (das elefantenthier)
Platen Abbass. (1835) 4, 246;
der trab des elenns donnert durch die föhren
Freiligrath (1870) 1, 175.
in nicht ganz eindeutiger bedeutung vom biber: ein sonder tr. hat der biber, dauon haͤr auch bey den Griechen ein gethoͤn vnd schlag, das man den biberthon nennet, dessen sich die kriegsleüt, so sy in harnest angethon vnd bewaffnet, gebraucht haben Herold-Forer Gesners thierb. (1563) 23. von einer herde vieh:
mattblökend kehrt das vieh
in langsam schwerem trabe
heim von der au
Gotter 1, 132.
4)
in zusammenhang mit dem gebrauch des wortes für den gang von ochsen, rindern und weidevieh steht eine bestimmte abgeleitete verwendung des wortes trab in einer festen (ab- und anlautenden) formel, schon im 16. jh. belegt und noch heute dialektisch in Süddeutschland gebräuchlich: trib und trab, d. h. die weidetrift und das dem weidgang überlassene brachfeld, also = weide, wobei es zweifelhaft bleibt, ob trab, wie die meisten der es verzeichnenden lexikographen (Ch. Schmidt elsäss. 359ᵃ, Fischer, Schmeller u. s. w.) meinen, erst aus trat durch assimilation an den auslaut des trib entstanden ist oder gar beides aus trit und trat (d. h. der platz, wohin das vieh treten darf). es scheint aber jedenfalls zunächst keine synonyme formel, sondern eine aus zwei sich ergänzenden begriffen gebildete verbindung zu sein: si sitzent auf der herschaft grund und boden und muͦsz man si (d. i. die kleinen bauern) beschützen und schirmen und mit trib und trab und holz vürsehen Schade sat. u. pasq. 2, 149 (vgl. 336); item als wit die allment vnd gueter zuo B. begriffend in holz vnd feld, hat nieman ... waeder holtz noch weidrecht, trib noch trap zuo inen hinin anders, denn die vesti Schollenberg weisth. 4, 321 (nach 1518, bei Winterthur); wenn eins herren untertanen in eim ringen dörflin gemeinen trib und trap haben L. Osiander, s. Fischer a. a. o.; vgl. Schmeller-Fr. 1, 641; 677; Ch. Schmidt elsäss. 359ᵃ; Fischer 2, 318.
II.
für den gang oder lauf des menschen, ganz vereinzelt in spätmhd. zeit einsetzend, und zwar charakteristischerweise im niederdeutschen grenzgebiet (s. u. A 1), erst vom 16. jh. ab häufiger. als übergangsfälle zwischen I und II müssen belege angesehen werden, bei denen der gebrauch des wortes für thiere in einem durchgeführten vergleiche auf den menschen angewendet wird: er war wie ein pferd, das seinen trab fortgeht Auerbach rom. (1871) 6, 162;
tritt sie sanfft als wie ein pfab,
geht er eines wolffes trab
Voigtländer od. u. lied. (1642) 45, str. 10;
kein sporen darff ich zu ir nemen,
wan sie hat vor ein harten trab ...
si hat ein gang wie ein samrosz (von einem alten weibe)
H. Sachs 5, 263 Keller.
A.
im üblichen allgemeinen sinne für schnelles, hastiges laufen und gehen.
1)
als inneres oder äuszeres object bei einem verb der bewegung: einen tr. gehen, trottieren Sperander (1727) 760ᵇ;
de alde de hadde den groissen staff,
quam ouch gerynger dan slechten draff
mit al yr gereitschaft zu mir gerant
pilgerf. d. träum. mönchs Kölner hs. 8763;
seinen weg gehen, fortgehen:
und wie sie (Potiphars frau) ihn (Joseph) lieb gewonnen hab,
so geh der jüngling seinen trab
Nic. Frischlin dtsch. dicht. 69 lit. ver.;
ich gsich jetz nichts, gang deinen trab
ebda 28; ähnlich 133;
do ome des dages schin gink af,
do lep he sneller den ein draf
Magd. Äsop (Gerh. v. Minden) 86, 16 Seelmann;
du bist wohl lange nich trapp geloofen Müller-Fraureuth 1, 239; hei kom drabb gelaupen rhein. wb. 1, 1428;
(Polyphemus) nam eylends an das meer sein trab
Spreng Än. 59ᵃ;
niemand soll vom klosterwächter sagen, dasz er struppigen heidenhunden zulieb einen trab angeschlagen Scheffel 1, 258; deminutivform: ein träble anschlage, probiere Fischer schwäb. wb. 2, 318; Seiler Basl. ma. 83; trapp machen = schnell laufen, rennen Müller-Fraureuth 1, 239; kumm, mr mache e träpple bis heim einen laufschritt Martin-Lienhart 2, 761.
2)
in präpositionaler verbindung: im trap laufen Vetsch Appenz. ma. 142; de lang slöppt un in drab löppt, kümmt eben so wied as de fröh opsteit un doch nix deit (Wilstermarsch) Mensing 1, 832; ... und rannte dann im trabe den hügel hinab v. Gaudy 3, 152;
dann wo ich (als pfarrer) noch geprediet hab,
so lüff der schelm allzyt im trab (zu meiner predigt),
dar zuͦ die guͦch und auch die narren
Gengenbach 285 Gödeke.
oft weckt die bezeichnung im trab laufen ein komisches bild:
(der herr professor) ... neigte sich auf und ab (neben dem kinderwagen),
kaufte mir zuckerstangen, sprach komische worte und lief nebenher im trab
Werfel weltfreund 14.
mit den verschiedensten adjectiven und verben des laufens: in kleinem tr., kurzem tr., vollem tr., guten tr. (Frenssen Hill. 73; Jörn Uhl 384; Pfeffel poet. vers. 1, 31; H. A. v. Ziegler Pasqu. 9; Scheffel [1907] 1, 131) laufen, schlendern, wandern, springen, erscheinen, um die ecke biegen, verschwinden (auszer den eben genannten Miller Siegw. 1, 201; Gellert 1, 129; Bettine d. buch geh. d. kön. 1, 15); er betrat die brücke, erst mit zaghaften schritten, dann muthiger, endlich in vollem trabe Holtei erz. schr. 6, 93. elliptisch: woher mein sohn, in vollem tr.? Eschenburg. beispielsammlg. 5, 193; fort zu der mutter, im vollen trab! Kotzebue dram. w. (1827) 2, 276. andere constructionen: jem. in tr. setzen, in tr. bringen in wörtlichem sinne = zum laufen bringen, z. b. beim militärischen strafexercieren; sich in tr. setzen: munter, munter, alter knabe, setzt euch in tr. salutiert noch einmal und jetzt: escadron vorwärts marsch! Holtei erz. schr. 13, 71; eine kurze weile machte er nur sehr langsame schritte, weil er zurückgerufen zu werden hoffte. dann setzte er sich mit einem fluch in seinen gewöhnlichen tr. Hebbel w. 8, 240 Werner; sich op trap jeve sich aufmachen Rovenhagen wb. d. Aach. ma. 147; und dabei sah sie ihn von der seite so verblümt an, dasz er abermals die beine hob und lust verspürte, sogleich in tr. zu geraten G. Keller 4, 258; ... und konnte der knabe seiner noch immer nicht mächtig werden, so wandelte sich doch sein ... lauf in einen wilden ... tr. Fouqué jahresz. 4, 28; uns entgegen kommt die strasze herauf ein langer zug von männern und halberwachsenen knaben, in wiegendem tr. einer hinter dem andern gehend Soyaux aus Westafr. 2, 57. op den (een) draf gaan, loopen Kramer nider-hocht. 2, 214 (s. th. 2, 1326); he es om trape er ist entlaufen Leihener Cronenberg. 124; adverbiell: lauf eines trabes fort in die stadt Stieler 2297.
3)
mit dem nebensinn des hochtrabenden: so trugen die ... meister in artibus das muszkar und die würst an stangen wie die schuster zu marck im tr. und triumpf daher, das es sah als wan man den meyer von Londen einsetzet Fischart Garg. 247 ndr.;
du must mit schanden ziehen ab,
es ist vergebens hie der trab (hin- und herstolzieren)
Fischart 2, 311 Hauffen;
4)
zur motorischen vorstellung tritt das akustische moment hinzu:
hüpft in wildem trab
mädchen auf und ab
J. H. Voss sämtl. ged. 5, 174;
... vor sechs, den rockkragen hinauf und los, den fröstelnden grauen weg nach der fabrik, zu hunderten, schweigend und trabend, trab hinter sich, vor sich, in sich, tr. wie maschinenlauf H. Mann d. armen 15.
B.
in speciellerer bedeutung, wobei entweder eine bestimmte fuszhaltung oder ein bestimmter schnelligkeitsgrad vorausgesetzt wird: beim sprung im reifen als turnübung: durchschlag (des reifens) im trabe, wo nach jedem durchschlag nur ein fusz die erde berührt Fr. L. Jahn 2, 85 E. im militärischen gebrauch: tr. die geschwindeste unter den marscharten, ein laufen, mit welchem die infanterie gewöhnlich den letzten teil des weges zurücklegt, der bei einem sturmangriff die soldaten noch vom feinde trennt Meyer conv.-lex. (1853) II 12, 39 vgl. trablauf. in angleichung an den trab des pferdes: (der wärter) musz, wie vorher, nahe der rechten pferdeschulter mit im trabe verbleiben Silberer train. d. traberpferdes ²40; so muszt du armer tropf, bald in vollem tr., bald schritt vor schritt keuchend und schwitzend nebenher laufen Wieland Luc. v. Sam. (1789) 5, 143.
III.
übertragener, bildhafter und abgeschwächter gebrauch.
A.
anwendung auf andere thätigkeit des menschen, wobei der ausdruck des reitens oder laufens bildhaft noch mehr oder weniger festgehalten wird.
1)
vom menschlichen leben im allgemeinen: heute reitestu im tr., morgen ligstu im grab Albertinus Luc. königr. 108 Liliencron; heute (im) tr., morgen im grab sprichwörtl. Seb. Franck sprichw. (1545) 1, 26ᵃ; sch. w. klugr. (1548) 143ᵃ; Gruter floril. ethico-polit. 1, 2, 48; Schulze bibl. sprichw. 106; Düringsfeld 1, 383;
ich war sehr weit
durch üppigkeit
in vollem drab
gewichen ab
Joh. Heermann bei Fischer-Tümpel 1, 281;
ich lieffe, rennet und thät manchen unnützen tr. Grimmelshausen 4, 515 Keller.
2)
im barock von der fahrt zum grab oder in die hölle:
nu darf er (der greis) nicht
zu seiner gruft so gar beschwerlich schreiten;
er kan in vollem trabe
dahin noch eins so bald und zeitlich reiten.
Kurandor bei Morhoff v. d. dtsch. spr. 1, 762;
wer im galopp lebt, fährt im tr. zum teufel Binder sprichw. 63;
ein ringer gang und leichter trab
ist in die finster hoͤll hinab
Spreng Än. 109ᵃ;
sie (die weltkinder) wollen auch lieber volles trabs in die hell rennen, dann gemachsam hinein schleichen Schaller theol. heroldt (1604) 279; entsprechend:
er (Jesus) ihm (dem tod) von falben grenzen
entlieff mit vollem trab,
und stachel, pfeil und sensen
ihm stahl gantz redlich ab
Spee trutzn. (1649) 57.
3)
allgemein von jeder thätigkeit: he löppt jümmer achter in drab un vör in sprüngen hat es immer sehr eilig Mensing 1, 832; tr. machen = schnell machen, z. b. Meisinger Rappenau. 204; jem. in drab setzen antreiben, anfeuern Mensing 1, 832; besonders: jemanden auf den tr. bringen oder in tr. bringen = antreiben, vgl. z. b. Berghaus sprachschatz d. Sass. 1, 357; Meyer-Mauermann d. richt. Berl.⁹ 53, 251; Kleemann nordthür. id. 23ᶜ; Jecht Mansf. 113ᵇ; Hofmann ndhess. wb. 240; verscheuchen, jem. einen verweis geben, jem. den kopf zurechtsetzen Mensing 1, 832; rhein. wb. 1, 1428; weisz gott, ich wünsche dir nichts böses, Dora ... aber dasz du noch mal auf den tr. gebracht wirst G. Hirschfeld mütter (1896) 43. in der gaunersprache = ausschelten, fliehen machen Avé-Lallemant 3, 138; ähnlich jem. auf den tr. helfen: nu mach aber lang, sonster wer ich dr uf a trabb helfen G. Hauptmann weber (1892) 101, daneben auf den sprung helfen. in den redensarten es geht (im) tr. (z. b. Frischbier 1, 144) = es geht schnell (ebenso wie in der interj. trab! trab! s. u.) oder etwas in tr. bringen (z. b. Windekilde hdwb. d. dtsch. spr. [1883] 583) oder jem. aus dem tr. bringen liegt für das 18. jh. mehr das bild des reitens, für das 19. mehr das des fahrens zu grunde; seit ende des 19. jh.s treten denn auch, je mehr das pferd aus dem verkehr verschwindet, daneben zunehmend in gleichem oder ähnlichem sinne andere wendungen auf, z. b. es geht mit volldampf bzw. etwas in schusz, in schwung, ins geleis bringen: nun aber will ich ... noch das end von meinem bestandnen hofabenteuer erzählen. ja ich sehs, sie machen alle freundliche mienen dazu, dasz es jetzt endlich wieder im trapp gehen wird Bettine d. buch geh. d. kön. (1843) 1, 87; flink, flink! jetzt müssen wir alles in tr. bringen Laube (1875 ff.) 11, 51. im alten tr. bleiben, fortgehen u. s. w.:
aber auf manung er nichts gab,
er blieb in seinem alten trab
und lebet ubel on all scham
Fischart nachtrab 58 Kurz;
wir uns doch ... auf das eiss führen lassen, die guten vermahnungen aus den augen setzen, und in dem alten tr. fortzugehen pflegen Harsdörffer frauenz. gesprächsp. (1641 ff.) 4, 138f.; im leben bleibts beym alten tr. ... sic seculum est Dannhawer cat.-milch 6, 242; der (grosze haufe) ... bleibt in seinem alten tr. J. Schmidt christl. busz (1671) 83; ich will euch auch nicht verargen, das ihr auff ewerem tr. bleiben: dann euch gelten die todten mehr dann die lebendigen = im gewohnten fahrwasser bleiben Paracelsus chir. (1618) 292ᴮ; ähnlich: du kommst schwer aus dem alten tr. heraus Auerbach 16, 166; so auch den gewohnten trabb unterbrechen J. Gotthelf schr. 1, 24; das gibt leute, die nicht aus dem trapp zu bringen sind, die sich nie weder anstrengen können noch anstrengen mögen, die mit der gelassensten lauheit dem elend zuwandern Uli d. knecht (1841) 206. vollerer bildhafter gebrauch: so ist das blos, dasz sie nicht glauben sollen, wir theologischen philosophen gingen nur den gewohnten tr. nach der mühle Bettina d. buch geh. d. kön. (1843) 1, 169; was helfen uns doch ... unser schleppender paragraphenstil ... der langsame tr. unsrer geschichtschreiber? Herder 2, 274 S. (vgl. auch unter B 3 b).
B.
übertragen auf concrete oder abstracte erscheinungen und gegenstände.
1)
in occasioneller florierung von dem bösen treiben der welt (vgl. das verb):
si (Martina) brach den zelt und den trab,
den zelt der welt gelucke,
den trab ir bosen trucke
der si hie spulget leider
Hugo v. Langenstein Mart. 58, 66ff. (vgl. auch trabgesinde H. v. Trimberg renner 14318);
der welte drap ist ungemach
ebda 58, 77;
der (Judas) galt den zelt und den drab,
er kan in die helle gedrabt
uf einem orse daz niht snabt
ebda 63, 112.
ähnlich, doch in stärkerer bildhaftigkeit:
vor und nach, und auff und ab ist der trab,
den die welt wil immer lauffen
Königsb. dichterkreis 161 ndr.;
zwar kamen sie (meine feinde, die sünden) recht an, weil ihrem starcken trab
den vorthail gab die noht, mich in den grund zuschalten:
doch kam got rechter an, der gleichsam war mein stab
G. R. Weckherlin ged. 2, 44 Fischer.
2)
vom ablauf der zeit: die gräfin ... bot ... alles auf ... sie (die zeit) dieses mal den sporn fühlen zu lassen, um sie, wo nicht zu einem raschen tr., doch wenigstens zu dem gewöhnlichen polizey-schritt zu zwingen Lichtenberg Hog. kupferst. 4, 140; wiehnachten kümmt un geit in draff Groth 1, 29; vgl. Mensing 1, 832. vom schnellen fortschreiten der wissenschaft: auch ist bei dem scharfen tr., den die physik jetzt reitet, vieles über der halbjährigen dauer des drucks entweder alt oder unbrauchbar geworden Lichtenberg br. 2, 220.
3)
sonstige mehr oder weniger bildhafte anwendung.
a)
bei concreten: vom wehen des windes:
wer zückt die wind in vollem trab?
wer spannt den regen-bogen? (Gott)
Spee trutzn. (1649) 146.
vom fahren der schiffe:
ach zäumet auff den vollen trab,
legt hin die flache sporen (ruder),
die flächsen feder spannet ab,
die zeit bleibt unverlohren
ebda 163; güld. tugendbuch 412.
mit betonung des akustischen vom wein, der die kehle hinunterkluckert:
wenn du mich frolich kanst gemachen
mit deinem sueszen senfften drab:
dorumb ich fruntschafft zu dir hab
Rosenplüt weingrusz, altdtsch. bl. 1, 405; vgl. auch Herder 15, 27 S.
b)
bei abstracten: die übersetzung hat den tr. zweier Hamburger miethgäule Grabbe bei Immermann 19, 79 Boxb.; dieweil die artzney noch nit im rechten tr. gestellet ist gewesen, auch nit also der recht weg war Paracelsus chir. (1618) 65ᴮ; aber je länger meine feder sich bei der betrachtung dieses glieds verweilt, desto mehr nähert sich ihr prosaischer schritt dem poetischen trabe Jean Paul 41, 139 Hempel; dasz der ... leibarzt ... der deutschen prose ... gleichsam deren pferd offeriert und einen gewissen ... trab zu reiten gelehrt haben Lichtenberg nachl. 101. in isolierung des akustisch-rhythmischen moments: die gegebenen proben zeigen, dasz Weckherlin ... die sylben zum verse mehr zählte, als maas, lieber ... sie dem sinn nach deklamierte, als schulmässig im trapp oder im galopp skandierte Herder 15, 10 S.; kurzer tr. von frage und antwort L. v. François stufenjahre 264 Recl.
C.
ganz abgeblaszter oder formelhafter gebrauch.
es ist der tugend erster trap,
dasz man den herrn fuͤr augen hab
Zesen verm. helik. (1656) 1, 107;
... sind nicht böse leute, so viel ich weisz. nicht ganz wie andere leute; aber weisz man solchen einmal den trapp (etwa: weisz man sie zu nehmen), so fährt man gerade mit solchen am besten Gotthelf erz. u. bild. (1850) 1, 256. auf einen (kleinen) tr. = stipp, sprung, vgl. ndl. wb. 3, 2, 3225; er ist nicht recht auf dem tr., bist du wieder auf dem tr. u. s. w. = auf dem damm, geht es dir wieder gut; er ist sehr auf dem tr. = er ist sehr oben auf; he is ne to drag = nicht gut gelaunt Wilstermarscher ma. Mensing 1, 832. ganz phraseologisch: darauf helt sie im zwaierlei sachen für ... erstlich ... und demnach ... welche beide stuͤck sie fein in gleichen tr. laitet und fortsetzet, bisz sie zu irem zil gelanget (in gleicher weise) Fischart offentl. ausschr. e 3ᵇ; ... nahm ein posthorn in die hand und blies in einem trop so fort (= in einem fort) Ruckard lach. schule (1725) 39 s. Alem. 18, 42.
IV.
trotz mehrdeutiger verwendung ohne sicher erklärbaren zusammenhang mit ¹trab findet sich, auf das 16. und den anfang des 17. jh.s beschränkt, die redensart jemandem einen trab schenken. nur zwei (nicht ganz eindeutige) belege stellen äuszerlich einen zusammenhang mit der grundbedeutung von trab her; doch isolieren sie sich in der bedeutung von den anderen belegen der wendung: sonst so viel das pferdgespreng, das trabschenken, das libtraben, das zaumtaͤntzelen: und sonst solch poppenspil zu rosz belangt, kondt er, wann ers gern that, besser als ein anderer reutersmann (wohl besondere übung, unbekannten charakters, in der reitkunst, oder nur das aufmuntern zum trab) Fischart Garg. 279 ndr.; auch beim zweiten ist das pferd das object; die bedeutung ist hier wohl: zum trabe anspornen, aufmuntern, etwa durch schenkeldruck:
wenn ich (der reiter) bin ans heimreiten,
schenk ich meim bul ein trab (d. h. meinem röszlein),
dann wirfts den kopf auf die seiten
tritt auf mit engem schreiten
und trabet vor meins bulen thür,
sie schaut zum fenster raus
A. Metzger (1612) bei Erlach volkl. d. Dtsch. 1, 83.
an diese bedeutung fügen sich am ehesten noch einige belege, in denen die wendung in stark erotischem sinne gebraucht wird, etwa im sinne einer aufreizenden gangart oder doch gebärde: etliche meidlein seind nicht wenig frech und schnippisch, zecken sich mit den jungen gesellen, liegen immer am fenster und unter der thüer, und schencken offt einem einen trab, schreiben buel briefflein Mathesius Syrach (1586) 3, 52ᵃ; wer freyen wil, der sehe sich wol umb und auff ... ob die tochter auch schneppisch ist ... ob sie sich auch mit dem hane beisset, und jungen gesellen bescheid thut, item was ihr geberde, ob sie gerne hutzen gehet, den jungen gesellen einen tr. schencket ebda 1, 175ᵃ; wie manchen trap schencken sie (die huren) ihnen, wie wissen sie ihnen mit den augen zu wincken, geben ihnen andeutunge mit einem kurtzen husten und bisten, bald scharren sie mit den fuͤssen, bald schiessen sie mit den pfeilen ihrer lustbaren taubenaugen umb sich jungfrawn-spiegel (1653) e 2ᵃ. das umgekehrte:
da sah ich einer schön wittfrauen
ein jüngling schencken ihr ein trab,
der hett sich auffputzt wie ein pfab,
meint die wittfrau hott ihn ersehen
Ayrer dramen 5, 3001 Keller.
abgeblaszt, doch noch mit einem gewissen anklingen dieser bedeutung (vgl. die 'babylonisch hur'):
worlich der papst in (den städtern) würd ein trab
hahn gschenckht, wann er (der vom papst verfolgte) worden erdapt.
gott aber in erhalten hatt (etwa: hätte ihnen alles mögliche zu gute getan)
Fizion chron. v. Reutlingen 251 Bacmeister.
noch allgemeiner, abgeschwächt (in einer predigt): ich musz hie den jungen gesellen auch ein tr. schenken (etwa: mich abgeben mit, ein hühnchen rupfen mit) Mathesius 2, 271 Lösche; ähnlich: es wird auch der bauren schaͤndliche verachtung ihrer prediger hie entworffen, ... wird aber den bauren biszweilen auch von ihren predigern ein hoͤfflicher tr. geschenckt, so nehmen sie eben auch fuͤr gut damit, denn wie man in den waldt schreyt, also hielt es herwider, und ein gut wort findt ein gute stat Sandrub kurzw. 52 ndr.; der unfeine nebensinn ist völlig geschwunden: ... und wiewoll ich dasselb buch noch nicht gelesen, sondern allein hin und her darin geblettert, yedoch hab ich gefunden, das er auch euer fürstl. durchl. darin ein tr. schencket (etwa = angreifen, am zeuge flicken) Brenz 24. 9. 1558 an herz. Albrecht, anecd. Brent. 451; den nicht abgeschwächten, sondern in übler bedeutung verallgemeinerten sinn der wendung zeigen:
am andern er auch das bekennt
daz er mit einem losen gsind
so ihm verführt, gespilet hab,
die ihm hernach ein bösen trab
gschenckt, dann da sie ihm mit list
das sein abgewaͦssert, hon sie gmischt
das kartenspil in seim angsicht (etwa = böse mitspielen, ausplündern)
Birck doppelspiler (1590) 52;
Franckfort aber kund sich bewaren,
dem find schanckten sie manchen trab,
das er mit schad muͦszt ziehen ab (tüchtig zusetzen, etwa
durch einen verwegenen reiterüberfall, wobei an die übliche
verwendung des subst. angeknüpft werden kann)
Wickram 4, 238 Bolte.
in ziemlich undeutlicher bedeutung auf gott angewendet: was sie (die gottlosen menschen, im gebet) sagen, ist nur geheuchlet ..., gott einen stein in garten werffen, ein tr. schencken, und mit seinem wort den mund spuͤlen Seb. Franck paradoxa (1539) 104ᵇ; hierzu vielleicht: da ligt dann das fromm gelt, gots guͦte creatur fein still, und liesz die gottlosen fleysch batzen wol in hindern sehen, dasz es in wider iren got einigen tr. schencket, und dienst bewise, sonder sitzt in auff den kopff, und herscht das gelt die armen narren nit anders dann wie ein huͦr einn andern narren aͤfft (etwa: verführen; nähert sich wieder der erotischen sphäre) Seb. Franck sprichw. (1541) 2, 197; ebenso auf sachen übertragen, unter benutzung des bildes der metze: nun sag ich gehoͤret zu einem kirchendiener, das er einen solchen beruff habe, da man nach im umbsihet, und man trachtet nach im ... nicht da er sich umbsihet, rennet und lauffet wie ein metze die gern ein mann hette, schencket einer andern kirche ein drab, lasset sich hören, ehe man sein begert, beut sich selber feil Mathesius hist. v. Jes. Chr. 2, 118ᵃ. undurchsichtig und durch das (miszverstandene) original nicht zu erhellen ist: es werden dich auch dazuͦ deine nachbauren recht wol auszrichten, den du vor iren haͤusern also einen trab, bancket, und deinen herrlichen triumphe und trabe der gäst schenckest Petrarche hülf, trost und rath (1539) xviᵃ, (1559) 16ᵇ, (1620) 26/27.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1931), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 927, Z. 18.

trab2

²trab,
auch drap, m., 'krankheit der schafe, bei welcher sie sich niederlegen und mit dem maule an den füszen beiszen oder sich das knie reiben, und endlich verlahmen und sterben. sie ist eine art der auszehrung' Adelung 4, 633. vgl. auch Campe; Sanders; allg. haush. lex. (1749 ff.) 3, 98; Krünitz 186, 528; Voigt hdwb. f. d. geschäftsführg. (1807) 1, 509. der zusammenhang mit traben, vb. (hinkender gang solcher schafe), den Adelung erwägt, bleibt unsicher. vgl. ²traber und traberkrankheit.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1931), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 940, Z. 64.

trab3

³trab,
aus dem imperativ des verbs entstandene interjection mit der bedeutung des anfeuerns, theils wörtlich (reiten oder laufen), theils auf jedwede andere thätigkeit bezogen: nu mal trab trab oder: ein biszchen tr. mit ...! vgl. th. 2, 1326 s. v. draf und sp. 937 s. v. ¹trab III A 3.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1931), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 940, Z. 73.

trab4, interjection

⁴trab, interjection,
schallwort, siehe unter trapp, interjection.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1931), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 941, Z. 1.

trab5, m.

⁵trab m.,
der balken, wie engl. trave aus lat. trabs, trabes entlehnt wohl schon lange vor dem ältesten beleg (14. jh.): in diesem hoff sol mann auch keinen stuol sezen noch für machen noch trabe tragen; treit jemand trabe, kompt desz vogts knecht, sy sollens nemen weisth. 4, 25 (aus Bergheim im Elsasz 1369 und 1551); welches dach zerbrochen, auch die traben in die maur hineingehn ratsprotocolle aus Leob (1608) bei Unger-Khull 163ᵃ. mit mundartl. übergang von b zu f und umlaut: balck, bloch, träff, grosser trom, eigentlich im gebew trabs Henisch (1616) 173; bes. mittelfrk., schon seit dem 14. jh.: treve et dele ad januas a. d. j. 1376 Aachener stadtr. 258 Laurent; balcken, traeffen, deel, keffern, steinlatzen weisth. von Burtscheid a. d. j. 1584, zs. d. Aachen. gesch. ver. 2, 113, diphthongiert trauff und treyffen (14. jh.) arch. d. ver. f. siebenbürg. landeskde n. f. 27, 643; eyn öchen troff (a. d. j. 1527) ebda, auch treb und tropp: czway holczer gross treb (a. d. j. 1503) ebda; einen newen tropp an die kukelbruk (a. d. j. 1556) ebda. heute mundartlich beschränkt: Müller-Weitz Aachen. 249 (trov); Hecking die Eifel (1890) 78 (traef); trⁱef wb. d. Luxbg. ma. 442ᵃ; siebenbürgisch s. arch. d. ver. f. sieb. ldkde a. a. o.; auszerdem in Lothr. Follmann 105ᵇ (trof) und Lusern Bacher 406 (trāf, neu entlehnt aus ital. dial. trāf?). sonst tram, s. d.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1931), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 941, Z. 3.

trab6, drab, m.

⁶trab, drab, m.,
slavischer fuszkrieger, aus dem in seiner ableitung noch unerklärten slav. drab 'fuszkrieger' (s. u. trabant) im 15. jh. entlehnt, nur im plur. belegt: (die Böhmen) liessen do zu Nimptsch 400 draben ader fuszgeher (sc. als wachen zurück) M. v. Bolkenhain z. j. 1429 scr. rer. Lus. 1 (1839) 363; nicht lange darnach lisz der konig (von Polen) den thum mit 100 reutern und 100 draben besetzen Heilsberger chron. z. j. 1520 mon. hist. Warm. 8, 394; anno 1455 kamen des ordens 700 reisiger ... zündten die speicher ... an, kamen die trunckene traben (des königs Casimir von Polen) heraus und scharmützelten mit ihnen C. Hennenberger preusz. landtafel (1595) 115; anno 1455 der könig die Conitz hat belagern lassen, da haben 400 polnische draben allda umb das schlos Schlochaw umbgeschweiffet ebda 423 vgl. Poloni pedites Joh. Herburtius hist. or. Polon. (1571) 309.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1931), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 941, Z. 27.

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Zitationshilfe
„trab“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/trab>, abgerufen am 29.01.2022.

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