Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

tragöde, m.

tragöde, m.,
von lat. tragoedus in dessen beiden bedeutungen; nur in gehobener sprache. 1) 'schauspieler ernster, tragischer rollen', statt älterem tragödienspieler (s. d.):
meinen helden, ich kenn ihn zu gut! es haben tragöden
uns zum besten! (von schauspielern mit masken)
Göthe I 1, 259 W.;
ringsum schrie, wie vögelgeschrei, das geschrei der tragöden
und das hundegebell der dramaturgen um ihn
Schiller 11, 149 G.;
mich quälen täglich sänger und tragöde
Platen s. w. 10, 129 Koch-Petzet;
ich fuhr selbst, war weder mit den gaben des Bacchus überfüllt noch als tragöde mit hefen zu dick beschmiert, dasz ich den weg nicht gesehen A. v. Arnim bei Görres ges. br. 3, 52. — 2) 'trauerspieldichter':
(über Geibels 'Brunhild') und willst du
reine geschichte, so leih unserm tragöden das ohr
Hebbel s. w. 6, 452 Werner;
da stand in weiheloser öde
einsam ein nachgeborner auf,
ein gottbegnadeter tragöde (Grillparzer)
begann den raschen siegeslauf
Heyse ges. w. (1872) 1, 113;
dafür im 19. jh. üblicher tragiker, tragödiendichter (s. diese). vgl. tragödin, sp. 1158.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1932), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 1154, Z. 36.

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Zitationshilfe
„tragöde“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/trag%C3%B6de>, abgerufen am 28.01.2022.

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