Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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dragant, m.

dragant m.
1.
astragalus tragacantha, bocksdorn, und das gummi davon Henisch 741. Nemnich 1, 524.
2.
achillea ptarmica, weiszer dragant 1, 38. s. dragun 2.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1327, Z. 11.

tragant, m.

tragant, m.,

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astragalus, wirbelkraut. aus tragantum (tragacantha) entlehnt. in wörtlicher übersetzung des aus dem griech. stammenden wortes (τραγ-άκανθος) bocksdorn oder in volksetymologischer entstellung bockshorn genannt, bei Brixen auch stragel, s. lit.-bl. f. germ. u. rom. phil. (1899) 31, knollenkraut oder -wurz (th. 5, 1468) oder wolfsschoten Perger die dtsch. namen d. pflanzen 1, 191; Fechner pflanzennamen (1871) 23; Seiler lehnw.³ 2, 263. selten in der vollform tragacant (Kinderling (1795) 166 und 212; tragacanthwurz Seutter hippiatria (1599) 431), vgl. frz. tragacanthe. zuerst in einem glossar des 13. jh.s belegt Diefenbach 191ᵃ s. v. dragantum, vgl. auch 591ᶜ s. v. tragacantha; 1424 in einem ital.-dtsch. sprachb., s. Bayerns maa. 2, 399 Brenner-Hartm. formen mit d im anlautschon mlat. neben t vorkommenderscheinen selten, vgl. th. 2, 1327.
1)
die pflanze: tragacantha, planta est ... officinis omnibus nota dragant B. Faber thes. (1587) 877ᵇ; die hügel mit aromatischen kräutern und sträuchern wie cistusarten, laturei, thymian, tragant bewachsen Ritter erdkunde (1822 f.) 17, 1589.
2)
das daraus gewonnene gummi: dragant, dragantum, tragacantha ... ist ein gummi eines dornechten gewächs oder stauden Lonicerus onomast. plant. (1555) 735; nim rosenwasser ... thue darein ein guts theil traganth Gäbelkover artzneyb. (1595) 1, 144; nehmt einer nusz grosz geweichten tr., darunter auch einen löffel voll krafft-mehl Hohberg georg. cur. (1682) 1, 223; den mit traganth überzogenen hausaltar v. Ebner-Eschenbach 2, 399; dragant ist eine gewisse art von weissen gummi, dessen sich das frauenzimmer bey ihrem flor- und spitzenwaschen zu deren starr- und steifmachung zu bedienen pflegt Amaranthes frauenzimmerl. (1715) 425, vgl. 2034; eine zeit lang beliebtes kaffeesurrogat, schwedsche kaffeebohn genannt Groth ges. w. (1893) 3, 82 u. anmerk.; sonst gern zur herstellung von figuren verwandt:
prangte geformt vom kanditor, ein anschaunswürdiger aufsatz.
wände von weiszem traganth, mit spiegelsäulen gestüzet,
liefen an jeglicher seit
J. H. Voss sämtl. ged. (1802) 2, 216;
hornisse und hummeln ... zierlich aus dragant gebildet mit goldbestäubten flügeln Storm sämtl. schr. (1868) 3, 161; Pichler neue marksteine (1890) 243; vgl. die tautologische bildung gummitragant Musäus die dtschen volksm. (1805) 2, 179 Wieland; Garther-Hikmann wienerisches kochbuch³⁰ (1812) 496. — composita:
tragantart
Schlechtendal - Hallier flora v. Dtschld. (1880 ff.) 24, 40;
tragantartig adj.,
Dietrich lex. d. gärtn. u. botan. 8, 209;
tragantfigur
eine schicht gemahlter tragantfiguren Garther-Hikmann a. a. o. 556;
tragantförmig adj.:
(schwarze vögel) temperieren denselben (= meerschaum) mit einer zähen feuchtigkeit ... dergestalt, dasz eine rechte tragantförmige materie daraus entstehet Zincke allg. öcon. lex. (1744) 3044;
tragantgruppe
es war eine tragantgruppe in dem schaufenster eines zuckerbäckerladens
Anzengruber ges. werke (1890) 4, 5;
tragantgummi
dasz man im (dem kranken gaul) dragantgummi mit süszem öle vermischt on unterlasz eingebe Sebiz feldbau (1580) 155; Liebig hdb. d. chemie (1843) 1248; Hoyer-Kreuter technol. wb. 1, 771;
tragantlösung
Muspratt chemie (1891) 3, 1299;
tragantpapier
Lueger lex. d. ges. technik 6, 675;
tragantpflanze
Oken allg. naturgesch. (1839 ff.) 5, 1129;
tragantpolster
p. von tragantpflanzen: kahle, felsige stellen waren mit stachligen tragantpolstern (astragalus tragantiferus) ... bedeckt Ritter erdkunde (1822 f.) 17, 1138;
tragantschleim
= -gummi: mach mit tragantschleim, mit rosenwasser angemacht, ein massam darausz Gäbelkover artzneyb. (1595) 1, 141; räucherkertzen werden aus mancherley wohlriechenden pulvern ... mit tragantschleime gemacht allg. haush.-lex. (1749 ff.) 2, 624ᵇ; Liebig hdb. d. chemie (1843) 1262; Lueger lex. d. ges. techn. 1, 334; 4, 695;
tragantsorte
besser lassen sich die traganthsorten ... auf drei ... hauptformen zurückführen: 1) Smyrnaer ... 2) Morea- ... 3) syrischer tr.
Muspratt chemie (1891) 3, 1922;
tragantstoff
Liebig hdb. d. chemie (1843) 1259;
tragantsyrup
Liebig a. a. o.;
tragantüberzug
das mit einem traganthüberzug versehene ... traganthpapier
Lueger lex. d. ges. techn. (1894 ff.) 6, 675;
tragantzusatz
mischung von brennstein und graphit, die ... durch traganthzusatz klebrig gemacht ist
Lueger 7, 727.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1931), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 1026, Z. 57.

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Zitationshilfe
„tragant“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/tragant>, abgerufen am 26.01.2022.

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