Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

tragbalken, m.

tragbalken, m.,
ein jeder balken, sofern er bestimmt ist, eine last zu tragen, s. Voigtel 3, 414ᵇ. zuerst bezeugt bei M. Kramer tragbalck, m., architrave 2 (1702) 1104ᶜ; trag-balcke oder träger ein balcke mitten durchs zimmer, der die andern balcken trägt Ludwig teutschengl. lex. (1716) 1997. wie das synonymon träger stützender oder lasttragender balken verschiedenster art, meistens des hauses und seiner theile: die tragebalken (des brennenden hauses) hielten noch zur noth Holtei erz. schr. 13, 160; (das staatsgebäude ist zusammengestürzt) nachdem man ... allen wurmfrasz in den tragebalken gewähren lassen Görres ges. schr. 6, 120; die auf dem dachstuhle wie riesenarme ineinandergeschlungene hang- und tragbalken tragen das ganze gebäude Schubart leb. u. gesinn. 1, 243; dasz die tragbalken ... in brand gerieten und die decke einstürzen lieszen Stifter 5, 1, 325; die stube ... mit schönen tragebalken und anderer schnitzerei zu verzieren 2, 214 f.; als im nebenzimmer am tragebalken ein kloben eingeschraubt zu sehen war, hing das schwein sogleich dort, um kunstgemäsz zerstückt ... zu werden Göthe 33, 114 W.; der fuszboden ... sah ... zierlich aus, weil er durch die ... tragbalken von dunkler holzart ... in mehrere felder getheilt war H. v. Schmid alte u. neue gesch. a. Baiern 167; eine holzgallerie ..., deren tragbalken ... geziert ganz an ... Schwarzwalder bauart erinnern Ritter erdk. 3, 867, des hochofens: gusseiserne tr. (auf figur eines hochofens bezogen) Muspratt chemie (1889) 2, 1216; da waren wohl die roste geschmolzen, oder ein tr. war gebrochen K. Fischer denkw. u. erinn. eines arbeiters 254 Göhre, der brücke: das tragwerk (der brücke) besteht aus tragebalken v. Alten hdb. 2, 563; gitterbrücke, eine ... balkenbrücke, deren tr. aus ... eisengitterwerk bestehen 4, 262, des schiffes: 'die das verdeck tragenden balken, auch die der länge nach liegenden, welche die querbalken tragen' Mothes ill. baulex. 4, 360; auch der bahre und sänfte: die bahrdecke ..., ein ... stück wollenzeug, das nur eben bis an die tr. der bahre reichte Fontane I 2, 297; die form, farbe und grösze dieser sänfte, besonders auch die wölbung des tragebalkens ... zeigt (in Japan) den rang des besitzers an G. Spiesz die preusz. exped. 1, 322; österreichisch auch für den querbalken am gerüst, den netzriegel, s. Mothes ill. baulex. 4, 360. wie balken gern bildlich, vgl. th. 1, 1089: der andere (arm war) als tragebalken und atlas des thronhimmels — ganz steif geworden Jean Paul 19, 133 Hempel; sonst ... müszte der tragebalken eures zartbesaiteten brustkastens vor schrecken umfallen v. Gaudy 10, 82; Hadrian und Antonin! Aurelian und Diokletian ... das auge bleibt hangen auf diesen tragebalken des schicksals Herder 5, 434 S.; einen einzigen satz enthält die anklage, der ihren tragebalken bilden soll Lassalle ausgew. red. u. schr. 1, 312.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1931), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 1029, Z. 55.

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Zitationshilfe
„tragbalken“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/tragbalken>, abgerufen am 28.01.2022.

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