Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

tragbaum, m.

tragbaum, m.
1)
'ein baum oder starke stange, eine last vermittelst desselben zu tragen' Adelung 4, 639; synonym mit tragstange. zuerst urkundlich bezeugt: 1371 aus dem Aargau bei Staub-Tobler schweiz. idiot. 4, 1248; 1472 im urkundenbuch der stadt Stuttgart 309; 1591 tirol. weisth. 4, 112: es pflegen ... die ballenbinder und träger, den last, welchen sie tragen wollen, durch das mittel des tragbaums erstlich zu versuchen theatrum machinarum (1607) 1, 75; als demin.: ein jeder saltner soll (an bauholz zur hütte) schlagen 4 hittpämb, 2 pamb zu der laiter, 4 raffen und 2 tragpämblein tir. weisth. 4, 112. an der sänfte: tr. lecticae stratorium Nürnbg. teutsch-lat. wörterbüchl. (1713) 121; vgl. Pomey 866; also fasseten sie den päpstlichen stuhl bei den vier tragbäumen Ziegler Pasquini kluge staatsphant. (1697) 9; am wagen: auf vorder- und hintergestell (des untergestells) ruhen die beiden tragbäume, auf welchen eine breite plattform, ein kasten oder die leitern angebracht sind G. Krafft lehrb. d. landw.³ 1, 292; vgl. Hoyer-Kreuter technol. wb. 1, 771; Karmarsch-Heeren techn. wb.³ 3, 652; beim anbinden eines schleppbaumes Hoyer-Kreuter technol. wb. 1, 771; bei der artillerie sind die tragbäume 'lange höltzerne bäume, welche gebraucht werden, die bomben, wie auch die pulvertonnen damit zu tragen' Fäsch kriegslex. (1735) 916ᵇ; auszerdem werden sie gebraucht, um die lafette durch unwegsame stellen zu tragen Hoyer wb. d. art. 1, 2, 137; in der mühle: die tragboͤm, daran das múlwerk hangt urk.-buch d. stadt Stuttgart 309 (1472); in den papiermühlen ... der baum für die stampfen Campe 4, 855; im bergwerk synonym mit tragstempel Veith dt. bergwb. 497; im westfäl. wird die stange zum tragen zweier eimer dragbôm genannt Woeste 56ᵃ. die baumstämme eines tragfloszes heiszen tragbäume: also auch sol ein jeder gemeiner Denner oder Veichtener tragflosz uber zwaintzig tragbäum nicht haben, und derselben bäum jhr jeder acht und dreyszig schuech zum wenigsten lang landtrecht ... d. fürstenthumben ob. u. nid. Bayrn (1616) 764.
2)
'ein tragbarer baum ..., welcher früchte trägt, in welcher bedeutung es aber nicht gewöhnlich ist' Campe 4, 855:
und mit manchem tragebaum (: schlagebaum)
sich ein gärtchen schmücket
Rückert 2, 14;
birne ... bedeutet ... tragbaum, bârbaum Fechner erklärg. volksth. pflanzennamen 22.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1931), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 1033, Z. 13.

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Zitationshilfe
„tragbaum“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/tragbaum>, abgerufen am 28.01.2022.

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