Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

trägel, m.

trägel, m.,

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der träger; nomen agentis zu tragen, im ahd. noch verbreitet: tregil Graff 5, 500 f., weniger oft mhd. bezeugt; nhd. selten, auszer in den maa. wohl schon mhd. von träger zurückgedrängt. auch ohne umlaut tragil Kehrein slg. s. u.; tragelstuͦl Diefenbach nov. gloss. 192ᵃ (15. jh.); trageln (pl.) Mothes ill. baulex. 4 (1882) 300; tragel in obd. maa. s. u.eigentlich von menschen: tregil portitor ahd. gloss. 5, 22, 7 St.-S.; die bestaher, spanner, winder und tregel, welich ie denn in dem saltzhof knecht sind urkunde von 1385 aus Schaffhausen s. Mone zs. f. gesch. des Oberrh. 12, 429; 30 sch. miner herren tregel von 41 malter haber zum wisen löwen zuͦ thuͦnd a. d. j. 1489 quellen z. Schweizer gesch. n. f. II 2, 267; hundschlager, tregell, keybenschinder, gerber Thurneyszer archid. (1575) 11; s. auch Fischer schwäb. 2, 303; vgl.thauträgel thauträger, kranker mit gelähmtem fusz, 'der beim gehen durch die von morgenthau feuchten wiesen den abgestreiften thau an den füszen mit sich trägt' Höfler krankheitsnamen 745ᵃ; todtenträgel todtenträger a. d. j. 1541 in württemb. geschichtsqu. 21, 278 Müller; unter den thieren bes. vom esel: s. bei Frisch 2 (1741) 379ᵇ; trägel esel, âne Schrader dtsch.-frz. wb. 2, 1373; vgl. mhd. sactregel vom esel Boner 51, 20 Pfeiffer; auch componiert: tregelrosz sagmarius Diefenbach 507ᵇ. von gegenständen, schon früh in composition: tragelstuͦl gestatorium Diefenbach nov. gloss. 192ᵃ; einen türkischen geiger ..., welcher auf ein holzenen tregel, so nur mit zwei saiten überspannt ware, nicht gar unangenem aufgespielt Abr. a s. Clara auf, auf ihr christen (1683) 40; trageln 'zum aufsitzen der muffeln dienende eisen im probirofen' Mothes illustr. baulex. 4 (1882) 300; tragel 'groszes, mit steinen oder eisenringen beschwertes fischernetz' Unger - Khull steir. 165ᵃ; Fischer schwäb. nachtr. 1763; auch in compositionen:
tragelfletz m.
bezeichnung eines fischereigerätes
tragelgeigel n.
'hölzerne nadel zum stricken oder netzen von trageln' Unger-Khull a. a. o.;
tragelzug
fischzug mit trageln Fischer nachtr. 1763; dasselbe wohl schon in einer urkunde von 1238 gemeint: piscatura in Reno, quae dicitur tragil Kehrein sammlg. alt- und mdtsch. wörter aus lat. urkd. 28ᵇ; im schwäb. für die besoldung des schulmeisters oder in heute wohl ausgestorbener bedeutung für das hausgeschenk in victualien an den pfarrer im herbst, auch für das pfingstgeschenk an den ganshirten Fischer 2, 304. in Ansbach der tregel 'collecte, zu welcher die schullehrer und geistlichen zu gewissen zeiten durch ein altes herkommen berechtigt sind' Schmeller-Fr. 1, 657 f.; vgl. samtregel 'collecte von eyern, butter etc.' ebda.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1931), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 1048, Z. 21.

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Zitationshilfe
„tragelfletz“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/tragelfletz>, abgerufen am 28.01.2022.

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