Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

tragfähigkeit, f.

tragfähigkeit, f.
zuerst bei Gutzkow bezeugt, s. unten.
1)
fähigkeit, eine last zu tragen: warum trägt der boden nicht, weshalb droht er die ganze karawane zu verschlingen ... ich reiste voraus, um die tragfähigkeit zu erproben Sven Hedin abenteuer in Tibet³ 176; die ausführung (des grundbaues) richtet sich in erster linie nach der tragfähigkeit des baugrundes v. Alten handb. 4, 477; holzbalken ..., deren tragfähigkeit durch andere eiserne konstruktionsteile erhöht war Lueger 7, 697; da die tragfähigkeit des seiles ... von vielen localen verhältnissen abhängig ist Karmarsch-Heeren 1, 407; ein güterwagen von 10 tonnen tragefähigkeit handwb. d. staatswiss.² 2, 861; tragfähigkeit einer schwimmenden brücke Hoyer-Kreuter 1, 771; er (der schiffer) hat ... dafür zu sorgen, dasz das schiff nicht schwerer beladen wird, als die tragfähigkeit desselben ... es gestattet J. Landgraf reichsgesetze 64; dazu vgl. Kluge seemannsspr. 792: auszer den ... hebeprähmen ..., die ... zusammen 1500 t tragfähigkeit haben v. Alten handb. 2, 177; dasz er ihn (den luftballon) bis nahe an die grenze seiner tragfähigkeit belastet hatte H. Seidel vorstadtgesch.² 146. gern übertragen: er muszte sichs verdienen durch die doppelte tragfähigkeit seiner schultern, die linke geistlich, die rechte weltlich Gutzkow zaub. v. Rom 3, 180; dasz sie (Thilde) sich hüten müsse, seiner (Hugos) tragfähigkeit mehr zuzumuten Fontane aus dem nachlasz 71; kein künstler vermag die tragfähigkeit seines talentes von vorneherein zu ermessen Dresdner in dtsche rundschau 178, 144; das solide legitime bank- und börsengeschäft steht heute eigentlich an der grenze seiner steuerlichen tragfähigkeit tägl. rundschau 1905 nr. 435, 1ᶜ.
2)
fruchtbarkeit der erde: in einer kurzen frist den möglichst hohen vortheil aus der scholle zu ziehen, ohne rücksicht, ob ihre tragfähigkeit dadurch verringert würde Moltke ges. schr. und denkw. 2, 157; wenn wir die auf dem hofe liegenden schulden tilgen sollen, wenn wir die gebäude ausflicken und die grundstücke in bessere tragfähigkeit bringen müssen, ... da musz man wohl überall nach dem rechten sehen Rosegger III 4, 268.
3)
tragweite: diese distanzen ... entsprechen nicht mehr der trag- und treffähigkeit des verbesserten infanteriegewehrs Wilhelm i. milit. schr. 2, 217; verbesserungen an den geschossen ..., wodurch die treff- und tragfähigkeit ... gewann Karmarsch-Heeren 3, 440.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1932), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 1131, Z. 33.

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Zitationshilfe
„tragfähigkeit“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/tragf%C3%A4higkeit>, abgerufen am 18.01.2022.

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