Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

tragholz, n.

tragholz, n.;
seit dem 19. jh. bezeugt. 1) wie ¹tracht II a schulterjoch, namentlich um wasser zu tragen: lustig klappert sie (die wasserträgerin) am bogenförmigen tragholze mit den kupfernen kesseln v. Gaudy 22, 124; einem alten bauern, der gerade mit einer 'reise' wasser vom 'poste' (brunnen) kam, fiel plötzlich das tragholz von der schulter Sohnrey im grünen klee 38; dialektisch im mittleren Deutschland verbreitet: drägeholt Bauer-Collitz waldeck. 22ᵃ; drâholt Damköhler Nordharz. 45ᵃ; trâgeholz Kleemann nordthüring. 23ᶜ; trâcheholz Jecht Mansfeld. 113ᵃ; zum transport von lasten: die lasten werden (in Japan) ... im gleichgewicht an beiden enden eines elastischen trageholzes ... getragen Spiesz preusz. expedition 1, 321. 2) holz zum stützen im bergbau: dasz auf querhölzer ... starke bretter (laufpfosten, tragewerkspfosten, traghölzer) gelegt werden und so eine bahn zur fahrung und förderung gebildet wird Veith bergwb. 498; Mothes illustr. baulex. 2, 534; im fries. tragbalken der bauernscheune s. Dijkstra friesch wb. 1, 289ᵃ. 3) fruchttragendes holz der obstbäume, weinreben vgl. tragast, -baum: indessen rauben seine 'aber' dem lobe nur so viel, als ein gärtner dem spalierbaume nimmt, damit er besseres tragholz machen soll Kotzebue 26, 270; die grosze mannigfaltigkeit derselben (der erziehungsarten im weinbau) wird hervorgebracht durch verschiedenheiten in der länge, verzweigung und lage des 'alten holzes' und des 'tragholzes' Karmarsch-Heeren³ 10, 570.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1932), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 1140, Z. 61.

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Zitationshilfe
„tragholz“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/tragholz>, abgerufen am 26.01.2022.

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