Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

tragiker, m.

tragiker, m.,
'trauerspieldichter', um 1780 als eindeutschung des bis dahin üblichen lat. tragicus (s. d.) gebildet, setzt es sich diesem gegenüber sofort durch, so dasz es den älteren klassikern noch nicht eigen, Göthe und Schiller dagegen geläufig ist: dasz der epiker seine begebenheit als vollkommen vergangen, der tragiker die seinige als vollkommen gegenwärtig zu behandeln habe Schiller br. 5, 310 Jonas; der tragiker ist seinem wesen nach erhaben v. Löben lotosbl. 1, 118;
er nannte mich
des jetzigen zeitabschnitts ersten tragiker
Platen w. 2, 403 Hempel.
gern pluralisch: ich empfehle diese situation den tragikern Deutschlands Klinger w. 3, 18; so wuszten nachmals die tragiker alte volksfabeln zu erneun Voss antisymb. 2, 234; oft geradezu formelhaft: die alten tragiker Göthe IV 27, 350 W.; Schiller br. 3, 432 Jonas; E. Th. A. Hoffmann s. w. 11, 57 Gr.; die alten griechischen tragiker O. Ludwig ges. schr. 5, 40; die französischen tragiker Solger nachgel. schr. 1, 59; Jacob Grimm an Wilhelm br. (1881) 12; seit der zweiten hälfte des 19. jhs. durch trauerspieldichter u. a. eingeengt.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1932), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 1142, Z. 23.

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Zitationshilfe
„tragiker“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/tragiker>, abgerufen am 16.01.2022.

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