Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

tragzeit, f.

tragzeit, f.
1) zeit des fruchttragens; bei thieren: daz sie über zehen monat (dann diss ist ir gewonliche tragzeit) eben kälberen Sebiz feldbau (1579) 6; der elefant, der bis zum dritten jahre trägt, lebt auch am längsten, hirsche, stiere, hunde u. s. w., deren tragezeit nur von 3-6 monate ist, erreichen ein weit kürzeres ziel Hufeland kunst d. menschl. leben zu verl. (1797) 130; beim reh gliedert sich ... die gesamte von der befruchtung bis zur geburt dauernde tragzeit in eine periode des entwickelungsstillstandes oder die 'vortragezeit' und eine periode der fortschreitenden entwickelung oder die 'austragezeit' forschungen und fortschritte 7 (1931) 187ᵃ; auch componiert: die tragzeitverlängerung bei den säugetieren ebda; gelegentlich auch von bäumen: kein baum in Indien hält so genau blüh- und tragzeit (als die korallenbohne) Oken allgem. naturgesch. 3, 3, 1669. 2) zeit des kleidertragens: in Österreich-Ungarn wird für denselben begriff (dauerzeit der kleidungsstücke) die bezeichnung tragzeit gebraucht v. Alten handbuch 3, 31; der antrag, die tragezeit der dienstjacken von drei auf zwei jahr zu setzen Wilhelm I. milit. schr. 1, 71; zugleich mit der einführung der sommerkleidung (der postboten) wird eine änderung in der tragezeit der übrigen kleidungsstücke eintreten tägl. rundschau 1898 nr. 239.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1932), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 1169, Z. 68.

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Zitationshilfe
„tragzeit“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/tragzeit>, abgerufen am 28.01.2022.

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