Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

traumleben, n.

traumleben n.
romantische wortprägung des frühen 19. jh., entweder nach comp.-typ 3 a oder 8 a-d.
1)
leben des traumes: nach ausgeschlafenem traumleben Bettine Göthes briefwechsel m. einem kinde (1835) 1, 226; eines morgens erwachte er, es war ihm, als ob ein goldener lichtgedanke sich durch sein traumleben hindurchgezogen hätte Auerbach Schwarzw. dorfgesch. (1871) 2, 260. weiterhin der phantasie schlechthin: diese erinnerungen meines traumlebens müssen erst ganz abgestorben sein Bettine Cl. Brentanos frühlingskranz (1844) 410; traumleben der ritter Gervinus gesch. d. dtsch. dicht. (1853) 2, 266.
2)
das wirkliche leben als eingebildet oder doch unglaubhaft, phantastisch charakterisierend: es war doch nur ein traumleben graf Pocci komödienbüchlein (1859) 38; um in der düsteren stube (des pfarrers) das allerfabelhafteste traumleben zu führen G. Keller w. 1, 336; oder voll von phantasien und wirklichkeitsfremden ideen: da er in jenem traumleben im überflusz schwelgte fürst Pückler br. u. tageb. (1873) 1, 144; die irrgärten des romantischen spiel- und traumlebens Treitschke dtsche gesch. 2, 27; dazu als verträumt, träumerisch, ein zustand der geistesabwesenheit: die frau ... führt ein traumleben, in dem es jedoch an wachen momenten nicht fehlt Ebner-Eschenbach ges. schr. (1893) 4, 247; in das traumleben des ostens konnte sich der thatkräftige weltsinn der Germanen doch nur mit gewaltsamer anstrengung versenken Treitschke dtsche gesch. (1897) 3, 690; schlieszlich als ein zustand halber, dumpfer bewusztheit: das thier führt ein traumleben, das die natur unmittelbar regelt Hebbel tageb. (1903) 4, 295 Werner.davon sehr willkürlich: traumleber, m., phantast: aber es giebt eine art von traumlebern, denen keine geschichte gut genug ist Fr. L. Jahn w. (1884) 2, 659.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1934), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 1517, Z. 14.

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