treulich adj. und adv
Fundstelle: Lfg. 3 (1935), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 373, Z. 30
in älterer zeit triuwelîche, häufiger triuwelîchen und das unorganische triuweclîchen. die pluralische form findet sich noch spät aus metrischen gründen:
auff Christum sei es frey gewagt,
der wird uns treulichen beistehn
W. Schmeltzl zug ins Hungerland (1556) a 1ᵇ.
ein unterschied in der verwendung von treulich und getreulich ist weder beim adj. (s. dazu auch teil 4, 1, 3, 4513) noch beim adv. so deutlich zu sehen wie beim adj. treu gegenüber getreu (s. o. sp. 245f.). treulich ist vom 15.-18. jh. die zum adj. treu gehörige adverbform, bis im 19. jh. dieses zugehörigkeitsverhältnis sich lockert und treulich einen specielleren sinn erhält.
I.
das adj. ist selten, meistens in etwas gewählter klingendem stil, hier und da wohl aus rhythmischen gründen:
mit triuwelichem galme
passional 436, 82 K.;
trewlich fiducialis (1420) Diefenbach 434ᵃ;
es war mir gar ein troylich laid ...
wo wir die sach recht thet besinnen
Sterzinger spiele 3, 143 Zingerle;
ach, mein lieber richter, ich hab gleich selber ein treuliches mitleiden mit dir C. Huberinus der christliche ritter (1558) j 6ᵇ;
so ist es mir bei meinem eid
im hertzen mein ein treulichs leid
Hans Sachs 21, 66 Keller- Götze;
treulich dem pfade, den er vorgewandelt
Kretschmann s. w. (1784) 2, 90;
mein geist schlingt sich mit treulicher bruderliebe ewig um den deinigen Schubarts briefe bei D. F. Strausz werke 9, 2, 250;
die lieb ist nur kurzweil, die freundschaft nicht treulich
Herder 25, 254 S.;
solchen vertrauten hat er gewählt!
heitre die stirne! dein kleiner ist treulich
Immermann 15, 93 Boxberger.
II.
überwiegend wird treulich als adv. zu treu gebraucht.
A.
zuerst in bestimmten bezirken des menschlichen lebens:
1)
in rechtlichen und politischen zusammenhängen (vgl.treu I A): auff solches war Ludwig erschrocken, darumb, dasz er wuszte, dasz er nicht treulich genug fried mit dem könig gemacht hatte C. Dietz annales (1621) 401; dasz sie (die leute) zins ... trewlich bezahlen und ausrichten wollen Luther 26, 211 W.; sie haben ehrlich und trewlich gehandelt Agricola 750 teutscher sprichwörter (1534) a 2ᵇ; die städte hingen ihm nach wie vor treulich an Ranke ges. werke 1 (1867) 101. im sinne von soldatisch treu (treu I A 2): unsz sämbtlich und unser geliebtes vaterland treulich ... zu defendieren (a. d. j. 1618) acta publica 1, 161 Palm;
leb ich, so leb ich ...
dem fürsten treulich
Logau 1, 103 Eitner;
nur ein einziger begehrte es von ihnen, dasz sie nemlich Solyman und ihm, als dessen obristen, treulich huldigen M. Krämer leben und tapfere thaten (1681) 156;
und stets o könig, wohlgemut
in seiner und in deiner hut,
darbringe treulich gut und blut
J. H. Voss sämtl. ged. (1802) 6, 227;
weigerten sich die soldaten, den geforderten eid, treulich im kampfe beisammenzustehen, in seine hände abzulegen Mommsen röm. gesch. 2, 302. auch 'treu im dienste, in der pflicht': als er auffs treulichst gedient hatte Luther 24, 632 W.;
bruder, dasz dich ja kein trieb der verdammten ehrsucht
dien ihm treulich! (dem kaiser) fasse!
Chr. O. v. Schönaich Heinrich der vogler (1757) 42;
wohlan, ich weih mich pflichten;
gott und der geist der tugend heiszt
mich treulich sie verrichten
R. Z. Becker mildh. liederb. (1799) 82;
was man dem giebt, der treulich dient, ist alles viel zu wenig A. Schellhorn sprichwörter (1797) 34; wo er seinen pflichten treulich vorstehend verweilte Göthe I 36, 14 W.; ich kenne das männliche verschlieszen in der brust anstatt zu klagen — und das treuliche erfüllen seines berufs A. Stifter werke (1901) 2, 341. formelhaft in der älteren rechts- und geschäftssprache, weit verbreitet treulich und ohne gefährde u. ä. im sinne von 'redlich und ohne hinterlist', 'ehrlich, aufrichtig und unparteiisch' u. dgl.: (richter) sollen seyn treuwlich und ungefährlich in allen sachen Fronsperger kriegsb. (1573) 1, a 2ʳ; trewlich und ohngefehrlich schöne weise klugreden (1548) 123ᵇ; treulich und ungefährlich mente simplicissima et vera fide Schönsleder promptuarium (1647) J i i 8ᵇ; treulich und ohn falsch und geferde Henisch 1418; vgl.alles getreulich und ohne gefährde am schlusz von gerichtsinstrumenten bei Schmeller-Fr. 1, 741. auch asyndetisch: threulich ohn gevährde (v. 1423) v. Lori samml. d. baier. bergrechts 25; vgl. noch Menanthes neue briefe (1723) 553; Hippel lebensläufe (1778) 2, 72. in poetischer sprache gedehnt:
denn wem ihr seyd verpflicht
zu zollen schosz und ehren
und was des dings mehr ist
dem thut es auch gewehren
treulich ohn gfahr und list
D. G. Morhof unterricht v. d. dtsch. sprache (1682) 1, 387.
2)
entsprechend dem weiteren gebrauch von treu auch allgemeiner:
a)
'hilfsbereit' u. ä. (vgl.treu I A 6): die so treulich ihrer pflegte Venusgärtlein 6 ndr.; der sohn dieses redlichen dieners kam ihm dabei treulich zu hilfe Pfeffel pros. versuche (1810) 3, 18; und so pflegten und hegten wir das mädchen treulich graf Pocci lustiges komödienbüchlein (1877) 6, 20; häufig treulich beistehen:
so wöll er auch die liebe ganss
nicht lan verspielen diese schantz
sondern jhr auch trewlich beystohn
W. Spangenberg ausgew. dicht. 34 Martin;
dasz Anton ... dem kayser Julius treulich beygestanden ... berichtet Plutarch Lohenstein Antonius und Cleopatra (1680) anm. 132; Zachariä poet. schr. (1763) 1, 52; O. Jahn Mozart 4 (1859) 689.
b)
in allgemein menschlichen beziehungen (vgl.treu I A 7): vom verhältnis zwischen verwandten:
dann er ihm macht unzählig müh
und achtet nicht all lehr und raht
die ihm sein vater treulich that
Fischart 1, 319 Hauffen.
entferne dich, mein oheim, dasz ich hier
die vaterpflichten treulich übernehme
Göthe I 10, 257 W.;
vor allem in ehe und liebe: wo weib und man treulich einander anstehen und zusammensetzen, ist es unmüglich, das sie not leiden S. Franck sprüchwörter (1545) 1, 15ᵇ;
dein gemahel treulich leiden,
freche unkeusch gar vermeyden
Joh. v. Schwarzenberg teutsch Cicero (1535) 132;
hab ich sie nicht gleich meinem hertzen
und noch viel treulicher geliebt
G. Neumark lustwäldchen (1652) 76;
lieb als witwe mich im grabe
so treulich wie du es bisher gethan
Pfeffel poet. vers. (1812) 1, 138.
in der freundschaft (vgl.treu I A 8): Domitia halfe ihr treulich mit klagen A. U. v. Braunschweig römische Octavia (1677) 1, 630;
weil er zu mir aus fremden landen kommen,
hab ich als freund ihn treulich aufgenommen
J. G. Neukirch anfangsgründe z. teutsch. poesie (1724) 114;
er ... genosz in dieser zeit von den einwohnern viel achtung und freundschaft, die er treulich erwiederte G. Forster sämtl. schr. (1843) 1, 213. als briefformel geläufig bei Göthe: eilig wie treulich IV 35, 304 W.; treulichst IV 33, 241; ebda IV 41, 28; IV 31, 161; treulich IV 35, 147; IV 41, 50; IV 41, 145; ebenso bei Hebbel treulichst briefe 7, 255 Werner.
c)
im verhältnis zwischen gott und mensch, bes. im kirchenlied (s.treu I A 9): ihn (gott) treulich bitten Keisersberg trostspiegel b 3; (der mensch musz) der gotlichen zusagung trewlich glauben Luther 6, 356 W.; die gott treulichen such und meyne Seb. Franck kriegbüchlein des friedes (1550) 225;
... aber treulich
hoff auf den herrn vertreulich
Schede-Melissus psalmen 109 ndr.;
ich will dir (gott) treulich folgen
P. Gerhardt bei Fischer-Tümpel 3, 301;
weil nun gott nach seiner gnad
trewlich errettet hat
dieses jetzt verlauffen jahr
B. Derschow bei Fischer-Tümpel 3, 16;
siehe, der hüter Israel
sorgt treulich für dein leib und seel
Joh. Steurlein ebda 1, 5;
gott hat doch immer trewlich für mich gesorgt Chph. v. Schmid ges. schr. 3 (1858) 123.
B.
neben diesen bestimmten anwendungen hat das wort bedeutungen allgemeinerer art, die es dem allgemeinethischen gehalt des grundwortes verdankt.
1)
'ehrlich, aufrichtig':
daz rât ich triuwelîche dir
Lamprecht Alexander 4100 W.;
dasz er (der fürsprech) jnen die sach vor dem richter treüwlich wölle darthuon vnd fürtragen Joh. Frisius diction. (1556) 236ᵃ;
min praszen han ich trülich büszt
Schweizer. schausp. d. 16. jh. 1, 250;
ist er also trewlichen wandeln
sein handel sey grosz oder klein,
so gewinnt er die nahrung sein
H. Sachs 17, 268 Keller-Götze;
ein armer kann offt und trewlich lachen, jhn beleidigt offt kein sorg Petri d. Teutschen weisheit (1604) 2, s 6ᵛ; gott, sprach er (Siegfried) musz dirs vergelten, dasz du so treulich an mir gehandelt hast volksbuch v. gehörnten Siegfried 75 ndr.; ich will ihnen meines herzens gedanken treulich offenbaren F. H. Jacobi (1812f.) 5, 232; was andre denken, wohl zu kennen und treulich zu schätzen Göthe I 45, 177 W.; der churfürst ersuchte sie, die gefaszten beschlüsse nun auch zu hause treulich zu fördern Ranke s. w. (1867) 1, 85; ebda 2, 98.
2)
'zuverlässig, gewissenhaft': de arbeide truweliker (als der frühere) Magdeb. schöppenchron. 375 Jänicke;
wan ich hab zwischen beiden lieben
den beren ie trewlich getrieben (gekuppelt)
H. Sachs 17, 13 Keller- Götze;
wie neulich der bapst die heylige schrifft handelt und auszlegt, tzeygt uns an der anfang seynes decretals Luther 8, 485 W.; dasz die häuer und arbeiter ... denen gewerken zu nutz treulich arbeiten Christ. Hertwig neues u. vollk. bergbuch (1734) 369ᵇ; die ihm anvertrauten ordres prompt und treulich exequieren Fleming d. vollk. teutsch. soldat (1726) 176; diesen grundsatz habe ich denn bis jetzt auch sehr treulich befolgt Gleim briefw. 1, 178 Körte;
wie treulich ihr der welt verschweigt, was euch
gott im vertrauen sagen mag
Schiller 5, 13 Gödeke;
ich ... will die von euch mir aufgelegte pönitenz treulich verrichten maler Müller (1811) 3, 131;
das alles nimmt der schlaf
in heilige verwahrung,
und zahlet treulich glück
und miszgeschick und sorgen
an jedem neuen morgen
an jedes herz zurück
Tiedge werke (1823) 3, 13;
dabei soll es aber auch treulich verbleiben Göthe IV 14, 20 W.; wozu ich mich jeden abend treulich zwinge fürst Pückler briefw. (1873) 3, 233;
ein bäuerlein, das treulich am feuer mitgefacht,
lehnt dort an seinem spiesze, nimmt alles wohl in acht
Uhland ged. (1898) 1, 284.
vielfach geht die bedeutung ins ethisch-neutrale über; etwa bei Göthe kann man oft kaum entscheiden, ob 'liebevoll', 'gewissenhaft' oder 'genau' gemeint ist: ein schönes talent, das er (Tieck) treulich ausgebildet hat IV 15, 291 W.; wie sollt ich mich in dem ganz eigenthümlichen kreise (Frankfurts) thätig wirksam erzeigen, wozu man vielleicht mehr als zu jedem anderen treulich herangebildet sein musz? I 33, 162 W.;
dasz ich natur und kunst zu schaun mich treulich bestrebe
I 1, 293 W.
3)
in anlehnung besonders an B 1 erscheinen einige redewendungen, in denen treulich wie in II B 1 zu verstehen ist, bald aber auch verblaszt und zur bloszen verstärkungspartikel wird: treulich meinen: meyne es von hertzen treulich Luther 15, 27 W.; meynet er es gut und treulich Hutten 1, 384 Böcking;
als meyn er es trewlich und gut
H. Sachs 17, 455 Keller;
mein sies gut, trewlich und recht
ebda 17, 455;
du bist mein freund
ders trewlich und von hertzen meynt
P. Gerhardt bei Fischer-Tümpel 3, 319;
kein vater kan es trewlicher meynen engl. comedien u. trag. (1624) b 3ᵃ; so es am trewligsten gemeinet Chemnitz schwed. krieg (1653) 2, 61; die es treulich meinen Hoffmannswaldau (1697) 2, 102; arbeite redlich, meine es treulich, und bete fleiszig J. A. Quensted ethica pastoralis (1678) 331; ähnlich Butschky Pathmos (1677) 399; P. Gerhardt bei Fischer-Tümpel 3, 326ᵇ. treulich warnen: aber dem sucher wird disz gesagt, und wil ihn treulich gewarnet haben J. Böhme schriften (1620) 5, 85; ist er bey seiner vorigen art geblieben, die unbehutsame menschen trewlich zu warnen Grimmelshausen 4, 506 Keller; er warnete ihn treulich, sich an Kosroes zu spiegeln A. H. Bucholtz Herkuliskus u. Herkuliska (1665) 719; sie haben sie ... für aller falschen lehre trewlich gewarnet J. Prätorius saturnalia (1663) 338; was ein treuer freund ist, derselbe warnet einen treulich vor unglük Reinike fuchs (1650) 111. treulich bitten, wobei die bedeutung nach C 2 hin schwankt: zu dem das die gemeine ritterschaft ... trewlich für mich gepetten H. v. Cronberg 104 ndr.;
ich pit dich treulich und fein
altteutsche pass.-spiele 167 Wackernell;
Schweizer. schauspiele d. 16. jh. 3, 28; M. Opitz deutsche poemata 337, 22 ndr. treulich anbefehlen: (der mann der edlen frau) sein töchterlein vergünnet und gabe und trülichen befulhe Arigo decamerone 130 lit. ver.; ihne hiemit euer gnaden ... in schutz unnd schirm des allerhöchsten treulich befehlen B. Ringwaldt christliche warnung (1588) b 1ᵃ; auf sölches hat Carolus Martellus ... Pirminium ... gar treüwlich befohlen dem schirm hertzog Luitfrieden J. Stumpf Schweizerchronik (1606) 405ᵇ; trewlich befehlen als einem bekanten und freunde commendare H. Decimator thesaurus (1615). — gern verstärkend treulich halten (s. auch 2 d): feste und trewlich ... halten Bas. Faber thesaurus (1587) 318; diesen frieden unverbrüchlich und treulich zu halten H. Rätel Joachimi Curäi chronica (1607) 42; schwöre mir dein wort treulich zu halten Lessing 2, 368 L.-M.; an den rechtschaffenen sitten der väter treulich zu halten Mommsen röm. gesch. 2, 84. auch in verbindung mit der formel es ist mir leid ist das wort oft zur bloszen zusatzpartikel abgeschwächt: ist mir aber, got weis es, treulich laid, das solchs bei mir geschehen solt akten u. briefe z. kirchengesch. Georgs v. Sachsen 2, 165 (1525);
das er ie wart ein oberkeyt,
das ist im trüwlich also leyt
Th. Murner mühle 41 Bebermeyer;
und ist in (den teufeln) allen truwlich leit,
so du erholest reinikeit
Th. Murner badenf. 135 Michels;
es ist mir trewlich leydt, dasz dein etty zu gott ist gefaren J. Frey gartengesellsch. 54, 11 lit. ver.; doch war es ihr trewlich leyd, dasz ir herr also traurig war J. Ayrer processus iuris (1600) iii 1; welches mir trewlich leid ist Schweinichen 485 Österley; dasz mir alle ... eure widerwertige zustendt treulich laidt seind Äg. Albertinus zeitkürtzer (1603) 25ᵇ.
C.
der ethische gehalt des wortes tritt schlieszlich ganz zurück. es bedeutet dann:
1)
'genau, sorgfältig': mit der milch treulich und fein reinlich umgehen viehbüchlein (1667) 34; jährlich treuliche und genugsame rechnung thun v. Hohberg georgica curiosa (1682) 1, 11; weil er den unglücklichen ausgang dieses sturmes ihnen so treulich wahrgesagt hatte Lohenstein Arminius (1689) 2, 1073ᵇ; der erinnerung treulich folgen Jung-Stilling 3, 75 Grollmann. besonders treulich darstellen, berichten, übersetzen u. s. w.: trewlich beschrieben Luther 53, 417 W.; hör, wie er jnen (den betrügern) jr eigen farw so trüwlich anstrycht H. Zwingli v. freiheit der speise 38 ndr.; auffs treulichst transferiert V. Boltz Terenz (1539) a 1ᵃ; da man (das übersetzen) trewlich vnd eigentlich thun soll W. Xylander Polybius (1574) 6; auffs treuwlichest verteutschet ebda 1; treulichst berichten J. A. Cramer nord. aufseher (1758) 2, 52; treulich ... wieder erzählen maler Müller (1811) 1, 10; das der natur so treulich nachkopierte Forster ansichten vom Niederrhein (1791) 1, 131; die mittheilung ... so treulich wiedergabst Göthe IV 38, 11 W.; treulich nacherzählt Wackenroder herzensergieszungen (1797) 154; Mark Antons feste hand fuhr treulich mit dem grabstichel nach A. v. Arnim 9, 244 W. Grimm; ich gab nun treulich, wie ein echo, jedem dinge seinen namen Hölderlin 2, 99 Litzmann;
der wilde strom
verzerrt das bild
doch treulich gibts
das bächlein mild
O. Ludwig (1892) 1, 60.
2)
'dauernd, ohne nachlassen' (s. auch B 3): vn in diszem fliegen solt du dich trewlich üben Keisersberg granatapfel (1510) g 5ᶜ; zu dem ersten male must du dich vor treulich geübt haben in dem würkenden leben ebda g 3ᶜ; wie ich zwei acte treulich aushielt und mich rüstete zum dritten E. T. A. Hoffmann 6, 100 Grisebach;
wie bald kan reichthumb dich verlassen,
kunst aber wird dich stets umbfassen,
sie nähret treulich ihren mann
Königsberger dichterkreis 48 ndr.
häufig 'nachdrücklich, inständig':
ir gspilen rufft sie trewlich an
aber das mehrteil war hindan
C. Scheit fröhl. heimf. 155 Strauch;
D.
treulich als ausruf:
die schlachtordt müssen wir machen
von kannen und glesen vol bier und wein,
treulich, das ist kein lachen
Soltau don Quichote (1837) 2, 249.
Zitationshilfe
„treulich“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/treulich>, abgerufen am 12.12.2019.

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