trieb m., vereinzelt n
Fundstelle: Lfg. 3 (1935), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 434, Z. 49

Unterbegriffe in diesem Artikel

(s. u. bei C 5).
herkunft und form. nomen actionis nach der analogie der mask. i-stämme zu treiben; es ersetzt das ältere trift, welches in seiner allgemeinen function im hd. schon um 1300 abgestorben ist. trieb erscheint seit dem 13. (s. bei C 1), literarisch häufig seit dem 16. jh. im hd. sprachgebiet, während im nd. drift seinen platz behauptet hat. die ahd. composita buochi thanatribes libellum repudii (scheidungsbrief) Tatian 29, 1; anagatripe impulsu (10. jh.) ahd. gll. 2, 764, 7 haben vermutlich î, wie die meisten verbalabstracta mit ga-, vgl. mhd. getrîp. zu dryb bei Lexer mhd. 2, 1516 s. oben sp. 30 bei 3 d γ. dryff bei Schiller-Lübben 1, 576 ist dem hd. trieb in einem liede des Hans Sachs (22, 105 K.) nachgebildet; beachtenswert dagegen: des wassers dryff (1476) Chr. Wierstraet, s. u. bei A 3 d. das mnl. dreve, nnl. dreef ist eine vom hd. unabhängige bildung, vgl. Franck etym. wb. 131; dasselbe gilt von ags. drâf, engl. drove, s. Bosworth-Toller 209ᵇ und suppl. 156ᵃ. der stammvocal ist wie bei den alten mascul. i-stämmen ursprünglich kurz und bleibt es vielfach bis in das 16. jh.; frühe bezeugung der dehnung in viehtriep (1483) zs. f. gesch. d. Oberrheins 7 (1856) 301; trieb (1535) chron. d. st. Eger 377 Gradl; ebenso durchweg bei Hans Sachs (frühster beleg 22, 105 v. j. 1524). vereinzelt ist mhd. trîp und später treib, vgl. das etwas häufigere getrîp u. vertrîp:
vrouwen lîp
unt wîplich wîp
besliuzet aller vrouden trîp,
die menschlich herze, sin ie vlaht
Frauenlob 25 Ettm.;
die tummen jehen, got spræche sîner muoter wîp.
valsch ist ir trîp
ebda 109;
vielleicht dazu auch: nach der natur treib Wickram in der übertragung von Albrechts von Halberstadt Ovid., s. u. bei A 2 b δ; ausz treib gewiszens (1594) aus dem Frankfurter stadtarch. bei Diefenbach-Wülcker 876; vgl. noch:
das soll auch han ein starkhen treib (:leib)
Endinger judenspiel 80 ndr.;
treib und gewalt Moscherosch Philander (1650) 1, 466; lexikalisch: treib und trieb, plur. triebe Stieler (1691) 2319; trieb (quasi treib) cacciamento Kramer 2 (1702) 1125ᵃ. vereinzelt ist der plural triber (steir.) österr. weistümer 6, 116.
bedeutung und anwendung. die breitenentwickelung des wortes vollzieht sich im anschlusz an verschiedene bedeutungen von treiben; an den sinnlichen bedeutungen (A) mit ihren weiterbildungen (B, C) haben berufs- und sondersprachen einen wichtigen anteil. die gröszte tiefenentwickelung hat trieb als 'innere treibende kraft' (D).
A.
trieb im verbalen gebrauch, als handlung und vorgang des treibens.
1)
a)
trieb in der viehwirtschaft, 'das treiben von vieh'; schon früh im compositum, s. teil 11, 2, 614 bei übertrieb; dass. v. j. 1331 bei Senckenberg corp. iur. germ. 1, 2, 5; vgl. auch viehtrieb teil 12, 2, 99. selbständig, öfter und früh gemeiner trieb: (vereinbarung) das sye ir fyech us demselben vorwerke vor den gemeynen hirten sullen treyben ... und sullen off ihrem erbe den gemeinen treb lossen (1407) geschichtsqu. d. grafsch. Glatz 2, 25; weliche aber ihr vich for der zeit in die gemain treiben, dieselbe, ehe und bevor die ganze dorfschaft den ersten gemainen trib mit dem halter (hirt) machet, abweiden (deren vieh wird gepfändet) österr. weist. 6, 445 (v. j. 1715); so folgt alsobald, dasz sich der ambtmann solches triebs auf fremden grundt mäszigen soll (1535) chron. d. stadt Eger 376 Gradl; was beim ersten trieb (austrieb) trieblaib gibt, gibtkeinen wunpfennig (1546) württ. vierteljahrshefte 9, 227. verschiedene wendungen: einen den trieb vergönnen, verbieten concedere, interdire ad uno il caccio do bestiami per il suo terreno Kramer 2 (1702) 1125ᵃ; auf den trieb mästen heiszt solch derbes fleisch ... dem vieh anmästen, dasz es sich darin nicht verschlechtert, wenn es auch zum handel umhergetrieben wird F. W. Weber ök. lex. (1829) 598; Diethelm empfahl ihm (dem schäfer) ruhigen trieb zu halten Auerbach dorfgesch. 4, 40; noch in neuster zeit lebendig: die eigenart dieses wagenverkehrs (in den kolonien) in verbindung mit dem triebe der groszen viehherden ... bedingt ... eigenartige polizeiliche masznahmen handwb. d. staatswiss.² 5, 212.
b)
in der jägersprache bezeichnet trieb das treiben des wildes, dann auch den abschnitt einer gröszeren treibjagd (vgl. treiben, n., sp. 76): ist aber das jagen noch zu weitläufftig, so thut man noch einen oder zwey triebe Döbel jägerpract. (1754) 2, 80; den trieb blasen mit dem hiefhorn das zeichen zur fortsetzung des treibens geben Adelung 4, 677;
itzt sind sie im besten jagen.
eher dürfen wirs nicht wagen,
bis der trieb ist ganz vorbei
G. Stephanie d. j. sämtl. singsp. (1792) 92;
so folgte sich trieb auf trieb, und die jagd zog sich immer weiter Aug. Becker des rabbi verm. 1, 2, 351; die gesellschaft ... bestieg ... die wagen, die sie nach dem revier brachten, wo der erste trieb stattfand v. Ebner-Eschenbach ges. schr. 6, 179.
2)
in der obd. literatursprache des 16. jh. (nicht bei Luther) setzte sich trieb in der bedeutung 'antreiben, antrieb' (s. treiben I C) undwo die wirkung nicht auf ein bestimmtes object gerichtet istals 'betreiben' durch gegen substantiviertes treiben in gleicher bedeutung (s. o. sp. 29f., auch bei Luther 24, 537 W.), treibung (sp. 96) und getrieb (oft bei Luther, s. teil 4, 1, 3, 4530). über die weiterbildung zu bedeutungen wie 'anreizende kraft', 'instinct' s. unten D.
a)
für äuszeres antreiben vornehmlich im 16. jh.: stimulatio stupffung, trib, reitzung Frisius 1242ᵇ; agitatio bewegung, trib, engstigung 69ᵃ; exactio operis trib, zwang, und nötigung zu wärck, so man einen redlich treybt und nötiget zu wärcken 507ᵇ; adactio trib oder trang Calepinus XI ling. (1598) 32ᵃ; doch gehört die rut, der trib, der zwang nur auff die narren, knecht, und die kinder S. Franck sprichw. (1541) 2, 105ᵃ; seind es gute, fromme schlechte, einfältige leute, ... so bedörffen sie dester weniger satzungen, gebott und verbott, dester minder tribs und zwangs v. Raumer oeconomia (1567) b 1ᵇ; vereinzelt 'das betreiben': das ist gewisz des bösen feinds trib und anschlag, das er mit gern eine böse ehe machen ... wolte Huberinus mancherlei form zu predigen (1557) 73ᵇ. von gegenständen ausgehender antrieb, anreiz: sie haben von jugend auf dem trieb äuszerlicher dinge gefolget Leibniz dtsch. schr. 1, 424; bei Lohenstein zur bedeutung 'reiz' hinüberspielend:
du kennst des kaysers arth: wie vieler frauen trieb,
wie mancher jahre reitz bey uns ohnmächtig blieb
Ibrahim (1680) 7;
hals, brust und schoos verliert
durch ehbruch allen trieb
Agrippina (1685) 34;
gelegentlich in leicht nominaler bedeutung: anreitzung, trib, stupff, gart incitamentum; hoc maximum incitamentum laborum Frisius 673ᵇ; (die raketen) sind allen andern feuerwercken ein zierd und auch ein trieb Fronsperger kriegsb. 1 (1578) 138ᵇ; diese zänck der gelehrten sollen uns vielmehr ein trib und stimulus sein H. Röslin prodromus (1612) 4; also seyn sie (geld und gut) einem frommen eine reiche beyhülf und starker trieb zur tugend Reinicke fuchs (1650) 169;
zu edlen thaten fühlt er (der unfreie) nimmer muth,
ihm ist sein leben oder guth
der höchste trieb zum thun und unterlassen
v. Gökingk ged. (1780) 3, 169;
die kraft derselben liebe,
die du (Tell) dem knaben trugst,
ward einst in dir zum triebe,
dasz du den zwingherrn schlugst
Uhland ged. (1863) 395.
verinnerlicht:
herr, mein lieb soll stets antreiben,
dasz ich mitten in der angst
mög in deinen armen bleiben ...
und wie könte meine lieb
unterlassen ihren trieb?
(17. jh.) bei Fischer-Tümpel 3, 184;
instinctus divinus:
der fröuden uns belonung gib,
teil mit uns deiner gnaden trib
(Zürich 1560) bei Wackernagel kirchenlied 3, 15;
dasz s. Paulus vom heil. geist unmittelbar erleuchtet gewest, davon zeuget sein apostolischer unmittelbarer beruff, göttlicher trieb, herrliche und kräfftige amptsgaben Dannhawer catechismusmilch (1657) 1, 32; heiliger trieb commotio spiritus sancti interna Stieler (1691) 2319; noch ähnlich: dergestalt, dasz sie (propheten), wo sie den trieb des prophetischen geistes in ihren hertzen gefühlet, sodann von den andern zu keiner andern verrichtung aufgefordert worden G. Arnold kirchenhist. (1699) 35ᵃ; ein jeder mensch wird bey sich fühlen, dasz die neigung und der trieb des willens in seinem hertzen vorgehe Thomasius artzenei (1696) 80; da die thiere dem triebe ihrer natürlichen neigungen folgen Chr. Wolff gedancken (1720) 136; sonst vereinzelt:
(die liebe) treibt mich oft zum singen an, ...
und wenn ich ihrem triebe dann
nicht länger widerstehen kann,
so zwingt das alter mich zu — plaudern
J. A. Ebert episteln (1789) 173;
noch heute möglich: da die fremden schläfer ... durch eines willens trieb zusammengezwungen waren Kolbenheyer Paracelsus (1926) 3, 5. im hinblick auf ein ziel des treibens, 'anstosz zu etwas': es befinden sich in uns auch ebenmäszig flammen des göttlichen willens, so uns einen trieb zum guten geben Leibniz dtsch. schr. 2, 35; ohne ein bestimmtes subject, 'anlasz, ursache, zu etwas': ich gestehe gar nit, dasz meine prognostica ausz einem besondern (ungewöhnlichen) trieb gehen. ich kan einem die ursachen für augen setzen Kepler opera omnia 1, 526; was man aber von dem ursprung und innerlichen trieb dieser dinge (schäden im rechtswesen) insgemein zu sagen hat, komt fürnehmlich ... auf den geitz an, welcher, wie die wurtzel alles, also auch dieses übels bey denen judiciis ist Thomasius ernsthafte gedanken (1720) 2, 2.
b)
besonders häufig in präpos. fügung; es geschieht etwas aus, durch, nach trieb eines menschen oder einer geistigen macht, d. h. auf anregung oder anstiften, betreiben, durch wirkung; vgl. bei treiben, sp. 29. noch bei Steinbach (1734): auf deinen trieb tuo impulsu, durch fremden trieb alieno pulsu 2, 854.
α)
am häufigsten aus trieb (vgl. teil 1, 822 nr. 7): ausz deinem trib hab ichs gethan c'est à ta sollicitation Hulsius-Ravellus (1616) 329ᵃ; alle diejenigen, welche er hat ... zum übel verursachet, dasz sie aus seinem trieb haben auch sünde gewürcket, werden (dem menschen) unter augen tretten J. Böhme schr. (1620) 4, 4; trieb des teufels: und hat (vielleicht ausz trieb des böszen feinds ...) das elter das kleiner (von zwei kindern) ... in ein bein gestochen Kirchhof wendunmuth 2, 476 lit. ver.; ausz anstiftung und trieb des teuffels Prätorius blockesberges verrichtg (1668) 97; trieb des gewissens: aber itzt ausz triebe der gewissen halb odder ausz ander redlichen sachen seind sie (aus dem kloster) gewichen (1524) Eberlin v. Günzburg 3, 141 ndr.; der eine unter ihnen hat, ungezweifeld ausz treib gewiszens, von der kutschen entwischet (Frankf. 1594) Diefenbach-Wülcker 876; aus trieb seines bösen gewissens G. Arnold kirchenhist. (1699) 293ᵇ; anderes: mancher thut böses ausz trieb der angebornen sünden Lehman flor. polit. (1662) 1, 116; ich hab meine liebe mutter ... offt sehr bekümmert ..., obwohl mehr ausz unverstand ... und ausz trieb der verderbten natur, alsz ausz gefasztem vorsatz Moscherosch cura parent. 19 ndr.; noch ähnlich: die wölffe und füchse sahe ich ausz trieb des hungers umher lauffen Schottel friedens sieg 69 ndr.; als aber dieselb (sau) in einer scheuer über den habern kame, frasse sie ausz trieb desz hungers etwas zuviel Agyrtas grillenvertr. (1670) 135; erstarrt, mit gen. obj., 'um einer sache willen': (ich habe viele bücher) nur aus trieb der delectation (gelesen) Leibniz deutsche schr. 1, 277. anders ist aus einem trieb 'inneren drang', s. u. bei D 1 a.
β)
besondere berücksichtigung verlangt das schon früh belegte aus eigenem trieb: spontalis freywillig, das ausz eygnem trib ist Calepinus XI ling. (1598) 1375ᵃ;
ich schwöre bey der götter schar ...
das ich jetzt nicht ausz eignem trib
mich hinder zauberey begib,
sondern die gröste not mich zwingt
Spreng Äneis 75ᵃ;
im 18. jh. noch ganz geläufig: aus eigenem triebe also und ganz ohn all interesse redet er so vortheilhaft von mir beim kaiser Mozart bei Jahn Mozart 3, 56; empfange sie um meinetwillen freundlich, bis du aus eignem trieb und überzeugung ihr wohlgefällig und nützlich sein magst Göthe IV 28, 161 W.; später seltener werdend, zu gunsten von aus eigenem antrieb. ähnlich ist aus freiem triebe: etwan zweihundert und zwanzig blieben aus freiem triebe auf dem vorhaben, den ausfall zu tun Heilmann peloponn. krieg (1760) 334; gemischt: eine anzahl verwandter seelen war ja aus eigenem freien triebe vor kurzem zusammengetreten Gutzkow ritter v. geist 1, 47.
γ)
durch trieb 'auf veranlassung':
der sol in christenlicher lieb
durch desz heiligen geistes trieb
sein nechsten halten
Hans Sachs 18, 47 K.;
ich achte, dasz ich durch gottes trib dise reisz gethan Reiszner Jerusalem (1565) 2, 47ᵃ; durch trieb des kleinen knaben Cupidinis Fortuna euch mir also zugeführet hat bei Creizenach schausp. engl. com. 194;
du darffst es offentlich gestehen
und sagst, durch keines zwang und trieb
ja ja, mein kind, ich hab euch lieb
Königsb. dichterkreis 11 ndr.;
ohne zweifel durch eingeben und trieb desz leidigen sathans Grimmelshausen 4, 688 Keller; ähnlich noch:
ich habe durch den süszen trieb
der schönheit auch ein mädgen lieb
Chr. Weise überfl. ged. 43 ndr.;
'auf betreiben': Paulus offentlich überwunden ist worden als ein ketzer, ... und das durch das anhalten und ernstlichen tryeb ... Malchionis Hedio chron. Germ. (1530) l 3ᵇ; durch trieb und verdriesz der händelschlichter und mittelmänner umbkommen Moscherosch Philander 1, 186; 'durch wirkung': wie das lautere gold ... der hochdeutschen sprache unsichtbarlich, durch den trieb der natur, von der zungen, sichtbarlich aber, durch den trieb der kunst, aus der feder ... so wunderbahrer weise und so reichlich entsprieszet Zesen rosenmand (1651) titel.
δ)
nach trieb:
also der mensch inn mutterleib
thut wassen nach der natur treib
Wickram 8, 233 Bolte;
(gute christen) handlen auch sünst darbey
mit irem nechsten nach der lieb,
nach des heyligen geistes trieb
Hans Sachs 17, 387 K.;
wir haben gebraucht all creatur
auff erdt zu unserm wollust nur
on all gotsfurcht nach fleisches trieb
11, 441;
sonst hat unser seliger uhrheber ... nach dem triebe seines gemüthsgeistes ... geschrieben bei Lohenstein Arminius 1, cᵃ.
c)
parallel mit treiben I C 4 'heftig auf jemand einwirken, plagen, quälen': vexatio plag, peinigung, trib, bekümmernusz, sülchung Frisius 1373ᵃ; ähnlich 832ᵃ s. v. molimen u. 909ᵃ s. v. odium; dazu gehört das sprichwort: amantium ira amoris redintegratio est die lieb musz zanckt haben. trieb macht lieb, krieg bringt fried S. Franck spr. (1545) 1, 7ᵇ; ähnlich: das lieb kommet von trieb. es musz alles erarnet werden 1, 22ᵇ; dieses später miszverstanden: liebe kompt vom trib Gruterus florileg. 3 (1612) anh. 63; u. ö.
3)
trieb im anschlusz an treiben als mechanischen vorgang, in trans. wie intrans. sinne (vgl. treiben II u. VI, oben sp. 31 u. 67).
a)
als mechanischer anstosz, nachdruck: propulsus trib, stosz Frisius 1077ᵃ; der wind ... hat den ursprung, so grosse hitz die feuchte betrifft, und der hefftig starck tryb (impetus) der hitz die versamlung ... (des) luffts zu einem wind treibt Ryff Vitruv (1575) 90; und würt ir (der fliegenden schwäne) ordnung ... ie länger ie spitziger, uff daz sie ein trib von dem lufft haben v. Eppendorff Plinius (1543) 151; gleichwie das ruder den nachen oder das fährschiff forttreibt, ... also ertheilt ihnen (den skiläufern) dieser stab (skistock) einen trieb und nachdruck, desto schneller fortzugleiten E. Francisci luftkreis (1680) 836; jede bewegung, deren richtung bestimmt ist, musz den angespannten trieb früher oder später ermüden Schlegel sämtl. werke 3, 104; beim wasser: es seind aber etliche wasser, die sich nicht lassen ansehen, als kämen sie ausz den bergen, sonder als ob sie unden ausz dem erdtrich quellen ... und iren trib ausz dem meer haben Herr feldbau (1551) 31ᵃ; auff diszmal soll gnugsamm bekant sein, dasz das frey unverhindert wasser allein durch den trieb (impetus) lauffet. der trib aber ist zweierlei (druck und gefälle) Pantaleon offenbarung der natur (1559) 45; 'druck, anprall': zerbrechliches glasz (als einfassungsmauer) gegen dem gewaltsamen triebe dieser (unterirdischen) flüsse nicht bestehen würde Lohenstein Armin. 1, 1114ᵇ; so noch mundartlich: es hed ken rechta treb das wasser hat nicht den gehörigen druck und lauf (bei wasserleitungen) Tobler appenzell. 152ᵃ; auch für die 'triebkraft' des wassers: daher sich auch viel hammerwercke, säg- und dratmühlen seines (des flusses) triebs bedienen J. W. Valvasor herzogt. Crain (1689) 1, 152; mundartlich: s wasser het trib triebkraft Hunziker Aargan 59. 'stosz': es habend aber die esel (schweres geschütz) also grosze krefft, ... dasz sie alles so darunder ligt, ... von wegen desz starcken trib (impetus) und nit des lasts, zerstören Pantaleon offenbarung d. natur (1559) 484;
sie brachten dar den wagen sein,
setzten die truhen auch darein, ...
lieszen dem seil neun elen lang
drifach herumber seinen gang,
auff dasz die truhen steiff belib
und schockelt nit von starckem trib
Spreng Ilias 342ᵇ.
ähnlich, 'ansturm': zuletst war auch der furdt des umbschweifenden bachs allenthalben voll steinen und schlipfferig, also dasz der lauff und trib (cursus atque impetus) deren, so hinüber wölten ... gar fast verhinderet ward Pantaleon Paulus Jovius (1560) 97.
b)
in der schiesztechnik bezeichnet man mit trieb einerseits den schusz: damit dieselben (böller) im augenblick desz anzünden und abgehenden triebs nit liederlich verrucken ... und so bald zurück oder beysatz in die freundt, als fürausz in die feindt ... iren trieb vollbringen Fronsperger kriegsb. 2 (1573) 128ᵇ; oder die schuszkraft des pulvers bzw. einer waffe: aber von wegen seines (des pulvers) geschwinden tribs, wann es ein wenig stercke und widersatz befindt, bricht es anderswa hinausz D. Speckle architectura v. vestungen (1589) 72ᵃ; und haben die armbröst ein solchen trieb, dasz sie durch ein bantzer und doppelten harnisch als durch ein weichen beltz schieszen können 3 (1573) 141ᵃ; dieses aber soll also verstanden werden, wenn das schiff nit zu weit, sonder innerhalb des natürlichen triebs eines stücks ist de Bry archelei (1614) 148; das gewehr hat einen guten trieb Heppe jäger (1763) 297ᵇ, vgl. sp. 35 bei 5 b. andererseits ist trieb die schwungkraft des geschosses: wann aber der trib (impetus) etwas nachgelassen, fallet es (das geschosz) ehe nider sich, dieweil die lufft solliches nit so wol ertragen mag Pantaleon offenbarg. der natur (1559) 484; so noch in der neuzeit: durch blosze änderung der natürlichen biegung des bogens bekam der pfeil trieb genug G. Forster sämtl. schr. 1, 349; trieb die kraft, welche ein feuerrohr dem geschosse zu geben vermag Hoyer-Kreuter 1, 778.
c)
im sinne eines maschinellen antriebs; in verschiedener anwendung: so denn ein zänlein das ander treibt oder für sich ruckt, geben sie einen mittelmessigen trieb und bewegung theatr. machinarum (Lpz. 1607) 1, 37;
so ist benebens auch durch eben sie (uhrmacher) bekannt,
wie durch der rädlein griff und trieb der stählnen fäder
ein unbeseltes bild kan gehn
Rompler v. Löwenhalt erstes gebüsch (1647) 51;
wenn durch empfangnen trieb ein reges uhrwerk geht
Wieland ges. schr. I 1, 39;
(ohne die güte) wäre die ganze gottheit eine unendliche maschine, welche ewig still stünde, weil der trieb fehlete, der sie in bewegung setzete M. Crugot der christ in der einsamkeit (1771) 81; ein durch trieb auf gezähnten bogen drehbarer thurm Göthe II 12, 160 W.; übertragen, mit der bedeutung 'innerer trieb' spielend:
ich soll dir, seliger, zu ehren etwas schreiben,
dein werthes trauerhaus hat es mir aufgelegt;
was aber für ein trieb soll meine feder treiben?
v. Besser schr. (1732) 1, 313.
'betrieb' eines werkes: (er soll) solch obgedacht unser bergwerk in trieb halten und nicht stecken lassen (1640) cod. dipl. Silesiae 21, 193; (das hammerwerk) in seinem gang und triebe erhalten Herttwig bergbuch 202ᵃ; ähnlich: an der weser liegt eine mühle, die der teufel, ... gebaut und durch das felsenwasser das rad in trieb gesetzt brüder Grimm dtsch. sagen (1891) 1, 141.
d)
nahe verwandt ist trieb als 'treibende bewegung', 'strömung': der wind ... ist ein stracker tryb grosser schwebender versamlung des luffts (aeris fluens unda) W. H. Ryff Vitruv (1575) 90; besonders vom wasser:
dye zeuldner by des Rynes klyff
woulden œuer ryden sonder schyff.
sy quæmen in des wassers dryff:
deyls moysten dayr in steruen
Chr. Wierstraet beleeg v. Nuys v. 159 Meisen;
die andern all sonst mit henden und füszen sich gegen dem lauf und trieb des wassers arbeiten S. Franck Germ. chron.; (der) fisch und thierer anfäng und somen ... jetzt durch den gewalt der wind, bald den natürlichen trib des wassers vermischt werden (nunc flatu nunc fluctu) v. Eppendorf Plinius (1543) 99; welche (städte) aber zwischen pfülen und sümpffen ligen, so kein solchen auszgang oder auszflusz haben, oder keinen tryb flieszender wasser (exitus profluentes neque per flumina neque per fossas), ... das gibt vast schedlichen gifftigen bösen dampff G. H. Ryff Vitruv (1575) 72; wenn das wasser grosz und in starkem trieb sei (Frankf. 1599) Diefenbach-Wülcker 876;
das schiff geht still im triebe,
es trägt ein teure last
(Straszb. 1626) Wackernagel kirchenlied 2, 303;
wann er (der schiffsmann) dem port nahe kommt, wickelt er die segel zusammen und lauffet mit sachtem trieb, bisz er anlandet v. Hohberg georg. cur. 1 (1682) 174; es war ein ganz früher morgen gewesen, ... wann am erwachenden flusse der trieb des wassers ... zu hören (ist) H. Grimm volk ohne raum 1, 126; mundartlich: trib das treibende wasser, die strömung (Straszb.) Martin-Lienhart 2, 965; auch sonst: am meisten schinen sie (dicke leute) sich auf den zufall und den trieb eines gedränges zu verlassen, wohin sie gerathen würden Dusch verm. schr. (1758) 160; abstract: nach dem alten trib und lauff der welt C. Huberinus postilla teutsch (1552) 1, 92ᵇ; so erweiterte sich dein blick im freien triebe des lebens Athenäum 3, 53.
4)
trieb im sinne eines organischen treibens; vgl. treiben II B 5 und C 2, 3.
a)
im botanischen bereich, 'das ausschlagen, der sommerwuchs' (vgl. bei treiben, oben sp. 41 u. 70): (durch das ausbrechen der knospen) werden auch solche (unfruchtbare äste) von ihrem trieb zuruck gehalten Hohberg georgica cur. 3 (1715) 327ᵃ; auch genieszbare äpfel von einem zweiten triebe, die wir jetzt haben, dessen erinnert sich niemand Lichtenberg briefe 1, 333; der mächtige trieb dieses frühjahrs liesz ihn (den roggen) nicht zur bestaudung kommen Thaer gesch. m. wirthschaft (1815) 117; wie eine knospe, die durch zu starken trieb in sich selbst vergeht, ehe sie sich aufschlieszt Schleiermacher weihnachtsfeier 14. im bilde:
die gottheit ist mein safft; was ausz mir grünt und blüht,
dasz ist sein heilger geist durch den der trieb geschieht
(1675) Silesius cherub. wand. 22 ndr.;
er schien am zweiten tag (nach der hochzeit) von hohem muth
und schritt einher gerader als ein bolz. zu schwellen
es war der letzte trieb von einem dürren holz
Wieland sämtl. w. (1794) 22, 268;
allgemeiner als 'das wachstum' in der wendung im triebe stehen (vgl. in blüte, d. h. im zustand des blühens, stehen): wenn ich aus meinem fenster meiner obersten etage auf einen tief darunter stehenden baum hinabsehe, so unterscheide ich gewisz sehr richtig an der belaubung des wipfels, ob der baum in gesundem starkem trieb stehe Göthe gespräche 2, 18 Biedermann; ähnlich als bild bei Ranke: eine epoche ..., in welcher die religiös-politische lebensthätigkeit der deutschen nation in ihren kraftvollsten und productivsten trieben stand sämtl. w. 1, 5, ebenso 3, 76. vom 'frühlingswachstum' zur bedeutung 'sprosz' (s. unten 444) überleitend: in dem thiergarten ist auch das gehöltze mit abholtzung zu verschonen, ... weil das wildpret von jungem triebe und sommerlatten nichts wiederum aufkommen lässet allg. ök. lex. (1731) 2439.
b)
literarisch findet sich oft vermischung der wachstumsvorstellung mit der des inneren antriebs in lebenden wesen. so der trieb als das drängen, das fördern von innen heraus: ein wachsbar ding, so fern es nur ein gewächs sein und bleiben soll, ... nichts anders als einen vor sich ausz innerlichem trieb zunehmlichen blossen cörper auszträgt E. Weigel moralweiszheit (1674) 135; eignen platz soll er finden (der baum), damit er durch eignen trieb wurzelaus in die höhe steige und eine blühende krone treibe (1785) Herder 13, 322 S.; wie sie (die natur) dort mit unwiderstehlichem trieb und kräftiger anstrengung die blumen bildet und zu den werken der liebe rüstet Göthe II 6, 27 W.; trieb als 'treibende kraft': verflächung (im wuchs eines baumes) deutet immer auf einen mächtigen, ja gewaltigen trieb, der zum ende der vegetation, zur entwicklung aller möglicher gemmen hinstrebt Göthe III 4, 123 W.;
in einer einzgen schwülen nacht zerbricht
der mächtge trieb im korn sein schmal gehäuse
Müllner dram. w. (1828) 3, 29.
5)
trieb als 'flöszung von holz' (vgl. oben sp. 39 bei 2 b): der holzflosz selbst wurde bis nach Wetsheim von den flöszern, von dort aus aber der weitere trieb von der siederschaft auf eigene kosten besorgt wirtemb. Franken 8, 464.
6)
einmalige förderung im bergwerk (vgl. oben sp. 76 treiben, n., 2): der dampfgöpel ... macht bei 211⁄4 ltr. schachtteufe in 9 arbeitsstunden ... nur 400 triebe mit einem 2 tonnen gefäsz jahrb. d. schles. vereins f. berg- u. hüttenwesen 2 (1860) beil. 28ᵇ.
7)
mundartlich ist trieb, nach treiben II C 2 a (sp. 43) das aufgehen, schwellen des backteigs: s' proat hat an guotn trîb Lexer kärnt. 68.
8)
trieb abstract als 'das tun', im sinne von treiben IV (oben sp. 54), vornehmlich im 16. jh. in der formel seinen trieb führen oder haben: dann hernach folgen ausz andern dem arzt, so sie zerrissen kleider haben, und der seckel zu einer reuttern und sib worden ist, die wöllen auch also ihren trib füren Paracelsus chirurg. bücher (1618) 332 H.;
in arbeit hab sein trib
ein jeder in dem handel sein
Hans Sachs 21, 142 K.;
hassen und auch hertzenlieb,
jedes hat seiner zeit sein trieb
19, 382;
auch rauber, mörder und die dieb
haben wider das glück iren trieb
12, 225;
anders angewandt:
die listigen dieb
tückischer weis durch nächtlich trieb ...
auch von der reichen hauffen scharren
9, 147;
in der alten formel noch bis ins 17. jh.:
er heist Saturus, sprach das weib,
in diser stat hat er sein trib
Thurneysser Archidoxa f 4ᵃ;
nun haben sie (die kath. lehrer) aber iren trib bei allen propheten, aposteln, evangelisten und bei Christo, baids im werck und der lehr
Nas nasenesel (1571) 88ᵇ;
lieben herren, wie so sehr habet ihr das eitel lieb!
und wie gerne haben auch lügen bei euch ihren trieb!
(1654) Logau 434 Eitner;
singulär in der neuzeit:
die in der zeit hochmütgem trieb und trachten
die heilge flamme treu in sich bewachten
Eichendorff sämtl. w. (1864) 1, 306;
ich fühl mich so befreiet
von eitlem trieb und streit
1, 514.
9)
mundartlich in ganz Süddeutschland verbreitet ist jemand oder etwas im trieb haben, in verschiedener bedeutung: man sagt er hat sie im trieb, wenn die rede von einem liebhaber ist, der seine geliebte öfters besuchet (Pfalz) Klein dtsch. provinzialwb. (1792) 2, 196; eine im trieb haben liebesverhältnis (zu trieb als jagdausdruck, s. o. 1 b, gestellt) Fischer schwäb. 2, 376. etwas im trib haben ihm nachjagen Schmeller-Fr. 1, 641; ebenso bei Knothe nordböhm. 187 und Schöpf tirol. 756; einer sache nachjagen, etwas beabsichtigen Martin-Lienhart 2, 737ᵇ; ebenso: etwas im schilde führen (Straszburg) zs. f. deutsche philologie 29, 266; anders im schweizerischen: der landwirt musz land und waren im triib haa, d. h. sich drum kümmern Friedli Bärndütsch 6, 219; er hets im trib im betrieb Hunziker Aaargau 59; dazu: ebbs im dribb han etwas angefangenes fortsetzen Ch. Schmidt Straszburg. 28.
B.
aus verbaler anwendung erwachsen bedeutungen der rechtssprache.
1)
aus der bedeutung 'austreiben des viehs auf die weide' (s. oben A 1 a) ist entwickelt trieb als 'weiderecht' (vgl. auch trift 3 a, und weide, teil 14, 1, 551f., ferner unten 3 trieb und tratt); früh in zusammensetzungen belegt: uns und unsern nachkomen fürbehalten (wir) den viehtriep und weidegangk nach sant Michels tag bitz sant Jorgen tag ungevärlich (1483) zs. f. gesch. d. Oberrheins 7 (1856) 301; schaftrieb (oberfränk. 1458, nied.-öst. 1494) s. Lexer mhd. 2, 636; als simplex: das ain veld ... ist der Bentzenzymmer aigen waid, und der trib bys auf den Fachsenberg; vom Fachsenberg treybt man herumb für desz Mairs holtz (usw.) württ. ländl. rechtsqu. 1, 164 (v. j. 1484); (sie sollen) mit vorgemeldter anzall viehs auf die zweyteil desselben Lintachs (ein holz) ... iren trib und blumbsuch haben (1493) monum. Boica 9, 306; das soliche wissen (wiese) ewiglichen bey ainer gemeind pleyb und die gemeind iren ewigen trybe mit iren kuen ze seiner zytt vorbehalden (1500) monum. Boica 47, 689; ain span ... von ains tribs wegen in dasz wiszmad Heuchelbuchel genant (1531) Knebel chron. v. Kaisheim 261; die angezogene dörffer (haben) eine alte triebgerechtigkeit in den marggräff. wald ..., müszen auch vor solchen habenden trieb ihre jährl. beschwärdt den marggräff. geben (1535) chron. d. stadt Eger 377 Gradl.
2)
'wegerecht' (vgl. auch ¹treib, oben sp. 1, und weg, teil 13, 2857): der trib ist ain gerechtigkait, das ainer auff dem treibweg geen, reiten, faren, auch sein viech treiben mag Pegius dienstbark. (1558) 72ᵇ. s. auch das folgende.
3)
trieb und tratt. diese formel war früher im schwäb. und alem. für gewisse bäuerliche rechte häufig; nach einer alten erklärung bezeichnete sie das weg- und weiderecht: trib ist, da ainer zutreiben, aber nit zuwaiden gewalt, tratt und trib zusamen ist, da ainer zutreiben und zuwaiden fug und macht hat (ende d. 16. jh.) württ. vierteljahrsh. f. landesgesch., n. f. 23 (1914) 337; anders erklärt Buck: unter trieb verstand man den gemeinen waidgang in das holz, unter tratt den gemeinen waidgang in die brache mitt. d. vereins. f. gesch. in Hohenzollern 7, 31. die belege lassen eine eindeutig differenzierende erklärung nicht zu: (ein bach bildet die) scheide von trieb und tratt zwischen Rüttlingen und Dyetelhofen (1431, regest) fürstenb. urkb. 6, 191; meist in aufzählungen von rechten: darzu (verkaufe ich) den hof daselbs mit husern, schuren, ... wunn und weiden, trib und tratt, wasser wasserflüssen H. Geszler rethoric u. briefformulary (1498) c 5ᵃ; ain brief ... dasz dise guter frey, ledig und unbekumert von yederman solt (!) sein, weder mit trib noch tratt ymands kain recht da nit sollen noch mugen haben (1531) Knebel chron. v. Kaisheim 261; wir (haben) zuo denen von Roschach dhain gerechtigkait in trib und trat, wunn und waid (St. Gallen, 1535) bei Staub-Tobler 6, 232; was die gemeinwasser anlangt, sollen allein diese zu fischen macht haben, die daselbst neben andern weid, trieb und trat haben Hohberg georg. cur. (1682) 2, 468; lexikalisch: viehtrifft, hut und trifft, trieb und trat das recht, sein vieh auf einem boden zu weiden allg. öc. lex. (1731) 2506; urkundlich noch 1779: zu erb- und schupflehen besitzen mit denen dazu gehörigen gerichten, zwing und bännen, trieb und tratt, wun und waid, fischenz, frohnen und diensten stadtr. v. Überlingen 687; zuweilen reimend trieb und trab: als wît die allment und gueter zuo B. begriffend in holz und feld, hat nieman ... waeder holtz noch weidrecht, trib noch trap zuo inen hinein weist. 4, 321; (man musz die kleinbauern) bschützen und schirmen und mit trib und trab und holz fürsehen (1521) Schade sat. u. pasqu. 2, 149.
4)
das recht, einen stollen zu graben: wir wollen auch, das niemant kein trib uf denselben pergh, noch uf allen den pergen, die zue Sulzbach gehörent, do man perghwerghk wurgkht, ... hab, er sitze dan heuslich in unser state zu Sulzbach (1394) Lori baier. bergrecht xx (zur erklärung vgl. eine ähnliche bestimmung ebda 351ᵇ).
C.
aus der verbalen anwendung erwachsene concretisierungen.
1)
alt ist die entwicklung von der bedeutung 'viehtrieb' zu jener des 'landes, auf das das vieh getrieben wird', des 'weidelandes': silva ... cum adiacente terra, quae vocatur trib (1208) bei Neugart cod. dipl. Alem. 2 (1795) 128; wer aber nit aigen trib und grund hat, dem soll solch viech (schweine) auf ander leut schaden ze treiben und ze halten gar nit gestattet werden (hs. von 1585) österr. weist. 1, 157; wann ain gericht und nachbawrschafft die andern in den tälern, alben oder andern gemainden triben ... mit ihrem vichtrib überfaren tirol. landordnung von 1603 bei Schöpf 756; ein jeder warte (mit dem viehtrieb), bisz die velder gahr lär und der arm so wol als der reich mit seinen viech des tribs genieszen mög. wellicher aber triber betretten, der soll mit dem vüch ... von dem richter gepfendt ... werden (steir., 1603) österr. weistümer 6, 116; wann bey der melkerey etwan des viehes viel und die waid schmal wäre, solle der beste trieb und waidgang dem kühevieh gelassen ... werden Hohberg georgica cur. 3, 239ᵃ; in hellen haufen begleitete man die herde nach dem trieb, wo die stiere um den besitz der alleinherrschaft zu kämpfen hatten (Gieszen) C. Vogt aus m. leben 27; Medard hatte seinen sämtlichen schafen schellen umgehängt, und es ging nun auf den trieb ins hohe waldgebirge Auerbach dorfgesch. (1884) 4, 21; verzeichnet auch bei Crecelius Oberhess. 296; als flurname; der trieb nicht verteilter, gemeiner grund Buck obd. flurnamenb. 281; a. d. j. 1682 belegt als bezeichnung für eine gröszere ackerfläche, s. Unger-Khull steir. 172.
2)
trieb der weg, auf dem das vieh getrieben wird: (dasz) das zäubereywerck begraben worden sey in der gemeinen strassen, darüber das vieh an die weide getrieben wardt, hat der aussgang hernach bewisen, als die zäuberey aussgegraben und hinweg bracht, und der trieb verändert worden Nigrinus von zäuberern (1592) 84; doch soll kain zaun, der von alters her nit gewesen ist und das vich an dem trib, auch an den farwegen verhindern, irren oder umbweisen thet, gemacht werden (hs. v. 1555) österr. weist. 3, 141; und wirt nemlich ein fuszpfad geachtet, darauff einer für sich selb gehn odder reiten, aber kein vieh treiben mag, ein trib, darauff einer gehen, reiten, faren, auch sein vieh treiben mag statutenbuch (Frankf. 1572) 113ᵃ; es ist aber nichts verricht worden, als dasz ein trieb verordnet ward, wo die von Prauschdorf mit ihren schafen auf die heide kommen möchten (1601) v. Schweinichen denkwürd. 530; von dem erbherrn das auenrecht bisz an den trieb und fahrweg übergeben Schottel de singularibus iuribus (1671) 331; die gemeindeordnung von Eichenau (1696) unterscheidet von überfahrtswegen fuhrwege, dungwege, viehtrieb und trieb für das schmalvieh württ. vierteljahrsh. 9 (1886) 133; mundartl. noch in Hessen: der drib Crecelius oberhess. 296; der trip Vilmar Kurhessen 417; mittelbairisch (mündl.) der trieb.
3)
der geländeabschnitt, auf dem bei einer treibjagd das treiben geschieht, vgl. obenA 1 b: soll keiner bey straff desz strohwisches in dem trieb schieszen (1718) v. Moser forstarch. 1, 295; die sauen aber, welche sich im trieb verbellen lieszen, wurden im innern desselben durch dorthin verbrachte hatzhunde angehetzt und gefangen v. Wagner in Germania 29 (1884) 115.
4)
trieb, von tieren, was getrieben wird, die herde (vgl. trift 3 d): darzu (an das kloster gegeben) einen groszen holzhouw, besonders von eichinem holz, und einen järlichen trib einer anzal schweinen J. von Watt dt. hist. schr. 1, 181; armenta bovum ein hauffen ochsen, ein tribe rinder oder küyen Frisius 163ᵃ; ein trieb viehe, ein trieb ochsen Kramer 2 (1702) 1125ᵃ. in der neuzeit mundartlich im Erzgebirge, s. Müller-Fraureuth 1, 249; trieb ochsen, gänse mittelbair., umgangssprache (mündl.); ebenso bei Lexer kärnt. 68; alem. vgl. tribede, tribete in gleicher bedeutung bei Seiler Basel 84ᵇ; Martin-Lienhart 2, 739; für das schwäb. zeugen literarische belege:
nächt ist in unsern trieb
der gleiszend wolf gefallen, er nahm so viel ihm lieb
Uhland ged. (1863) 369;
übertragen: bringst ja rekruten mit einen ganzen trieb Schiller 2, 78 G.;
schnell um ihn her der helden trieb
1, 346;
ebenso: dort war in der weinstube ein ganzer trieb Bündischer, Augsburger, Nürnberger, Ulmer, alle mögliche städtler Hauff sämtl. w. (1890) 1, 218; im vergleich: und nun mit lehrer Rölke ... setzte sich die schar von neuem in bewegung ... und drückte scheuend bei weit aufgerissenen augen wie ein trieb tiere sich an der leiche vorbei Hans Grimm volk ohne raum 1, 69. ähnlich, doch von intransitiver bedeutungsbasis aus: ein tüchtiger trieb eisschollen Riehl culturhist. nov. 381.
5)
in der mechanik ist trieb als sachbezeichnung ein kleines triebrad aus zwei am rande durch stäbe (s. triebstecken) verbundenen scheiben, in groszen und kleinen räderwerken; schon frühzeitig belegt: item vor scheiben zu den treben zu der radestobe (radstube in der mühle) 5 gr. (1432) cod. dipl. Lusatiae sup. 2, 352; ain ... grosz ziehwerk ... mit seinen ibersetzten redern und triben (1592) bei Fischer schwäb. 2, 376; das grosze wasserradt, an welches welbaum ist ein zahn- oder kampradt, dessen zähn lassen sich in ein kamp oder trieb theatr. machinarum (1610) 2, 27; lasz dir den drechsler ein holtz drehen, wie die triebe in den höltzern seigern oder in den mühlen sind Grüwel bienenkunst (1719) 253; (zwei wellbäume) deren jeder zwo rollen hat, die die figur eines triebs von einer uhr haben v. Uffenbach merkw. reisen (1753) 1, 215; etwas anders, als neutrum: bei zwei auf einer axe befestigten, verschieden groszen zahnrädern wird meist, besonders in der uhrmacherei, das kleinere zahnrad das trieb, das gröszere schlechtweg das rad genannt Lueger 7, 721; nach dem schneiden wird das trieb gehärtet Karmarsch-Heeren 9, 795. in der function einer stellschraube: in diesem cylinder aber ist ein embolus, wie in einer luftpumpe verborgen, den man durch einen sogenannten trillis oder trieb hoch und niedrig stellen kan v. Uffenbach merkw. reisen (1753) 1, 215; (man vergröszert) den cameraauszug und stellt hierauf wieder mittels des triebes scharf ein Muspratt chemie 7, 126.
6)
trieb das durch das treiben von gewächsen hervorgebrachte, der sprosz, schosz (vgl. oben A 4): trieb surculus, hat bei holzgewächsen die bedeutung der jüngsten, erst im jahre hervorgebrochenen zweige Behlen forst- u. jagdkde 6, 90; zur abgrenzung gegen sprosz: wir brauchen hier den allgemeiner angewendeten ausdruck trieb, während namentlich in neuerer zeit die wissenschaft lieber sprosz sagt Rossmässler der wald³ 64; die einbürgerung von trieb beginnt erst im späteren 18. jh.: die weiblichen (blüten der eiche) sind rothe knöpfchen an den jungen trieben v. Burgsdorf forsthandb. (1788) 127; es waren junge stämmchen, die ich rettete, ... ohne zweifel werden sie auch dieses jahr sich durch neue triebe wieder dankbar hervorthun Göthe 20, 31 W.; fort und fort wächst auf diese weise das moos vor unsern augen, alljährlich trieb auf trieb nach oben ansetzend, nach unten zu verwesend oder verkohlend Allmers marschenb. 77; gern dichterisch:
zur zeit, da unterm schnee der steppe sacht
des frühlings erste triebe schon sich rühren
Geibel ges. w. (1893) 2, 276;
rings blüthen nur und triebe
und halme von segen schwer
Fontane ged. 3;
mit macht schwollen die triebe und knospen W. v. Polenz Grabenhäger 2, 116; diese anmuthigen gebilde, die vielleicht der letzte grüne trieb waren am absterbenden stamm der kunst Justi Winckelmann 2, 1, 197; auch in mundarten eingedrungen: 'eine rebe, rose ... hat im frühjahr viele junge, neue, frische triebe' Fischer schwäb. 2, 376; drîf schöszling, scheint nachbildung des hd. Damköhler Nordharz. (1927) 46ᵃ.
7)
trieb die hefe, die den teig treibt; in ganz Oberdeutschland, s. Schmeller-Fr. 1, 644; Schöpf 756; beschr. d. oberamts Reutlingen 1, 119; Staub-Tobler 2, 864; für Rastatt bei Kretschmer wortgeogr. 106; Schön Saarbrück. 211ᵃ.
8)
trieb 'dung', d. i. der das wachstum, das treiben befördert; schwäbisch, s. beschr. d. oberamts Reutlingen 1, 119.
9)
trieb eine abführende droge, 'ammon. carbonicum' Arends arzneimittel, drogen (1930) 266.
10)
trieb eine art fischnetz, erwähnt in steir. fischm.-instr. von 1626 und 1738, s. Unger-Khull 172. identisch mit triebbere, m., s. d. und die erklärung daselbst; auch im Bodensee sind mehrere solche primitive netze üblich, welche dort triebe oder fangnetze genannt werden A. Seligo d. fanggeräte d. deutschen binnenfischerei 87.
11)
trieb le tourniquet, d. i. beweglicher zeiger über einem mit nummern beschriebenen ... brette, womit man ehmals zu spielen pflegte. wem der zeiger nach dem umtreiben, umdrehen, über einer höheren zahl stehen blieb, der hatte gewonnen Schmeller-Fr. 1, 641. vgl. triebspiel, sp. 462.
D.
aus 'antreiben, antrieb' (oben A 2) entwickelt sich die geläufigste bedeutung 'innere treibende kraft'.
1)
trieb als 'innerer drang, lust, energie'. nur im singular, häufig mit unbestimmtem artikel und attributen wie innerlich, natürlich u. ä. heute sagt man im allgemeinen eher drang oder lust. vgl. bei treiben I C 3 besonders d γ und c β. in dieser bedeutung auch in mundarten, s. unter driəf Woeste westf. (1930) 57ᵇ; drevv Hönig Köln. 37ᵃ; drēp Hofmann niederhess. 241; dreff Bruns prov. Sachsen 15ᵇ; drīb, trīb Fischer schwäb. 2, 376, vgl. unten bei 2; verschiedentlich ist dabei schriftsprachliche herkunft erkennbar, vgl.: der trieb der animalien, die neigung, der hang wird bei uns trīb ausgesprochen (sonst trib, treb) Tobler appenzell. 152ᵃ.
a)
eine nicht genau definierbare innere kraft macht sich fühlbar und übt eine bestimmte wirkung aus; zumeist spontan: ein verborgener trieb entzündet mich, das musz ich gestehen, und ein innerlicher zug heiszet mich lieben Ziegler Banise (1689) 488; bei denen armen ist die natur der beste artzt, und der innerliche trieb und verlangen schreibet ihnen die besten recepte vor Lolivetta das teutsche gespenst (1684) 246; ein mir selbst unbegreiflicher trieb nöthiget mich, keinem andern gesetze ... zu gehorchen Weiskern in sammlg v. schauspielen 1 (1764) 19; voll unwiderstehlichen triebes reden sie (die propheten) also, oft wider ihren willen Herder 12, 43 S.; vielfach bei Göthe: da ich mich (bei abfassung des Götz), ohne plan und entwurf, blosz der einbildungskraft und einem innern trieb überliesz, so war ich von vorn herein ziemlich bei der klinge geblieben 28, 199 W.; der echte gesetzgebende künstler strebt nach kunstwahrheit, der gesetzlose, der einem blinden trieb folgt, nach naturwirklichkeit 47, 23; wie 'wunsch': in meinem letzten briefe wollt ich ihnen schon antragen mir aufs frühjahr bis Mayland entgegen zu kommen. desto besser dasz es ihr eigner trieb ist (1787) IV 8, 256; wie 'lust': gewisz ist in Rom alles zu studiren, wer sinn und trieb hätte IV 8, 142;
der not gehorchend, nicht dem eignen trieb,
tret ich ... heraus zu euch
Schiller 14, 15 G.;
später meist besonders erläutert: er folgte mehr einem trieb, von dem er sich keine rechenschaft geben konnte Justi Winckelmann 1, 186; (es scheint) als sollte ihr leidenschaftliches wesen das unglück nach sich ziehen, das blinder trieb mit sich führt Gervinus gesch. d. dt. dichtg.⁵ 5, 14;
untätig bin ich hier, ein nichtger träumer,
nach schönen fernen lockt mich dunkler trieb
Bauernfeld ges. schr. 5, 24;
er fühlte: ein trieb muszte da gewesen sein, ein zwang und drang, ... um einen mann wie ihn zu dem unmöglichen zu bewegen H. Hesse Klingsors letzter sommer (1921) 53. ein trieb als individuelle naturveranlagung, natürliche neigung: es hatte so wol sein natürlicher trieb, als seine biszherige verwaltungen ihn mehr zu schlichtung der rechtshändel, als schlachtordnungen zu stellen geschickt gemacht Lohenstein Arminius 1, 43ᵇ; (warum) sich fast jedermann untersteht zu curiren ...? ich bin der gäntzlichen meynung, dasz dieses erstlich aus einem trieb der natur herrühre Ettner v. Eiteritz med. maulaffe (1719) 985; ein löw in der fabel ist von einem löwen in der natur nicht anderst unterschieden, als dasz er nun mit überlegung thut, was er sonst nach dem blinden triebe der natur thun würde Breitinger crit. dichtkunst (1740) 1, 212;
der trieb, den gott in jedem schuf,
ist sein natürlicher beruf
Lichtwer äsopische fabeln (1748) 84;
der wolf ändert das haar, aber nicht den trieb Düringsfeld sprichw. 1, 47ᵇ; mit attributiver bestimmung:
nur ein gewisser philosophischer trieb
ist mir in meinem wesen nicht lieb
Tieck schr. (1828) 2, 346;
ich hatte bis dahin, obwohl mein zeichnerischer trieb zu keiner zeit müszig geblieben war, einer methodischen anleitung gänzlich entbehrt Mörike Nolten (1893) 1, 22. etwas tun aus einem trieb, d. h. inneren drang, anschlieszend an aus trieb 'auf veranlassung' jemandes, und aus eigenem trieb (s. oben A 2 b α und β); meist mit näherer bezeichnung: so der herr ein solcher ist, wie er offentlich schreibet, so mag er wol prüfen an wen er glaubet, oder aus was vor einem geiste und triebe er lehret und prediget A. v. Franckenberg v. d. rechten kirchengehen (1667) 67; (Lohenstein) gleichsam aus einem poetischen triebe gewahrsaget hat, dasz derselbe (könig Joseph) ... kayser Carl V. fuszstapffen betreten ... würde bei Lohenstein Arminius 1, d 2ᵇ;
ich liebte dich sonst auch, doch mehr aus blindem triebe.
jetzt, vater, seh ich erst, warum ich dich so liebe
J. E. Schlegel werke 4, 75;
da die menschen sich aus einem unwillkührlichen triebe den bewegungen der natur überlassen anmuth. gelehrsamk. 9, 374 Gottsched;
(sie) floh aus rauhem wilden triebe,
nicht aus tugend alle liebe,
ihre freude war die jagd
Göthe 37, 14 W.
b)
trieb als 'drang' mit bezeichnung eines zieles, einer richtung des handelns. das übliche ist trieb zu etwas: (kinder) wolten übers meer, das globt land zu gwinnen, und hetten dazu ein solchen lust und trib, das sie niemand abwendig machen ... mocht S. Franck chron. Germ. (1538) 283ᵃ; ich hatt altzeit ein drib in mir, mich in allem, was eim medico von nöten zewissen ... zelernen F. Platter 331 Boos; niemand ist wol dermaszen hölzern ... dasz sich nicht ein natürlicher trieb bey ihm finden solte, allerhand zu wissen Stieler zeitungs lust (1697) 1; ich habe getan, was meine pflicht erfodert, und worzu mich der innerliche trieb in dero diensten zu sterben, anführet Ziegler Banise (1700) 195; in währendem disem trieb, oder so zu reden begird, wegzuweichen, werden die an der sonnen oder dem liecht stehende runde himmelskügelein gestossen Scheuchzer physica (1711) 1, 97;
brennt nicht in seinen sinnen
ein reger trieb, den ruhm der weisheit zu gewinnen?
Gottsched neueste ged. (1750) 2;
hier folgt ein jeder dem triebe seines herzens, sich freimüthig mitzutheilen Knigge umgang m. menschen (1796) 1, 90; er suchte mich auf, und ich fühlte sogleich trieb und bedürfnis, mich ihm anzuschlieszen Göthe 29, 167 W.; auf philosophische weise erleuchtet und gefördert zu werden, hatten wir keinen trieb noch hang 28, 68 W.; ich wuszte nicht, ob ich mich der lust zu lachen oder dem trieb zur verachtung hingeben sollte 33, 9 W.; es lag in Sulzer der trieb, alles strebende zu fördern Justi Winckelmann 2, 2, 302; die römische curie aber ist eine unabhängige politische macht, zu deren unabänderlichen eigenschaften derselbe trieb zum umsichgreifen gehört, der unsern französischen nachbarn innewohnt Bismarck ged. u. erinn. 2, 136. jünger und seltener trieb nach etwas, wie bei verlangen, streben: wenn gott in seiner rechten alle wahrheit, und in seiner linken den einzigen, immer regen trieb nach wahrheit ... verschlossen hielte Lessing 13, 24 L.-M.; der mensch, ... vom ewigen triebe nach thätigkeit gequält, dürstet nach bessern auserlesenern vergnügungen Schiller 3, 523 G.; der trieb unserer zeit nach constitutionalismus Gutzkow ges. w. 8, 55. vereinzelt trieb nach einem bestimmten ort: der herzog hatte einen unüberwindlichen trieb nach Dessau Göthe IV 6, 353 W.; der lebhafte trieb nach Amerika im anfange des achtzehnten jahrhunderts war grosz I 24, 120 W.; trieb nach Berlin empfinde ich gar keinen J. Grimm in briefw. zwischen J. u. W. Grimm, Dahlmann u. Gervinus 1, 399.
c)
während vom zielmäszig bestimmten trieb die entwickelung zu 'instinct' (2) weitergeht, gewinnt das absolute trieb die bedeutung 'eifer, energie, kraftvolles temperament': sollen beide obgemelt magistri ... mit allem vleisz dahin trachten, das die jugend ... in der grammatik auch baider lateinischer und griechischer sprachen underricht, und inen empsiger ernst und vleisziger trib ingebildet (wird) urk. zur gesch. d. univ. Tübingen 233, v. j. 1544; ähnlich: der ernst und trib deines emsigen studierens, vorbelibter son, möcht wol gäntzlich erheischen ... Fischart Garg. 332 ndr.; anders: der innere trieb der raschmacher und wollkämmer bricht hier oft in erbauungsstunden und weissagungen aus Nicolai Seb. Nothanker 2, 77; meist in wendungen wie es ist trieb oder kein trieb in einem: es ist kein trib in ihm nullo urgetur bonae laudis stimulo Weismann lex. bipart. (1698) 379ᵇ; die meisten (Griechen) lernen das altgriechische sehr emsig. es ist überhaupt ein wundersamer trieb in dieser nation Göthe IV 29, 22 W.; graf Keller, von geburt kein Hesse, ein schon bejahrter und gutherziger, zuweilen eigensinniger, auffahrender mann, dem der recht hessische trieb fehlte J. Grimm kl. schrift. 1, 13; grosz war er (Kraus) vor allem in dem feuer, das er auf diejenigen seiner schüler übertrug, in denen er trieb und anlage wahrnahm Fr. Meinecke v. Boyen 1, 26; es bleibt bei der reise, ob ich es zwar nicht ehr glauben werde, bis ich es sehe, und auch dann nicht recht, so wenig trieb ist in mir Caroline 2, 60 Waitz. etwas tun mit trieb (meist mit attribut), d. h. mit innerer anteilnahme, mit eifer:
so lang er konte noch gebahnten hufschlag sehen
und vorgezeigter spuhr mit strengem trieb nachspehen,
so lang war er vergnügt
v. Hohberg habsburg. Ottobert (1664) B b 5ᵃ;
und dein geschlecht, die pfänder deiner liebe,
verehren dich mit neuem triebe
Gottsched ged. (1751) 1, 327; auch 311;
es opfert heut mit frohem triebe, ...
wer dich (den bürgermeister) verehrt und Hamburg liebt
Giseke poet. w. (1767) 140;
man glaubt nicht, wie viel todtes und tödtendes in den wissenschaften ist, bis man mit ernst und trieb selbst hineinkommt Göthe IV 13, 18 W.;
wir sind die alten noch, die sich vor euch
mit warmem trieb und eifer ausgebildet
Schiller 12, 5 G.
2)
die systematische psychologie übernahm im 18. jh. das wort als deutsche bezeichnung für instinct und gebraucht es seitdem als terminus in verschiedener weise (vgl. Eisler wb. d. philos. begriffe⁴ 3, 268): das wort trieb oder instinct war bisher so unbestimmt und schwebend, dasz es kaum eine gewisse bedeutung hatte, oder doch sehr verschieden gebraucht wurde H. S. Reimarus triebe der tiere (1760) *3ᵃ. der höheren gemeinsprache sind die triebe als gewisse generelle naturkräfte der seele geläufig; für die mundart eine ausdrückliche fehlanzeige bei Fischer schwäb. 2, 376: die bedeutung instinct und der plural. gebrauch ist uns fremd.
a)
die triebe sind die primitivsten natürlichen regungen: Uri, Schweitz und Unterwalden, welche durch die närrischen gesetze einer falsch genannten höflichkeit ... noch nicht gäntzlich von der natur und ihren einfältigen trieben sind abgekehret worden (1721) chron. d. ges. der mahler 59 Vetter; sind sie auch in hingabe an die triebe ihrer natur echte naturvölker Ratzel völkerkde 2, 120; sie stehen im gegensatz zur vernunft: der mensch, als sinnliches wesen betrachtet, wird durch triebe geleitet, die ohne aufhören geschäftig sind, seine rationale freiheit zu unterdrücken Schiller briefe 3, 377 G.; meine schuld ist es nicht, ... wenn ich meine triebe und meine vernunft nicht völlig habe in einstimmung bringen können Göthe 23, 197 W.; nur die absicht kann die werke des triebes verewigen, für sich erzeugt der natürliche trieb nichts beharrliches Schlegel sämtl. w. 4, 18; sie werden ruhend und erwachend gedacht: alle sinne in uns üben sich gemeinschaftlich auf diesem kampfplatz, und die nach und nach erwachenden triebe sind, wie ihr name sagt, ihre treiber und helfer Herder 20, 228 S. die definition eines bestimmten triebes geschieht am häufigsten durch composita: äuszerungstrieb ... lusttrieb ... nachahmungstrieb ... bildungstrieb Göthe 47, 299 W.; oder mit attributivem genitiv: gott hat ... den trieb der geselligkeit so gar tief ins herz gelegt v. Hippel lebensläufe (1778) 3, 1, 432; jedenfalls war ich entschlossen, ... dem könige zu jedem acte energischer abwehr zu rathen, den der trieb der staatlichen selbsterhaltung eingeben kann Bismarck ged. u. erinn. 2, 96 volksausg.; der trieb der arterhaltung Adolf Hitler mein kampf (1933) 165; aber auch mannigfaltiger: nun kenne ich in mir den trieb des hungers und des durstes, den trieb nach dem weibe, und ... den trieb alles zu wissen was die menschen in den städten wissen Klinger werke 6, 95; hunger, liebe und viele andere regungen werden als triebe bezeichnet und gern moralisch beurteilt:
(gott) legte tief in uns zwei unterschiedne triebe,
die liebe für sich selbst und seines nächsten liebe
Haller ged. 129;
die eifersucht, der stolz, die liebe,
geiz, rachgier, neid und hundert triebe
bestürmen die geputzte schaar
Gottsched neueste ged. (1750) 40;
der geiz erniedrigt unser herz,
erstickt die edlern triebe
Gellert sämtl. schr. (1789) 2, 209;
entschlafen sind nun wilde triebe
mit jedem ungestümen tun,
es reget sich die menschenliebe,
die liebe gottes regt sich nun
Göthe 14, 61 W.;
thierische triebe weken und entwikeln die geistige Schiller 1, 150 G.; de la Mettries freund hat nur vergessen, dasz auch die religion selbst zu den natürlichen trieben des menschen gehören musz Lange materialismus (1866) 178; den antrieb zum handeln ... gibt in der regel der hunger oder das bedürfnis nach dem nest. das sind triebe forschungen u. fortschritte (1930) 237; wandern ist der deutscheste aller eingeborenen triebe zupfgeigenhansl, vorrede v. 1915; von menschlichen gemeinschaften: historische darstellungen, in welchen man den geist und die triebe der nationen in den verschiedenen epochen übersieht Göthe IV 14, 185 W.; obgleich die Schweiz ... eine von dem reiche unabhängige politik verfolgte, so war sie doch von denselben geistigen trieben durchdrungen, welche unter den Deutschen ... vorwalteten Ranke sämtl. w. 3, 40.
b)
am meisten tritt der trieb der liebe hervor, zumal in der dichtung:
Carl (bräutigam), der itzo mit vergnügen
den trieb der liebe selig preiszt
Stoppe Parnasz (1735) 20;
doch auch der vögel glückliche geschlechte
genieszen des gesanges heilge rechte
nur, wenn der liebe trieb sie süsz begeistert
W. v. Humboldt sonette 295;
gern in andeutender umschreibung: die lippen werden durch öffters kussen den scharlach übertreffen, und meine haare haben wohl eher verliebte seelen gefesselt ... wilstu nun den reinen trieb der natur hemmen? Ziegler Banise (1700) 144; Lea und Rahel überwanden dieser bürgerlichen ehre wegen den trieb der natur Hippel über die ehe (1774) 29; mit vorliebe pluralisch:
die priester lehren einen gott der liebe ...
wer mild und gütig ist, wie einst ihr meister war,
o, dem verzeihen sie des warmen blutes triebe
Gotter ged. (1787) 1, 410;
von süszer lockung rasch bewegt
folgt Edgar leicht des herzens trieben
Gaudy sämtl. w. 4, 47;
ebenso mit adjectiven:
der held erwacht' und fühlt' den wundersahmen trieb,
fort war noch lagerstat noch schlaff ihm weiter lieb.
er schliche leis hinab nach Fillis kammertühr
Stieler geharnschte Venus 120 ndr.;
kein stein fühlt durst und zarte triebe
er wächset ohne trunk und liebe
Lessing 1, 96 L.-M.;
(der lenz) der jedes fühlende geschöpf
zu sanften trieben weckt
Denis lieder Sineds (1772) 197;
insonderheit, dünkt mich, demüthiget es den menschen, dasz er mit den süszen trieben, die er liebe nennt, ... beinah eben so blind wie die pflanze den gesetzen der natur dienet Herder 13, 53 S.; dasz es gelehrte dichter waren, die hier ihre süszen triebe verewigten, zeigen die häufigen anspielungen auf die heidnische götterwelt Steub wanderungen (1862) 191; in anderm sinne:
du bist von den edlen seelen,
die kein schnöder trieb entzündt,
aber die, sobald sie wählen,
zärtlich und beständig sind
Gottsched ged. (1751) 240;
und ists denn nothwendig zum glück der ehe, dasz man thierische triebe stillt? Lenz ges. schr. 1, 77; er ... geriet durch die macht roher triebe in die gewalt seiner zweiten frau Hauptmann bahnw. Thiel (1892) 7. trieb, oder häufiger triebe schlechthin als liebesdrang: liebe kompt vom trib Gruterus, vgl. bei A 2 c;
er sagte mir von nichts, als ungefärbten trieben,
und ich sprach ebenfalls vom unverfälschten lieben
Glaubitz bei Gottsched schaubühne 1, 11;
der wächter huth und gitter, schlosz und thüren
sind ein zu schwacher damm für junger mädchen trieb
Rost verm. ged. (1769) 95;
bin ichs allein, für den kein wesen meiner art,
kein gegenstand der unstillbaren triebe,
die ich in mir empfind, erschaffen ward?
Wieland sämtl. w. (1794) 17, 136;
willst du deine triebe
durch den abend singen
Brentano ges. schr. 3, 352;
den jüngling, dem die liebe
heiszes sehnen aufgeweckt,
der in ungestilltem triebe
offne arme ausgestreckt
Uhland ged. (1863) 5;
der reim liebe — triebe verfällt schlieszlich dem spott: nun weisz jeder, dasz jedem, der von dem liebesfieber ergriffen, konnt er auch sonst kaum wonne auf sonne und triebe auf liebe reimen, ... plötzlich das dichten ankommt E. T. A. Hoffmann sämtl. w. 1, 165 Gr.
E.
schon seit dem mhd. erscheint trieb- in zusammensetzungen, und zwar sowohl verbal (parallel mit treib-, s. sp. 72), wie nominal. selten ist ein e in der compositionslücke, s. bei triebholz, triebkaule, triebstock (vgl. auch dazu bei treiben VII, sp. 72); ebenfalls selten die verbindung mit dem genitiv: triebesbeschaffenheit H. Simmel moralwiss. 1, 237; triebesforderungen Zschokke ausgew. schr. 10, 23; oder mit dem plural: triebereich Herder 20, 220 S. die zusammensetzung findet meist mit substantiven statt, seltener, und zwar nur in den jungen gruppen 3 und 4, mit adjectiven. gröszere ausdehnung gewann die compositionsbildung früh im bezirk des viehtriebs (s. oben A 1 a) und in der mechanik (A 3), später im botanischen (A 4) und im psychologischen bereich (D).
1)
im bezirk der viehwirtschaft bezeichnen zusammensetzungen mit verbalem trieb- was zum viehtrieb gehört, wie: triebgeld, -recht, -rute, -weg, -zeit; nominal, mit der bedeutung 'weide' scheint trieb in: triebgrube, -mark, -stein (alle an alphab. stelle); eine grosze zahl von flurnamen, wie triebacker, -halde, -see, -wald verzeichnet Fischer schwäb. 2, 377.
2)
in der technischen sprache fungiert trieb in zusammensetzungen schon sehr früh als 'kleines triebrad', s. triebeisen, -ring, -scheibe, -stecken an alphab. stelle, jünger triebfeile, -stahl, -zahn s. u.; häufiger, auch in neuster zeit, als 'maschineller antrieb', s. triebfeder, -kraft, -rad, -wagen -werk und weitere im folgenden:
triebachse
wie treibachse sp. 74: die cylinder standen vertical über der triebachse (der locomotive von Hackworth) Karmarsch-Heeren 3, 77; zum messen ... der triebachsen der uhrwerke verwendet man das triebmasz ebda 6, 94;
triebdraht
s.-stahl;
triebfeile
triebgrundfeile: uhrmacherfeile von keilförmigem querschnitte ... zur ausbildung der zähne an getrieben Lueger 7, 721;
triebmasz
bei den uhrmachern, ein kleiner haarzirkel mit breiten geschärften spitzen Schrader deutsch-frz. 2 (1784) 1382; zum messen der durchmesser der triebwellen Lueger 7, 721;
triebschraube
propeller: die hauptstücke (am luftschiff Zeppelins), nämlich motore und triebschrauben tägl. rundschau 1906 nr. 227, 1. beil.;
triebstab
wie triebstecken (s. d.), zahn des getriebes (triebrades) in einer uhr Schrader deutsch-frz. 2 (1784) 1382;
triebstahl
triebdraht nennen die kleinuhrmacher einen stahldraht, woraus die getriebe der taschenuhren verfertigt werden Blumhof eisenhüttenkunde 4, 373; die triebe (der stockuhren) sind durchweg volltriebe und meist aus triebstahl erzeugt. letzterer ist eine façondrahtsorte, deren querschnitt bereits annähernd die form des triebes zeigt Karmarsch-Heeren 9, 794;
triebstrom
für die blockanlagen ... wurden isolierte rückleitungen verlegt, um eine beeinflussung durch den in die erde abflieszenden triebstrom zu vermeiden Berl. ill. nachtausgabe 15. 5. 1933;
triebvorrichtung
auf einem gestelle ist die aus zwei zahnräderpaaren und riemenscheiben bestehende triebvorrichtung gelagert Muspratt 6, 1498;
triebzahn
die den zähnen entsprechenden vorstehenden teile (des triebstahls), die stäbe, bleiben soweit sie die triebzähne bilden sollen, stehen Karmarsch-Heeren 9, 794;
triebzapfen
die kuppelstangen greifen an einer auf dem triebzapfen drehbaren scheibe an (locomotive) Lueger 6, 192.
3)
die moderne botanik führt eine grosze zahl von fachausdrücken, die mit trieb 'sprosz' zusammengesetzt sind; seltener ist in diesem bereich die verwendung von trieb als 'wachstum', wie in triebbereitschaft (s. u.) und triebtoll, triebzeit (alph.).
triebanhäufung
wegen der knospen- und triebanhäufung Ratzeburg waldverderbnis 2, 25;
triebarm
der waldgärtner (ein käfer), der die bäume ... ausputzt, bis ... die ... triebarme kronengestalt annehmen Rossmässler der wald 279;
triebauge
s. a. treibauge, sp. 73: (ein) stengel, welcher ... am grunde nur mit den schuppen des triebauges bekleidet ist Schlechtendal flora v. Deutschl. 12, 17;
triebbereitschaft
in der triebbereitschaft der scheiden mag der grund der ... zweiglosigkeit der internodien ... liegen Ratzeburg waldverderbnis 1, 102;
triebentfaltung
wie ungleichzeitig die triebentfaltung bei den verschiedenen baumarten stattfindet, davon ist z. b. buche und eiche im vergleich zu der traubenkirsche ... ein beleg Rossmässler der wald 169;
triebgliederung
wenn die jährliche triebgliederung auch nicht immer ... augenfällig ist ..., so ist sie doch ... leicht nachzuweisen ebda 76;
triebkeim
dieses fünfkantige mark (der eiche) hat diese gestalt schon in dem in der knospe eingeschlossenen triebkeime Rossmässler der mensch 5, 28;
triebrose
bleiben die hier (im wipfel) concentrierten triebe klein, so bildet sich eine eigenthümliche triebrose Ratzeburg waldverderbnis 255.
4)
meist junge gelegenheitsbildungen sind zusammensetzungen mit trieb als 'drang, instinct'; geläufig sind nur triebartig, triebleben, triebmensch, anders das ältere triebursache und triebwort (an alphab. stelle).
triebbefriedigung
man könnte freilich einwerfen, es handle sich doch in jedem falle nur um die subjektive triebbefriedigung G. Simmel philos. d. geldes 17;
triebbewegung
alle durch muskelactionen bewirkten bewegungen ... (können) in die drei classen der automatischen, der trieb- und der willkürbewegungen unterschieden werden Wundt völkerpsychol. (1900) 1, 1, 32;
triebforschung
studiengesellschaft für triebforschung das ev. Deutschland 9 (1932) 366;
triebgefühl
es ist ein triebgefühl bestimmten inhaltes gegeben, das der erklärung durch egoismus widerstrebt G. Simmel moralwiss. 1, 30;
triebmangel
zu trieb D 2 b: er (hat) sich gegen mir kaum bey anfange unsers ehestandes wenigmal aus einem natürlichen unvermögen und triebmangel seines eherechts bedienet Leipziger aventurieur (1756) 1, 256;
triebsystem
alle sittlichkeit ... ist ... nur möglich und begreiflich, wenn dem natürlichen triebsystem ein gebietender wille gegenübersteht, dem sich das individuum unterwirft Windelband gesch. d. n. philos.⁴ (1907) 1, 272.
Zitationshilfe
„trieb“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/trieb>, abgerufen am 15.11.2019.

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