triefnasz adj.
Fundstelle: Lfg. 4 (1935), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 481, Z. 1
steigerung zu nasz, so nasz, dasz man trieft, vgl.traufnasz, sp. 1423: durch und durch nasz, waschnasz, pfütznasz, tropf- ò triefnasz Kramer 2 (1702) 109ᵇ; seit dem 16. jh. bezeugt; lieblingswort bei H. Sachs:
wie tropffst und bist so gar trieffnasz
H. Sachs 9, 113 lit. ver.;
ward er gleich als ein ehrenhasser
beschütet mit unreinem wasser
von kot und rus aus bitterm hasz
der frauen, das er wardt trieffnasz
ders. 8, 429; s. auch 7, 405;
springen darnach ins wasser nab
in irer rüstung durch das wasser
und entrinnen uns gantz trieffnasser
J. Ayrer dramen 1, 406 Keller;
so wurde der kleine mann in kurzer zeit vom kopf bis zu den füszen triefnasz E. G. Kolbenheyer jug. d. Paracelsus 197. dialektisch auf dem Eichsfelde trifniss Hentrich 12; trüfnasz Staub-Tobler 3, 118; bei H. Sachs auch triefwassernasz:
so ich verleusz das hüppelvasz,
so geust man mich triefwassernasz
mit eingrürtem roszdreck und rusz
17, 257 lit. ver.
daneben steht öfter triefend nasz: trieffend nasz fügten sich diese, so ausz dem bad kamen, ein jeder nach seinem losament Kirchhof wendunmuth 2, 42 lit. ver.;
wenn die Rosilla ...
mir trieffend nasz macht stirn und wangen
C. Stieler geharnischte Venus 23 ndr.;
seht! nun steht er triefend nasz!
ei! das ist ein schlechter spasz
Struwwelpeter 23;
Zitationshilfe
„triefnasz“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/triefnasz>, abgerufen am 19.10.2019.

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