Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

triumvir, m.

triumvir m.
mit schwacher flexion entlehnt aus dem lat. triumvir, das allgemein einen beamten aus einem dreiköpfigen collegium bezeichnet, insonderheit aber seit der politischen verbindung Caesars mit Pompejus und Crassus von den drei führern der staatsgewalt gebraucht wird. der auch mit dreimänner Campe wb. z. erklär. u. verdeutsch. 2 (1801) 650ᵇ, Sanders fremdwb. (1892) 2, 573 wiedergegebene ausdruck schlieszt sich im deutschen der letztgenannten lat. bedeutung an:
Amor schüret die lamp indesz und denket der zeiten,
da er den nämlichen dienst seinen triumvirn gethan
Göthe I 1, 259 W.;
auf jüngere politische verhältnisse übertragen: (der) graf von Northampton, der groszschatzmeister ... graf von Suffolk und Robert Carr wurden als die triumvirn von England betrachtet Ranke w. 15 (1875) 112; von andern gebieten des geistigen lebens: (die) berühmten triumvirn im reiche des schönen, Winckelmann, Mengs und Lessing Matthisson schr. 4, 287, vgl. hierzu triumvirat; sonst ungewöhnlich: man darf kein groszer psycholog seyn, um zu erkennen, dasz das ganze (der Laokoon) nur von einem wesen stammt und dasz die zwey andern triumvirn allein ihre geschicklichkeit dazu herliehen Heinse sämmtl. w. 4, 249 Sch.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1936), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 723, Z. 48.
Zitationshilfe
„triumvir“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/triumvir>, abgerufen am 19.02.2020.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch (¹DWB)