Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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trudel1, f., (m.)

¹trudel, f. (m.),
stange, latte. nur im deutschen belegt; wohl nicht mit Frings Germania romana (1933) 64 anm. zu lat. trudis zu stellen, sondern eher wie mhd. truoder (s. unten ¹truder) mit anord. tróđ 'lange stange' verwandt, s. dazu Walde-Pok. 1, 798; noch frühnhd.: mag weingartholz hauen, stifel und drudel (1449) weisth. 1, 453; perticae trudeln Alberus (1540) Nn 3ᵇ; 'draco dicitur etiam juniculus ein reb, die bis an die vierdte drudeln raycht, ex quo masculeta fiunt' ebda Nn 4ᵃ; trudel, lange stang pertica longa Hulsius (1618) 241ᵇ; vgl. auch trutel schwache stange Fischer schwäb. 2, 428, trudel, m., prügel, reiswelle, stange Buck flurnamenbuch 283.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1939), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 1238, Z. 64.

trudel2, m.

²trudel, m.,
wertloses zeug, flitter; vgl. trödel. mundartliches wort, das im 18. jh. auch in der schriftsprache auftaucht, vgl. Adelung 4, 1088: ihre kammerjungfer hatte ihre tausend noth, wo sie alle den drudel hinlegen sollte K. Fr. Bahrdt pastor Rindvigius (1790) 2, 21; einigen redoutentrudel an silberspitzen, bordüren, flittern Göthe IV 19, 28 W. übertragen: zu was taugt wohl dieser ganze trudel von weiterungen und formularen? Kretschmann s. w. (1784) 6, 30; da weisz ich nun gar nicht, wie ich den trudel anbringen soll A. Wall stammbaum (1791) 32; s. auch trudler (17. jh.).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1939), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 1239, Z. 1.

trudel3, f.

³trudel, f.,
verächtlich für eine frauensperson: dieser rüpel hatte ewigen streit mit seiner haushälterin, einer dicken trudel, die glücklicherweise französisch schwatzen konnte wie eine elster v. d. Marwitz 1, 459 Meusel. mundartlich im obd., vielleicht l-ableitung zu trude (s. d. und drude teil 2, 1453f.). vgl.drudel 'altes nachlässiges weib, hexe' bad. wb. 1, 575ᵇ; trütl 'weibliches alpdruckgespenst' Lexer kärnt. 73ᵃ; ferner trudelstein = trudenstein bei Fischer schwäb. 2, 420; dazu die flurnamen Trutteltal ebda und Druttelenweg Buck obd. flurnamenb. 50, die Trudental und -weg entsprechen, s. sp. 1238.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1939), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 1239, Z. 12.

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Zitationshilfe
„trudel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/trudel>, abgerufen am 01.08.2021.

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