Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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trudeln1, vb.

¹trudeln, vb.,
rollen, sich wälzen, sich drehend bewegen; aus der mundart (bes. nd. und md.) in die schriftsprache aufgenommen. nach Mensing korresp.-blatt d. ver. f. nd. sprachforsch. 31, 12 gehört trūdeln 'mit ausfall der nasalis und ersatzdehnung' zum stamme trund- (im ablaut zu trend- s. oben ¹trendel sp. 106 und ¹trendeln sp. 108), vgl. unten tründeln; doch vgl. auch obd. sinngleiches trodeln bad. wb. 565 (neben wohl anderswoher entlehntem drudeln 'das netz drehen, damit die gefangenen fische nicht heraus können', fischersprache, ebda 575), trodlen, trödlen (drehen, drillen) elsäss. wb. 2, 742, sowie trödeln 1 oben sp. 778: wie Diana auf dem blauen himmelsrasen sich trudelnd A. v. Arnim s. w. (1853) 10, 300; das wasser trudelte ihr immer über den kopf Th. Storm briefe in die heimat (1917) 117; neue ankläger (unreife pflaumen) trudelten aus der westentasche W. Harnisch mein lebensmorgen (1865) 37; da erscheint er (der birkhahn) schon über dem hohen wachholderstrauch, trudelt dreimal um sich selber und verschwindet H. Löns auf d. wildbahn (o. j.) 11;
zwei fässer trudeln noch, drei bretter strudeln
(im wirbel des wassers)
Paul Ernst d. kaiserbuch (1928) 3, 2, 336;
hier und da zeigte sich (im Rhein) ein trudelndes wirbelchen Jos. Ponten d. väter zogen aus (1934) 183. in redensartlicher wendung sich trudeln vor lachen ebenso wie sich wälzen vor lachen, vgl. wir wollten uns trudeln vor lachen (Berlin) deutsche warte v. 29. xii. 1900 s. 7; in verkürzter form: 'man ist wahrhaftig schon fünfzig jahr alt geworden ... das ist ja zum trudeln'! der schneider schlug weder rad noch trudelte er sich M. Kretzer irrlichter u. gespenster (1892) 1, 43; wenn sie (die alte dorfhexe) trunken über die dorfgasse trudelte Cl. Viebig d. schlaf. heer (1904) 1, 128. spezieller für verschiedene arten von spielen, bei denen etwas gerollt oder gedreht wird: trudeln eine holzscheibe rollen (Eschershausen an d. Weser), vgl. tägl. rundschau, jahrg. 1903, unterhalt.-beil. 287ᶜ; trudeln würfeln Schütze holst. 4, 283, Brendicke Berliner wortsch. 185 u. ö.; rollen, langsam werfen (beim kegeln) Mensing schlesw.-holst. 5, 166; das glücksrad drehend etwas gewinnen, vgl. Müller-Fraureuth 1, 255; fränk. in: trudelmadam spiel mit einer kugel, vgl. Fischer schwäb. 2, 420. als bezeichnung für ein mit drehender bewegung erfolgendes heruntergehen oder abstürzen des flugzeugs, vgl. trudeln 'figur beim kunstflug, bei der die spitze der maschine senkrecht zur erde steht' hdb. d. sports (1932) 109 und Anders-Eichelbaum wb. d. flugwesens (1937) 346; schon fest: die maschine gerät ins trudeln. dazu composita wie trudelsicher, trudelwindkanal ebda 347. ohne die vorstellung des sich drehens als 'sich langsam vorwärts bewegen', vgl. ¹trendeln 5, sp. 109, sowie trödeln 2, sp. 778: mit einem gesangverein über land zu trudeln Spitteler imago (1906) 18; weiter trudelt der kleinbahnzug tägl. rundschau, jahrg. 1908 nr. 143, 1. beil.; mundartlich z. t. gleichbedeutend mit trödeln 2, vgl. z. b. rhein. wb. 1, 1514, elsäss. wb. 2, 742, bad. wb. 575, Müller-Fraureuth 1, 255.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1939), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 1239, Z. 29.

trudeln2, vb.

²trudeln, vb.,
dasselbe wie truden, vb.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1939), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 1240, Z. 12.

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Zitationshilfe
„trudeln“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/trudeln>, abgerufen am 03.08.2021.

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