Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

trughaft, adj.

trughaft, adj.,
mhd. trügehaft. vgl. trügenhaft oben sp. 1274. ursprünglich 'betrügerisch':
wellestu behalten dînen lîp,
sô lâ diz trügehafte wîp
rîten unde kêr von ir
Wolfram Parzival 522, 2;
ir minne lützel triuwen hât
und ist ir herze trügehaft
Konrad v. Würzburg troj. krieg 709;
der trugehafte Mahmet
Ulrich v. Türheim Rennewart 463 H.:
o trughaffts hütlein mit vier scheinen,
schein anderst, als wir es gemeynen;
ja schein, als werst der Jesus glider,
und sei doch stäts Jesu zu wider
Fischart Jesuiterhütlein 1051 Hauffen;
dolosus ... truglich, voll betrugs und list, geschwind, trughafft Frisius dict. (1556) 445ᵃ; fraudulentus ... trughafft, tückisch Calepinus (1598) 586ᵇ; Stieler (1691) 2327; errette mich von dem trighaften unt verkerten manne Schede-Melissus psalmen 167 ndr. so in neuerer zeit noch schweizerisch: andere wurden ... gegen den bundeslandammann, als wär er trughaft, ... aufgestiftet H. Zschokke s. ausgew. schr. (1824ff.) 38, 161. modern sonst anders, offenbar aus trug neu abgeleitet, 'gespenstisch': nicht urweltliche offenbarung ..., euer trughaftes fantom, sondern eine misgeschaffene ... geheimlehre ... wars J. H. Voss antisymb. (1824) 1, 155;
weg, lüste! weg, trughafte schwärme
der eitlen thorheit vaterlos gezücht!
ders. s. ged. (1802) 6, 205;
o so vergesz ich, dasz mein bild
in kranken hirnen trughaft spielt
Carossa dr. Bürger (1930) 65.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1940), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 1297, Z. 22.

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Zitationshilfe
„trughaft“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/trughaft>, abgerufen am 31.07.2021.

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