Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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tratsche, f. u. m., nomen actoris

tratsche, f. u. m., nomen actoris
zu tratschen, trätschen, häufig mit apokope tra(t)sch, trä(t)sch.
1)
f., seltener m. (z. b. Fischer schwäb. 2, 324; Lexer kärnt. 67) 'faule, plumpe, plauderhafte person'; e tretsch 'ein plauderhaftes weibsbild' Estor d. Teutschen rechtsgelahrtheit 3, 1421, vgl.trätschere Reinwald henneb. id. 168; tratsch Follmann lothr. 100ᵃ; lux. ma. 441; Rovenhagen Aach. 147; trôtsche 'groszes, plumpes frauenzimmer' Knothe Nordböhmen 189; auch obd.: Stalder 1, 299; Fischer 2, 324; Lexer kärnt. 67 (neben tratscher): item die Naëmi ist kein alte trasch und wasche, die herein laffert und plaudert G. Edelmann hochzeitpredigten (1572) z 5ᶜ;
als eines tages dieser büttel ritt,
nach beute spähend, über land, damit
von einer wittib, einer alten trätsche,
durch falsche drohung etwas er erquetsche,
A. v. Düring Chaucer 2, 377.
2)
fem., 'groszer, ungeschlachter fusz' (daneben tratscher, m., fusz, ungefüges schuhwerk, schwerer stiefel) Müller-Fraureuth obers.-erzgeb. maa. 241ᵃ; Albrecht Leipz. ma. 224ᵃ; Kleemann nordthür. 23; Damköhler Nordharz. 196ᵃ; 'fuszstapfe' Follmann lothr. 100ᵃ; trôtsch 'grosze hand' Knothe Nordböhmen 189.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1933), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 1276, Z. 25.

trutsche, f.

trutsche, f.,
aalraupe, s. ³treusche, f., sp. 386ff. und ²trusche sp. 1426.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1940), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 1434, Z. 55.

trutsche, f.

trutsche, f.,
abschätzige bezeichnung für ein frauenzimmer, vgl. Unger-Khull steir. 177: das dritte war, dasz er mit der Stemmschlager-Marianne liebäugelte. ja geradezu ... an seite seiner frau mit der trutschen liebäugelte Rosegger schr. II 13, 133. obd. und rheinisch für eine dicke, plumpe, unbeholfene, auch einfältige frauensperson, vgl. z. b. trutsch, f., dickes, ungelenkes frauenzimmer, die schwerfällig, faul daherkommende (Pforzheim) bad. wb. 579ᵃ, trutsch, f., kurzes rundes frauenzimmer lux. ma. 444, deminutiv trutschkn Kisch Nösner ma. 226, drutsch dickes, unbeholfenes weib rhein. wb. 1, 1529, drutschi, n., beleibte, plumpe und einfältige, beschränkte weibsperson Seiler Basler ma. 88, sowie trutsch, trotsch, f. Martin-Lienhart elsäss. 2, 769, drudsch, f., kurze runde, fleischige weibliche person Schön Saarbr. 52, trûtsch (trôtsch), m., f., und trûtsche (trôtsche) Knothe Nordböhmen 191 u. s. w.anscheinend liegt eine bildung zu trutschen 'schwerfällig, faul daherkommen' vor, das (neben truntschen) im bad. wb. 578 bezeugt ist und wohl im ablaut zu tratschen 3 (teil 11, 1, 1, sp. 1278) steht, vgl. dazu auch trantschen (ebda sp. 1249), trantsch 3 (ebda) sowie trotscheln (oben sp. 1072), und letztlich eine expressive erweiterung onomatopoetischen charakters der in treten, trotte, trotten u. s. w. vorliegenden wurzel darstellt, vgl. auch trütsch, m., 'hinkender' Streiff Glarner maa. 88. etymologisches s. oben sp. 183, sp. 1075 u. 1079; jedenfalls wird trutsch(e) durch das siebenbürgisch-sächsische trutschkn als ziemlich alt erwiesen. vgl. weiter ¹trutschel.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1940), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 1434, Z. 57.

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Zitationshilfe
„trutsche“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/trutsche>, abgerufen am 20.09.2021.

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