Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

tudeln, vb.

tudeln, vb.,
zausen; eine identifizierung des nd. wortes mit dem aufs oberd. und md. sprachgebiet beschränkten zotteln 'nachlässig, unschlüssig einhergehen' (immerhin auch im schwäbischen 'zausen' Fischer 6, 1269) (vgl. teil 16, 134/35) bereitet bedeutungsmäszig schwierigkeiten; doch braucht man deshalb am zusammenhang der beiden verben nicht zu zweifeln: wenn zotteln urspr. 'wie zotten hin- und herbaumeln' ist, so könnte tudeln 'zot(t)en ausraufen' sein, vgl. etwa ags. hnoppian 'vellere', mnd. noppen 'die noppen entfernen' zu (wull)hnoppa 'lanugo', noppe 'wollflocke', ferner das nebeneinander von vellus 'wolle, vlies' und vellere 'rupfen', πέκος, πόκος 'vlies' und πέκω 'wolle krämpeln, kämmen, rupfen', mhd. zûse 'gestrüpp, haarlocke' und zûsen 'zausen', zopf und zupfen. im westnd. nicht allzu oft im sinne von 'zausen' gebucht Mensing schlesw. 5, 177; Damköhler Nordharz 197ᵃ; Sprenger Quedlinburger id., nd. jb. 30, 28ᵇ; im ostfries. als 'wiederholt zärtlich oder spielend und scherzend drücken, betasten, greifen, fassen und zausen oder balgen und necken etc.' Doornkaat-Koolman 3, 442ᵃ. literarisch ist das wort kaum greifbar; in bestimmter bedeutungszuspitzung: (die frau sagt zu ihrem mann:) ihr solt mich diese nacht dreimal tudeln lyrum larum löffelstiel (1730) nr. 355.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1952), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 1540, Z. 32.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
tröpflecht tunkagras
Zitationshilfe
„tudeln“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/tudeln>, abgerufen am 04.06.2020.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch (¹DWB)