Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

tugendbold, m.

tugendbold m.
verurteilender ausdruck für einen sich moralisch gebärdenden menschen, erst der neueren zeit angehörend, gebildet wie trunkenbold, witzbold usw.: er (Venedey) schrieb als germanischer tugendbold und keuschheitswächter einen flegelhaften aufsatz 'die spanische tänzerin und die deutsche freiheit' Treitschke dt. gesch. (1897) 5, 659; es war einmal ein land, in dem seit grauer urzeit fürsten regiert hatten: gerechte und despotische, tyrannen und volksfreunde, lüstlinge und tugendbolde, dumme und weise W. v. Polenz ges. w. (1909) 9, 119; ich tu's schon noch! ihr sollt nicht denken, ich sei ein tugendbold P. Dörfler d. notwender (1934) 63. — dazu tugendboldigkeit, f.: G. Hauptmann griech. frühling (1908) 254.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1952), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 1636, Z. 70.
Zitationshilfe
„tugendbold“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/tugendbold>, abgerufen am 19.02.2020.

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