turteln vb.
Fundstelle: Lfg. 12 (1952), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 1905, Z. 54
lautmalende bezeichnung des taubenrufes, die im frühen nhd. als ableitung von turtel (s. dort) aufkommt, sich jedoch gegenüber dem üblicheren gurren (s. teil 4, 1, 6, sp. 1165 sowie zs. f. dt. wortforschg. 176 u. vgl.turren) im sprachgebrauch nicht durchsetzt:
die frösche coaxen, coaxen und murren,
die tauben, die turteln und lachen und gurren
Schirmer singende rosen (1654) T 2ᵃ;
die erste hälfte des nahmens (turtel-taube) ist eine unmittelbare nachahmung ihres eigenthümlichen lautes, welchen man im gemeinen leben noch durch turteln ausdruckt Adelung 4 (1801) 725; während der paarungszeit bemüht sich der tauber sehr eifrig um die gunst der taube, ruckst, girrt, turtelt, lacht, heult Brehm tierl. 5 (1900) 401 P.-L.; im sinne von 'gurrend (über den weg) laufen': weisze, silbergraue, schwarzschillernde tauben platschten vor den tritten der männer auf und fielen auf dem scheunendach wieder ein; andere turtelten in aller gemütsruhe über den weg, und der hahn liesz sich schier ertreten qu. v. j. 1937.
Zitationshilfe
„turteln“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/turteln>, abgerufen am 10.12.2019.

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