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Fundstelle: Lfg. 7 (1920), Bd. XI,III (1936), Sp. 1017, Z. 10
mangel an glückseligkeit (s. d.) und ihr gth.; vgl.unseligkeit. ungeluckselicheit Diefenbach gl. 2ᶜ. nl. ongelukzaligheid. dän. ulyksalighed. schwed. olycksalighet. unglück 1, unglückselig 1 entsprechend (undeutlich abgegrenzt bei Fischart gl. schiff 854): hier zu kompt offt die u. der aufferziehung, wenn die kinder beginnen zu degeneriren Decimator hochzeitpredigten D 1ᵇ; veraltet. unglück 2 entsprechend: si wolt iren mann nit verlassen in u., mit dem si wer gewesen in gemeinschafft des glücks Franck chronica (1531) 129ᵃ; niederlage Simpl. 1, 434, 22 Keller; es haben aber beyde reiche und arme ihre glückseeligkeit und auch ihre u. wohlgeplagte priester 36; in der gröszten pein der u. Günther 1022; unglückliche folgen Lohenstein Arm. 2, 280ᵃ; für einfaches unglück zwar heute i. a. veraltet (vgl. unglückselig 4, Chr. Wolff v. d. menschen thun 429, Eschenburg beispielsammlung 8ᵇ, 633), doch noch im sinne der philosophischen und kirchlichen glückseligkeitslehre: Leibniz d. schr. 2, 36; Gottschedin briefe 2, 87; Schopenhauer 2, 748; unglückseligkeitslehre F. H. Jacobi 6, 129; sonst 'der zustand des höchsten unglücks, der höchsten unvollkommenheit, deren man unter gewissen umständen fähig ist' Adelung; wider das vorurtheil der u. geringer leute allg. d. bibl. anh. 25—36, 2066; in trotziger u. L. Diefenbach nov. 1, 195. mit plural 'unglückseliger zufall, umstand, unvollkommenheit' u. dgl., heute veraltet: durch ein guͤten lümbden und durch ein boͤsen, von glücksaͤligkeiten und von unglücksaͤligkeiten goͤdt ein reyser Christi Gengenbach 182 G.; er hätte zwar in dem trauerspiele des Nauplius unglückseeligkeiten sehr wohl vorgestellet A. U. v. Braunschweig Octavia 4, 545; unvermeidliche unglückseligkeiten Butschky kanzelley 639; mängel und unglückseligkeiten unsrer staaten Herder 11, 295;
der unglückseligkeiten grund und quelle
ist, dasz der könig schlechten giebt sein ohr
Rückert 6, 275;
für 'sache, welche in den zustand der u. versetzt' von Campe als unbezeichnend, unrichtig gebildet abgelehnt und unüblich.
Zitationshilfe
„unglückseligkeit“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/ungl%C3%BCckseligkeit>, abgerufen am 10.12.2019.

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