unglück n.
Fundstelle: Lfg. 7 (1920), Bd. XI,III (1936), Sp. 992, Z. 9

Unterbegriffe in diesem Artikel

unglückabwendend · unglückahnden · unglückahnend · unglückbedeutend · unglückbekämpfend · unglückbringend · unglückbringer · unglückbrütend · unglückbüchse · unglückdeutend · unglückdräuend · unglücksdrohend · unglückfährigkeit · unglückfernend · unglückfeuer · unglückfinder · unglückfreude · unglückfurcht · unglückgott · unglückheilig · unglückkrämer · unglücklinie · unglückmacher · unglückmacherei · unglücksäule · unglückschwanger · unglückschwert · unglückseher · unglückstern · unglückstifter · unglückstifterin · unglücksuchend · unglückteufel · unglückthal · unglückverfolgt · unglückverkündend · unglückvogel · unglückvoll · unglückweissagend · unglückwesen · unglückzeichen · unglücksabend · unglücksableiter · unglücksachse · unglücksahndung · unglücksahnen · unglücksahnend · unglücksahnung · unglücksamme · unglücksangedenker · unglücksanstifter · unglücksapfel · unglücksasche · unglücksauge · unglücksbad · unglücksbahn · unglücksball · unglücksband unglücksbande · unglücksbau · unglücksbär · unglücksbaum · unglücksbecher · unglücksbedeutung · unglücksbegebenheit · unglücksbegebnis · unglücksbegierig · unglücksbeil · unglücksberg · unglücksbericht · unglücksbesen · unglücksbestürmung · unglücksbesuch · unglücksbetreffung · unglücksbild · unglücksbildung · unglücksblatt · unglücksblick · unglücksblitz · unglücksblume · unglücksblut · unglücksboden · unglücksbord · unglücksbote · unglücksbotschaft · unglücksbrand · unglücksbrauer · unglücksbrief · unglücksbringer · unglücksbrocken · unglücksbruder · unglücksbrühe · unglücksbrunst · unglücksbrüter · unglücksbube · unglücksbuch · unglücksbüchse · unglücksbude · unglücksbund · unglückschronik · unglücksdampf · unglücksdirne · unglücksdistel · unglücksdolch · unglücksdonner · unglücksdorf · unglücksdorn · unglücksdrache · unglücksdrang · unglücksdrohen · unglücksduft · unglücksegoismus · unglücksehe · unglücksei · unglückseis · unglücksepoche · unglücksernte · unglückserzählung · unglückseule · unglücksfabrik · unglücksfach · unglücksfackel · unglücksfaden · unglücksfährigkeit · unglücksfall · unglücksfarbe · unglücksfasz · unglücksfeier · unglücksfeind · unglücksfeld · unglücksfelsen · unglücksfessel · unglücksfest · unglücksfeuer · unglücksfinsternis · unglücksflamme · unglücksflegel · unglücksflocke · unglücksflöte · unglücksflur · unglücksflusz · unglücksflut · unglücksfolge · unglücksfrau · unglücksfrei · unglücksfreude · unglücksfroh · unglücksfrucht · unglücksführer · unglücksfund · unglücksfunke · unglücksfusz · unglücksgarn · unglücksgast · unglücksgau · unglücksgaul · unglücksgefährte · unglücksgefährtin · unglücksgefäll · unglücksgefängnis · unglücksgegend · unglücksgeist · unglücksgeld · unglücksgenosse · unglücksgenossin · unglücksgepoche · unglücksgerücht · unglücksgesang · unglücksgeschichte · unglücksgeschrei · unglücksgeselle · unglücksgesellschaft · unglücksgespanin · unglücksgespinnst · unglücksglied · unglücksglut · unglückgott · unglücksgriesz · unglücksgrimm · unglücksgrube · unglücksgruft · unglücksgrund · unglückshaar · unglückshafen · unglückshaft · unglückshäher · unglückshahn · unglückshammer · unglückshand · unglückshandel · unglückshang · unglückshaufen · unglückshäufer · unglückshaus · unglückshecker · unglücksheer · unglücksheirat · unglücksheld · unglücksherd · unglückshirsch · unglückshitze · unglückshöhe · unglückshöhle · unglücksholz · unglückshose · unglückshund · unglückshut · unglücksidee · unglücksinsel · unglücksjahr · unglücksjoch · unglücksjunge · unglücksjuwel · unglückskäfer · unglückskamerad · unglückskameradschaft · unglückskampf · unglückskarte · unglückskeil · unglückskeim · unglückskelch · unglückskelter · unglückskerl · unglückskerze · unglückskette · unglückskeule · unglückskind · unglücksklippe · unglücksknabe · unglückskocher · unglücksköder · unglückskrähe · unglückskraut · unglückskreuz · unglückskrieg · unglückskrone · unglücksküche · unglückskugel · unglückskunde · unglückskupplerin · unglückslabyrinth · unglückslacher · unglückslarve · unglückslast · unglückslaster · unglückslaue · unglückslauf · unglücksleiche · unglücksleute · unglückslinie · unglücksliste · unglückslitanei · unglücksloos · unglückslöwe · unglückslüftchen · unglückslust · unglücksmacher · unglücksmacht · unglücksmädel · unglücksmahl · unglücksmär unglücksmähr unglücksmäre unglücksmähre · unglücksmärchen · unglücksmalheur · unglücksmann · unglücksmarsch · unglücksmasz · unglücksmauer · unglücksmeer · unglücksmenge · unglücksmensch · unglücksmesser · unglücksminute · unglücksmotte · unglücksmund · unglücksmutter · unglücksnachricht · unglücksnacht · unglücksnagel · unglücksname · unglücksnebel · unglücksnest · unglücksnetz · unglücksnord unglücksnorden · unglücksnot · unglücksomen · unglücksopfer · unglücksordnung · unglücksort · unglückspaar · unglückspapier · unglückspass · unglückspein · unglückspeinigung · unglücksperiode · unglückspfalz · unglückspfand · unglückspfeil · unglückspflanze · unglückspforte · unglückspfuhl · unglückspfund · unglückspfütze · unglückspicke · unglückspille · unglückspilz · unglücksplage · unglücksplan · unglücksplatz · unglückspoet · unglückspossen · unglückspost · unglücksprediger · unglückspresse · unglückspriesterin · unglücksprinz · unglücksprobe · unglücksprophet · unglücksprophetin · unglücksprophezeiung · unglücksprügel · unglücksquell · unglücksrabe · unglücksrad · unglücksrädlein · unglücksrat · unglücksratschlag · unglücksräuschlein · unglücksregen · unglücksregengusz · unglücksregister · unglücksreich · unglücksreihe · unglücksreise · unglücksrettung · unglücksrisz · unglücksrose · unglücksrost · unglücksruf · unglückssaat · unglückssäer · unglückssage · unglückssamen · unglückssarg · unglückssatt · unglücksscene · unglücksschaden · unglücksschall · unglücksschar · unglücksschatten · unglücksschauer · unglücksscheucher · unglücksschiff · unglücksschlacht · unglücksschlag · unglücksschlamm · unglücksschlummer · unglücksschmerz · unglücksschmied · unglücksschnee · unglücksschrift · unglücksschrunde · unglücksschule · unglücksschusz · unglücksschwanger · unglücksschwer · unglücksschwert · unglücksschwester · unglücksschwitzung · unglückssee · unglücksseher · unglücksseil · unglücksseuche · unglückssitzung · unglückssohn · unglückssonne · unglücksspelunke · unglücksspiel · unglücksspitze · unglücksspötter · unglücksstab · unglücksstadt · unglücksstamm · unglücksstand · unglücksstätte · unglücksstation · unglücksstaub · unglücksstaupe · unglückssteg · unglücksstein · unglücksstelle · unglücksstern · unglücksstifter · unglücksstifterin · unglücksstiftung · unglücksstock · unglücksstolz · unglücksstorch · unglücksstosz · unglücksstrahl · unglücksstrand · unglücksstrasze · unglücksstrausz · unglücksstreich · unglücksstreit · unglücksstrich · unglücksstrick · unglücksstrom · unglücksstunde · unglücksstündlein · unglückssturm · unglücksstürzung · unglückssucht · unglückstafel · unglückstäfelchen · unglückstag · unglücksteufel · unglücksthat · unglücksthier · unglücksthür · unglückstiefe · unglückstilger · unglückston · unglücksträchtig · unglückstrank · unglückstraum · unglückstrift · unglückstritt · unglückstropfen · unglückstrost · unglückstuch · unglücksufer · unglücksuhu · unglücksjungewitter · unglücksurne · unglücksvater · unglücksverkünder · unglücksverkünderin · unglücksvogel · unglücksvoll · unglücksvorbedeutung · unglückswagen · unglückswagnis · unglückswahrsager · unglückswasser · unglücksweg · unglücksweib · unglückswein · unglücksweissagung · unglückswelle · unglückswelt · unglückswendung · unglückswerkzeug · unglückswerth · unglückswetter · unglückswicker · unglückswind · unglückswoche · unglückswoge · unglückswolf · unglückswolke · unglückswort · unglückswunsch · unglückswürdig · unglückswurm · unglückswurzel · unglückszahl · unglückszahn · unglückszeichen · unglückszeit · unglückszelt · unglücksziel · unglückszimmer · unglückszimmerer · unglückszufall
gegenstück zu glück (s. d.), das aber seinerseits auch schon miszgeschick heiszen und vox media (beiderlei glück Staub-Tobler 2, 621) sein kann. mhd. ung(e)lück(e), md. ungelucke, mnd. un(ge)lucke, daher an. úlukka, úlykka, f., aschwed. olykka, f., olykke, n., schwed. olycka, dän. ulykke, engl. unluck (ill-luck, mis-luck); mnl. ongeluc(ke), n., nl. ongeluk, afries. unluk, onluk, fries. un(ge)lok, on(ge)lok, un(g)lük. in nd. und md. maa. reichlich vertreten, in obd. z. th. mit einschränkungen (schweiz. durch ungefäll fast verdrängt, Staub-Tobler 1, 747; sonst. s. ebda. 2, 622, els. 1, 258ᵇ; über schwäb. glück s. Fischer 3, 712 f.; Schmeller 1, 971; 1435). in der schriftspr. löst u. älteres unsälde, unheil, unfall, ungeling(en), unglimpf ab (vgl. über die entsprechenden glück, sälde, heil Wunderlich zs. d. allg. d. sprachvereins 18, 357 ff. 19, 8 ff.) und überflügelt zahlreiche begriffsverwandte wie miszglück, fall, ungefäll, ungelegenheit, ungemach, ungeschick, miszgeschick, unsegen, unstern, widerwärtigkeit, pech, schlamassel, schlimmassel, schwein u. a. vgl. auch unglückbarkeit, ↗unglückchen, ↗unglücklein, unglückhaftigkeit, unglücklichkeit, unglücksame, unglückseligkeit, glücklosigkeit. zur ableitung und zu den formerscheinungen s.glück; von formen seien erwähnt: ung(e)lücke Arigo 574, 4 (unglucke 59, 3), Thomasius ernsth. gedancken 1, 3, Steinbach 1, 608, Gottsched schaubühne 1, 421, A. G. Kästner 1, 11, Kortum Jobsiade 1, 55, schriftsprachlich veraltet, aber noch im maa., z. b. obers. 2, 599ᵃ, Leihener 87ᵇ, Schambach 243ᵃ, G. Hauptmann weber 11; ungelück Arigo 108, 7, nomenclator (1634) 497, Voigtländer oden 40, 4, Günther 5, Bürger 24ᵃ, obers. 2, 599ᵃ; ungluck neben unglück Luther, unglug 34, 1, 349, 18 W.; unglick Schiltberger 97, 1, ungelick Diefenbach 181ᵇ, unglicke iber unglicke Hauptmann weber 11, unglig Steinhöwel Äsop 60, unglüg tirol. weist. 3, 358, 17, ungelüch Schmeller 1, 971; unglückt (wie glückt), plur. unglückter Staub-Tobler 2, 622, niederöst. weist. 3, 425, 8, Funckelin geburt (1553) 107ᵇ, P. Widmann hortulus (1627) 1, 117, Steinbach 1, 314. der plur. lautete sonst unglück (alle u. Luther 24, 164, 16 W.; zwey ungluck 19, 133, 1 W.; drey grosze unglück Schupp schriften 158; am längsten im handwerkssprichwort erhalten, s.I 1) und, wie noch heute, unglücke (unzaͤliche unglucke Eberlin v. Günzburg 3, 263, unglücke Lohenstein, Butschky, A. v. Haller, Lessing, Herder, Lichtenberg, Pestalozzi, Heine u. s. f., eisenbahn- u. s. w. unglücke; all' unglück' P. Fleming d. ged. 1, 105; Göthe 32, 14, 11 W. liesz Tischbeins plur. unglücke stehen, scheint ihn aber selbst in übereinstimmung mit Adelung gemieden zu haben; vgl. 3, 352 W.; heute kann er bei individuell gestalteter vorstellung als einwandfrei gelten, wenn auch meist unglücksfälle u. dgl. vorgezogen wird; Wilmanns gramm. 3, 716); unglücker (Kramer seehelden 237, dict. 1700, 1, 541; J. Grimm an Dahlmann 1, 6 aus dem munde eines Frankfurters; Sanders erg. wb. 332ᵃ) ist wesentlich mundartlich (z. b. Staub-Tobler 2, 622; Follmann 519ᵇ; obers. 2, 599ᵃ; Askenasy 197; Hentrich 11; Eupen 10ᵇ). es lassen sich hier nur grundzüge des wortgeschichtlichen thatbestandes geben.
I.
appellativisch.
1)
mangel an gelingen, glücklosigkeit, miszlingen, miszerfolg (vgl. ungeling, ungelingen, unfall, ungefäll): vierzehen handwerk, fünfzehen unglück Agricola s. th. 4, 2, 425; Wander 2, 342; Fischer schwäb. wb. 3, 1136; Leihener 87ᵇ; Riehl d. arbeit 45; nl. wb. 10, 1621; das glück, das gelingen verbindet, das u. zersetzt und zerstreut Ranke 1, 121; u. im spiel, glück in der liebe Fischer schwäb. wb. 3, 711; lux. 316ᵇ. einige schieben dieses theatralische u. auf das alter des dichters Gottsched d. neueste 1, 61; kein deutscher leser wird das u. einer neuen übersetzung machen (wohl im wortspiel mit glück machen faire fortune, sonst doppelsinnig nach machen th. 6, 1373, 7 b, zu 2 a β gehörig, oder nach machen th. 6, 1375, 10), so wenig als noch ein deutsches parterre jemals eine neue übersetzte komödie ausgepfiffen hat Nicolai S. Nothanker 1, 106; ähnlich dasz nunmehr diese überflüssige gedancken noch einmahl ihr glücke, oder dasz ich besser rede, ihr unglücke in der welt versuchen wollen Chr. Weise überfl. gedanken 3 ndr. vgl.unglückspoet (J. Chapelain; in solche bezeichnungen flieszt etwas von bedeutung I 2 b und VI ein).
2)
unglückliche fügung, miszgeschick (vgl.böses u. dgl. glück),
a)
im nachdrücklicheren sinne:
α)
unglückliche schickung, unglücklicher zufall, umstand, unglückliches ereignis; es ist als solches meist unvorhergesehen (Chr. Wolff von gott 545), unvermuthet (A. G. Kästner 1, 11), ungewollt (mnl. wb. 5, 604; nl. wb. 10, 1622, 4 b; Stifter 1, 85), unverschuldet (handelsgesetzbuch 63, 1); bisweilen von β nicht zu trennen:
ein michil ungelucke iz was,
daz dîn nieman ne plach
Straszburger Alexander 3783 Kinzel;
es wäre kein u., wenn wir zu einer nachträglichen sendung genöthigt würden Göthe IV 42, 89 W.; 21, 62 W.; vgl.b; Fontane I 5, 11. das ist (weiter) kein u., hat nichts zu sagen; Follmann 519ᵇ; vgl.b; Molema 550ᵃ; in gottes namen hebet sich alles u. an Luther 16, 463, 32; 10, 2, 119, 20; 17, 1, 363, 37; 25, 197, 16; 28, 57, 30; 144, 27, 492; 33, 401, 12 W.; Franck diallage 154ᵇ; sprüchw. 2, 5ᵃ; Wander 4, 1438, 2; glücke hat sein ungelücke, ungelücke hat sein glücke Logau 154, 70; ein u. geschieht, passiert, macht sich, ereignet sich, entsteht, tritt ein, fällt vor, trägt sich zu, geht vor, begegnet, steht bevor, widerfährt einem, stöszt zu u. s. w.; was giebts? ein u.! G. Hauptmann bahnwärter Thiel 46; eisenbahn-, jagd-, schiffs- u. dgl. unglück; Sanders erg. wb. 322ᵃ; vgl.unfall, ungefäll, unglücksgefäll; anderer von auszenher zufälligen unglücke Hohberg georgica 1, 18. das u. meiner geburt Bode Thom. Jones 2, 316; der eindruck des unglücks Göthe IV 40, 141 W.; tag des unglücks Schiller 13, 342; stelle des unglücks Stifter 5, 1, 205; vgl.unglücksfall, -tag, -stelle u. ä.
wobei uns gottes ordnung gut
durch glück und unglück führen thut
Spreng Äneis 100ᵃ.
mit präpositionen, in der regel zur umschreibung von unglücklicherweise: von u. Gottfried Tristan 11517; Fischart binenkorb 102ᵃ; das nichts ... von glück und onglück ... geschicht Münster cosm. 2 vorr.; Schröder rechtsgeschichte⁵ 752; mnl. van, bij, met, te o., mijns ongheluks wb. 5, 604; nl. wb. 10, 1621 f. durch ungluck Fischart binenkorb 243ᵃ; mit u. Spreng Ilias 62ᵇ; zu unglück Sachs 9, 496, 36 K.; der pöbel ... gibt zum u. den ton an Schiller 2, 12; zu allem u. Agyrtas grillenvertreiber 64; zum gröszten u. Mozart bei O. Jahn 4, 151; nach β übergreifend zuͦ seinem u. Arigo 107, 3; zum unglücke für England Archenholz England u. Italien 1, 1, 44; ironisch Fischart binenkorb 161ᵃ; elliptisch, satzbildend:
zum unglück, dasz Dianens schaar
so nah mit ihren hunden war
(1753 doch u.) Lessing 1, 159.
β)
art, inhalt und ergebnis der fügung werden stärker betont; 'unangenehm empfindbares, übles, was durch verbindung auszer unsrer gewalt liegender umstände zukommt' Weigand syn. 3, 863, objectives unglück, unheil, miszgeschick u. dgl. synonyme verbindungen: unglick und gepressten Schiltberger 97, 1; trübsal und u. Arigo 102, 9; 150, 30; u., schande und laster 20, 7; nichts als schaden und u. kann er machen Lenz, 1, 25 Tieck (enen o. doen mnl. wb. 5, 604; schaade aan schip of aan koopwaren ebda); krig und u. Stolle thür. chron. 30; u. oder unraht Luther 34, 2, 239, 19 W.; u. und ungnade 19, 133 W.; unfall und u. s. sp. 525; Musculus hosenteuffel 6 ndr.; Thurneisser m. alchymia 3; gott ... behüte mich vor allem u. und bösen Schweinichen 26; mit vieler armer leut blut und u. Zinkgref apophthegmata (1628) 27; creutz und u. P. Gerhardt bei Fischer - Tümpel 3, 315 u. s. w. (Sattler phraseologey 379); in längeren aufzählungen Rachel 46 ndr.; Canitz ged. 51; Gottsched ged. 260; für diesmal schliesze ich und werde das nächste blatt einmal ganz von unheil, mord, erdbeben und u. ausfüllen Göthe IV 8, 72 W. u. dgl. zur unterscheidung: ungemach, bedrängnisz, drangsal, elend, jammer, kreuz, leiden, noth, trübsal, u., widerwärtigkeit Weigand syn. 3, 863; unheil, u., unstern 3, 875; hierdurch entstand nun zwar kein u., aber ein lächerliches unheil Göthe 26, 321 W.; u., nicht unsegen Fontane ges. romane und novellen (1890) 7, 63. Sirach 11, 14; erzehlet S. ferner glück und u. (alle erlebnisse) Grimmelshausen 2, 7, 20 Keller; glück und u. wird gesang Göthe 1, 9 W. erläuterung durch nähere bestimmungen: das was sein ungelucke H. v. Neustadt Apoll. 5482; das u. ierer tochter Steinhöwel Äsop 341; des ungelúckis not R. v. Ems weltchron. 22214; das u. der kriege Ranke 4, 17; aller art u. Storm 1, 45.
es ist des unglücks (s.γ) eigentlichstes unglück,
dasz selten drin der mensch sich rein bewahrt
Grillparzer 5, 161 (Medea 2);
u. an leyb und leben Sachs 2, 38, 29 K.; herzens-, liebes-, weltunglück u. dgl. das u. von Carlsbad Göthe IV 35, 118, 19 W.; toͤtlich ungelück Steinhöwel ber. fr. 57; ordentliches, auszerordentliches Walch 2741; das künfftige (Ringwaldt warnung B 1ᵃ), vergangene (Göthe 25, 51 W.), gegenwärtige (Göthe IV 42, 94 W.), häusliche (Zimmermann einsamkeit 1, 4), öffentliche (Schiller 12, 61), glückhaftige (Staub-Tobler 2, 624), glückselige (Amadis 1, 164 K.), glückliche (Lessing 2, 415), grosze (Moscherosch insomnis cura 4 ndr.), schwere (Zinkgref auserl. ged. 34 ndr.), höchste (Zimmermann einsamkeit 1, 6), tiefere (Nietzsche Zarathustra 467 kriegsausg.), harte (Herder 26, 247), furchtbarste (Göthe 26, 41 W., erdbeben von Lissabon), entsetzliche (O. Jahn Mozart 1, 379) u. s. w. (Sattler phraseologey 477). unter den verbalen verbindungen überwiegen die mit transitiven verben, während bei α diese fast fortfallen: u. haben Luther bei Wackernagel kirchenl. 3, 24, allgemein; auch mit inf. oder abhängigem satz, z. b. Kortum Jobsiade 1, 55; horen und laszen in unglig haben mittite eum in malam rem suam Steinhöwel Äsop 60; Luther 12, 544, 8 W. (veraltet); allgemein zurichten (1. Mos. 34, 30), anrichten (Luther 24, 164, 16 W.; auch bildlich, s. th. 1, 428, vgl. III), zufügen (Eyering prov. copia 3, 93), stifften (Hayneccius H. Pfriem 578), anstiften (M. Meyr a. d. Ries 1, 82), einem anthun (Grabbe 1, 29), machen (th. 6, 1373, 7 b, mit umbiegung von glück machen faire fortune Lessing 2, 27 f.), anstellen (Brentano 5, 85, meist in abgeschwächtem sinne, vgl. b, th. 1, 483, auch lärm anrichten, als ob ein groszes u. geschehen wäre Crecelius 845), bringen (Sachs 1, 140, 17 K.), erleiden (17, 440, 23 K.), gönnen (Petri O 6ᵃ; Thomasius gedancken u. erinnerungen 1, 3), vorbedeuten (Lessing 8, 33, 40), prophezeien (Heine 1, 100), ertragen, erleben, verhüten u. s. w.; ... waren ir vil u. ... uberhaben Eberlin v. Günzburg 1, 46 ndr.; dem u. ausgesetzt sein G. Keller 6, 188; an das u. denken Liebig chem. br. 95; nach γ weisend zuͦ u. bringen Züricher bibel (1531) Josua 6 C, zu u. kommen Sachs 17, 20, 25 G., Reuter Schelmuffsky 8 ndr., in u. verfallen Ebner-Eschenbach 3, 3 u. s. f. concret: collectiv für die unglücklichen das asyl des unglücks; für den urheber des unglücks Parac. (1590) 9, 112;
sein unglück und sein glücke
ist ihm ein jeder selbst
P. Fleming 472.
weil sie (Napoleon) das u. meines vaterlandes sind Häusser d. geschichte 3, 546, wie allgemein auch für das, was u. verursacht (vgl. nl. wb. 10, 1622, 5); der bauch ist des lebens u. Franck sprüchw. (1541) 1, 159ᵃ.
γ)
überwiegend zuständlich; vgl.unglückseligkeit, ↗unbeglücktheit, ↗unbeglückung (gs. subjectives glück Mauthner wb. d. philos. 1, 438ᵇ); oft stark gefühlsbetont als seelenzustand: als nu der mensche got wil minnen, so siht er in sich selber das er minnelos und gnodelos ist; so ... stet alles das unglúcke in ime uf das ie wart Tauler pred. 49, 23 V.;
und ist das unsaͤlgst unglück das,
wer dengket das er saͤlig was
Schwarzenberg Cicero (1535) 157ᵃ;
vom liebesleid Scheit Grob. 2109;
kein unglück kan da dauren
P. Gerhardt bei Fischer-Tümpel 3, 350ᵇ;
vgl.unglücksstand, -zustand u. dgl.; im u. trosten sich die heyden also Agricola sprichw. (1534) B 3ᵃ; Göthe 21, 75, 16 W. in ä. spr. rückt der begriff an verdrossenheit (Suso d. schr. 13, 18 B.), verdrusz (die fliegen thetten im .. me unglücks an dan sunst alwegen Pauli schimpf 37; Scheit Grob. 1465), händel (wann er sich in alle u. stackt Tschudi chron. 1, 295, dazu Staub-Tobler 2, 599) heran; vgl. b undunfall II 1 b.
b)
abgeschwächt und eulogisch vgl.unfall II 2 b, pech, malheur, leiden (th. 6, 667), schlammassel, patsche u. dgl.: wie einer (der pechvogel eines Rosenplütschen priamels) mocht von groszem ungluck sagen d. texte d. m. 14, 16, 143 (vgl. von glück sagen th. 8, 1657); Sachs 21, 65, 22 G.; Terenz (1499) 46ᵃ; Scheit Grob. 3442; von u. fuͦget sich ... das der windt herren C. sein hut in den graben warff b. d. liebe 105ᵈ; polit. maulaffe 6; Göthe 18, 429 W.; 21, 26, 16 W.; wer u. hat, bricht den finger in der westentasche Gaudy 2, 130; Wander nr. 435; 337 ff.; 372 ff.; 344; 366; 431 ff.; 449; 23; 103; 220; das u. mit diesen musikern ist dasselbe wie mit den dichtern Göthe IV 26, 124 W.; 1, 303, 140 W.; unser u. ist nicht der mangel, sondern der überflusz an mustern O. Ludwig 5, 52. beliebt mit erläuterndem inf. (wie im französischen; auch nl.; wb. 10, 1622) oder nebensatz (vgl. Kolmarer hs. 140, 14): hr. Lessing hatte das u. gehabt, den hrn. hauptpastor ... in einem kleinen auftrage ... nicht so prompt zu bedienen, als allerdings wohl schicklich gewesen wäre Lessing 13, 382; Heppe lehrprinz 4; Steffens was ich erlebte 1, 8; der herzog ... hat das u., dasz die welt gern alberne mährchen auf seine rechnung erzählt Göthe IV 9, 221 W.; im umgange mit stillen kindern aber kann es ein wahres u. werden, wenn die groszen schwätzer sich nicht anders zu helfen wissen, als mit dem gemeinplatze: stille wasser sind tief G. Keller 1, 37; vgl. ein rechtes u. le beau malheur, le grand mal; es ist ein u., dasz ... (z. b. Ebner - Eschenbach 1, 13; Bauernfeld 1, 74), vieldeutig (es ist zu bedauern, kann böse folgen haben, schädlich sein; schade, dasz; leider). unglück mit pech vermischt (1795) Kluge studentenspr. 132ᵃ. diminutiv: ein kleines unglücklin Herberger hertzpostille 1, 21; unglückgen Mülman 12; nl. ongelukje; ongelokje Dijkstra 2, 290ᵇ. im hausdeutsch, das sich Göthe und Schiller für ihren verkehr zurechtgemacht hatten, hiesz frau Bohl, die als ableiter für zudringliche besucher (unglück) diente, das u. aus Lobeda Schiller briefe 6, 59, 452 oder die unglücksburgermeisterin Göthe IV 14, 131, 23 W. mer wumm mache, desz mer ousz dem menscheuoñgleock ('gewirre und getöse') rousz kumme Pfister nachtr. 306.
3)
die willensbethätigung kann in ä. spr. stark hervorgehoben werden: einen unglücke an legen (etwa strafen, foltern, miszhandeln, töten, bedrohen, ängstigen u. dgl.) Arigo 175, 27; vgl. infortunium ferre, habere, züchtigung erfahren; th. 1, 397, 7; plage und u. anlegen ebda; Stumpf chron. 403ᵇ; für malitia der vulgata (Matth. 6, 34) Luther 32, 470 W.; een ongeluk aan iemand begaan jem. miszhandeln, totschlagen nl. wb. 10, 1622, 4 c; gleich wie wyr das wort ungluck auch auff zwo weyse brauchen: eyn mal, das es schlecht ein unfall und zufelligen schaden heyst, der on sunde geschieht. zum andern mal, das es auch untugend und buben stuck heysst; als wenn wir sehen, das ein bube was böses furnympt, sprechen wir: 'der wird ein ungluck anrichten', das ist eyne untugent, dadurch andern und zuletzt yhm selber auch ungluck kommen wird Luther 19, 358 W.; das wörtlein 'hawoth' heyst unglück und hertzenleyd ... das also u. hie alles beydes begriffe, beyde die missethat und die straffe 19, 593, 10 W.;
er (Cain) hat abr ein unglück angfangen
H. Sachs 1, 59, 8 K.;
wo unglück kegen eltern ist,
da folgen straff ohn alle frist
Friedrich Wilhelm sprichw.-register G ij α, 183;
unrecht und ungelücke,
arbeid und schelmenstücke
ist mitten in ihr wol bekant
Ulenberg bei Kehrein kirchenlied 2, 180, 7 (psalm 54, 10 ff.).
'og nidingsvœrk er ulykke' Grønbech lykkemand og niding 178. engl. unlucky 'boshaft, muthwillig, schadenfroh'; unluckiness 'bosheit'. die mundart hält solche bedeutungsentwicklung in unglück(s)macher, unglück machen (Staub-Tobler 4, 51; 2, 598) fest. vgl. noch dän. gjøre en ulykke paa sig sich ein leides anthun. nl. iemand een ongeluk doen ihn erschlagen. auch ἀτυχία heiszt übelthat, verbrechen.
II.
dämonisch und persönlich vorgestellt. J. Grimm myth. 2⁴, 731; 3, 267. vgl.unfall III, ungefäll II 2 c, unheil, unselde.
1)
das Unglück als aufhocker, huckauf: Laszberg liedersaal 2, 575 (155, 16 ff.); Kolmarer hs. 139, 35, 42 (älter die Unsælde Roethe zu Reinmar v. Zweter 178); überwunden wird es in einen baum eingeschlossen oder an einen pfahl gefesselt, von wo es dem wieder aufhockt, der es löst: liedersaal 155, 46 ff.; Sachs 12, 270, 34 ff. K. (fastnachtsp. 6, 68, 201 ff. Götze), 3, 209, 19 ff. K.; Perger pflanzensagen 296. hier haben die vielfach verblaszten vorstellungen, dasz das unglück einem über den hals kommt, auf dem rücken oder halse liegt, ihn reitet u. dgl., einen ausgangspunkt (auch die Unsælde reitet einen; mhd. wb. 2, 37ᵇ). Beheim bei J. Grimm myth. 3, 267; Keisersberg bilger 299 Dacheux; sünden des munds 13ᵈ; hettestus angeruͤrt, u. muͤst dich reitten si attigisses, ferres infortunium Boltz Terenz 88ᵇ; th. 8, 777; oben sp. 527; els. wb. 1, 258ᵇ;
der mensch musz bieten seinen rück
täglich dem unfal und unglück
Petri B 1ᵇ;
th. 8, 1352 f.; Sachs 3, 209, 27 ff. K.;
wie komet mir das unglück als
ains tages her auf meinen hals!
H. Sachs 6, 153, 26 K.;
so ist der mensch:
verzagend, wenn das unglück schleichend naht;
doch springt's ihm plötzlich auf den nacken, trägt
er's oft mit riesenkraft
Kotzebue;
so lade man gewiszlich ein u. sich auf den halsz Prätorius winterflucht 4; L. wünschete der R. alles u. auf den halsz Happel ak. roman 265; Parthenophilus (1719) 84; Hahn staatshistorie 2, 203; th. 4, 2, 251 f.; das u. hat ihm der vater selbst an den hals bitten müssen pers. rosenthal 7, 11; alles u. an den hals fluchen grillenvertreiber (1605) 177, hexen Gottschedin testament 291 u. dgl.; ganz verflüchtigt: sich sein lebenlang mit u. tragen Petri U 3ᵃ; das u. lag auf ihnen Holtei erz. schr. 2, 4; alles u. anwünschen (Lessing) u. s. w. das u. wil gerühmet seyn Petri M 6ᵇ. wer singen und lachen kan, der erschreckt sein u. Lehman florilegium 1, 234; wer dem u. unter augen geht, den förcht es; der es förcht, den jagt es 1, 252; Wander 4, 1454, 393; 401; 1439, 42; dat unglück kann vor eunem ut der eren springen (Lippe) Wander 4, 1440, 61; unklar des unglücks yeger A. Keller erz. aus ad. hs. 157, 15; u. in der kisten haben th. 5, 857; er fragte, wo mich das u. gehabt hätte, dasz ich so blutig aussähe quelle bei J. Grimm myth. 3, 267; man bannt es Bettine Günderode 1, 58; wunsch für die neuvermählten:
unglük daz hause scheuch!
H. v. Wittenweiler ring 34, 22.
vgl.unglücksbär, -drache, -löwe, -wolf, -faden, -nest. oft wohl nur bildlich zu fassen: z. b. M. Behm bei Fischer-Tümpel 3, 44; Amadis 1, 26 K.; Göthe 5, 33 W. (mein unglücklicher genius th. 4, 1, 2, 3400 antikisierend).
2)
persönlich vorgestellt.
a)
in ausgebildeter personification; an die stelle der Unsælde tretend J. Grimm myth. 2⁴, 731; mit Fortuna wechselnd:
Ungelucke, waz ir mir leides tût!
Straszburger Alex. 3415 Kinzel;
das ungelücke (la fortuna) seinem willen noch nicht ein genügen hat getun Arigo 110, 8; vgl. 111, 4 das gelücke; der neid des ungelückes 249, 17. du hast verbracht den laufe deines lebens, als dir von dem unglück ist beschert gewesen Arigo 254, 32. bei H. Sachs 3, 386, 20 K. (fraw Ungelück mich hefftig tribuliert) erscheint frau U. in blasser abstraction (12, 270, 30 K., 3, 209, 11 K., fastnachtspiele 6, 68, 182 Götze ist u. blosz die gabe der fraw Glück); anschaulicher bei H. Heine:
das glück ist eine leichte dirne,
die weilt nicht gern an einem ort.
sie drückt den kusz dir auf die stirne
und lächelt sanft und flattert fort.
frau Unglück hat im gegentheile
dich liebewarm an's herz gedrückt,
sie sagt, sie habe keine eile,
setzt sich zu dir an's bett und strickt.
vgl.unglück(s)teufel unten VII 1, 2.
b)
seit mhd. zeit ist die spr. von zahllosen ausdrücken durchsetzt, die als auf persönlicher vorstellung des unglücks (ähnlich wie bei glück, heil, selde, unselde) beruhend gedeutet werden können; der sprechende braucht davon im augenblick kein bewusztsein zu haben und die grenzen zwischen blosz übertragenem und personificierendem gebrauch können in jedem falle verschieden verlaufen. z. b.
ouch was ir einiu drunder von Galizen lant,
die hete ir ungelücke von Portugâl gesant
Gudrun 1008, 2;
sît mir mîn ungelücke bî mînen friunden niht ze wesen gunde
1053, 4;
es well dann ungelück walten,
so komen mir auch und springen enpor
gr. Neidhartspiel, fastnachtsp. 419, 5 K.; 490, 27;
das dein ungelück wald!
passionsspiele aus Tirol 13 Wackernell;
th. 13, 1380; diese fügungen hat die n. spr. veralten lassen, doch lenkt (Rückert 3, 67), führt (Göthe 22, 30, 21 W.), will das u. (u. will mich nit lassen Hätzlerin 49ᵃ; ein u. wil geselschafft haben Morhof ged. 248; wenn das unglück will, wer kann dar wider! ollapatrida 30, 8 ndr.; das unglück wollte, dasz er eben nicht zu hause war Eichendorff 2, 230; Ruckert 187, 14, 15; nl. wb. 10, 1621, 1). u. geht und kommt J. Grimm myth. 3⁴, 267; schreitet schnell Schiller glocke 146; Strodtmann Osnabr. 265; frewd und leyd sind so nahe nachbawren als glück und u.; alsz wenn glück im hausz ist, so wart das u. vor der thür Lehman florileg. 1, 233; Tappius (1545) C b α; hist. volkslieder 175, 7 Liliencron; Petri F 7ᵃ; th. 11, 460 f.; es hat gesellen (geharnschte Venus 4 ndr.), gefolge (Mommsen röm. gesch. 5, 129), u. s. w., mit glück und u. musz man hausen (Fischer schwäb. wb. 3, 1274; Staub-Tobler 2, 622; Meyr aus d. Ries 3, 67; vgl. ackermann a. B. 1, 4), man braucht ihm keinen boten zu schicken, es kommt von selber (Wander 4, 1446, 191 u. a.), ungerufen (vgl.unsent) Wander 4, 1449, 255; 1450, 311;
so acht auf eines freundes lehren
und rufe selbst das unglück her
Schiller 11, 232 (ring des Polykrates).
sein u. suchen Arigo 58, 13. dat ungelucke suͤt und hôrt nouwe Tunnicius 962; Wander 4, 1440, 54; 1450, 301; schläft nicht Zedler 49, 1539; Spreng Il. 290ᵃ; Kern sprichw. (1718) 51; Wander 4, 1449, 274, 278; wenn en unglücke slöpt, mot man et slâpen lâten eine schlimme sache musz man ruhen lassen Schambach 243ᵃ; th. 9, 286; u. wacht th. 13, 39, erwacht (Neidhard Fuchs 2487), wird erweckt (Sachs 18, 213, 4 G.) oder erweckt selber (th. 3, 1048); hat sehr ein breiten fusz Mathesius bei J. Grimm myth. 3, 267, Wander 4, 1448, 325; hat breite füsse Faber thesaurus (1587) 477ᵃ; Petri K k 7ᵇ; Schottel 1113; Kirchhofer schweiz. sprüchw. 157; Wander 4, 1442, 132; hat wollen socken an Petri V v 3ᵃ; überläufft auch einen haasen Hoffmann polit. Jesus Syrach 44; Wander 4, 1449, 281 u. ä. gewählter und individueller sind die literarischen personificationen; z. b.
da mich des unglücks hand in kummer-lauge wäscht
Günther 588;
die hand des unglücks liegt schwer auf mir Kotzebue 2, 69; Raabe hungerpastor 1, 224; vgl. unglückshand;
gewöhne mich auch an des unglücks stimme
Körner 130ᵃ;
wo unglück geuszet ein glocken,
darf man das gsind nit lang locken
Kirchof wendunmuth 2, 321;
B. Neukirch ged. 176; J. E. Schlegel 1, 11;
unglück bildet den menschen
Göthe 4, 120 W.; Wander 4, 1450, 307;
deine braut heiszt qual — den segen
spricht das unglück über euch!
Lenau 12.
wieder biblisch (Hiob 15, 35) mit u. schwanger gehen (Schede psalmen 29 ndr.; J. G. Neukirch anfangsgründe 128; Wander 4, 1441, 71; vgl.unglücksschwanger); das u. gebiert nur zwillinge Hebbel tageb. 2, 71; kind, sohn des unglücks th. 5, 724, Gotter 2, 367, Matthisson 4, 20, Kotzebue 8, 292, Spielhagen 1, 10; vgl. unglückskind, -sohn.
ein ungluk daz ander reyt
H. v. Wittenweiler ring 53, 24;
vgl. II 1; Wander 4, 1441, 78 ff.; Hesekiel 7, 5;
es kombt allein kein ungelück,
eins bringt das ander auf dem rück
Sachs 17, 94, 7 G.; 6, 36, 5 K.;
nun ist noch ein u. auf das geseszen Meisterlin städtechron. 3, 97, 24; ein u. das ander thut jagen Eyering 1, 32; beut dem andern die hand Spanutius 527; ladet das andere zur kirmes Aler 2, 2091ᵇ u. s. f. reich durchgebildet ist die vorstellung des unglücks als feind: u. geht, ficht, trabt einen an (Luther 14, 133, 14 W., W. Spangenberg Alcestis 1959, Hecuba 110, Petri H 3ᵃ; ansprung der widerwerticheit oder unglückes Arigo blumen der tugend zs. f. d. phil. 28, 462, 476, des unseligen pösen gelücke decameron 664, 6), treibt einen um (Petri B 8ᵃ), schlägt, überwindet einen (2 ält. katechismen 25 ndr., Knebel chron. v. Kaisheim 109, 31), be steht einen (Waldis Esop. 4, 80, 94, Fr. Wilhelm sprichw. register d α 58, Schellhorn sprichw. 108; heute umgekehrt besteht man das u. E. M. Arndt 5, 316, übersteht es P. Fleming 1, 105, widersteht ihm Caroline Schlegel 1, 49 Waitz), bringt um (Petri M 6ᵇ), gebraucht sein tück (ebda; von ungelückes tücke Logau 49, 180), verfolgt wie auf der ferse (Gerstenberg litbr. 162, 34 ndr.), ereilt mich (Göthe 22, 11, 15 W.), trat dem könige in die wege (Laube 4, 154), droht (Schiller br. 5, 276) u. s. w.; man entgeht ihm (Arigo 171, 17; Jerem. 11, 11), flieht es (Schulze bibl. sprichw. 48), ringt danach (th. 8, 1007); das u. musz man überböszen Schellhorn 157; th. 11, 2, 147; u. kommt mit hauffen Scheit Grob. 3474; eselkönig 324;
so kommt doch bald mit hauffen
das ungelück gelauffen
Zesen verm. Helikon 2, 64;
vgl.unglückshaufen, -heer. es kommt nicht allein Keisersberg evangelibuch (1515) 7ᵇ; Luther 18, 495, 22 W.; Wander 4, 1444, 129, 1446, 183. in n. spr. wird vieles dieser art eben nur noch allgemein bildlich empfunden. vgl. III.
III.
unerschöpflich ist der reichtum der bilder, unter denen der für unsere vorstellungswelt überaus bedeutsame begriff erscheint; dabei ist bemerkenswert, dasz die alte für glück (Zarncke z. narrenschiff 37) so wichtige vorstellung des glückrades und der kugel fast gar nicht in betracht kommt; s.unglücksrad, -rädlein, -ball, -spiel: u. säen Hiob 4, 8 (th. 8, 1633, 4 d); Wander 4, 1456, 443; Petri H h 7ᵃ; u. aus dem acker nicht wechset Hiob 5, 6; Petri E 5ᵇ; u. und hor das wechszt all tag S. Brant narrenschiff 56, 56 (Freidank 39, 23 sünde, nagel unde hâr); th. 13, 86, 118, 121; Wander nr. 238, 271, 331; Kirchhofer 157; holtz und u. wachsen über nacht oder alle tage Lehman 1, 98; Grässe jägerbrevier 77; Stüve wesen u. verfassung 271; fieng sein ungluck an zu gronen Knebel chr. v. Kaisheim 265; u. blüht th. 2, 156, 5; E. v. Kleist 1, 235, 8; Wander 428, 441, 465; wird reif Wander 499; vgl.unglückssaat, -säer, -samen; grab nit nach u. Dentzler 139ᵃ (Hiob 3, 21); deines unglücks frucht Schönaich Heinrich d. Vogler 26; u. brauen th. 1, 428; Luther 32, 37, 11 W.; Henisch 488; Immermann 16, 500; ausessen Waldis 1, 67 K.; u. regnet hist. volksl. 134, 471 Liliencron; E. Zahn helden des alltags 62; in u. baden Waldis Esopus 3, 98, 130; Petri F f 2ᵃ; geht an die knie, lasz dir kein u. über die knie gehn th. 5, 1423, 1425; Wander 190, 382, 483; Staub-Tobler 2, 622; welch u. wittert sich? W. Scherffer bei Drechsler 273; Günther 1083; u. stürmt Schwabe belustigungen 1, 537; blitzt Gottsched neueste ged. 28, schlägt drein th. 9, 400 h (fulmina fortunae wanns u. drein schlegt Schönsleder X 2ᵇ; abgeblaszt zs. f. d. altert. 32, 142; wie wolt nit u. zuͦ solchen unbillichen sachen schlahen Gebweiler beschirmung 35ᵇ; Raber 2, 15 ndr.; Garg. 59; worzu das u. schlug 'kam', das .., Chemnitz 3, 1, 16ᵃ; 81ᵇ), braust in wogen E. v. Kleist 1, 218, 162; ungelückes winde quelle bei J. Grimm myth. 3, 267; des unglücks wetter P. Gerhardt bei Fischer-Tümpel 3, 345ᵇ; des unglücks wilde wellen Morhof gedichte 145, stürme Herder 5, 124, nordlicht Rabener 2, 85; alles boͤses und ungelucks bron Hutten 2, 195, 24, quellen des unglücks Varnhagen v. Ense tageb. 1, 2 (vgl. unseldenbrunne bei J. Grimm myth. 3, 267); um nun das masz des unglücks voll zu machen Auerbach dorfgesch. 2, 197 (vgl.unglücksmasz); versincken im u. Petri b 4ᵇ; (sich) ins u. stürzen Chr. Wolff v. d. menschen thun 281; Schiller 1, 17 (vgl. abgrund von u.); groszes u. entzünden Happel ak. roman 226; sein u. schmieden Petri V 8ᵇ, Wander 202, (seines unglücks schmied 426, vgl. th. 9, 1064, 1056; seines glücks und unglücks schmied v. Besser 1, 316; Freytag 14, 362), u. feil tragen, kaufen germ. abh. 25, 564; S. Brant narrenschiff 78, 15; Wander 300; th. 5, 332 (kaufgericht); u. ist wohlfeil Valentini 2, 1181ᶜ; vgl.pech kaufen; u. häckelt sich an Fouqué zauberring 1, 47; u. mit u. häufen D. v. d. Werder buszpsalmen B 3ᵃ; desz unglückes angel Sachs 12, 493, 36 K.; dem gewicht des unglücks Schiller 4, 66; des unglücks seelenmordende pfeile Grillparzer 5, 1, 172 u. s. w. auch viele composita, bes. solche des 17. jhs., unter VII 2 sind bildlich gemeint. die junge in mannigfacher sinnesfärbung auftretende ra. da liegen, sitzen, hocken wie ein haufen u. (elend) kann, wenn nicht haufe I 2 vorliegt, von ausdrücken wie am haufen liegen, sein (si springend und laufend, bis s' amene h. sind zusammensinken, das geht nicht ein jahr, so sind sie am h. bankerott, ruiniert; amenen h. liggen, sitzen träge herum liegen, unbeweglich kauernd am gleichen fleck verharren Staub-Tobler 2, 1045; zeime hûfen th. 5, 1292; 4, 2, 5882) ausgehen, kaum beeinfluszt von h. oder unglück als scheltender personenbezeichnung (Staub-Tobler 2, 1043; Fischer schwäb. wb. 3, 1241; vgl. unglücksvogel, umvogel, unseliger vogel schwächlicher, gebrechlicher mensch els. wb. 1, 99, ungelok unglücksvogel Dijkstra 2, 290ᵇ, nl. een ongeluk van een vent, een ongelukje nl. wb. 10, 1622ᵇ); hinzugefügtes unglück (elend) würde dann den schlusz vom äuszern auf die geistige verfassung wiedergegeben haben: der sitzt da wie ein h. u. (elend) Fischer 3, 1241; 2, 699; Ruckert 187; th. 4, 2, 582 unter häufchen (ebda sp. 586 erwähnte verbindungen wie glücks den haufen können formal eingewirkt haben); der alte mann, der in seinem bette wie ein häuflein willenlosen unglücks lag Speck zwei seelen 219; wir waren in verlegenheit, was wir mit diesem häufchen u. anfangen sollten 260; er sieht aus wie ein haufen u. Sachs-Villatte 2⁵, 793ᵇ; dat ös en wahret hûpke onglöck Frischbier 2, 422ᵇ; det is'n klump unjlick ein unansehnlicher mensch Brendicke 69ᵃ; P. lagg as en klumpen u. up sinem sopha Fr. Reuter 9, 233; den nassen klumpen u. die ertrunkene Heyse kinder der welt 2, 144; Sanders erg. wb. 322ᵃ; vgl.klosz 2 b; soll mich doch wundern, ob ich aus das stückchen u. (Hans Unwirsch, der sich vor prügeln und dem 'schraubstock' des oheims fürchtet) den grund herausquetschen kann, weshalb ... Raabe hungerpastor 1, 103. vgl. this little piece of disgrace. da liegt der haufen unglück, etwa von zerbrochenem geschirr gesagt, mit dem man verunglückt ist (vgl. I 2 b; Sanders erg. wb. 322ᵃ wollte für die erklärung der ganzen ra. davon ausgehen), dürfte von dem auf personen bezüglichen gebrauch zu trennen sein.
IV.
ausgeführtere vergleiche sind nicht selten; z. b. massen dann die unglücker wie die niesser sind, deren selten eines allein, sondern gemeinlich ein paar oder noch mehr zusammen kommen Krämer seehelden 237; Wander 4, 1452, 353; 1454, 393; Göthe 2, 61, 12 ff. W.; Raupach bei Lipperheide spruchwörterbuch 961ᵃ.
V.
unglück als krankheit (vielleicht von II 1 beeinfluszt; vgl.unfall I 4, ungemach 1 b): epilepsie Höfler 197ᵃ; syn. mit jammer Schambach 93ᵃ, 243ᵃ, th. 4, 2, 2253, mit elend Schambach 55ᵇ, Hentrich 11, th. 3, 409, mit schwer leid Schmidt Westerwald 283, dem höchsten Frischbier 2, 422ᵇ, th. 4, 2, 1597 h, mit schlag (slag un u. krigen epileptische krämpfe bekommen Fr. Reuter Müller lex. 144ᵃ), das selig th. 10, 1, 526; Danneil 231ᵇ; Dähnert 506ᵇ; Mi 96ᵇ; Schütze 2, 42; Bauer-Collitz 108ᵃ; laus. obers. 2, 599ᵃ; Kehrein Nassau 417; Crecelius oberhess. 845; Pfister nachtr. 306; nl. ramp. Zedler 49, 1547. nicht mehr schriftsprachlich. undeutlicher von folgen des weintrinkens H. R. Manuel weinspiel 539. viehkrankheit: im sommer kömpt biszweilen ein u. unter die hüner, dasz sie sehr sterben viehb. (1667) 99; M. Böhme viehartzney 56; Aitinger X 3ᵃ; ein viehsterben, ein sogenanntes u. am vieh Möser 3, 313; vgl. unglücklich Follmann 519ᵇ. iemand een ongeluk slaan einen gefährlichen schlag geben Schuermans bijvoegsel 216ᵃ. zich een ongeluk schreeuwen, lachen nl. wb. 10, 1622. an misval, miskraam, unfall I 2, ungesund, m., erinnert, obwohl euphemisch verstanden, een ongelukje hebben ein kind kriegen, von einer unverheirateten nl. wb. ebda; Wander 4, 1458, 495; to have a misfortune Murray 6, 513ᵃ; vgl.nehmet eure jungfern fein in acht, damit sie nicht unglücke unter wegens nehmen Chr. Reuter Schlamp. krankheit u. tod 1, 4, 98 ndr. übertragen von fleischeslust Waldis Esopus 2, 60, 22 K. nur bildlich Wander 4, 1439, 26.
VI.
im ausruf, fluch und segen, in verwünschung und drohung (vgl. II): botz unglück (malum), welche andre? Boltz Terenz 50ᵇ (Eun. 780); Neidhart 142; Boltz 98ᵃ;
im fahungs-strick,
o ungelück!
da lag sie gantz umschlossen
Reinicke fuchs (1650) 95;
ach malheureuses u.! Hafner lustspiele 2, 3; krägst de's u.! Crecelius 845; wos e uhglick! Niebergall 149; Jesus, das u.! E. Th. A. Hoffmann 10, 139; inu u'gelick! angst- und klagruf obers. 2, 599ᵃ; du ugelick du! ausruf des staunens ebda. u. über alle unglücke! Lessing 2, 164; u. über u. ... auf diejenige, die ... nach mir diese lippen küszt! Göthe 27, 292, 4 W. (dicht. u. wahrheit 2, 9; sonst bringt der kusz kein u. Arigo 125, 20); vgl.malheur à, sur; Brentano 5, 55. elliptisch:
zum unglück, dasz sie auch die birnbaumszene sahn!
Wieland 22, 292 (Oberon 6, 86);
vgl.ganc zallen onselden hin! quelle bei J. Grimm myth. 2, 732. veraltet sind die verwünschungen: ungeluck hause gewaltiglich zu euch ackermann a. B. 1, 4; alles ungelukch geb in hail! zs. f. d. altert. 41, 179; dasz uch alle u. misz bestan! Alsfelder pass. 3975; J. Ayrer 160, 22; Schottel 1137; das dich als u. angee! A. v. Eybe sp. d. sitten (1511) cc 6ᵇ; Luther 14, 133, 14; Dentzler; vgl. Raber 25, 751; undanck, schanden und ewig ungeluck und verdampnus hab der mensch theol. deutsch 38 Mandel; so wil ich ... gepotten haben, das sie (die geistlichen) es bekennen mussen (dasz L. es besser getroffen habe) on yhren danck und all u. dazu haben Luther 23, 12, 12 W.; habt euch als u.! Sachs 1, 66, 10 K.; lasset sie sten in des unglückes namen, das in got gebe Arigo 137, 38; alles u. möge dir geschehen mnl. wb. 5, 604; drohend gehe mir vom leibe, oder du hast unglücke Weise pol. redner 375; du feiger schalck, das sol dein u. sein Eulenspiegel 15 ndr.; Lessing 2, 339, 9; Göthe 43, 117, 1 W.;
ei, so wünsch ich dem
des unglücks noch so viel
Arnim 13, 32;
umgekehrt: u. hab urlaub von uns Ayrer processus 3, 1; glück 'rein, u. 'naus Fischer schwäb. wb. 3, 711; gott wende das u. ab Frisch 1, 358ᵇ. Biterolf 2342 Jänicke. auch zusammensetzungen wie unglücksbesuch, -bube, -dirne, -fabrik, -gaul, -geld, -graf, -kerl, -kind, -krone, -mann, -mensch, -pilz u. a. enthalten eine verwünschung.
VII.
neben dem hier nicht zu erfassenden unermeszlichen reichtum an sprichwörtern, sentenzen und redensarten geben besonders zahllose zusammensetzungen davon eine vorstellung, was für eine grosze rolle das u. im sprachleben der neueren zeit spielt. das älteste der unten verzeichneten comp. ist unglucksnest fastnachtsp. 255, 15 K., die festigkeit der zusammensetzung bisweilen gering (z. b. in einiges unglücks loch Buchholtz Herkules 1, 42; vgl. unglücksfall).
1)
in der form eigentlicher composita:
unglückabwendend part. - adj
R. Köhler kl. schr. 1, 368, vgl. ἀλεξίκακος, unglückfernend,
unglückahnden n
A. W. Schlegel Shakespeare 2, 76,
unglückahnend part.-adj
Wieland 23, 35 (Oberon 7, 51),
unglückbedeutend
Wieland Lucian 1, 59, A. v. Humboldt kosmos 3, 542,
unglückbekämpfend
Heine 1, 179,
unglückbringend
Herder 24, 549, Göthe 48, 105, 24 W., Schiller 5, 188, Mommsen röm. gesch. 1, 168,
unglückbringer m
Campe,
unglückbrütend part.-adj
Grillparzer 10, 31,
unglückbüchse f
Fischart jesuiterhütlein 580, vgl. 2,
unglückdeutend part. - adj
Stolberg 15, 176, A. W. Schlegel Shakespeare 8, 257,
unglückdräuend
Triller betrachtungen 5, 378,
unglücksdrohend
neue schauspiele (1771 ff.) 4, 3, 55, Wieland Lucian 6, 65, H. v. Kleist 3, 260,
unglückfährigkeit f.
miszgeschick, unglück, Abele unordnung 3, 199, vgl. 2,
unglückfernend part.-adj.
ἀλεξίκακος Stolberg 15, 65,
unglückfeuer n.
feuer des unglücks Rein. Fuchs (1650) 400, vgl. 2,
unglückfinder m
Fischart praktik 15 ndr. (1876),
unglückfreude f
schadenfreude, Fischart gegenbadstüblein 367, 108 K.,
unglückfurcht f
Dannhawer catechismusmilch 2, 32,
unglückgott m
Franck moriae enc. 86, 1, vgl. 2,
unglückheilig adj.
substantiviert heiliger, der unglück bringt, Garg. 413 ndr.,
unglückkrämer m
Guarinonius 663,
unglücklinie f.
fortlaufende reihe, kette von u. Bernoulli Overbeck u. Nietzsche 2, 77, aber chiromantisch unglückslinie s. 2,
unglückmacher m
Staub-Tobler 2, 599; 4, 51; H. R. Manuel weinspiel 2118; Henripetri generalhistorie 412; vgl. 2,
unglückmacherei f.
unglückbringerei Nestroy 3, 66,
unglücksäule
Stifter 5, 1, 204,
unglückschwanger
Herder 29, 582, A. W. Schlegel Shakesp. 3, 220, vgl. 2,
unglückschwert
Garg. 179 ndr., vgl. 2,
unglückseher
(μάντις κακῶν) Stolberg 11, 9, vgl. 2,
unglückstern
Pegius geburtstundenbuch s 4ᵃ, vgl. 2,
unglückstifter
Adelphus Barbarossa 23ᵃ, Dannhawer catechismusmilch 1, 133, vgl. 2,
unglückstifterin
Fischart ehzuchtb. 173, 13 H., vgl. 2,
unglücksuchend
Rist friedejauchz. Teutschland 100,
unglückteufel
wider den schwetzteuffel, unglückteuffel und lesterteuffel Huberinus hauszucht 171ᵃ; vgl. 2,
unglückthal
(die erde) alamod. technol. interim (1675) 382, vgl. 2,
unglückverfolgt
Grillparzer 12, 102,
unglückverkündend
C. A. Böttiger kl. schr. 1, 393, vgl. 2,
unglückvogel
(vgl. das ironische glückvogel bei Fischer schwäb. wb. 3, 717, 2): also musz auch der jenig ein unglück vogel, ja on allen verstand geborn sein, welcher mit seiner red ... ihme selbs bei jederman hasz und neid erlangt Joh. Heroldt v. d. zung (1544) 24ᵃ, unglück-vogel corvus infaustus Oken naturgesch. 7, 342, vgl. 2,
unglückvoll
Schubart zs. f. d. wortf. 11, 134, Hafner lustsp. 1, 122, vgl. 2,
unglückweissagend
Wieland Lucian 6, 414,
unglückwesen
A. U. v. Braunschweig Octavia 1, 339,
unglückzeichen
F. Betulius (1550) 6ᵇ, vgl. 2.
2)
häufiger, besonders in n. spr., in der form uneigentlicher composita:
unglücksabend
Fouqué jahreszeiten 4, 213,
unglücksableiter
E. M. Arndt an Motherby 77,
unglücksachse
J. Schopenhauer jugendleben 382,
unglücksahndung
Herwegh Lamartine 5, 20,
unglücksahnen n
Freytag 10, 292,
unglücksahnend
s. th. 11, 1, 646 tolllaut,
unglücksahnung
Voss Äneide 11, 589, Fontane I 1, 195,
unglücksamme
H. A. v. Abschatz schäfer 1, 122,
unglücksangedenker
Neumark lustwald (1657) 2, 297,
unglücksanstifter
Moscherosch ges. 2, 790,
unglücksapfel
Musäus volksm. 3, 59,
unglücksasche
Q. Kuhlmann lehrhoff (1672) 195,
unglücksauge
Hamerling könig v. Sion 5, 36,
unglücksbad
(bildlich) V. Herberger hertzpostille 1, 478, Günther 1005,
unglücksbahn
(bildlich) Rein. Fuchs (1650) 23, Rist bei Fischer-Tümpel 2, 185, Lindenborn Diogenes 1 reg., Kopp volks- u. studentenlied 98, 4; halbsinnlich von wasserfahrten Butschky kanzelley 383,
unglücksball
(der mensch) P. Bose leichengedichte (1680) 12, Gottsched schaub. 1, 55, Bode Thom. Jones 2, 499, vgl. Göthe Faust 9129,
unglücksband unglücksbande
Herberger hertzpostille 1, 377, Günther 634, Herder 28, 322, Stolberg 14, 135,
unglücksbau
(das pferd) Voss Äneide 2, 236,
unglücksbär
es heist vorsehen, gott hat noch viel und mancherlei unglücksbären (vgl.unglückswolf) Herberger hertzpost. 1, 256,
unglücksbaum
Lohenstein Arm. 2, 264ᵇ, nach Horaz od. 2, 13, 11 allg. d. bibl. 13, 525, Herder 26, 250, nl. ongeluksboom, für clerodendron infortunatum, den unechten filzigen glücksbaum, kümmerlichen losbaum, crosbaum Nemnich wb. d. naturg. 610, Adelung, Campe, Krünitz 196, 393 (auf Ceylon pinnakola der unglückliche baum genannt),
unglücksbecher
(bildlich) Lohenstein Arm. 2, 1136ᵃ,
unglücksbedeutung
Auerbach 16, 119,
unglücksbegebenheit
E. Francisci das alleredelste unglück 128,
unglücksbegebnis
Buchholtz Herkuliskus 1217,
unglücksbegierig
Fr. v. Dachsdorf schäfferei (1638) C 5ᵃ,
unglücksbeil
(bildlich) Herberger trawrbinden 3, 386,
unglücksberg
Günther 104,
unglücksbericht
G. Keller 5, 321,
unglücksbesen
(durch vil creutz- und unglücks besemen) Herberger hertzpostille 1, 588,
unglücksbestürmung
H. A. Stockfleth Makarie 437,
unglücksbesuch
Varnhagen tageb. 4, 8 (s.unglück VI, unglücklich 6),
unglücksbetreffung
H. A. Stockfleth Makarie 14,
unglücksbild
Herder 6, 121,
unglücksbildung
Stifter 2, 325,
unglücksblatt
Göthe 9, 425, 1379 W.,
unglücksblick m
(fulmen, tempestas s.blick 1, unglück III): freunden, ... so gegenwärtig seynd bey gutem glück, aber beym unglücksblicke uns verlassen Prätorius winterquartier 214; A. U. v. Braunschweig Octavia 1, 986; Kongehl Andromeda 56. veraltet. von blick 3 (vgl. unglücklich 2, 5) P. Hille ges. werke 36,
unglücksblitz
(im sinne von unglücksblick) R. E. Ebert fromme gedanken 127,
unglücksblume
(bildlich) Zinkgref apophthegmata (1628) 208; Kern sprichw. 33; Triller betrachtungen 5, 396,
unglücksblut
Schönaich Hermann 61,
unglücksboden
Chamisso 2, 224,
unglücksbord
Gries ras. Roland 2, 281,
unglücksbote m.
ein unglückspot J. Ayrer 1570, 10 Keller; Ziegler Banise 124; Hoffmannswaldau-Neukirch 5, 146; Schiller 3, 482; 12, 272; Ratzel völkerkunde 2, 690; Pansner schimpfwb. 73ᵇ; vgl. unglücksprophet, -rabe, -vogel, -gast. nd. bes. vom cometen Schambach 243ᵇ. nl. ongeluksbode. d. ulykkesbud. schwed. olycksbud,
unglücksbotschaft f.
Stolberg 14, 73; Göthe Faust 9437; Mommsen röm. gesch. 5, 43, vgl.greuel-, hiobs-, höllen-, jammer-, raben-, schreckens-, trauerbotschaft,
unglücksbrand
(bildlich) Buchholtz Herkules 1, 5,
unglücksbrauer
Mengering quartiermeister (1639) 51, Stieler, Steinbach,
unglücksbrief
Hunold der europ. höfe liebes- u. heldengesch. (1709) 657, Göthe 9, 428 W., Storm (1899) 1, 216,
unglücksbringer
(neben -macher, -vogel) Kramer (1700) 1, 541ᶜ,
unglücksbrocken
A. Mahlmann 7, 76,
unglücksbruder
(-gefährte) E. Th. A. Hoffmann an Hippel bei H. v. Müller 1, 61, Seume gedichte 146, G. Keller 8, 298, vgl.unglücksschwester,
unglücksbrühe
(bildlich) Hohberg Ottobert O 1ᵇ,
unglücksbrunst
(desgl.) Valvasor ehre d. h. Crain 2, 170,
unglücksbrüter
Francisci traursaal 3, 595,
unglücksbube
Herm. Schmid alte u. n. geschichten 34 (s.unglück VI, unglücklich 6),
unglücksbuch
K. Fr. Becker weltgesch. 7, 226,
unglücksbüchse
(der Pandora) Fischart pod. trostb. 54, 26 H. (daneben unglückbüchse s. o. 1), C. A. Böttiger kl. schr. 2, 330,
unglücksbude
H. P. Sturz 2, 290, 'ort, wo man glücksspiele treibt, wobei viel verloren wird' Krünitz 196, 393, unüblich,
unglücksbund
Kotzebue 32, 167, Göthe 13², 96 W., Geibel 4, 70,
unglückschronik
Matthisson 5, 403, Wimmer gesch. des d. bodens 139,
unglücksdampf
Francisci traursaal 1, a 6ᵃ, Butschky Pathmos 719,
unglücksdirne
J. H. Voss gedichte 2, 103,
unglücksdistel
(bildlich) Herberger trawrbinden 2, 250, Brockes 1, 399,
unglücksdolch
sammlung v. schauspielen (1764 ff.) 3, 78,
unglücksdonner
Chr. Fr. Richter ursprung d. seele (1739) 291,
unglücksdorf
B. Goltz jugendleben 1, 130,
unglücksdorn
(bildlich) J. Chr. Männling blumengarten (1717) 148,
unglücksdrache
J. Grimm mythologie 2⁴, 839,
unglücksdrang
Kind gedichte 5, 8,
unglücksdrohen
Gries ras. Roland 4, 35,
unglücksduft
(bildlich) Brockes 1, 478,
unglücksegoismus
K. Fischer Lessing als reformator (1881) 1, 135,
unglücksehe
Schiller 15, 29,
unglücksei
(windei, fluszei) Nemnich wb. d. naturg. 610, bei Campe als wort des gemeinen lebens,
unglückseis
(bildlich) H. W. v. Logau poet. zeitvertreib (1725) 43,
unglücksepoche
Göthe III 3, 293, 24 W.,
unglücksernte
(bildlich) Mengering quartiermeister 5,
unglückserzählung
Pückler briefwechsel 6, 81,
unglückseule
A. W. Schlegel Shak. 8, 108, Pansner schimpfwb. 73ᵇ, vgl.unglücksuhu, -häher, -krähe, -rabe, -vogel,
unglücksfabrik
Spielhagen 6, 496,
unglücksfach
D. F. Strausz ausgew. briefe 304,
unglücksfackel
(bildlich) Francisci lusthaus (1676) 920, Schottel 1107,
unglücksfaden m.
o euszerster glücks- und unglücksfaden! welcher mit wenig worten 'ich wil meines mannes leben' erhalten, oder eben mit wenig worten 'ich meines brudern leben' gebrochen werden musz (s.glücksfaden) Abele gerichtshändel 159; unglücksfäden spinnen F. H. Jacobi 5, 307,
unglücksfährigkeit
(plur.) Abele gerichtshändel 225, vgl. 1,
unglücksfall m.
gegenstück zu glücksfall (s. d.). noch nicht zur worteinheit verschmolzen (vgl. Zarncke z. narrenschiff 372) Sachs 12, 274, 25 K.; vgl.unglück II 1; durch was für unglücks fälle D. v. d. Werder ras. Roland 16 (vgl.unglücksgefäll; aschwed. olykkis fal). bei der verbindung in tiefsten unglücksfällen P. Fleming d. ged. 1, 102 gehört das attribut eigentlich zu unglück. univerbiert mit der bed. von fall 2 c, unfall II 2: dises ist mir nit von unglücksfal oder usz minen übelthaten zugestanden L. Jud episteln zum Timotheo (1521) m m m 1ᵃ;
menschlich gebrechen und unglücksfall
kompt plötzlich und betreugt uns all
Kirchhof wendunmuth 4, 31;
ausz sonderbahren unglücksfall Brandis ehrenkräntzel (1678) 212; Schwabe belustigungen 4, 10; Fritz Nettenmairs u. (vgl.todesfall 2, todessturz) O. Ludwig 1, 343; sonst allgemein u. accident Hoyer - Kreuter technol. wb. 1, 791. der plur. ersetzt gern den des subst. unglück: durch ... ander onglücksfell seind sie nit allein umb die selben ir alte geschlecht kommen Münster cosm. 701; die zukönfftigen glücks- oder unglücksfäll Guarinonius 425; verhaszter nord von herben unglücksfällen J. G. Neukirch anfangsgründe 754; die unglücksfälle, die das vermögen einer armen verlassenen ergriffen, achtete ich nicht Göthe 11, 167, 17 W.; in zeitungen Bauernfeld 3, 146. Düringsfeld sprichw. (1875) 1, 256ᵃ; 345ᵇ; Wander 4, 1459. lux. 316ᵇ. dän. ulykkesfælde. schwed. olycksfall. —
unglücksfarbe
A. W. Schlegel Shak. 8, 249,
unglücksfasz
(vgl.unglücksbüchse) Lohenstein Sophonisbe 92,
unglücksfeier
J. Paul 35, 60,
unglücksfeind
(unglückdrohender f.) Q. Kuhlmann lehrhoff 18,
unglücksfeld
Pyra-Lange 166, G. Keller 4, 86,
unglücksfelsen
Schubart briefe 1, 130,
unglücksfessel
(bildlich, vgl. unglücksband) Herberger passionszeiger 195, Schmolcke 1, 606,
unglücksfest
Lohenstein Sophonisbe 92,
unglücksfeuer
Rein. Fuchs (1650) 337, O. Ludwig 3, 515, vgl. 1,
unglücksfinsternis
Chr Fr. Hunold edle bemühung 55, Günther nachlese 74,
unglücksflamme
Neumark lustwald (1657) 1, 296, Schiller 15, 1, 83,
unglücksflegel
(mit unglücksflegeln gedroschen) Herberger hertzpost. 1, 723,
unglücksflocke
Kopp vorkl. volks- u. studentenlied 228,
unglücksflöte
(unglückliche, s.unglücklich 6) C. A. Böttiger kl. schr. 1, 16,
unglücksflur
Raimund 3, 46,
unglücksflusz
Brockes ird. vergnügen 6, 560,
unglücksflut
J. Bohemus Horaz (1656) A 8ᵃ, Triller betrachtungen 2, 455,
unglücksfolge
Herder 23, 169,
unglücksfrau
engl. comöd. 149, 19 Creizenach,
unglücksfrei
Augsburger schäfferei 125, Herder 26, 176,
unglücksfreude
Stieler 552 vgl. 1,
unglücksfroh
Valvasor ehre d. h. Crain 1, 166,
unglücksfrucht
Triller betrachtungen 4, 608, Schiller 12, 340,
unglücksführer
B. Neukirch begebenheiten des prinzen v. Ithaka 2, 3,
unglücksfund
A. Pichler marksteine 56,
unglücksfunke
(bildlich) Q. Kuhlmann Berlinische kühljubel 25,
unglücksfusz
Alxinger 6, 13,
unglücksgarn
Lohenstein Arm. 1, 1265ᵇ,
unglücksgast
(nuncius tristis) Stieler 614,
unglücksgau
J. B. v. Kalchberg ges. schr. 2, 84,
unglücksgaul
insel Felsenburg (1751) 2, 176,
unglücksgefährte
Göthe 49, 91, 9 W. vgl. -bruder, -genosse, -geselle, -gespanin,
unglücksgefährtin
insel Felsenburg (1751) 1, 219,
unglücksgefäll
Sachs 19, 253, 21 G. (vgl.ungefäll),
unglücksgefängnis
(bildlich) Herberger hertzpost. 2, 112,
unglücksgegend
Rosegger II 6, 99,
unglücksgeist
Schiller 13, 29 (Macbeth 1, 10),
unglücksgeld
Ayrenhoff 5, 38,
unglücksgenosse
Musäus volksmärchen 1, 85,
unglücksgenossin
Alexis Roland 1, 285,
unglücksgepoche
(bildlich) Herberger Jesus Sirach 39ᵃ,
unglücksgerücht
Heine 6, 318,
unglücksgesang
3, 119,
unglücksgeschichte
allg. d. bibl. 117, 229, Göthe 40, 321, 16 W.,
unglücksgeschrei
K. Fr. Cramer Neseggab 1, 186,
unglücksgeselle
Buchholtz Herkuliskus 1223, nl. ongeluksgezel,
unglücksgesellschaft
Zschokke 17, 209,
unglücksgespanin
(gespänin) Abele gerichtshändel 166,
unglücksgespinnst
Rosenzweig Thomsons jahreszeiten 17,
unglücksglied
Herberger hertzpost. 2, 565,
unglücksglut
Lohenstein Cleopatra 72,
unglückgott
P. Chr. Hilscher den todt austreiben (1701) 44, vgl. 1,
unglücksgriesz
(bildlich) Chr. Gryphius poet. wälder 1, 805,
unglücksgrimm
M. Schirmer Virgil 45,
unglücksgrube
jesuiter rahtsstube 139,
unglücksgruft
studentenlied in Halle 1,
unglücksgrund
auf solchem meer und tieffen unglücks-gründen M. S. v. Kuntsch gedichte (1720) 221, ich bin der u. (unhappy subject) von diesem zwist A. W. Schlegel Shak. 4, 146,
unglückshaar
Freytag 16, 5,
unglückshafen
(portus) J. Paul 20/23, 181, (topf) der glück- oder u. Alemannia 18, 25, Zschokke 28, 281, vgl.glück(s)hafen,
unglückshaft n. (m.
zu haft th. 4, 2, 132: unglückshafte termitidae Brehm tierleben 9, 560, vgl. nl. avondhaft ephemera vespertina,
unglückshäher
garrulus Sibiricus Lucas 2, 2069ᵃ, garrulus (perisorius) infaustus Riesenthal das waidwerk (1880) 733, cractes infaustus Brehm tierleben 9⁴, 257,
unglückshahn
Brentano 5, 59,
unglückshammer
(bildlich) Ziegler Banise 278,
unglückshand
Schottel hauptsprache 943,
unglückshandel
G. Keller 8, 54,
unglückshang
H. A. v. Maltitz pfefferkörner 4, 105,
unglückshaufen
Cronpusch jauchzender Cupido (1669) B 5ᵇ,
unglückshäufer
Stieler 796,
unglückshaus
A. Gryphius bei Fischer-Tümpel 1, 386,
unglückshecker
(pfennig, der unglück erzeugt) A. G. Meiszner Alcibiades 1, 117,
unglücksheer
Herberger hertzpost. 1, 773,
unglücksheirat
G. Keller 8, 294,
unglücksheld
Lessing 1, 108,
unglücksherd
Ramler Horaz od. 5, 16,
unglückshirsch
Löns Mummelmann 129,
unglückshitze
(bildlich) Herberger hertzpost. 1, 223,
unglückshöhe
Bürde Miltons verl. paradies 1, 54,
unglückshöhle
(bildlich) J. Rist bei Fischer-Tümpel 2, 186,
unglücksholz
(fatale lignum) Campe verd. wb. (1813) 314ᵇ,
unglückshose f
ra.: das ein weib nemen nicht anders sei, als unglücks hosen anziehen Musculus eheteufel b 3ᵃ; theatrum diab. 340ᵇ; J. Zader breutigams ehrenkrantz (1606) 45; Lehman th. 4, 2, 1839; anhaben Wander 4, 1640; vgl. spendierhose; das der ehestand ... mit unglücks hosen sich ende Musculus g 2ᵃ,
unglückshund
Bode Thom. Jones 4, 321,
unglückshut
Castelli 10, 176,
unglücksidee
Mörike 2, 252,
unglücksinsel
Gries ras. Roland 1, 217, unglücksinseln für eine 1579 entdeckte inselgruppe Zedler 49, 1547,
unglücksjahr
Stieler 879, v. Alten handb. f. heer u. flotte 9, 59,
unglücksjoch
(bildlich) Herberger hertzpost. 1, 661,
unglücksjunge
Immermann 13, 172,
unglücksjuwel
(dieses sind nun die vorzüglichsten unglücksjuwelen unglücksfälle, wie juwelen zu kette oder band zusammenschlieszend) Göthe IV 41, 34 W.,
unglückskäfer
fr. léiode, Sachs-Villatte 1 891¹²,
unglückskamerad
S. Opitz merkwürdige nachrichten (1748) 1, 4ᵇ, Wieland Lucian 4, 249, vgl.unglücksgefährte, -genosse, -gespanin,
unglückskameradschaft
Musäus volksmärchen 2, 8,
unglückskampf
Gottsched schaubühne 1, 38,
unglückskarte
Mittler volkslieder 611 (vgl. unglückliche karte),
unglückskeil
(bildlich) P. Bose leichengedichte 17,
unglückskeim
J. H. v. Wessenberg dicht. 1, 184,
unglückskelch
(bildlich) F. A. Christian der gelehrte u. bekehrte spieler 25,
unglückskelter
(desgl.) P. Bose leichengedichte 143,
unglückskerl
Pansner schimpfwb. 73ᵇ, vgl.unglücksbube, -knabe, -mensch, -weib,
unglückskerze
(brennet gleich die u.) Harsdörffer gesprechsp. 6, G g 2ᵃ,
unglückskette f.
andere sind gebunden an die creutzwand mit der unglücks- und creutz - kette G. Dexelius hist. lustgarten (1701) 297; den anfang einer ganzen u. Gutzkow 1, 31,
unglückskeule
L. Seeger Aristophanes 2, 89,
unglückskind n.
gegenstück zu glückskind (nicht nur in vertraulicher rede, wie Adelung wollte). s.unglück II 2 b. nl. ongelukskind. dän. et ulykkens barn. schwed. olycksbarn. lux. 316ᵇ. Serz 163ᵃ: tugendfeind und u., schau ... Harsdörffer gesprechsp. 5, xx 7ᵇ; die letzte raserey der unvernünfftigen unglückskinder Lohenstein Arm. 2, 618ᵇ; Lessing 17, 388; 'ach du u.', rief die entsetzte wirthin als das kind das versteck des geldes verraten hatte Freytag 13, 49; er (Cavour) sah ... in Italien und Polen ... unglückskinder des welttheils Treitschke aufs. 2, 267; auch pechvogel Krünitz 196, 411. —
unglücksklippe
(bildlich) Schmolcke 1, 1129,
unglücksknabe
Brentano 6, 114,
unglückskocher
(vgl.unglücksbrauer) Bräker 1, 299,
unglücksköder
(koder) J. G. Gressel Celanders verl. gedichte 51,
unglückskrähe
(häufiger -rabe) J. T. Hermes für töchter edler herkunft 2, 81,
unglückskraut
(wenn u. kräuter sprossen) Knittel 164, ranunculus sceleratus nach Toxites Pritzel-Jessen 327,
unglückskreuz
(bildlich) Herberger hertzpost. 1, 619,
unglückskrieg
Herder 29, 118,
unglückskrone
Raupaci dram. werke ernster gattung 8, 249,
unglücksküche
(in unglücks-küche das frühstück essen) Buchholtz Herkules 1, 433,
unglückskugel
J. Paul 20/23, 61, 261,
unglückskunde
W. H. Riehl gesch. aus alter zeit 2, 383, vgl. unglücksbericht, -botschaft,
unglückskupplerin
A. v. Haller gedichte (1882) 25, Schönaich neol. wb. 22, 29, 403, 40 Köster,
unglückslabyrinth
Weichmann Niedersachsen 2, 302,
unglückslacher
Schottel hauptsprache 85 (vgl.-freude, -froh),
unglückslarve
Venedey England 2, 374,
unglückslast
Herberger hertzpost. 2, 244,
unglückslaster
E. Weigel tugendspiegel 82,
unglückslaue
(-lawine) Baggesen 5, 79,
unglückslauf
B. Feind d. gedichte (1708) 268,
unglücksleiche
Sachs - Villatte 2, 1835ᵃ,
unglücksleute
(das es viel besser were, du zügest allein über feld, dann mit solchen unrüwigen unglücksleuten, vgl.unglück VI, unglücklich 6) C. Huberinus spiegel der hauszucht (1553) 93ᵇ,
unglückslinie
der chiromantie J. Paul 15/18, 655, Valentini, vgl. 1,
unglücksliste
Fr. L. Jahn 2, 8,
unglückslitanei
Kotzebue 12, 231,
unglücksloos
Becker weltgesch. 2, 18, Campe,
unglückslöwe
(vgl.unglück II) d. gewissenhafte priester 48,
unglückslüftchen
Lenz an pastor Dingelstedt 2, 204,
unglückslust
ἐπιχαιρεκακία Stieler 1188 (vgl.unglücksfreude)
unglücksmacher
(vgl.unglücksmacher turbator Frisius, Maaler, Dentzler; Staub-Tobler 4, 51; 2, 599): Stumpf chron. 161ᵃ; Gotthelf 4, 248 u. ö., aber nicht gemeinsprachlich. wie unglückbringer Kramer 1700, 1, 541ᶜ,
unglücksmacht
(gern unglücksmächte) Gaudy 23, 112,
unglücksmädel
Holtei erz. schr. 10, 78,
unglücksmahl
(henkersmahl) Zedler 49, 1547,
unglücksmär unglücksmähr unglücksmäre unglücksmähre
Wieland Oberon 12, 39,
unglücksmärchen
Campe, vgl. unglücksbericht, -erzählung, -botschaft u. ä.,
unglücksmalheur
Campe verd. wb. (1813) 408ᵇ aus dem munde sprachunkundiger leute,
unglücksmann m
vgl. aschwed. olykkis man, ulykkesmand Grønbech lykkemand og niding 188: du bist ein rechter u. worden Huberinus christlich ritter (1558) H 3ᵇ; der u. des 22. psalms D. F. Strausz 4, 329; Göthe Faust 4020; 41², 241, 24 W.; W. H. Riehl naturgesch. d. volkes 4, 321. in der verwünschung (s.unglück VI, unglücklich 6): Speckbacher! u.! der ganze hof ist voll von Franzosen Immermann 16, 482; A. Ruge 10, 59; Spielhagen 11, 345; auch halbscherzend Freytag handschrift 2, 231, G. Keller 8, 24; vgl.unglücksmensch; ähnlich wie furchtbar hatte er den unglücksmann angeherrscht Treitschke d. gesch. 3, 156 (dazu haufen unglück). s.glücksmann,
unglücksmarsch m.
Becker weltgesch. 9, 192,
unglücksmasz
sammlung v. schauspielen (1764 ff.) 5, 9,
unglücksmauer
Raimund 2, 92,
unglücksmeer
(bildlich) J. Heermann bei Fischer-Tümpel 1, 337,
unglücksmenge
Stieler 1269,
unglücksmensch m.
vgl.-mann: ein solcher u. und ein solcher schadenfro, unheilstifter, Huberinus spiegel der hauszucht (1553) 123ᵇ; persona piacularis Schopenhauer 3, 440. Frenssen Jörn Uhl 168; verwünschend, meist in scherzhaftem oder doch gemäszigtem vorwurfe, Hauff 3, 253, 29; Storm (1899) 1, 86; aber u., warum haben sie mir das nicht früher gesagt? Raupach dram. werke kom. gattung 3, 313,
unglücksmesser
E. v. d. Recke tageb. einer reise 2, 401,
unglücksminute
Herberger trawrbinden 2, 362,
unglücksmotte
Lohenstein Ibrahim 8 (bildlich),
unglücksmund
A. Widmann dram. werke 2, 268 (vgl. unglückliches maul),
unglücksmutter
(δυςμήτηρ) sammlung v. schausp. (1764 ff.) 3, 32,
unglücksnachricht
Fouqué bildersaal 4, 283,
unglücksnacht
Abr. a St. Clara etwas für alle 2, 420, nacht des unglücks, unglückliche nacht, nacht in der ein u. sich ereignet u. s. w.
unglücksnagel
(bildlich) Lohenstein Arm. 1, 539ᵇ,
unglücksname
Schiller 15, 1, 25,
unglücksnebel
(bildlich) Q. Kuhlmann lehrhoff x a 1,
unglücksnest
(schimpfwort für das weib) fastnachtspiele 255, 15 K. (vgl.unglück II),
unglücksnetz
Schmolcke 2, 221,
unglücksnord unglücksnorden
(bildlich) Q. Kuhlmann geschichtsherold 311, Brockes ird. vergnügen 3, 685,
unglücksnot
Kongehl himmelstürmer 19,
unglücksomen
Pückler tutti frutti 4, 191,
unglücksopfer
sammlung v. schausp. (1764 ff.) 5, 26,
unglücksordnung
Harsdörffer Diana 3, 46,
unglücksort
Herder 12, 144,
unglückspaar
Schönaich Hermann 60,
unglückspapier
O. Ludwig 2, 444,
unglückspass
Ritter erdkunde 9, 646,
unglückspein
Cats sinnreiche werke (1711) 2, 381,
unglückspeinigung
Butschky kanzelley 864,
unglücksperiode
Iffland briefe 2, 138 (des unglücks periodus Wedel hausbuch 186),
unglückspfalz
W. H. Riehl naturgesch. des volkes 4, 321,
unglückspfand
Harsdörffer gesprechsp. 7, 296,
unglückspfeil
(bildlich) P. Negelein v. bürgerlichen stand (1607) 218,
unglückspflanze
F. v. d. Trenck 1, 31,
unglückspforte
Neumark lustwald (1657) 3, 52,
unglückspfuhl
Rist Parnasz 761,
unglückspfund
Harsdörffer Diana 1, 207,
unglückspfütze
(bildlich) Herberger wasserkrüglin E 1ᵃ,
unglückspicke
(desgl.) trawrbinden 3, 511,
unglückspille
(desgl.) Lohenstein Arm. 1, 299ᵇ,
unglückspilz
(du warst ein u.) Freytag 7, 500, s. glückspilz,
unglücksplage
Günther 299,
unglücksplan
H. W. v. Langenau das geängstete Schlesien B 2ᵇ,
unglücksplatz
Kongehl Sausewind 23,
unglückspoet
(s.unglück I 1) R. M. Meyer d. d. literatur bis z. beginn des 19. jhs. (1916) 535,
unglückspossen
Günther 373,
unglückspost
Henrici 2, 72,
unglücksprediger
Herberger hertzpost. 1, 767,
unglückspresse
(bildlich) passionszeiger 89,
unglückspriesterin
Raimund 3, 328,
unglücksprinz
Immermann 14, 239,
unglücksprobe
A. U. v. Braunschweig Octavia 5 Xᵃ,
unglücksprophet m.
wird man mich (einen juden) nicht als einen unglückspropheten zur stadt hinaus werfen? Herder 10, 102, von kometen: onomatologia curiosa [1764] 377, vögeln Naumann 10, 566, vom hasen Holtei erz. schr. 18, 199; verwünschend nach μάντι κακῶν (Il. 1, 106), allg. d. bibl. 37, 137, aber sie unglücksprophete was ... M. Mendelssohn 4, 2, 321, Pansner schimpfwb. 73ᵇ; lux. 316ᵇ; nl. ongeluksprofeet; schwed. olycksprofet vgl.-bote, -krähe, -rabe, -vogel,
unglücksprophetin
Heine 5, 394,
unglücksprophezeiung
Brentano 5, 58,
unglücksprügel
(bildlich) Herberger hertzpost. 1, 501,
unglücksquell
(radix peccati) Stieler 1493,
unglücksrabe m
(rabe als unheilverkündend Staub-Tobler 6, 1170; J. Grimm myth. 2, 833; corvus infaustus L.) s. das entwickeltere und ältere unglücksvogel: der u. (raven Shakespeare Macbeth 1, 5) selbst sollte sich wohl heiser krächzen an der botschaft Bürger 292 Bohtz; ein verhenkerter u. Tieck 11, 55; Rückert 12, 351; Raabe hungerpastor 3, 32; von ängstlichen, unheilverkündenden, unglückssüchtigen, schwarzseherischen mädchen Spielhagen 3, 138; wer gern hiobsposten verbreitet (umgangspr.); Rosegger II 8, 391; Pansner schimpfwb. 73ᵇ. bei W. Busch Hans Huckebein, der unglücksrabe (1867) ist u. zunächst der unglück anrichtende vogel, dessen streiche mit denen Eulenspiegels wetteifern; aber er hat auch pech, indem er sich unvorsichtig erhängt. im sinne des pechvogels haben Blumenthal und Kadelburg Buschs titel für ihr lustspiel Hans Huckebein (1897) entlehnt; Büchmann 275. so sagt man auch in nordd. umgangsspr.: ich bin der reine u. (pechvogel). s.unglückseule, -krähe, -uhu, -knabe, -mann, -mensch; unheilsrabe. —
unglücksrad n.
Job ... musz-sieben jahr ... am unglücksrade ziehen Herberger trawrbinden 1, 253,
unglücksrädlein n.
sie traut ihr selbsten nicht, groszmüthigkeit ihr fehlet,
als ob einsperren sie durch schwachen auffenthalt
das unglücksrädlein wollt', auff dasz es nicht so bald
losz waltzen soll auff sie
Hohberg Proserpina 204ᵃ,
unglücksrat
Stieler 1508,
unglücksratschlag
Düringsfeld sprichw. (1875) 1, 250ᵃ,
unglücksräuschlein n.
es darff ein klein unglücksräuschlin angehen, da ist ... aller hoffnung vergessen Herberger hertzpost. 2, 543,
unglücksregen
(bildlich) ebda 1, 200,
unglücksregengusz
(desgl.) Henrici 1, 118,
unglücksregister
reise durch den Baierischen kreis (1784) 160,
unglücksreich n.
regnum fatale Stieler 1581; adj. Weichmann Niedersachsen 2, 241,
unglücksreihe
A. U. v. Braunschweig Octavia 1, 859,
unglücksreise
Valvasor ehre d. herz. Crain 4, 2, 393,
unglücksrettung
Stieler 1607,
unglücksrisz
Günther 91;
unglücksrose f.
unter diese unglücksrosen (vgl. Seneca nat. quaest. 7, 15), ... rechnet man ... die schild-kometen Francisci lusthaus (1676) 1231, vgl. unglücksdistel, -kraut, -pflanze,
unglücksrost
(einen u. zurichten) Herberger hertzpost. 2, 373,
unglücksruf
Musäus volksm. 3, 123,
unglückssaat
J. Messner bibl. d. schr. a. Böhmen 7, 108,
unglückssäer
Stieler 1661,
unglückssage
J. G. Kohl alpenreisen 3, 281,
unglückssamen
Stieler 1662,
unglückssarg
L. Schefer ausgew. werke 8, 20,
unglückssatt adj
J. H. Voss Äneide 5, 3,
unglücksscene
Herder 27, 380,
unglücksschaden
Lohenstein Arm. 2, 773ᵃ,
unglücksschall
J. Chr. Männling blumengarten (1717) 11,
unglücksschar
Arnim 1, 111,
unglücksschatten
(bildlich) Francisci traursaal 4, 568,
unglücksschauer
Rückert 6, 266,
unglücksscheucher
(ἀλεξίκακος) J. G. Herrmann feste von Hellas 1, 361,
unglücksschiff
Bürger 159 Bohtz, unglücksschipp Fr. Reuter,
unglücksschlacht
Bürger 167,
unglücksschlag
(bildlich) Tepelius 21,
unglücksschlamm
(desgl.) A. Gryphius 499, 3 Palm,
unglücksschlummer
Schönaich Hermann 139,
unglücksschmerz
Neumark lustwald (1657) 1, 93,
unglücksschmied
Stieler 1879, Günther nachlese 221, als wort des gemeinen lebens und der leichten schreibart Campe,
unglücksschnee
(bildlich) Herberger trawrbinden 7, 177,
unglücksschrift
Grillparzer 9, 55,
unglücksschrunde
(bildlich) Schottel ethica 432,
unglücksschule
Görres briefw. 2, 570,
unglücksschusz
Rückert 2, 332,
unglücksschwanger adj
(s. th. 14, 193 unter wehmutsschwanger): M. Mendelssohn 6, 139; Herder 27, 114; Heinse 6, 407; Schiller 6, 358; Hegner 3, 67; Voigt geschäftsführung 2, 434. vgl.unglückschwanger,
unglücksschwer adj
Collin 3, 167,
unglücksschwert
Herberger trawrbinden 3, 416, vgl. 1,
unglücksschwester
Stieler 1975 (malorum particeps), vgl. unglücksbruder, Raupach dramatische werke ernster gattung 2, 24 (unglückliche schwester),
unglücksschwitzung
Stieler 1987, s. schwitzung,
unglückssee
(bildlich) W. Scherffer bei Drechsler 273,
unglücksseher
μάντις κακῶν Bürger 186 Bohtz Il. 1, 106, Bettine dies buch 1, 93, vgl.unglückseher, ↗unglücksprophet,
unglücksseil
(bildlich) Cats sinnreiche werke 2, 241,
unglücksseuche
(bildlich) Rein. Fuchs (1650) 91,
unglückssitzung
Kalkreuth dram. dicht. 1, 90,
unglückssohn
H. A. v. Abschatz d. treue schäfer 1, 91, Herder 19, 336, Scheffel gaudeamus 178, vgl. unglückskind,
unglückssonne
schles. Helikon 432,
unglücksspelunke
G. Keller 3, 159,
unglücksspiel n.
gegenstück zu glücksspiel: das u. (unglückliches geschehnis), das durch fahrlässigkeit verursachet worden S. Seidel türkische gefängnüsz (1629) C 3ᵇ; Rist h. lieder 2, 108; ähnlich, mit einmischung der vorstellung vom (un)glücksball: wie mich das glücke als einen leichten ball zu lauter unglücks-spielen herum geworffen hat Chr. Weise überfl. gedanken 213 ndr.; von der person, mit der das u. spielt: Hohberg Ottobert A a a 1ᵇ; vgl. Göthe Faust 9129; vom spiel, wobei man unglück erfährt: alle glücks- oder vielmehr unglücksspiele Casseler ztg. 1731, 180; vgl.unglückshafen. —
unglücksspitze
Schottel friedenssieg (1648) 9,
unglücksspötter
M. Mendelssohn 6, 337,
unglücksstab m.
so sehen wir nichts als wackere unglücksstäbe, damit gott land und leute wil uber die köpfe treschen Herberger trawrbinden 3, 478,
unglücksstadt
Freytag 15, 509, als erdichteter ortsname Stoppe Parnasz 320,
unglücksstamm
Schiller 13, 111,
unglücksstand
(zustand) J. Stegemann bei Fischer-Tümpel 2, 483, Moscherosch gesichte 2, 22, H. A. v. Abschatz schäfer 1, 23, Glaubitz in Gottscheds schaub. 1, 6, sammlung v. schausp. (1764 ff.) 12, 25, veraltet,
unglücksstätte
Mörike 3, 40,
unglücksstation
J. Paul 1, 310,
unglücksstaub
(dem unglücksstaube dieser welt) Herberger hertzpost. 2, 530,
unglücksstaupe
Stieler 2152,
unglückssteg
O. Ludwig 2, 136,
unglücksstein
alle winckel sind voll unglückssteine Herberger hertzpost. 1, 272, mit bezug auf das palladium Lohenstein Arm. 1, 151ᵇ,
unglücksstelle
Rein. Fuchs (1650) 102, Rosegger 15, 195,
unglücksstern m.
gegenstück zu glücksstern (s. d. und vgl.ungestirn, unglückliches gestirn, unstern, stern, böser, armer stern). unglückstern s. o.; nl. ongeluksster. schwed. olycksstjerna: welcher groszer u. mag doch ... über mir aufgegangen seyn Buchholtz Herkuliskus 451; Schiller 12, 271; der u., der über dieser geschichte waltete, war noch nicht untergegangen Spielhagen 3, 163. mit dem begriff des unglücks oder miszgeschicks ungefähr zusammenfallend:
ich mag sterben oder leben, bleib' ich doch betrübt allzeit,
weil mein unglücksstern so grosz, dasz er tod und leben füllet
Neumark lustwald (1657) 2, 298;
Günther 270; in der Antigone wird zwar der u. ihres hauses öfters erwähnt Fr. Th. Vischer ästhetik 1, 320; sein u. hat gewollt (vgl.das unglück will) Musäus physiogn. reisen 4, 228. constellazione avversa Valentini deutsch-ital. wb. 2, 1182ᵃ. wenig zu empfehlen ist sonstiger uneigentlicher gebrauch, ebenfalls für entsinnlichung des begriffs zeugend; z. b. Orestens u. vergiftet auch dein leben theater der deutschen (1768 ff.) 18, 239; Gotter 2, 35; ihr u. ist also so gar grausam nicht neue schauspiele (1771 ff.) 12, 2, 17; aber seit der letzten vergangenheit ruht ein wahrer u. über meiner person Pückler briefwechsel 4, 53. übertragen auf augen Happel Witekind 1, 119, orden Ch. v. Schmid 9, 191, personen Heine 5, 505, Nestroy 8, 176, Meisl quodlibet 3, 122. —
unglücksstifter
(s.unglück stiften und vgl.unglückstifter, -in) Fischart flöhatz 1529, Pestalozzi 3, 57, sein eigener u. Gotthelf 2, 23, Pansner 73ᵇ, dän. ulykkesstifter, schwed. olycksstiftare,
unglücksstifterin
Bürger 173 Bohtz, Becker weltgesch. 7, 290,
unglücksstiftung
Ayrer processus juris 149,
unglücksstock
da (in dieser welt) sind lauter unglücksstöcke, fessel, ketten Herberger hertzpost. 1, 30,
unglücksstolz
stolz im u. K. Fischer Lessing als reform. 1, 134,
unglücksstorch
J. H. Voss ged. 6, 168,
unglücksstosz
impetus diffortunii Hohberg Ottobert H 6ᵇ, schwed. olycksstöt unglücksfall, unheilvoller stosz Gottsched schaubühne 1, 405,
unglücksstrahl
Rist Parnasz 126, Gottsched schaubühne 4, 398,
unglücksstrand
Rist dicht. 234 G., Schiller 11, 292 (Eleus. fest),
unglücksstrasze
M. Claudius Sethos 1, 391, Schiller 11, 279 (kampf m. d. drachen),
unglücksstrausz
Hohberg Ottobert C 1ᵇ,
unglücksstreich
(schlag) Lohenstein Arm. 1, 846ᵃ, Bräker 1, 43,
unglücksstreit
streit gegen das u. Günther 298, gräszlicher streit F. H. v. Schönberg das pult 66,
unglücksstrich
Hohberg Proserpina 233ᵇ, Ottobert K 6ᵃ,
unglücksstrick
Lohenstein Arm. 2, 793ᵃ,
unglücksstrom
Stieler 2213,
unglücksstunde
(funesta) Stieler 2228, Gottsched das neueste 4, 541, Schiller 13, 109,
unglücksstündlein
Herberger hertzpost. 2, 498,
unglückssturm
(bildlich) D. Schirmer rosengepüsche 62, Grabbe 1, 137,
unglücksstürzung
Stubenberg Eromena 371,
unglückssucht
Caroline 1, 75 Waitz,
unglückstafel
marterl Rosegger II 5, 324,
unglückstäfelchen
W. H. Riehl naturgesch. d. volkes 1, 184,
unglückstag
(s.glückstag) Buchholtz Herkuliskus 557, Göthe 24, 327, 16 W., Schiller 12, 273, Ritter erdk. 1, 317, lux. 316ᵇ, nl. ongeluksdag, Wander 4, 1460,
unglücksteufel
concinnator malorum Stieler 428, Gottsched schaubühne 4, 169, vgl. 1,
unglücksthat
Schiller 14, 421,
unglücksthier
u. bringend Hagedorn 2, 145, Ratzel völkerkunde 2, 471, wie unglücklich 6 Seidel L. Hühnchen 127,
unglücksthür f.
so darff eine kleine unglücksthüre knarren, so wacht der schlaffende hund auff Herberger hertzpost. 2, 408, eine verwünschte th. B. Goltz jugendleben 1, 56,
unglückstiefe
Rist bei Fischer-Tümpel 2, 310,
unglückstilger
Gottsched Lucian 296,
unglückston
Ritter erdkunde 9, 841, Spielhagen 5, 151,
unglücksträchtig
Göthe 33, 297 W. (vgl.unglücksschwanger),
unglückstrank
(bildlich) Kuhlmann kühljubel 33,
unglückstraum
Lohenstein Arm. 1, 135ᵇ,
unglückstrift
Schottel hauptspr. 859,
unglückstritt
unglücklicher tr. Mosenthal ges. werke 5, 194,
unglückstropfen
Herberger hertzpost. 1, 285,
unglückstrost
Harsdörffer secretarius 2, 570,
unglückstuch
(am unglückstuche weben unglücklich sein) Gressel Celanders verl. gedichte 252,
unglücksufer
Schiller 15, 1, 28,
unglücksuhu
A. W. Schlegel Shakespeare 8, 254, vgl.unglücksbote, -eule, -krähe, -prophet, -rabe, -vogel,
unglücksjungewitter
(bildlich) Kulhmann lehrhoff 326,
unglücksurne
Gotter 3, 308,
unglücksvater
(unglücklicher v.) Grabbe 1, 256,
unglücksverkünder, unglücksverkünderin
Musäus volksmärchen 3, 108, Klinger 2, 327. —
unglücksvogel m.
gegenstück zu glücksvogel (s. d. und vgl. unglückvogel, unglücklicher, böser, schlimmer vogel, mala avis, pechvogel, umvogel, unvogel, unglückseule, -häher, -krähe, -rabe, -uhu). nl. ongeluksvogel. dän. ulykkesfugel. schwed. olycksfaͦgel. 1) von vögeln: Homerus hält die tauben für glückselig und die schwanen für unglücks-vögel Harsdörffer secretarius 2, 539; von eulen Lohenstein Arm. 1, 746ᵃ, Aler 2, 2092ᵇ, harpyien Voss antisymbolik 1, 244, elstern Ritter erdkunde 15, 347, raben Mothes baulexikon 4, 9 u. a.;
die schlimme sage schlich umher,
sie krächzte, wie zur dämmerzeit
ein schwarzer unglücksvogel schreit
Uhland gedichte (1898) 1, 60.
im engeren sinne, terminologisch: lanius infaustus Nemnich wb. d. naturg. 610; turdus saxatilis Naumann vögel 2, 348; garrulus Sibiricus Lucas 2, 2069ᵃ; corvus infaustus Adelung; Gertrutsvogel, bergamsel th. 4, 1, 2, 3746, vgl. Martinsvogel; Krünitz 196, 412; Zedler 49, 1548. 2) von personen: a) apportatore di disastri Kramer (1700) 1, 541ᶜ, porte-guignon; vgl.unglücksbote, -prophet u. dgl.; Wander 4, 1460; auch wer an hiobsposten und unheilsprophezeiungen eine art vergnügen zu finden scheint; Göthe 13, 2, 265, 9 W.; schwarzseher lux. 316ᵇ, vgl.unglücksrabe, -sucht; er ist ein melancholischer u. Göthe 11, 91, 7 W. b) veraltet: epichaerecacus, ex aliorum malis exultans Stieler 530; schadenfroe leute werden unglücks-vögel genant Prätorius anthropodemus plut. 3, 488. c) wer unglück anrichtet, unheilstifter: Lohenstein Arm. 2, 1387ᵃ; Gangler lux. 317; Schwan 2, 847ᵇ (familiär); so darf ein einziger u. uns alle verhetzen J. Paul 1, 16. (unglückvogel bei Joh. Heroldt steht in der mitte zwischen c und d.) d) pechvogel, gth. v. glücksvogel Staub-Tobler 1, 693, Fischer schwäb. wb. 3, 717; nl. ongeluksvogel wb. 10, 1625, 2; Bauer-Collitz 108ᵃ; lux. 316ᵇ; vgl. umvogel gebrechlicher, schwächlicher mensch els. 1, 99, Höfler 767: dasz ich mich vor einen rechten u. hielte Grimmelshausen vogelnest 2, 403, 7 Keller; ich möchte für den u. eine bescheidene pension stiften G. Keller 2, 220; er ist ein u., sein eigner u. Eiselein 612. e) in schelte und verwünschung: Pansner 73ᵇ; Lohenstein Sophonisbe 27, 234; Wieland Lucian 2, 395; Göthe 13, 2, 265, 9 W. 3) selten von sachen (einem manuscript: neue schauspiele 1771 ff. 12, 4, 47) oder vom unglück selbst (das land der zufriedenheit ist über dreihundert meilen von diesem lande entfernet, darein euch ein u. geworffen hat Ph. B. Schütz das reich der eitelkeit 1739 15). —
unglücksvoll adj. adv.
gth. v. glück(s)voll. schwed. olycksfull. attributiv:
du unglücks-voller baw! so musz ich aus dir eilen!
A. Augspurger schäfferei (1644) 107;
frölichkeit Günther 59; post Stoppe Parnasz 128; streit A. G. Kästner 1, 102; zeit Göthe 9, 364, 35 W.; lieblingswort Schillers (z. b. 3, 565; 5, 1, 33; 188; 6, 381; 12, 121; 190; 273; 351; 422). von personen: den unglücksvollen greis Gottsched schaubühne 2, 371; Gries ras. Roland 3, 381; von thieren: Schönberg das pult 44. prädicativ:
mein haus ist jederzeit für unglücks-voll erkannt
A. U. v. Braunschweig Octavia 1, 984;
Schwabe belustigungen 5, 433; Gellert fabeln (1767) 2, 80. substantiviert: den unglücksvollen Schiller 13, 381. adv.: der abend des ... so u. beendeten tages Fouqué bildersaal 2, 233. —
unglücksvorbedeutung
Tieck 8, 91,
unglückswagen
(mit verwundeten) A. v. Schaden rückblicke 17,
unglückswagnis
Göthe 42, 1, 129, 24 W.,
unglückswahrsager
J. Paul 35, 62,
unglückswasser
(bildlich) Herberger hertzpost. 1, 140,
unglücksweg
Harsdörffer Heraclitus 666,
unglücksweib
Holtei erz. schr. 14, 242,
unglückswein
Rosegger wildlinge 377,
unglücksweissagung
K. Fr. Cramer Neseggab 4, 483,
unglückswelle
malorum fluctus Herberger himl. Jerusalem 28, Ebner-Eschenbach d. rundschau 109, 10,
unglückswelt
Neumark lustwald (1657) 2, 71,
unglückswendung
Dingelstedt sämmtl. werke 2, 178,
unglückswerkzeug
S. G. Bürde Miltons verl. Paradies 2, 158,
unglückswerth adj.
B. Neukirch begebenheiten des prinzen v. Ithaka 1, 299,
unglückswetter
Herberger hertzpost. 1, 470, Menantes neue briefe 434, E. M. Arndt 3, 292,
unglückswicker
mala praesagiens Stieler 2473, Buchholtz Herkuliskus 426,
unglückswind
S. Dach bei Fischer-Tümpel 3, 76, Ch. Weise pol. redner 44, Bode Thom. Jones 3, 290,
unglückswoche
Stieler 2534,
unglückswoge
2529, Zschokke 14, 123,
unglückswolf
gott thut bisweilen, als wolle er uns von allen unglückswölfen fressen lassen Herberger hertzpost. 1, 420,
unglückswolke
ebda 1, 187, Hölderlin 1, 55, Scherer kl. schr. 2, 129,
unglückswort
G. Chr. Tobler Sophokles (1781) 1, 231, Schiller 12, 348, Raumer Hohenstaufen 4, 30,
unglückswunsch
S. Emrich geburthszeit (1653) 27;
unglückswürdig
Hoffmannswaldau-Neukirch 1, 346,
unglückswurm m., n
bildlich:
dasz kein scharfer donnerkeil
deine blüthen niederschlage
noch ein unglücks-wurm benage
M. S. v. Kuntsch gedichte (1720) 198.
ogløksworm 'unglücklicher mensch, einer, dem alles fehlschlägt' Leihener Cronenberger wb. 88ᵃ. im hausdeutsch meist als n. für einen elenden, kleinen, unglücklichen menschen (Genthe deutsches slang 65; vgl.unwurm, das arme wurm, würmchen, unschuldswurm, umvogel, unvogel, unglücksvogel), den man gutmütig humoristisch oder scherzend bedauert. unglücksworm Fr. Reuter: der junge, das u., wird zur Berliner geburt noch süddeutschen accent bekommen Bismarck br. a. s. braut 295; da machen nun solche unglückswürmer ihre ersten studien an einer solchen akademie K. Stauffer-Bern briefe 59 Brahm; Sanders erg. wb. 659ᶜ. —
unglückswurzel
Herberger hertzpost. 1, 705,
unglückszahl
J. G. Schmidt rockenphilosophie 1, 357,
unglückszahn
(beist nicht der unglicksz.) Hohberg Ottobert F 3ᵃ,
unglückszeichen
(prodigium Wiederhold 390ᵃ); unglückzeichen s. o.: Wuttke volksaberglaube (1869) 61; marterl H. v. Barth kalkalpen 593,
unglückszeit
Huberinus spiegel der hauszucht (1553) 120ᶜ, D. F. Strausz 7, 503,
unglückszelt
Rist seelenlust 163,
unglücksziel
Günther 102,
unglückszimmer
Schiller 12, 94,
unglückszimmerer
Stieler 2351,
unglückszufall
Butschky rosenthal 92, Stolberg 14, 91, J. Paul 7/10, 585 u. s. w.
Zitationshilfe
„unglückshaufen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/ungl%C3%BCckshaufen>, abgerufen am 14.12.2019.

Weitere Informationen …