Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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uniform, adj. adv.

uniform, adj. adv.,
aus franz. uniforme, -mément von lat. uniformis. uniforme, einerley, gleich verz. d. gebräuchlichsten wörtern (1748) 182: über das hab ich gar nicht uniform und gleichlautend geschrieben (1720) Straszburger stud. 3, 136; u. gekleidet Pückler - Muskau bildersaal 1, 380; uniforme tracht allg. d. bibl. 83, 571; zug (vgl. eintönig, langweilig) Göthe 16, 49, 128 W.; häuser Heine 3, 215; auch in wichtigeren dingen hat die sprache ... dafür gesorgt, dasz sie nicht zu soldatisch uniform wurde R. Hildebrand sprachunterricht 64. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1920), Bd. XI,III (1936), Sp. 1074, Z. 15.

uniform, f., (m. n.)

uniform, f. (m., n.),
internationales wort, von uns mit der sache aus dem franz. entlehnt. schwerlich schon um die mitte des 30 jährigen krieges (Krünitz 196, 432) vorhanden, unser erster literarischer beleg von Zinzendorf (uniforme, f. 1746; so auch bei Fäsch kriegslex. [1735] 964 und Zedler 49, 1637); im 18. jh. schwankt das geschlecht noch (kein gewisses uniform Teutscher Merkur 3, 53 [1775], zs. f. d. wortf. 7, 58; das dem franz. entsprechende m. belegt Paul gramm. 2, 146 aus Schikaneder und Giesecke); als f. nach der mitte des 18. jhs. festgeworden ( v. Schmalen 1759 bei Knötel handb. der uniformkunde 481). von Campe durch dienstkleidung, -tracht, gleichtracht, standestracht, einform, von Pfister durch wehrtracht wiedergegeben; kluft, klüftchen (bes. v. schadhafter u., aber auch eigentumsuniform Bischoff geheim- u. berufssprachen 109), die brocken, lumpen (für die gesammtheit der einzelbestandtheile) fragebogen zur erhebung der soldatenspr. 11. in die mundarten gedrungen, z. b. uuneform obers. wb. 2, 599ᵃ; unifurem lux. 451ᵃ; uneform, unneform Fr. Reuter (Müller 144ᵃ); als 'unterform' verstanden Lenz Handschuhsheim 52ᵃ; Münch ripuarisch-fränk. ma. 135. im wortspiel mit unform sp. 573 b ende. livree, montur, uniform Weigand syn. 2, 329. a) von krieger- u. soldatentracht. Fäsch, Zedler s. o.; Jacobsson 4, 486ᵃ: die u. der Towarschis (1761) Lessing 18, 410; sieben mädchen in u. Göthe IV 40, 218 W.; der einzige civilist in u. Bismarck ged. u. erinnerungen 2, 62. feld-, garde-, generals-, kommisz- u. s. w. uniform; grosze, kleine u.; interimsu.; für die träger der u.: der liebe gott verzeiht manches, was die u. (der soldatenstand) nicht verzeiht J. G. Müller kom. romane (1786) 1², 231; die ankunft von zwei preuszischen uniformen Schiller br. 5, 407. von festen verbindungen u. ra. seien erwähnt: uniform nehmen (G. Stephanie lustsp. 18, 27); in u. setzen (den bürger in u. zu setzen Möser 1, 278 veraltet), stecken (Steub drei sommer 2, 186; bildlich Heine 3, 125), in u. sein, gehen (O. Ludwig 2, 427, in uniformen gehen, im vers Hoffmann v. Fallersleben 4, 56), erscheinen (Göthe IV 20, 128, 12 W.), u. anhaben (Göthe 21, 261, 9 W.), tragen (Schiller 4, 207), ausziehen (Schiller 3, 382), mit dem cylinder vertauschen; sag ihm, dasz er die u. (den stand) entehrt Müllner 5, 297; die u. sprengt alle thüren Pfeffel 2, 162. b) von unterscheidender einheitlicher (gemeinschafts-, standes-, dienst- u. dgl.) tracht überhaupt: das ist ihr priesterrock, ihr zeichen, dasz sie dem heiland angehören, ihre uniforme Zinzendorf amerik. reden 1, 78; geistliche u. Lavater physiogn. fragm. 1, 260; Möser 2, 73; Bode Tristram Schandi 7, 66; Stilling 3, 163; ich tauge nun einmal nicht in diese u. von frömmigkeit Geibel bei Litzmann 118; fürstliche u. Nicolai Nothanker 1, 51; jeder in der u. seines standes Herder 5, 539; Hippel 1, 339; von kindertracht Göthe 20, 280, 22 W.; der u. sind wir durchaus abgeneigt, sie verdeckt den charakter 24, 258, 22 W.; Novalis 2, 151 Minor; Creuzer an K. v. Günderode 135; Hartmann volksschausp. in Bayern u. Öst. 126; die uniformen unsers humors H. Beck quälgeister 3; der liebe Musäus 3, 231. hof-, jagd-, berg-, post- u. s. w. uniform. c) der begriff der eintönigkeit, unlebendigkeit, des unindividuellen, schablonenhaften, seelenlosen, fabrikmäszig-mechanischen schlägt vor (vgl. uniformität, Uniformingen Auerbach landhaus a. Rhein 4, 197): es ist längst geklagt worden, dasz ... cultur und aufklärung uns eine u. anziehn, die ... Herder 15, 137; wenn viele der ... resultate ... demjenigen widersprechen werden, was dem heere unsrer karten in beziehung auf die abbildung der erdoberfläche als u. dient Ritter erdk. 1, 31; die allezeit in einerlei gemüthsuniform erscheinende hofleute Möser 1, 134; 2, 76; uniformmagazin (predigtvorrat) Auerbach 16, 117; uniformmäszig, adv. Arnim 2, 8, adj.: die pappel ... ist der uniformmäszige baum W. H. Riehl natg. d. volkes 1, 48. d) oder es überwiegt der begriff einer umkleidung, hülle, schale u. dgl.; von Philemon u. Baucis in gestalt v. alten baumstämmen:
da stehn sie nun in grünen uniformen
auf's munterste mit epheu decorirt
Göthe-Riemer 13¹, 96, 46 W.;
eine hübsche kapelle, zu welcher das licht sich durch gemalte scheiben nur in u., d. h. colorirt, hineinstehlen darf Immermann 20, 32; kartoffeln in u., in der schale, obers. wb. 2, 599ᵇ (vgl.kartoffeln, erdäpfel in der montur, im schlafrock ebda 2, 248ᵃ, Kretschmer wortgeogr. 359). zusammensetzungen zahllos; z. b. uniformabzeichen, -bild, -geschichte, -hut (Forster 3, 381, vgl. uniformshut), -knopf, -mensch (B. Goltz jugendl. 2, 21, Stinde Buchholz in It. 49), -merkmal, -recht (recht auf das tragen einer u.), -schneider, -spielerei, -tragen (n., allg. d. bibl. 44, 286), -tuch, -wesen; uniformenunfug (Leisewitz tageb. 1, 203), -wesen (1, 202), -kunde (Knötel 1890—99), -tand (Hoffmann v. Fallersleben 4, 113); uniformsänderung- ( v. Alten handb. f. heer u. flotte 2, 55), -frack Hauff 2, 351, 5), -hut (Kausch schicksale 98), -locken (Fouqué lebensgesch. 35), -pedanterei (gefühle 1, 261), -reglement (Schwappach handb. 2, 642), -rock (Lueger lex. d. ges. technik 1, 606). —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1920), Bd. XI,III (1936), Sp. 1074, Z. 25.

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Zitationshilfe
„uniform“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/uniform>.

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