unkraut n.
Fundstelle: Lfg. 7 (1920), Bd. XI,III (1936), Sp. 1108, Z. 39
gegenstück zu kraut (s. d.). ahd. uncrût, mhd. unkrût, mnd. unkrût, -krûde, mnl. oncruut, nl. onkruid; dän. ukrud (aus dem mnd.); in mundarten weit verbreitet, doch weniger in eigentlicher (Staub-Tobler 3, 887) als in uneigentlicher bed. und im sprichwort. vgl.unkräutich, ↗miszkraut.
1)
eigentlich.
a)
als allgemeiner gs. zu 'brauchbarem' kraut (vgl.kraut 1 a, 1 c; dat goede cruut mnl. wb. 5, 783; übelkraut, böses kraut, ungras, unsame, herba inutilis, tristis; un IV B): kraut und u. soll mit einander wachsen bis zur ernte (Matth. 13, 30) Herder 19, 104; der garten enthielt ... mehr u. als kraut Dorste - Hülshoff 2, 263; im walde ist gar kein u., weil der herr jedes kräutlein liebet Stifter 1, 244. nach sp. 26, 3 verallgemeinert: kraut und u. Herder 17, 211; Görres 3, 211. einunddieselbe pflanze als kraut und u. vorgestellt: wenn ains u. in seim gartten ausz zuͤhet und dasselb nit ausz dem gartten tragt, sunder also auff dem land laszt ligen ... so hat das auszgezogen krautt (diesmal überwiegt die blosze vorstellung des vegetativen, wie vorher die des unbrauchbar-schädlichen) wider eingewurtzelet in das ertreich Keisersberg pred. 34ᵃ; ähnlich A. Olearius reisebeschr. 355. nach der ra. ins kraut schieszen sagt Rückert 3, 172 einmal ins u. wachsen. andere gegensätze: guter same Matth. 13, 27, Tauler pred. 398, 21 V.; weizen Matth. 13, 25 (ra. wachsen wie u. unter dem weizen Grimm sagen 2, 88), schœneʒ korn Freidank 120, 7, frucht Göthe 31, 174 W. (vgl. II 13, 50, 8 W.), blume Bodenstedt M. Schaffy 6, edelgewächs G. Keller 6, 317 u. ä. synonyme verbindungen: mnd. wb. 5, 60ᵇ, mnl. wb. 5, 783, treff, radel oder u. (th. 8, 43) Prätorius glückstopf 283, Suso d. schr. 232, 10 B., Sebiz feldb. 7, dann schossen rothe nesseln auf, disteln und anderes gewächs, was die menschen u. nennen Storm 5, 172 u. s. w. im gebrauch überwiegt der collective sing.; doch auch: lolium, ein laster oder u. des dinckels Bock 240ᵇ, unkräuter, von verschiedenen arten Sebiz 481, bestimmter unsre getreidearten samt ihren unkräutern Hoops waldb. 101, Leopold handwb. d. ökonomie 517ᵇ. attribute: lose unkräuter Sebiz 481, dickes u. Schottel friedenssieg 42 ndr., wildes S. Gessner 2, 9, verachtetes Göthe II 7, 220 W., giftsamiges Platen 1, 266, schönes Heine 1, 194, üppiges, geiles J. H. Voss ged. 3, 111 u. s. f. u. wächst (verwachsenes u. J. H. Voss 3, 180), wuchert (das wuchernste u. Hegel 11, 73; bärte wie u. wuchern lassen Eichendorff 4, 254), schieszt auf (durch üppig hoch aufgeschosznes unkraut Fouqué bildersaal 2, 248), versamt sich, überwächst (Pückler briefw. 1, 204), erstickt die frucht, wird gestreut (Göthe 40¹, 131, 2 W., in dem gleichnis des evangeliums gesät), ausgerauft, -gezogen, -gejätet, -gerottet, vernichtet, man widersteht ihm (Möser 1, 206) u. s. w.
b)
Nemnich wb. d. naturg. 610 unterscheidet als u. pflanzen, deren nutzen nicht bekannt ist, in welchem verstande man auch ehemals diejenigen kräuter, welche nicht officinell waren, u. nannte (es giebt wohl wenig nützliche unkräuter Bavaria 1, 174; Schwarz ackerbau 28; rade ... ist ein kraut ... und kan für ein groszes u. nicht gerechnet werden, dan brantewein daraus gebraut wird Gueintz rechtschr. 111; Harsdörffer secret. 1, k k k 3ᵃ; Göthe II 7, 218 W.; Wimmer d. boden 234) und pflanzen, welche wider unseren willen mit den cultivirten pflanzen aufwachsen. heute definiert man unkräuter als pflanzen, welche entgegen dem kulturzweck zwischen angebauten pflanzen erscheinen, im allgemeinen nur als schädlich in betracht kommen, zum teil aber nutzbar sind (als grünfutter u. s. w.), ja sogar für sich angebaut werden, wie denn auch manche kulturpflanzen, wenn sie am unrichtigen ort erscheinen, zu den unkräutern gezählt werden müssen Meyers conversationslex. 17⁵, 94. von geringster, zur menschlichen nahrung ungeeigneter speise: Sachs 6, 369, 1 K.; abschätzig scherzend von pflanzen des herbariums Forster 1, 4. bäume sind nicht ausgeschlossen: die zitterpappel gilt zuweilen in wäldern als u. Schlechtendal-Hallier 10, 101; birken, das u. des waldes Moltke 4, 310.
c)
insbesondere erscheint u. für ζιζάνιον, zizanium, zizania (Matth. 13, 25 ff.; Chamberlain worte Christi 280; ahd. gl. 3, 292, 28; 310, 60; Diefenbach gl. 635ᶜ; zinzania vel zinzaniae unkraut Aventin 1, 407, 32), lolium temulentum L. Nemnich 610, Pritzel-Jessen 219, centaurea (erythraea centaurium L.) Diefenbach gl. 112ᵇ, cassia occidentalis (stinkendes u.) Nemnich 610, equisetum palustre L. Holl pflanzennamen 322ᵃ, bogula Diefenbach gl. 77ᶜ (ajuga reptans L. Pritzel-Jessen 14), heidnisch u. gem. wasserdosten Staub - Tobler 3, 887, Preger studien 1, 199. vgl. unkrautnamen bei J. Grimm gramm. 4, 1229 f., unkräuter bei Krünitz 198, 580 ff., in der papierfabrikation Muspratt 6, 1764.
d)
recrementum ahd. gl. 2, 404, 8; 456, 51; 482, 31; galle Parac. bei Höfler 326ᵇ; kraut 'gallertartige ausscheidung' Lessiak gicht 119. vgl.abkraut unter kraut 1 g; ahd. âwahst.
2)
uneigentlich.
a)
von menschen; s.kraut 8 b, kräutlein 3 b, unsame: Kunzel Unkrût Seifr. Helbling 13, 145; Lübben-Walther 439ᵃ; in der evangel. parabel sind das u. die kinder der bosheit (υἱοὶ τοῦ πονηροῦ Matth. 13, 38), bes. heuchler u. ketzer Zedler 49, 1858; Eberlin v. Günzburg 2, 41 ndr.; das u., die der apostel lere felschen Mathesius Sarepta 67ᵃ; unhelden .., u. unter dem weizen und satane um der engel willen Herder 3, 223; Parac. chir. 126 a; Logau 191, 17; von tyrannen, wucherern, dieben, mördern, straszenräubern, spielern u. s. w.: disz u. würg ich (der tod) alles hin Sachs 1, 447, 13 (447, 3 unzyfer) K.;
ich will nicht mehr in reden und geberden,
wenn ihr es seht, ein solches unkraut seyn
Chr. Weise überfl. gedancken 104 ndr.;
er (Nabuchodonosor) war ein lauteres u. Abr. a St. Clara mercks Wien 9; 'böse und der menschlichen gesellschaft schädliche menschen' Adelung. milder von mädchen und frauen: u. seydt ihr ja warlich nicht, liebe Anneliese El. Charlotte v. Orleans 2, 382; u., ich heyrathe dich samml. v. schausp. (1764 ff.) 9, 144; J. Fr. Löwen 3, 168; o das u., die weiber Caroline 2, 108 W.; das saubere kräutchen, das schöne u. G. Keller 6, 99. bes. gern von kindern, bösen buben u. dgl.: in dem er (Mars) nur ein kalbfel über ein schaf decke, so lauffe im alles u. nach Harsdörffer secret. 1, H h 6ᵃ; u. unter menschen Lehman florileg. 1, 118; Stoppe Parn. 443; sein entlaufenes u. Immermann 5, 60; du kleines u. Tieck 13, 226; gelt, du unkräutle P. Heyse bei Sanders erg. wb. 321ᵃ; Hermes Sophiens reise 5², 200;
die ganze freundschaft weisz es ja,
dasz ich ein unkraut bin
soldatenlied a. Hessen bei Mittler 882; Scheffel 4, 38;
wunderhorn 2, 118 B.-C.; Staub-Tobler 3, 887; Pansner schimpfwb. 73ᵇ; du erzu. Staub-Tobler 3, 887; vgl. ebda kraut 886; ein rechtes u. zs. f. d. unterricht 24, 577; auch das sprichw. u. vergeht nicht (s. 3) wird mit bezug auf personen gebraucht (Schmeller 1, 1386); doch ist rein appellativische, nicht scherzhafte oder familiäre verwendung nicht mehr schriftsprachlich. bild und vergleich lieben die anwendung auf menschen (Brandis ehrenkränzel 217; Grob 20, 337; Göthe 17, 102, 8 W.; Hebbel briefe 3, 215).
b)
vom teufel in hexenproceszacten Staub-Tobler 3, 387 (auch kraut ebda 386; kräutle Fischer schwäb. wb. 4, 707. frau Übelkraut, frau eines walddämons, zs. f. volksk. 1896, 324. zama [zizania] est genus pilosi monstri Diefenbach gl. 635ᵃ).
c)
von krankheiten (die pflanze gilt als wohnort eines dämons; 'die von diesem dämon unkraut verursachte krankheit übernimmt dann auch den namen desselben' Höfler 326ᵇ: anders Lessiak gicht 119 und Höfler unter abkraut): epilepsie (vgl.böses kraut), eclampsia infantium, stille gichter, heftiger kopfschmerz, panaritium, diphtherie Höfler 326ᵇ; Schm. 1, 1386; obers. wb. 2, 599ᵇ; mr mechts hale u. krîchn Göpfert erzgeb. 102. vgl.kraut 7 c.
d)
von thieren: ungeziefer de Bo 673ᵇ (vgl. ungeziefer II 1); mit gewürm und mit kröten und anderm u. W. Grimm heldenl. 54; vom hund, v. fischen Sanders erg. wb. 321ᵃ, 320ᶜ.
e)
von pflanzenornamenten (steinernes u. Gaudy 2, 65), büchern Tieck 4, 289, irrtümern Triller betrachtungen 1, 393, Hippel lebensl. 2, 132, dissonanzen Heinse 5, 54 Sch., kleinigkeiten Scherer kl. schr. 1, 124 u. dgl.
f)
von abstracten begriffen aller art, die unter dem gesichtspunkte des unechten, unrichtigen, bösen, der schädlichkeit, verderblichkeit, lästigkeit, der schmarotzerhaften lebenskraft u. lebensfähigkeit, heimlichen verbreitung, erstickenden massenhaftigkeit, unvertilgbarkeit u. ä. als dem u. vergleichbar vorgestellt werden. neben wirklicher beobachtung (Lohenstein Agripp. 48; Göthe Iphigenie 970) wirkt die wortgeschichtlich am wichtigsten gewordene neutestamentliche parabel (Luther 15, 699, 30 W.; Parac. 2, 301 C; Rätel schles. chron. 3; Adelung lehrgeb. 2, 179; Hippel lebensl. 1, 79; 363; Göthe II 5, 1, 328 W.; Heinse 5, 104; Gaudy 2, 17; Rückert 1, 596; Mommsen r. gesch. 1, 804) und die 1 c erwähnte anschauung ein. mit erläuterndem gen.: das u. falscher lere Luther 8, 344, 20 W., Sachs 1, 255, 6 K., drückender beschränkungen Jhering geist 3¹, 315; bevor ich das kraut oder u. einzelner einwürfe ausraufe J. Paul doppelwörter 71; eine reaktion, welche ... kraut und u. der älteren richtung mit einander ausreutete Mommsen r. gesch. 2, 430; seltener u. von verdrusz J. G. Neukirch anfangsgründe 760, von vorurteilen Fontane I 1, 140; mit gen. possess.: jenes u. der kunst Tieck 20, 100. attributive best.: schädliches (Lohenstein Arm. 2, 272ᵃ), häszliches (Gottschedin briefe 3, 20), böses (Göthe 1, 219 W.), verworfnes (A. W. Schlegel Shakesp. 3, 155, Hamlet 1, 2) u. s. w.; lateinisch-französisches u. Gottsched d. neueste 3, 780; ketzerisches, geistiges, moralisches u. s. f. Thümmel reise 10, 136, J. Paul komet 1, 31; 7/10, 390. synonym: unfaͤl S. Franck Turkey A 3ᵃ, koth Herder 25, 328, galle und verdrusz Nestroy 2, 80 u. a. gegensätzliches: tugendfrüchte Silesius seelenlust 52 ndr., Fr. Schlegel 2, 15, same der vernunft Lessing 3, 75 (Nathan 3, 1, 50), edle triebe des herzens J. Paul 7/10, 170, supranaturalistischer weizen steht dem rationalistischen u. gegenüber Schleiermacher I 5, 417. bald werden die bilder, vergleichungen u. gleichnisse, sinnlicher vorstellung näher geblieben, noch als solche empfunden (hist. volksl. 1, 189, 1465 L.; W. Spangenberg ganskönig 6, 340; Butschky Pathmos 10; Göthe Iphigenie 970; Fr. Schlegel 3, 146; u. in gottes kirchengarten wohlgeplagte priester 72, im acker der kirche Ranke 8, 150, im acker unsres herzens Bismarck br. a. s. braut 46; die welt ein unkrautacker Abr. a St. Clara etwas f. alle 2, 407 oder -garten Hamlet 1, 2) und ausgedeutet (Abr. a St. Clara Judas 1, 109), bald verblassen sie und die ausgangsvorstellungen verschieben sich: unser widersacher, der ... unter alle unser wercke u. gesehet hat Nigrinus v. zäuberern 4; ra. u. zwischen (unter) den weizen säen Adelung lehrg. 2, 179, Göthe II 5, 1, 328 W., vgl.säen 4 a/b; vom kifferbeiskraut Sachs 21, 169, 32 G.; von auszurottender seeräuberei Micrälius 3, 414; diese art von religion wird jedem unkraute, jedem laster die nahrung entziehn Heinse 2, 225; dasz über dieses gesicht die furchen des unkrauts (der sittlichen verdorbenheit) sich krümmten J. Paul Titan 3, 180, vgl. mnl. wb. 5, 783; sollte diese leidenschaft nicht ein u. sein, das von einem feinde der menschlichen natur auf unser herz gesäet worden? Gellert 7, 72; A. W. Schlegel Shakesp. 3, 277, Hamlet 3, 4; 'unrichtige neigungen, begierden u. s. w., welche zum nachtheil der rechtmäszigern entstehen und selbige ersticken' Adelung; unkraut im kopf, im inneren O. Ludwig 2, 293; Hebbel I 2, 65; Laube 14, 25; von sorgen und bangen Becker Mildh. liederb. 63; die grosze anzahl unsrer gelehrten und politischen journale zeigt, welche menge von keimen sowohl der wissenschaft als politischer bemühung in regung sei und sich entweder als kraut oder als u. zeige Herder 16, 602; es wird schon die zeit kommen, da kraut sich von dem u. scheiden wird Lenz 1, 73 Tieck. insbes. hat u. säen die bed. 'zwietracht erregen' angenommen: in der letzten zeit, als wir in Jena lebten, ward u. zwischen uns gesäet J. H. Voss Göthejahrb. v. Geiger 5, 94; die feinde des keisers ... fingen an u. unter jene theologen zu säen Ranke 37, 110; zizania discordia du Cange 8, 470ᵇ; zizania, discordia, unkraut, zwytracht Hulsius (1618) 2, 443ᵇ; zama, deceptio, argelist, ferpeley Diefenbach gl. 635ᶜ. von sonstigen redensarten seien noch erwähnt: das u. wächst im eignen garten (Brandis ehrenkränzel 50), das u. für guten weizen ansehen (Parac. 2, 301 C), das u. mit dem weizen ausrotten, ausreiszen (Dannhawer catechism. 1, 382; Raumer Hohenstaufen 3, 292; vgl. Opel-Cohn 395; Tieck 7, 26, im keime ersticken J. J. Schwabe belustigungen 6, 32; J. A. Schlegel ged. 1, 156), das u. mit dem weizen wachsen lassen (Lehman florileg. 2, 680), an der wurzel fassen (Hölderlin 2, 91), mit der wurzel ausreiszen (Ranke 2, 118; vgl. Keisersberg granatapfel B 5ᶜ, auch Wander 4, 1462, 2).
3)
sprichwörter und sentenzen Zingerle 156; Wander 4, 1462 ff.; 5, 1783. z. b.
unkrût wehset âne sât,
so eʒ schœnem korne missegât
Freidank 120, 7;
Renner 6487; Gregor Heyden Salom. u. Markolf 210, 514; Ruckert 187; u. wächst selbst Schottel 1135, Schellhorn 12, Staub - Tobler 3, 887; Wander 35; Kirchhofer 310; u. wächst wol Lehman 1, 117, wächst behende Göthe 5, 168 W., schieszt bald auf Kern (1718) 52; wo waizen wächst, wächst u. Hippel lebensl. 2, 171; das u. wil von dem garten nit S. Franck sprichw. (1541) 2, 6ᵃ; Tappius A 7ᵃ; klugreden (1548) 5ᵇ; Kirchhofer 310; Uhland volksl. 1, 101, nr. 50, 5; Wander 3, 15; kein acker ohne u. Eberlin v. Günzburg 2, 91 ndr.; Lehman 2, 523; je besser der acker, je mehr u. Hippel lebensl. 1, 197; holz und u. wächst für alle menschen Graf-Dietherr 67, 23; unkrûd es ouk fouer Woeste westf. 281ᵃ; Doornkaat 3, 472ᵇ; u. verdirbt (vergeht) nicht mit wechselndem wortlaut und häufigen zusätzen (z. b. es keme eh ein platzregen drauff S. Franck 1, 86ᵃ, es müste eh ein hund daran pissen Simpl. 1, 595 Keller, so kolt is de winter nich Mi 96ᵇ) seit dem 16. jh. (also unkrut ouch nit verdirbt Utz Eckstein concil 1525 J 7ᵃ) unzähligemal bezeugt: Serz 163ᵇ, Wander 1, 5, 7, 8, 11 ff., 19 ff., 30 ff., 37 f., mnl. wb. 5, 783, Staub-Tobler 3, 887, Schm. 1, 1386, Hügel Wien 176, els. wb. 1, 533, Follmann 520, Ruckert 187, Leihener 88ᵃ, lux. 316ᵇ, Mi 96ᵇ, Doornkaat 3, 472ᵇ u. s. w.; u. geht so leicht nicht unter Caroline 1, 251 W.; u. verliert sich nit Aler 2, 2095ᵃ; unkrut blift alle tyt boven Tunnicius 920, Petri V v 3ᵃ;
as unkraut wachst übrall
viel schneller wie's kraut
K. Stieler gedichte 4, 69 Reclam; Wander 29.
4)
zusammensetzungen: ackerunkraut Hoops waldb. 468, linsenunkraut u. dgl.; unkrautacker, -art, -auslesemaschine (Karmarsch - Heeren 5, 313), -beet, -blume, -dichter (B. Goltz jugendl. 3, 280), -filz (Jordan talar u. harnisch 217), -form (Ratzeburg standortgewächse 441), -garten (Suso d. schr. 222, 9 B.; Venedey wage 5, 18), -gesäme (Brehm tierl. 4, 40), -haufen, -mensch (B. Goltz jugendl. 3, 283; D. Fr. Strausz 3, 155), -pflänzchen (J. Grimm 1, 22), unkraut-s (des genitivs J. Paul 54, 39), -säer (Z. Müntzer bepstl. gesch. 580; D. Fr. Strausz 3, 155; nl. onkruidenier), -same (Hohberg georg. 1, 37), -sämerei (Krünitz 239, 114), -verbreitung, -vertilgung, vertilgungslehre (Ratzeburg standortgewächse 178), -wildnis (Rosegger 7, 349), -wuchs (J. Paul 37, 126), -wüchsigkeit (Schwerz ackerbau 132), -wurzel (Hohberg 2, 19) u. ä.; unkrautsart (Thaer grundzüge 1, 347), -gedeihen (Laube 11, 86), -haufen, -keim, -moder (Fr. v. Heyden ged. 305), -pflanze (Thaer geschichte 26), -same (Valvassor ehre d. h. Crain 2, 593), -wurzel (C. Schröter hauszverwalter 56; Pestalozzi 8, 315) u. a.; unkräuterlehre (Ratzeburg standortgewächse 177), -streu (Schwappach forstpolitik 39), -vertilgung (tägl. rundschau 1900, beil. 599) u. s. w.; unkrautartig (Fouqué reiseerinnerungen 2, 178), -frei (Schwerz ackerbau 509), -rein (Pöhnl volksbühnenstücke 2, 215), -trächtig (Wieland I 2, 24), -überwachsen (Fr. v. Schack 9, 183), -überwuchert (Spielhagen 6, 313), -voll (Bartsch zwölf a. d. Steiermark 228) u. s. f.
Zitationshilfe
„unkraut“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/unkraut>, abgerufen am 16.10.2019.

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