unstetigkeit, unstätigkeit f.
Fundstelle: Lfg. 9 (1923), Bd. XI,III (1936), Sp. 1434, Z. 11
gth. und mangel der stetigkeit. mhd. unstætecheit (ahd. unstâtigî), mnd. unstedicheit, mnl. on(ge)stadicheit, nl. on(ge)stadigheid, dän. ustadighed, schwed. ostadighet. vgl.unstete, ↗unstetheit.
1)
wie unstetig 1: tantzen .. gibt zuͦ erkennen den menschen durch schlencken der hende, durch unstaͤtigkait der fuͤsz A. v. Eyb spiegel d. sitten (1511) d 5ᵃ; der nase des hundes Göchhausen notabilia venatoris (1741) 12; des meeres M. Quad enchiridion cosmographicum (1664) 18; von menschen M. Mendelssohn 5, 29; zugleich als ausdruck der leidenschaft Stifter 3, 162; unseszhaftigkeit Hegel 9, 99; J. Grimm kl. schr. 8, 21; bei der unstätigkeit meines auffenthaltes N. v. Gneisenau briefe 8; u. der luft ackermann a. B. 34, 51 B., des wetters B. Mithobius wie man sich für der pestilentz bewaren sol (1552) g 4ᵇ.
2)
unstetig 2 entsprechend: die unstaͤtikeit unsers lebens heiligen leben summerteil (1472) 153ᵇ; der vögel beim brutgeschäft Aitinger jagd- u. weidb. (1681) a 6ᵃ, der kinder, indianer u. s. w.; unabhängig von ihrer stetigkeit oder u. zeigen die pflanzen ... Ratzeburg standortgewächse (1859) 283.
3)
wie unstetig 3: renck, enderung oder unstaͤtigkeit Frisius 1406ᵃ; der sittlichen begriffe Solger nachgel. schr. 2, 184, bewegung, richtung, entwicklung Lotze mikrokosmus 1, 78, der volkswirtschaft handwb. d. staatswissenschaften 4², 715, der magistratur Mommsen staatsrecht 1, 277; technologisch discontinuity, discontinuité Hoyer-Kreuter 1, 793, unstetigkeitslage Lueger lex. d. ges. technik 2, 187, -punkte 4, 399, -schnitte 7, 410.
4)
wie unstetig 4: dieselbigen (verträge) werden .. nit gehalten, welche unstetikeit kein friden macht zwuschen einem ersamen rat und convent (1513) urkundenb. d. st. Heilbronn 3, 375 (so rechtssprachlich veraltet); u. des glücks Carbach Livius 192ᵃ, des erfolgs u. s. w.
5)
sittlich (unstetig 5); mhd. wb. 2, 2, 611ᵇ; Lexer 2, 1940; mnd. wb. 5, 79ᵇ; mnl. wb. 5, 944: inen sye nit ze glouben, ursacht ir zagheit, vorchtsami, unstaͤtikeit und gyt Riederer rhetoric (1493) d 3ᵇ; inconstantia offenbarung der h. Brigitta (1502) 4; mangel an zuverlässigkeit Niebuhr röm. gesch. 3, 605; plur.: unstätigkeiten der magnaten, äuszerungen unzuverlässiger haltung Ranke 2, 300; nennen wir nicht charakter auch die stetige gleichheit der u.? Fr. Th. Vischer ästhetik 2, 196; u. in entwürfen A. W. Rehberg kl. schr. (1829) 190; im prägnanten (veralteten) sinne der mhd. dichtung Herder 29, 629; Gervinus gesch. d. d. dichtung 1, 433; der frauen Iwein 1874 ff.; N. v. Wyle translationen 60, 35 K.; Forster fr. teutsche liedlein 17 ndr.
6)
mischungen sind nicht selten; z. b. 2, 3, 5: denn als lang du lebest, so bistu u. unterworffen J. Arnd nachfolge Christi (1631) 111. —
Zitationshilfe
„unstetigkeit“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/unstetigkeit>, abgerufen am 23.10.2019.

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