Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

unterfüttern, v.;

unterfüttern v.
schriftsprachlich selten unterfuttern (zum umlaut, den Musculus [s. u. II 1], der nomenclator Hamburg. [1634] 423, Frisch, Adelung und die von ihm abhängigen wbb. weglassen, s. th. 4, 1, 1086, 1091). mhd. undervüeteren; mnl. ondervoederen; dän. underfore. vgl.überfüttern 2.
I.
zu futter I: stroh u. Mozin; häcksel mit u.
II.
zu futter II B.
1)
trennbar.
a)
eigentlich 'als futter unter ein kleidungsstück setzen' Campe: des otters fell gibt schöne beltzwerck ... und untergefütert sollen sie den erlambten glidern, so vom schlag getroffen sind, wol dienen Heyden Plinius (1565) 168; wie ich dann berichtet werde, ... das im ein landsknecht habe lassen 99 eln unterfutern (in d. pluderhosen) ... ich darff auch nicht wol sagen, das einer 100 und 30 eln hab unter ein paar hosen gefüttert Musculus hosenteufel 17 ndr.; seide unterfüttern. b) übertragen (vgl.unterfutter 3 und unterbuttern) zurücksetzen, nicht nach gebühr behandeln: du wirst hier nur untergefüttert; lasz dich nicht u. nordwestd. umgangsspr.
2)
untrennbar. a) eigentlich ein kleidungsstück mit unterfutter versehen (Fischer 6, 230): eyn schawben, die mit rawhem undterfüttert ist Nürnberger polizeiordn. (15. jahrh.) 99 Baader; der T. hat meinem weib geschenckt 14 eln guten, dicken harasz zu einer höcken und tritthalb elen halben attlas zu unterfüttern A. Dürer tagebuch (1884) 56; W. Saltzman Octavian (1548) P 3ᵇ; zwüschen der seiden und baumwoll, mit denn der rock underfüdert M. Schrot wapenbuch (1581) 264ᵃ; sächs. policei- u. kleiderordnung (1612) 18; ein kleid mit rauchwerck unterfuttern nomenclator Hamburg. (1634) 423; ein mit hermelin unterfuttertes mäntlein Michaeler bei Campe. b) übertragen: von dem dreyfach underfüterten geist Lutheri Nas antipap. eins u. hundert (1567) 1, 129ᵃ. c) t. t. im bauwesen (zu füttern II B 3 b, 1): im schleusenbau 'mit doppelten dielen unterwärts den boden bekleiden' Jacobsson 4, 488ᵇ; hohl liegenden dielen durch sand, bretter u. dgl. ein festes auflager geben Schönermark-Stüber hochbaulex. (1902) 855; Mothes ill. baulex. (1882) 4, 395. substantivierter inf.: gemeine dünne leinwand braucht man zum unterfüttern unter geringe schlaffröcke, brusttücher und mützen P. J. Marperger beschreibung des hanffs u. flachs (1710) 60; H. W. Döbel jägerpractica (1754) 1, 34; allg. haushalt. lex. (1749) 1, 173ᵃ. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1926), Bd. XI,III (1936), Sp. 1557, Z. 40.
Zitationshilfe
„unterfüttern“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/unterf%C3%BCttern>, abgerufen am 20.02.2020.

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