Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

unterfall, m.;

unterfall m.
mhd. underval; nl. onderval (niederlage); engl. underfall (abdachung). vgl. niederfall. unterfall wie unterfallen sind im nhd. nur kümmerlich entwickelt. die mhd. bedeutungen occasus (Konrad v. Megenberg sphaera 4, 11 u. o.), chaos (mhd. wb. 3, 223ᵃ), pausa (Lexer 2, 1809) sind im nhd. erloschen.
a)
der sprachgebrauch der mystiker, die underval u. a. halbsinnlich und für das tiefe versinken in den grund der demütigkeit verwenden (Tauler predigten 214, 15; 225, 34 Vetter), reicht bis in frühnhd. zeit: der mensch sol disz ... bekennen vor got und thun ainen waren underfal für sein götliche füsz Tauler serm. (1508) 170ᵃ; dise verklainung ... sol wircken ainen demütigen underfal under got 131ᵃ; vgl. predigten 275, 25; 200, 24 Vetter.
b)
unterfall sterben des censiten eines lehensmannes Schrader d. franz. wb. 2, 1457; dazu fall, fallen Staub-Tobler 1, 735 d; 751, 4. s. das rechtswb.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1926), Bd. XI,III (1936), Sp. 1546, Z. 14.
Zitationshilfe
„unterfall“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/unterfall>, abgerufen am 24.02.2020.

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