unterseeboot n.
Fundstelle: Lfg. 12 (1928), Bd. XI,III (1936), Sp. 1806, Z. 52
als feste bezeichnung für das (in einfachster gestalt seit dem 17. jahrh. bekannte) unterseeische fahrzeug erst am ende des 19. jahrhs. gebraucht (Meyers conv. lex. kennt in der 5. auflage 1897 die bezeichnung noch nicht und gibt seinem artikel 17, 105 das stichwort unterseeische fahrzeuge, aber in der 6. auflage 1908 19, 942 erscheint an dessen stelle u.) und durch die verwendung der ubootswaffe im weltkriege allgemein üblich geworden. die bildung vollzog sich nach vorbild des englischen, wo seit älterer zeit zusammenrückungen dieser art gern adjectiviert sind (z. b. under-sea fire 1613, under-water traine 1627, telegraph 1837, under-water vessel 1894, under-sea vessel 1901 Murray 10, 1, 144ᵇ; 153ᶜ), durch zusammenrücken der präpositionsverbindung unter see mit boot; wird diese verb. noch als präpositional gefühlt, so ergibt sich die von Behaghel v. d. sprache (1927) 238 angeführte gelegentliche betonung unterséeboot, während sonst die erste silbe den ton erhält. zum wechsel mit dem ausdruck unterseeisches boot oder fahrzeug s. unterseeisch. nach der militärischen amtlichen bezeichnung u 1, u 14, u 202 u. s. w. tritt die verkürzung uboot ein. Kluge seemannsspr. 803. vgl.unterwasserboot, -schiff; franz. bateau sousmarin. a) eigentlich: das amerikanische u. Holland (überschrift). vor kurzem sind in der amerikanischen marine erfolgreiche versuche mit dem unterseeischen Hollandboot, so benannt nach seinem erfinder, gemacht nordostseezeitung 1899 nr. 436ᶜ; an bord eines unterseebootes, nachher submarines boot genannt tägl. rundschau 1899 unterhaltungsbeilage 219ᶜ; wirkliche unterseeboote, die bestimmt sind, gänzlich vom wasser bedeckt zu fahren, unterschieden von überflutheten booten tägl. rundschau 1899 nr. 296 Jᶜ; 1901 nr. 22 Aᵃ; 1902 unterhaltungsbeil. 35ᵃ; unterseeboote ... finden hier (im Belt) erleichterte angriffsbedingungen v. Alten handb. f. heer u. flotte (1909) 2, 140; 2, 608; 3, 109; auch unterwassersignale, namentlich für unterseeboote, werden erprobt 4, 98. b) zusammensetzungen zahlreich; z. b. unterseebootdienst v. Alten 4, 445, -erfolg Hindenburg leben (1920) 388, -kriegführung 132; häufiger mit s in der compositionsfuge, z. b. unterseebootsangriff v. Alten 4, 767, -besatzung Göttinger tageblatt 15. 6. 1915, -flottille Alten 4, 455, -formation 4, 734, -führer Hindenburg 175, -typ Alten 4, 668, -werft 2, 305, -wesen Tirpitz erinnerungen (1919) 381. anderseits halbunterseeboot Meyers conv. lex. 19⁶, 943ᵃ; handelsu. u. dgl. c) die verkürzte form: der frage des baues von u-booten hatte ich mich ... immer wieder ... zugewandt Ludendorf kriegserinn. (1919) 430. zusammensetzungen z. b.: ubootbau Ludendorf 570; -krieg 328; mit s in der fuge: ubootsbau Tirpitz 377, -besatzung 349, -blockade 341, -entwicklung 520, -falle 377, -frage 344, -gefahr 377, -handelskrieg 519, -jäger 377, -kommandant 348, -kreuzerkrieg 384, -maschine 514, -sachverständige 520, -stützpunkt 155, -tagebuch 373, -waffe 517, -wert 378. —
Zitationshilfe
„unterseeboot“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/unterseeboot>, abgerufen am 15.10.2019.

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