Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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urban, m.

urban, m.,

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name des kalenderheiligen papst Urban i. (222-230). sein gedächtnistag, der 25. mai, ist sommers anfang (Hugo v. Langenstein Martina 249 lit. ver.): den sommer bringt uns s. Urban Fischer schwäb. wb. 6, 290. bauernregeln fordern dazu auf, Urbani flachs, kraut, gerste, bohnen zu säen; A. v. Keller alte gute schwänke (1876²) 100 ff.; Fischer a. a. o.; Wander 4, 1493 ff. Urban hirsemann Rother schles. sprichw. 25ᵇ; Urban bringt an groszen turban (kürbispflanze) ebda. verbreitete wetterregeln:
Pankraz und Urban ohne regen
bringt groszen erntesegen
Rother a. a. o.;
was Pankraz und Servaz übrig läszt,
dem gibt nicht selten Urban den rest
Rother a. a. o.;
am st. Urbanstag ist baum- und weingarten verdienet Graf-Dietherr 75²; du heiszest Urban, bist weder gerathen noch verdorben ebda; dazu erläuterung 79²; Crecelius 858. der kirchliche feiertag fällt in die zeit der traubenblüte; U. ist weinheiliger wie Nicolaus, Medardus, Barnabas, Vitus, Johannes und die 10 000 ritter, winzerpatron Staub-Tobler 1, 431; Fischer 6, 290; Schmeller-Fr. 1, 138;
dafür wir darnach sanct Urban
an Bachus stat gehalten han
Alberus fabeln 23, 61 ndr.;
wann er dann also war gar trunken,
so sang er Bachus lob,
lobt in von seinem groszen schunken
und seiner rebengob:
träuet alszdann sanct Urban auch,
wann er nicht schafft gut wein,
werd man in nach dem alten brauch
werfen in bach hinein
Fischart Garg. 9 ndr.;
ursprünglich ein regenzauber Staub-Tobler 1, 431. o Urbe! als ausdruck der ungläubigkeit bei übertreibung ebda; appellativisch urbe ein grobian, halbnarr, dreckspatz els. wb. 1, 64ᵇ; urban fettsack spottwort Weinhold schles. 102ᵃ; kriegsknecht spottend zum pfarrer:
schaw, herr Urban, ist der leym warm?
H. R. Manuel weinsp. 1124.
zusammensetzungen:
urbansbier n.,
der wein Fischart Garg. 128 ndr.,
urbansbruder m.,
weintrinker, -pantscher Fischer 6, 291,
urbansfeuer
Wander 4, 1495,
urbansjünger m.,
liebhaber des weins Fischart Garg. 121 ndr.sanct Urbans plage, f., folgen der trunksucht, gicht, podagra, übel des trinkerrachens Höfler 473ᵃ; rausch, hitziges fieber Schmeller-Fr. 1, 138:
behüt mich got vor sant Urbans plag!
Rosenplüt bei Wander 4, 1495;
fluchen (ist), da einer dem andern böses wünscht: das dich der ritt schütt, sant Veltins plag, sant Urbans plag, sant Vits tantz! Keisersberg brosamlin 1, 52ᶜ.
der pfaff
hat schier all nacht sanct Urbans plag
H. Sachs bei Schmeller-Fr. 1, 138;
das dich sant Urbans plag bestehe!
J. Römoldt laster d. hoffart (1564) d 7ᵇ.
H. R. Manuel weinspiel 2933. dafür auch s. Urbans leiden schweizer. sp. des 16. jhs. 2, 195 B., oder blosz s. Urban:
ich wolt, er solt sanct Urban hon
H. Sachs 1, 121, 7 K.
Urbans plage für trunkenheit überhaupt Staub-Tobler 5, 33;
er sinkt schon auf die bank,
Urbans plag macht in krank
Fischart Garg. 147 ndr.
Urbanreiten Urbansreiten n.,
ein noch im 17. jh. in Nürnberg am 25. mai gefeierter umzug; Schmeller-Fr. 1, 138; Siebenkees materialien z. nürnberg. gesch. 3, 47 f.
Urbanstag
Wander 4, 1495. —
Urbanstraube, Urbanitraube, Urbaner, Urban f.,m.,
vitis vinifera
Fischer 6, 291;
Unger-Khull 611ᵇ; Schlechtendal-Hallier 21, 247. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 15 (1933), Bd. XI,III (1936), Sp. 2373, Z. 37.

urban, m.

urban, m.,
leuciscus leuciscus Brehm thierl. (1890 ff.) 8, 263; schnottfisch, hassel (cyprinus dobula) E. Th. E. v. Siebold süszwasserfische v. Mitteleuropa (1863) 203. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 15 (1933), Bd. XI,III (1936), Sp. 2374, Z. 36.

urbanst, f.

urbanst, f.,
dasselbe wie urbunst (s. d.). vgl. mhd. urbunne, f. zur form s. das modern schwäbische urbaunst Fischer 6, 293: das rodt rosz bedeutt das hertz voller u. zu deinem nächsten, der mer hat dann du Clemen reform. flugschr. 1, 120; wenn ander ritterschaften haben mit in zorn, neit, u., hoffart, geitzigkeit F. Fabri eigentlich beschreibung (1557) 71ᵇ. dazu urbeunster, m., aemulus, miszgönner Steinhöwel spiegel menschl. lebens (1479) 129ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 15 (1933), Bd. XI,III (1936), Sp. 2374, Z. 39.

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unwürdigen urgewalt
Zitationshilfe
„urban“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/urban>, abgerufen am 25.11.2020.

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