Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

urfarbe, f.

urfarbe, f.,
farbe mit ur- C 4 c. a) grundfarbe 1 entsprechend: streicht man aber einen solchen körper (gold, kupfer) an etwas gleiches und glattes, wie z. b. an einen probierstein, so kommt seine u., die schwarze nämlich, nicht zum vorschein, sondern er zeigt die farbe, womit sein gewebe bei dessen erster schichtung und verbindung tingirt ward Göthe II 3, 33 W.; die u. der obersten jacke war vor fett und alter nicht mehr genau zu bestimmen J. G. Müller Siegfried v. Lindenberg 2, 114; von den gemälden sind die urfarben geblieben und nur gereinigt worden Stifter 14, 296; übertragen: doch wissen wir nicht, ob diese stylistischen tugenden den mangel an gründlicher u. und an unbefangenheit der auffassung ersetzen können Jos. Hillebrand d. d. nationallit. 3, 105. b) wie grundfarbe 2 im engern sinne der optik: diese alle sollten nun ... primitive, primäre, in dem licht für sich befindliche urfarben sein Göthe II 2, 222 W. u. ö.; sieben ... urfarben ... anzunehmen ... ist absurd Schopenhauer 6, 49 Gr.; wir kennen gar kein blau, das unsrige glänzt immer zu nah ans schwarze oder ans weisze, während das italiänische ganz genau zwischen beiden in der mitte steht und darum selbstständig erscheint wie eine u. Hebbel II 3, 213 W. dazu urfarbenkreis Göthe II 2, 262 W.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 16 (1935), Bd. XI,III (1936), Sp. 2408, Z. 51.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
unwürdigen urgewalt
Zitationshilfe
„urfarbe“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/urfarbe>, abgerufen am 28.11.2020.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)