Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

urgedanke, m.

urgedanke, m.,
seltener und stärker (ur- C 4 c) als grundgedanke (s. d.); dieses erfaszt mehr den gehalt, u. bezieht sich mehr auf das zeitliche vorhandensein des gedankens. als beispiel der wortbildung bei Klopstock über spr. u. dichtkunst (1779/80) 3, 43: die erste ursache jeder veränderung ist der u. der gottheit Fichte 5, 6;
da sprach im namen des unnennbaren, des ruf
mit einem urwort das gesammte weltall schuf,
mit einem urgedanken alle geister ...
Baggesen 4, 213;
im sinne der platonischen ideen: woher habt ihr die (idee des vollkommenen)? ihr habt sie als urgedanken, den ihr als solchen nirgends in der natur trefft Alex. Jung 1, 95. allgemein: Prometheus ... ist einer der urgedanken, die sich selbst ins daseyn drängen Schelling II 1, 487. der klügste von allen aber war der u., sich an die juristen zu wenden M. Hartmann 4, 124; ... ob die welt weisz, dasz ich den urgedanken dazu gegeben habe Roon denkwürdigk. 1, 361. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 16 (1935), Bd. XI,III (1936), Sp. 2417, Z. 40.

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unwürdigen urgewalt
Zitationshilfe
„urgedanke“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/urgedanke>, abgerufen am 28.11.2020.

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