Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

väterlichkeit, f.

väterlichkeit, f.
1)
art und weise eines vaters. mhd. vaterlîcheit, fähigkeit vater zu werden: nû prüevet, wie man vaterlîcheit verstân sol. man merket vater dâ, dâ er birt; aber vaterlîcheit merket man in der maht der art des vater. myst. 2, 175, 7; vaderlicheit, vetterlicheit, paternitas, paternalitas. Dief. 416ᶜ (15. jahrh.); nhd. ein bild mildester väterlichkeit. Schlegel in Wackernagels lesebuch 2, 1307, 20.
2)
ähnlich wie vater war auch väterlichkeit als anrede und bezeichnung für höhere geistliche üblich, so spätmhd.: sein väterlikeit meint sich in kürtz erheben und einhin zu fügen. städtechron. (Nürnberg) 1, 442, 23; so ist der hochwirdigist in gott vatter und herre ... der cardinal von Engelland am nehstvergangen montag bei uns auszgezogen zum her, dasz wir meinen sein vätterlickeit sei nu talang wol beim her. 2, 49, 10; diese ausdrucksweise (auch mnd., s. Schiller-Lübben 5, 190) hat sich sicher bis in die nhd. zeit erhalten.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1886), Bd. XII,I (1956), Sp. 34, Z. 27.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
vorörterung
Zitationshilfe
„väterlichkeit“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/v%C3%A4terlichkeit>, abgerufen am 11.05.2021.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)