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Fundstelle: Lfg. 4 (1932), Bd. XII,II (1951), Sp. 508, Z. 18
während der liberalen bewegung geprägtes wort für eine zeit des knospens und blühens, der hoffnung freiheitlicher ideen, s. zs. f. d. wf. 8, 138: darum sey man unbesorgt, froh des hereinbrechenden völkerfrühlings Börne ges. schr. (1829ff.) 3, 135;
und, der verheissung schwalben, ziehen
dem völkerfrühling wir voran
Herwegh ged. eines lebendigen 2, 37;
man nannte ihn (Herwegh) die lerche des deutschen völkerfrühlings Treitschke d. gesch. 5, 373;
das sind ja des völkerfrühlings
kolossale maienkäfer
Heine Atta Troll, w. 2, 422 E.
dasz in der revolution von 1848 das wort wieder viel gebraucht wurde (titel eines gedichtes Ludwig ges. schr. 1, 102), dazu hat auch der ungewöhnlich schöne frühling des jahres mit veranlassung gegeben: der völkerfrühling war eben angebrochen, und die märzsonne 1848 ging auch in meiner vaterstadt leuchtend auf Przibram erinn. 1, 9;
(der märz) der uns einst vor fünfundzwanzig jahren
wie süszer völkerfrühling angeweht
Anzengruber ges. w. 5, 311.
Zitationshilfe
„völkerfrühling“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/v%C3%B6lkerfr%C3%BChling>, abgerufen am 23.09.2019.

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