Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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verdumpfen, adj.

verdumpfen, adj.
dunsterfüllt, dumpfig, partip. prät. zu einem nhd. nicht nachgewiesenen, jedoch mhd. noch vorhandenen starken zeitwort verdimpfen (mhd. wörterb. 1, 331), dampf ausströmen (vgl. prät.: sus verdampf des valles rouch Frauenlob kreuzesleich 21, 23 Ettmüller), zusammensetzung zu dem th. 2, 1152 nachgewiesenen, nhd. ungebräuchlichen dimpfen, rauchen, somit verdumpfen (nebenform vertumpfen) eigentlich was rauch, dunst ausgeströmt hat, daher dunsterfüllt: item in vergifften, vertumpfenen gemächern, schächt, stollen, brunnen. Thurneiszer von prob. des harnen (1576) 10; gifftige exhalationes, welche aus den hulinen klüfften und andern verdümpffnen orten. magna alchymia (1583) 2, 92. verdumpfen liegen: es reucht als were er (der wein) verdumpfen gelegen. Frey gartenges. 95. in einigen mundarten noch heute: das fleisch verdompfen kochen, fleisch verdeckt kochen, so dasz der dampf im topfe bleibt. Hupel 247. s. verdämpfen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1888), Bd. XII,I (1956), Sp. 258, Z. 44.

verdumpfen, verb.

verdumpfen, verb.
dumpf werden, mit dunst erfüllen, zusammensetzung des schwachen zeitworts dumpfen (theil 2, 1526).
1)
intransitiv, durch abschlusz von der luft dünste entwickeln, durch dunstentwicklung schaden nehmen: und hatte er schimlichen und verdumpften malvasier getrunken. Frey gartenges. 95ᵇ.
2)
transitiv, eigentlich durch dünste betäuben, dann übertragen, geistig unfähig, beschränkt machen: fürwar ein elend priesterthum, das schier gar verdumpfft ist und die motten gefressen haben. Luther 4, 254ᵇ;
der nicht verdumpfet und vernarrt
durch eitlen tand der städte ward.
F. C. Stolberg 1, 348;
häufig particip adjectivisch, stumpf: was wir an unserem Griesbach manchmal als flüchtige modesucht, als ansteckenden pips unter verdumpften zärtlingen, die an ungewohnter heitre sich verschnupft hatten, mitleidig belächelten .. Voss wie Fr. Stolberg ein unfr. ward 3; auch nur gestrebt und sich geregt zu haben, ist schon verdienst in mitten dieser verdumpften masse. Spielhagen in reih u. glied. 3, 167;
so kam zuletzt die stunde
auch für Titania, da ihr verdumpfter sinn
sich allgemach entwölkt, ihr herz geduldger leidet.
Wieland Oberon 8, 64.
3)
reflexiv, sich betäuben, zu geistiger thätigkeit unfähig machen: verdumpft hatt' er sich schon längst, weil keine anspannung so hart ins gehirn drückt, als die des ohrs. J. Paul 27, 34.
4)
mit dumpfem tone versehen: wie der kleine risz einer glocke den klang derselben nur so lange verdumpft als man ihn nicht gröszer macht. J. Paul 15, 116.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1888), Bd. XII,I (1956), Sp. 258, Z. 60.

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Zitationshilfe
„verdumpfen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/verdumpfen>, abgerufen am 14.07.2020.

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