vergaloppieren verb
Fundstelle: Lfg. 2 (1888), Bd. XII,I (1956), Sp. 373, Z. 29
durch zu schnelles rennen, reiten in die irre gerathen, nicht weiter können. das einfache zeitwort s. theil 4¹, 1203, ver fügt die bedeutung des zu viel, des übermäszigen bei (s. sp. 55, 8). die zusammensetzung ist nur als reflexiv und nicht in ursprünglicher bedeutung nachgewiesen. übertragen, in irrthum gerathen, zu falschen, vorschnellen schlüssen kommen: fast mich herrlich wieder vergaloppirt! gut, dasz ich so allein bin. meiner patronin Mathildens handschrift und siegel! der teufel auch, wie man sich leicht vergaloppieren könnte! F. Müller 3, 235; hatte sich dann Gans mit seinen Pariser reminiscenzen zu sehr vergaloppiert und wohl gar das .. wort constitution .. fallen lassen, so .. Gutzkow nov. u. skizzen 95; in den heutigen mundarten gebräuchlich: aus der Wetterau, am Mittelrhein (Kehrein 1, 422); im Fränkischen (Würzburg) Sartorius 129; auch schweizerisch Stalder 1, 416. Tobler 182; nach Niederdeutschland zu im Westerwäldischen Schmidt 295. Albrecht 229ᵃ. nd. Frischbier preusz. wb. 2, 431ᵃ. Bernd Posen 335.
Zitationshilfe
„vergaloppieren“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/vergaloppieren>, abgerufen am 17.11.2019.

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