verkaufen verb
Fundstelle: Lfg. 4 (1891), Bd. XII,I (1956), Sp. 618, Z. 72
für geld hingeben. mhd. verkoufen, verkeufen, ahd. farkoufjan Graff 4, 374, mit den formen firkoufen, farchaufanne, firchoffes u. ähnl., farchaufta distraxit Steinmeyer-Sievers 1, 101, 4, firkaufen vendere Hattemer 1, 14, mnd. vorkopen, alts. farcôpon, farkôpan, farcôpien, altfr. urkapia, forkapia. neben den unumgelauteten formen treten schon in der mhd. periode besonders md. die umgelauteten hervor, die sich regelrecht aus ahd. farkoufjan entwickeln. auch im ältern nhd. sind dieselben vorkömmlich: so bei Luther und Alberus; doch überwiegen sehr die unumgelauteten bei Brant, Murner, H. Sachs, Fischart (auch bei Luther in der bibelübersetzung). hier und da auch die vocalisch dem nd. gleiche form verkofen ins oberd. hereinragend, verkoffen weisth. 1, 86; im 17. jh. verkeufen z. b. bei Fleming, aber schon im 16. jh. scheint verkaufen die umgelautete form fast verdrängt zu haben, während heute verkaufen allein in der schriftsprache herrscht. jetzt ist das zeitwort durchaus schwach, doch kommen neben den schwachen formen, wie bei dem einfachen zeitworte, auch starke vor. es sind falsche analogiebildungen, wol mehr auf gelehrtem als auf volksthümlichem wege entstanden. so schreibt z. b. im anfange dieses jahrhunderts ein Frankfurter J. G. Battonn in seiner örtlichen beschreibung der stadt Frankfurt a. M. (herausg. von Euler 1861) ohne ausnahme verkief, verkiefen was er keinesfalls aus der Frankfurter mundart hat, die niemals ein präteritum anwendet. das part. prät. scheint stets schwach gewesen zu sein. in bezug auf die bedeutung hat ver der zusammensetzung die von 'durch kauf hinweg schaffen' gegeben, während einfaches kaufen meist 'durch kauf an sich bringen' bedeutet (eine ausnahme s. th. 5, 525, c). da aber in ältester zeit aller handel tauschhandel war, so hat verkaufen gleichwie einfaches kaufen (s. theil 5, 325) ursprünglich die bedeutung 'tauschend hingeben' gehabt und diese bedeutung tritt hervor, sobald das object nicht gegen geld hingegeben wird, während wir heute fast durchgängig unter kaufen und verkaufen 'umtauschen der waare gegen geld' verstehen, ein nebenbegriff der ursprünglich nicht im worte liegt.
1)
für geld hingeben, preisgeben. 14. und 15. jh.: verkouffen, verkauffen, verkeuffen, nrh. verkeyffen, nd. verkopfen vendere Dief. 610ᵃ, verkeuffen distrahere 187ᶜ, verkoffen auctionari 59ᶜ; später verkauffen vendere, venumdare, distrahere Maaler 422. Stieler 940. Frisch 1, 504ᵇ. ohne object: von policey .. wird gelert, das .. christen mögen in oberkeit, fürsten und richterampt on sünde sein, nach keiserlichem und andern ublichen rechten urteil und recht sprechen, ubeltheter mit dem schwert straffen, rechte kriege füren, streiten, keuffen und verkeuffen, auffgelegte eide thun. Luther 6, 365ᵇ;
mit kaufen, verkaufen man mich (den zigeuner) scheucht,
jungs und alts sich vor mir verkreucht.
H. Sachs 2, 4, 5 (9, 20, 26 Keller).
mit objectsaccusativ (wirkliche dinge): mhd. nummer gewechene (gewähne) mir keines werltlichen fridels, wanne ich wil alle unser gut verkeufen und wil eʒ geben armen lûten. mystiker (Herm. v. Fritzlar) 1, 21, 6;
hie mite begunde er an der habe
sô swachen und sô nemen abe
daʒ er sich nider ze fuoʒe lieʒ
und sîniu phärt verkoufen hieʒ
und mit dem guote sande
sîne liute wider ze lande.
Gottfried Tristan 3773;
nhd. es hat auch der liebe romische geytz denn prauch erdacht, das man die pfreund und lehen vorkeufft und leyhet auff solchen vortheil, das ... Luther an d. adel 27 neudruck; und sitzt des tages in der kirchen, vorkaufft den pilgern zeychen und bildlin. 26; zum andern folget, das lauter büberey des teufels ist, das der bapst brieve verkeufft und laube gibt, butter, fleisch etc. zu essen. Luther 2, 109; wenn nu die meszpfaffen .. jr opfer hoch erheben und sicher verkeuffen, so verdienen sie, das jnen dieser irrthum zugerechnet wird. 2, 32ᵇ; ich verkauff das mein nit theuwrer dann ander leut und villichter wölfeiler, vendo meum non pluris quam caeteri, fortasse etiam minoris. Maaler 422ᵇ; diese hub einen korb vom kopff, darinn sie einen ballen frische butter trug, solchen im sauerbrunnen zu verkauffen. Simpl. 2, 32, 14 Kurz; dasz .. ein und anderer, so wol einheimische als frembder, sich nicht gescheuet, seine calender, ehe sie öffentlich verkauffet worden, durchzuschauen, das beste heraus zu nemen ... 2, 273, 30; da gieng bier und wein unter einander, da truncken sie carlemorlepuff, da soffen sie flores, da verkaufften sie den ochsen (bierspiel), da schrieben sie einen reim auf den teller. Weise erzn. 150 neudruck; das gütchen ist verkauft. Lessing 1, 524; ich habe oben angemerkt, dasz der buchhändler, welcher die jugendgedichte Martials zu verkaufen hatte, Quinktus Pollius Valerianus hiesz. 8, 489; er (Karl) rieth dir, deinen adelsbrief im aufstreich zu verkaufen und deine strümpfe damit flicken zu lassen. Schiller hist.-krit. ausg. 2, 61 (räuber 2, 1); er besasz ein solches horn von der gröszten schönheit, es war für 17,000 kammerducaten verkauft worden. Göthe 34, 170; nun geht mir erst ein licht auf, dasz der verruchte säufer auch nur den jungen mann verführt hat, mir den Salvator zu verkaufen. Tieck 17, 44;
die buren jagen in dem schne,
der adel hat keyn vorteyl me,
wann er dem wiltpret lang noch loufft,
so hats der buwr heymlich verkoufft.
Brant narrensch. 74, 23;
nun was alles vermögen hin
zum dritten mal zu losen in.
jedoch die edlen, erbern frawen
verkaufften ir kleinat auff trawen,
brachten ein groszes geldt zusam,
dardurch der könig ledig kam.
H. Sachs 2, 3, 141 (8, 547 Keller);
wie soll der weltkreisz nicht
mit treu und demuth ehrn die sonne, die ihr licht
uns schencket, nicht verkaufft?
Lohenstein Agripp. 2, 41.
bildlich: (bei den fürstenhöfen) da ist die warheyt theur, da verkaufft man den athem, schleifft die wörter, und wo ein Traso ist, da findt sich gewisz ein Gnato. Frank Erasmus lob der thorh. 2ᵇ;
würgen sie sich gleich beydesander,
so ist es schon bezaltes blut,
wie mans zu hof verkauffen thut.
H. Sachs 2, 3, 13 (8, 50 Keller).
partic.: nun hat er so gar nit gewölt, sie one schwert ziehen, das er auch umb den verkaufften rock ein schwert haiszt kaufen. Frank Erasmus lob der th. 64;
die gutthat, die der werth begierger hoffnung sol
so theuer erst bezahln, ist ein verkaufft geschenke.
Lohenstein Agripp. 86, 372.
Sprichwörtliche redensarten: doch wollen jtzt die reiche kauffleut jres gelts glück und dasselb eitel on unglück, dazu anderer leut willen und mut verkeuffen, an welchen es ligt, ob sie verkeuffen wollen, das heiszt die dreizehende bernhaut verkaufft. Luther 1, 196; ist der wegen unvonnöthen auszzutheilen die beut, eh erhalten ist der streit: die bärenhaut verkauffen, eh der bär gestochen ist. Garg. 441 (1590); die mag man wol für narren tauffen, die im winter den beltz verkauffen. Fischart groszm. 7 neudruck; wann sie sonst ihr hertze nicht schon an ihn verkaufft gehabt hätte. pol. stockfisch 284; dasz er in einigen wichtigen sachen wieder das ertzhausz Österreich liesze gebrauchen: obwohl nun dergleichen verbrechen tödtliche fehler sind und man nur einmahl sich verlauffen und den zopff verkauffen kan. Brandt bericht von Taubmann 70. vom ferkel den speck verkaufen (Corvey in Westfalen = etwas nicht vorhandenes hingeben), nichts mehr zu verkaufen haben = mit seiner weisheit zu ende sein. object eine abstraction: es were nicht not, rew noch leide oder busze fur die sünde zu haben, wenn einer das ablas oder die ablas brieve kauffet .. und verkaufft auch künfftige sünde. Luther Hans Worst 50 neudruck; der selbige Detzel füret nu das ablas umbher und verkaufft gnade umbs gelt. 50; und ob jemand alle ehebruch, mord, raub begangen .. das ward also gar leicht tegliche sünde so leichtfertig vergeben, verkaufft und wie mans haben wollte, wenn nur das geschlagene silber einen frölichen blick gab. Luther 2, 50ᵇ; was nu mehr person oder gelübd verboten sind, die haben unsre geistliche tyrannen umb gelts willen verboten, das bewert sich selbs damit, das sie dieselben wieder umb das gelt verkeuffen und zulassen. 2, 174ᵇ; aber dafür predigen sie jr opffer und werck, verkeuffen die dazu auffs aller schendlichst. 5, 285; hie findestu nicht, das wir sollen das sacrament oder messe keuffen und verkeuffen, hie findestu nicht, das wir got etwas damit opffern oder geben. 5, 296; daher man auch sagt in gottes namen fehet sich alle unglück an. denn der teufel kan seine lügen nicht anders verkeuffen, denn unter dem lieben namen. 7, 67ᵇ; keuffe warheit und verkeuffe sie nicht, weisheit, zucht und verstand. spr. Sal. 23, 23; sie berechneten schon, wie hoch sie ihm ihre stimme verkaufen wollten. Wieland 19, 30; dunkelheit deckt das verbrechen, der ankläger wird zu schande, das schweigen ist erkauft und der, welcher es verkauft hat, sitzt unter den beschützern. Klinger 7, 144; es ist wahr, liebe Sophie ... ich habe dem fürsten meine ehre verkauft, aber mein herz habe ich frei behalten. Schiller hist.-krit. ausg. 3, 390 (kab. u. liebe 2, 1); ist es schon betrübend, wenn ein alter mann die ehrfurcht, die man seinen jahren schuldig ist, aus noth verkaufen und sich zur possenreiszerei hergeben musz. H. Heine 2, 81;
aber dise jr füs fail bot,
auf das sie uns (den flöhen) verkauft den tod.
Fischart dicht. 2, 43, 1559 Kurz;
geh' hin, verkaufe deine freie seele,
nimm land zu lehen, werd ein fürstenknecht.
Schiller Tell 2, 1;
dem kaiser verkauften wir unser blut
und nicht dem hispanischen rothen hut.
hist.-krit. ausg. 12, 44 (Wallenst. lager 11).
part.: wenn nu jemand were da gewest, der dem frommen fürsten hette .. unterrichtet, .. wie man .. die welt durch verkauffte und falsche gute werck zur hellen füret ... Luther 6, 10. mit näherer bezeichnung, als was man etwas verkauft: die heuchler im bapstum rhümen sich .. für heilig, .. verkeuffen auch jre werck für heiligthum. Luther 5, 64ᵇ; ist doch kein bürger, köndte er seinen kofend für bier verkeuffen, ob man gleich den tod dran trincken müszte, so macht er jm kein gewissen davon. 6, 49; ich bin kein studierter mann .. aber bey allen göttern ich lasse mir mäusedreck nicht für pfeffer verkaufen. Wieland 20, 59. bildlich:
der balg verkaufft den fuchs, der sonst zu felde wohnet.
Logau 1, 190, 81 (180 Eitner),
d. h. macht ihn zu einem verkäuflichen, zu einem, der verkauft wird, eigentlich aber nur bildlich und der balg gleichsam der verkäufer. vgl. der schöne garten musz das haus verkaufen.
2)
in weiterem sinne, umtauschen, gegen etwas gleichwertiges: es ist (gott) ein guter kauffman und gnediger hendler, der uns leben umb tod, gerechtigkeit umb sünde verkeufft. Luther 6, 275; weinen kann er und erweint sich sehr viel. hätt' ich meine thränen so verkaufen mögen .. Klinger 1, 49. gewöhnlich in üblem sinne (gegen etwas minderwerthiges), ursprünglich wol nur bildliche verwendung der gewöhnlichen, oben besprochenen bedeutungen: er unterscheidet sie (die wunder) also von den täuschereyen eines gelehrten betriegers, welcher einem unwissenden pöbel das seltene für das göttliche, und das künstliche für das wunderbare verkauft. Lessing 4, 54; wir staunen sie an, wie wir ein monstrum anstaunen und wenn wir unsere neugierde gesättigt haben, so .. ärgern (wir) uns über den dichter, der uns dergleichen misgeschöpfe für menschen verkaufen will. 7, 136; da ich gewahr ward, dasz .. er mir gern wilden tumult der sinne für eine leidenschaft verkaufen wollte .. Klinger 1, 428.
3)
verkaufen mit persönlichem objecte (als sclaven verkaufen): dazu, sagen sie, hat er uns nicht gehalten als kinder, sondern hat uns verkaufft das ist für megde gehalten, die man keuffet und verkeuffet und helt, wie das viehe. Luther 4, 170ᵇ; die gewaltigen nemen den andern gut, weib und kind nach jrem mutwillen .. nemen weiber und spottens aus, wie sie wollen, verkeuffen die kinder .. 7, 17; ir woltet mich erwürgen, das ich nicht solt ewer herr werden und verkaufft mich unter die heiden, aber eben damit jr solchs habt wollen wehren, habt jr mich zum herrn gemacht. 7, 124; der herr verkaufft sie (die kinder Israel) in die hand Jabin, der Cananiter könig. richter 4, 2; da ers nu nicht hatte zu bezahlen, hies der herr verkeuffen jn und sein weib und seine kinder und alles was er hatte und bezalen. Matth. 18, 25; es traten wohl so etliche vorlaute bursche vor die front heraus und fragten den obersten, wie theuer der fürst das joch menschen verkaufe? Schiller kab. u. liebe 2, 2. part.: der soldan hett auch zwen verkauffte knecht, christenkinder. Frank weltb. 190. mit näherer angabe des zweckes des verkaufs: Agathon wird durch cilicische seeräuber aus einem gefährlichen abenteuer gerettet und in Smyrna zum sklaven verkauft. Wieland 1, 25; die stadt wurde geplündert, was mannbar war, erschlagen, die kinder als sklaven verkauft. Giesebrecht kaiserz. 1, 226;
wir sind verkaufft mit beschwerden,
das wir sollen erwürget werden.
wolt got, wir werden doch bescheyden
verkaufft zu knechten und zu meyden.
H. Sachs 1, 28 (1, 126, 16 Keller).
bildlich: denn wir wissen, das das gesetz geistlich ist, ich bin aber fleischlich, unter die sünde verkaufft. Römer 7, 14; es sol klerlich, stück bei stück angezeigt und das geld und zinse darauff geweiset werden .. denn wo das nicht geschicht, da mus eine stad oder arm man im sack verkaufft werden, und durch den blinden kauff in grund verderben. Luther 1, 196ᵇ.
4)
beliebte zusammenstellung verrathen und verkaufen, (für geld) preisgeben: das ist warlich heimlich gehalten und wol verborgen, ja verrhaten und verkaufft das auff mich erhetzet werde das gantze kloster zu Nimptzschen. Luther 2, 232; derselbig auch gegen den könig fälschlich verrahten und verkaufft hat. buch der liebe 255, 2; weil die einsamkeit in einer so groszen menschenmasse denn doch zuletzt nicht so recht möglich seyn will, so bin ich mit einem alten Franzosen zusammengekommen, der kein italiänisch kann, sich wie verrathen und verkauft fühlt. Göthe 27, 150. verkaufen, einen für geld preisgeben:
an die axt gibt er (der schalk) ein man,
den er diebschlich verkaufen kan.
Murner narrenbeschw. 60, 20 Gödeke;
(Ischarioth) .. steht auf bei nacht und übet
das rechte werck der nacht.   betrübt den, der ihn liebet,
verkauffet gott umb koth.
Fleming 6.
5)
reflexiv, gegen geld oder andern gewinn sich hingeben, einem ergeben: mein übermühtig fleisch und blut hat mich an leib und seel in verdammlichkeit gebracht, mich mit meiner vernunfft und sinn gereitzt, dasz ich .. mich den teuffel bereden lassen, dasz ich mich jhme mit leib und seele ergeben und verkaufft habe. Faust volksb. 31 neudruck. in übertragener bedeutung: wirt er dann alenthalben mit geschrift und historien geschlagen, das er erstumbt, so nimt sich der wolf des letsten trug an, als ob ers got klag, der sol es rechen, er si ein armer diener gottes, ein gesalbter Christi, die sol man nit anrüren ... also ist er tot erdichtet (stellt er sich todt) bisz sich der wolf wider erholt ... dann springt er hinweg ... also hastu in gemein etlich anzeigung deren so sich mit Christo verkaufen und in seinem namen alle welt schädigen und triegen. Schade sat. u. pasqu. 3, 33, 10; unter solchen war ein junger schnautzhann, dem sie das seil über die hörner warff und sich vor ein jungffer verkauffte. Simplic. 2, 182, 26 Kurz.
6)
wie kaufen für heirathen gebraucht wird (s. th. 5, 327, 4), so auch verkaufen für verheirathen eines mädchens. zu den oben 5, 328, 4, d aufgeführten belegen sei noch hinzugefügt:
wie manche han wir (flöhe) durch solch possen
verkauft, da sie sonst wer verstosen.
han manchem bulen, so thet liben,
ain weis ros fur ain rot vertriben,
hisen also ehwerber wol,
die man in ain statt kaufen sol.
Fischart 2, 11, 303 Kurz.
7)
von obigen bedeutungen abweichend heiszt auch verkaufen, sich verkaufen einen fehlkauf thun. er hat sich an dem gute verkauft, wo also ver dem zeitwort die bedeutung des falschen, irrigen verleiht: herr Adlerwirth, sagte der jud, macht neunzehn (doublonen) draus, ihr verkauft euch nicht. Hebel 3, 363. mundartlich z. b. Spiesz Henneberg 267.
verkaufen n
Fundstelle: Lfg. 4 (1891), Bd. XII,I (1956), Sp. 622, Z. 50
substantivischer infinitiv des vorigen: des verkaufens halb weisz ich nit sonders mehe davon zu sagen, dann wie obgeschriben. Schade sat. u. pasqu. 3, 48, 33; wiewol jetzt ein grewlicher misbrauch in der welt regirt mit austeilen und verkeuffen guter werck. Luther 1, 485; und wenn auch gleich solchs meszverkeuffen zu den zeiten Petri gewest were, so solt es doch .. abgethan werden. 2, 7ᵇ; du muszt auff dich laden alle die greuel und lesterung, so sie im ganzen bapstum mit der lieben messe begangen .. mit keuffen und verkeuffen mit viel andern unzehlichen unehren des heiligen sacraments. 5, 285; das niemand den andern verforteile in verkauffen, kauffen oder geloben. 2, 338; so stehet jhre gänge hanthierung mehrertheils in kauffen und verkauffen. Jo. Nas ang. par. 36; die mannheit wird verzehret mit ertz schneiden und schmältzen, mit stein hauen und schneiden, .. in rathschlägen ordnen, sorgen und klagen, in kauffen und verkauffen, zancken, hadern, kriegen, lügen und betrügen. Simpl. 2, 112, 15;
da war ein kauffen und verkauffen,
ein spilen, fressen und zusauffen.
H. Sachs 1, 239 (3, 96, 27 Keller);
hat er nicht ewers vatters handel
ein lange zeit ordnlich verwalten
mit kauffen, verkauffn und buchhalten.
2, 3, 98 (8, 370, 7 Keller).
Zitationshilfe
„verkaufen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/verkaufen>, abgerufen am 15.10.2019.

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