verriegeln verb
Fundstelle: Lfg. 6 (1895), Bd. XII,I (1956), Sp. 1014, Z. 1
durch einen riegel verschlieszen. mhd. verrigelen, in den glossarien: verriegeln, verrigelen, verriglen, verregeln, pessulare Dief. 431ᵇ; nhd. verriglen, versperren, obdere pessulum, obserare, repagulum objicere, obstaculum ponere. Maaler 427ᵇ. Stieler 1572. Frisch 2, 119ᵇ; object personen: disz sindt nun der Lamechiten todtsünde, die jhnen den halsz brachen und die sündtflut über sie füreten unnd inn die unterste helle verriegeln. Mathesius Sar. 15; object eine sache: als es um mitternacht ward, öffnete sich die thüre wiewol ich sie inwendig wol verrigelt hatte. Simpl. 2, 203, 29 Kurz; (die pferde) stellten wir ins haus, verriegelten solches und lieszen den mohren sich anziehen. 1, 276, 22; die tür verriegeln, aedes repagulis occludere, obdere pessulum ostio, die thür ist zugeriegelt, fores conclusae sunt repagulis. Stieler 1572; bildlich: die gränze ist mit einem walle geschlossen, der das thal verriegelt und sich an die berge anschlieszt. Göthe 27, 16;
ich halte mich zu den bestirnten hügeln,
ich lasse mich hier nicht verrigeln.
Chr. Gryphius poet. wälder 1, 218;
was hat doch dein vertrauen wohl gesündigt,
wann hab ich es miszbrauchet, dasz du tief
es in den kerker hast verriegelt.
Tieck 1, 41;
dasz mir der boden unter den sohlen brennt und mir der sinn wie verriegelt. Heyse nov. 189 (1855); part. prät. und partic. construct.: mit riglen verriglet, oppessulatus. Dasyp. 179ᵈ; lieffen sie mit hellem geschrey der abtei zu, aber sie fanden sie wol verrigelt und verschlossen. Garg. 394 (1590); sie ging ins schlafzimmer, trat leise zu der verriegelten tapetenthür. Göthe 17, 129; als ich mich in dem innern zimmer umsah, fand ich zuletzt eine thüre verriegelt, die ihrer stellung nach in einen garten gehen muszte. Göthe 30, 117; die thüren sind verriegelt. Thümmel 4, 197;
und die thüre fest verriegelt,
ist durch wunderkraft entsiegelt.
Göthe 41, 95;
sie fuhr zu der Ais verriegelten thoren hinunter.
Voss Odyssee 11, 277;
übertragen: war zu Giesen ein frantzösischer schneider, der einem studioso ein wams machen solte, ich weisz aber nit ausz was unvorsichtigkeit er die ermel zu kurtz geschnitten, derowegen der schneider ein lappentuch angeflicket und die nath mit seiden wol beworffen und seltzam verriegelt hatte. Schuppius 535.
Zitationshilfe
„verriegeln“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/verriegeln>, abgerufen am 14.12.2019.

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