Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

versöhnlich, adj.

versöhnlich adj.
pacabilis, versoynlick Diefenbach gloss. 405ᵃ; pacare, frid- vel versünlich machen ib. reconciabiliter, versunlich; reconciliativum, versunlich 487ᶜ; versünlich, das man zuͦ versünung gibt oder das man thuͦt umb versünung willen; versünlich, leycht zeversünen Maaler 433ᶜ; versühnlich oder versöhnlich, facile et aisé à appaiser, reconciliable Hulsius dict. 358ᵃ (1616); placabilis, versühnlich, verträglich Corvinus fons lat. 493ᵇ (1660); versönlich, et versünlich, placidus, mitis, exorabilis Stieler 2057. versönlich seyn, sich versönlich erzeigen Kramer deutsch-ital. dict. 2, 839ᵇ (1702); sich gegen einen versönlich erweisen Steinbach 2, 604; versöhnlich, placabilis, expiabilis Frisch 2, 284ᶜ; versöhnlich, 'geneigt und fertigkeit besitzend, sich mit anderen zu versöhnen, d. i. den unwillen gegen beleidiger fahren zu lassen, und darin gegründet'. versöhnlich seyn; ein versöhnliches herz Adelung; derhalben ist es versünlicher (placabilius), dich selber vor jnen zu entschuldigen Boltz Terenz (1539) 100ᵃ; über dieses meynete er, sich des friedens wol versichert zuseyn, wann er jhm den Poliarchus mit hingebung seiner schwester, und dem Archombrotus durch diese seine braut versöhnlich machte Opitz Argenis 2, 386 (1645); (lieber) versühnlich als grimmig seyn Comenius sprachenthür. übers. von Docemius 895 (1657);
so versöhnlichen gemüths,
dasz ihr für diesen Banquo beten könnt.
Schiller Macbeth 3, 4 (13, 71);
und hätt' ich dir (in dir) ein so versöhnlich herz
gewuszt, viel mühe spart' ich dann der mutter.
die braut von Messina 483 (14, 33);
ich bin versöhnlich als ein christ,
wir wolln's gütlich schlichten.
Chamisso 3, 215 (1836).
übertragen auf das, worin sich die zum ausgleich, zum friedensschlusz geneigte gesinnung äuszert: versöhnliche worte sprechen, ein versöhnlicher vorschlag. vgl. unversöhnlich. hierzu versöhnlichkeit, f.: versünligkeit, placabilitas. wenn ein person leychtlich zeversünen und zebefriden ist Maaler 433ᶜ; versühnlickeit, facilité à se reconcilier Hulsius dict. 358ᵃ (1616); placabilitas, versühnligkeit Corvinus fons lat. 493ᵇ (1660); versönlichheit Stieler 2057; versöhnlichkeit Steinbach 2, 604; Frisch 2, 284ᶜ; da gab sie mir zum zeichen ihrer versöhnlichkeit dieses stück eingemachten cedrat Wieland 11, 212 (don Sylvio v. Rosalva 3, 6).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1912), Bd. XII,I (1956), Sp. 1355, Z. 36.

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