vollbart m.
Fundstelle: Lfg. 4 (1932), Bd. XII,II (1951), Sp. 593, Z. 35
fehlt noch bei Adelung und Campe; vollbart steht eigentlich im gegensatze zum schnurrbart, erst im 19. jh. als beide barttrachten sich allgemeiner verbreiteten, hat sich vollbart im sprachgebrauch festgesetzt; im mhd. wird der freiwachsende, wangen, kinn und oberlippe bedeckende bart durch das einfache wort bezeichnet (vgl. engl. beard), wenn man auch den lippenbart (ahd. grana, ags. granu, altn. grǫn, kampr) besonders benannte. dän.-norweg. fuldskæg ist wohl dem deutschen nachgebildet, daneben auch helskæg. — und also ist ein underscheydt ... im har, in vollbart, etc. als Türcken und die Teutschen Paracelsus (1616) 2, 464ᶜ H.; die Engländer fanden ... den v. des 'diamantenherzogs' noch weit anstösziger als seinen sittlichen wandel Treitschke d. gesch. 4, 125; er trug einen damals noch ungewöhnlichen v. G. Keller ges. w. 3, 154; mit v. und nur vorschriftsmäszig freiem kinn Fontane I 5, 166. — von einem affen: ihn kennzeichnet der gedrungene bau, ein reicher vollbart Brehm thierl. (1890 ff.) 1, 198. — hierzu vollbärtig, adj.: (Araber) schwarz- und vollbärtig, gluthäugig Rosegger (1895 ff.) 10, 9.
Zitationshilfe
„vollbart“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/vollbart>, abgerufen am 15.11.2019.

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