von präp.
Fundstelle: Lfg. 5 (1933), Bd. XII,II (1951), Sp. 737, Z. 41
nicht im got. und altn., aber auch nicht im ags.; ahd. fona Graff 3, 523; die ahd. präpositionen 216; alts. altfries. fan, fon; mhd. vone, von, van mhd. wb. 3, 369ᵃ; Lexer 3, 456; mnd. van, von Schiller-Lübben 5, 195ᵇ; nld. van; dunklen ursprungs; reiche belege für den gebrauch bei Maaler 473ᵃ ff., Stieler 2392, Steinbach 2, 904, Adelung. vgl. ferner Fischer schwäb. wb. 2, 1632 ff., schweiz. idiot. 1, 839 ff., Martin-Lienhart 1, 178ᵇ; die ältere form mit a ist charakteristisch für das md., nd. (daneben auch von) und nld. gebiet, doch dem obd. nicht fremd, s. Weinhold mhd. gr. § 23; mhd. wb. 3, 369ᵃ; schweiz. idiot. 1, 839; Schmeller-Fr. 1, 841; Schöpf tirol. idiot. 791; Lexer kärnt. wb. 100. die präp. steht vor dem dativ (im ahd. auch vor dem instr.), in derber norddeutscher umgangssprache auch vor neutralem accus., wobei von mit dem neutrum des artikels verschmilzt: und noch dazu vons 'schlosz' Fontane I 5, 118; er ist vons land, vons erste regiment Frischbier 2, 447ᵇ; doch auch vor anderem acc.: von die leute hört man sagen Müller-Fraureuth 2, 627ᵃ. — im mnd. vereinzelt mit dem gen. Schiller-Lübben 5, 195ᵇ. 196ᵃ; vor adverbialem gen.: de integro van nyes Diefenbach nov. gl. 129ᵃ; fon thes siu ingieng Tat. 138, 12; fone thes ih keboren uuard Notker ps. 70, 6. auch in von alters her steht von vor adverbialem gen.; ganz ungewöhnlich und vereinzelt: von wessen sie (die natur) nicht besonnen ist, was sie in sich nicht empfindet Bettine dies buch gehört dem könig (1843) 1, 199. zusammenziehung mit dem dat. des best. artikels ist in der schriftsprache eingebürgert: vom, finitum rei alicuius aut temporis terminum significat Maaler 473ᵃ 'vom, für von dem, wird sehr oft gebraucht; besonders, wenn nicht welcher, oder der folgt' Braun dtsch. orthogr. gramm. wb. (1793) 290ᵇ;
wenn nur
vom patriarchen nichts dahinter steckt
Lessing Nathan 4, 7.
verschmelzung mit dem gen. des best. artikels in älterer sprache: vons, pro von des: vons geldes wegen Stieler 2394;
wirt sie vons vatters hand erstochen
H. Sachs 2, 3 K.;
vons kaysers pflicht und liebe
P. Gerhard bei Fischer-Tümpel 3, 304.
andere zusammenziehungen schweiz. idiot. 1, 842; Fischer schwäb. wb. 2, 1632. — in festen verbindungen besteht die neigung, das folgende subst. ohne bestimmten artikel zu lassen: von hause kommen, von haus aus, von grund auf, von statten gehen, von wegen, von seiten; in älterer sprache: von leder ziehen, von halse schaffen, von lande fahren, von heimat ausbleiben. im allgemeinen steht die zu einem subst. unmittelbar gehörende, mit von angeknüpfte bestimmung nach, voran in älterer sprache öfters bei namen: von Ouwe Hartman (s unter 7); die poetische sprache ist auch jetzt frei (von rittern eine glänzende schar u. ä.); bei loserer verknüpfung kann natürlich das betonte präpositionelle satzglied voran stehen, (Behaghel syntax I § 387; diese stellung ist im 18. jh. unter französischem einflusse beliebt): ich war v. solchen erwiderungen öfters zeuge Göthe br. 42, 126 W.; v. der musik ist er ein groszer kenner Eichendorf (1864) 2, 121;
von vrouwen grôz geselleschaft
giengen ûz, die andern în
Wolfram Parz. 581, 6;
des zum zeugnisz schick er so frey
von seim auszschreiben ein copey
W. Spangenberg ausgew. dicht. 34 (ganskönig 870);
doch wird des einzugs pracht ...
dir von der künftigen nichts als ein vorspiel sein
v. König ged. (1745) 28;
diesen feldherrn, den Thalia liebet,
dem sie von den künsten alle blüthe giebet
Ramler lyr. ged. (1772) 164;
nd.:
van Reynken wolden se seen den ende
Reinke de vos 1897.
schon Adelung bemerkt, dasz von 'eine der vieldeutigsten partikeln der deutschen sprache' ist. daher lassen sich die verschiedenen gebrauchsarten nicht mit aller bestimmtheit gegeneinander abgrenzen, und es ist nicht zu vermeiden, dasz ähnliche oder auch gleiche wendungen in verschiedenen abschnitten besprochen und belegt werden.
1)
von verbindet sich mit dem ausgangspunct einer wirklichen oder ursprünglich vorgestellten bewegung. dabei kann der ton auf der vorstellung der trennung und wegbewegung oder auf der bezeichnung des ausgangspunctes liegen, vgl.: weiche vón mir. etwas vón sich werfen, vón sich geben, hier liegt der ton auf dem bewegungsvorgang; ich komme v. íhm, v. der stélle gehen, sich vom hálse schaffen, vom léder ziehen, v. der wánd nehmen, vom dáche steigen mit hervorhebung der ausgangsstelle. natürlich kann auch weder das eine noch das andere einseitig betont sein. die raumvorstellung verblaszt oder verschwindet vollständig.
a)
in verbindung mit verben, zunächst solchen, die eine vorstellung einer thätigkeit oder eines vorganges im raume zulassen, solche wendungen können im eigentlichen und übertragenen sinne gebraucht werden; der ton liegt auf dem bewegungsvorgang: den athen an sich ziehen und von im lassen Frisius dict. (1556) 135ᵇ; die augen von jemand abwenden; die hand von einem abziehen Kramer 2 (1702), 1212ᵃ; etwas mit füszen von sich stoszen 1214ᵇ; wie meister Hans seinen rock auszeucht und von sich legt, wenn er schlaffen gehet Luther 26, 333 W.; schlagen mit den beinen von sich (rinder), als wenn sie sterben wollten Walther pferde- u. viehzucht (1658) 164; kaum hatte er diese worte gesagt, als er von mir und in die sträucher eilte Rabener w. 2, 138;
würff ausz, was selbs gern von dir geht
Scheit Grob. v. 999 ndr.;
weichet, sorgen, von mir
Göthe 2, 93 W.
frei: das ir fliehen sollen v. dem zuͦkünfftigen zorn Keisersberg bilgersch. (1512) 3ᵈ. — von sich geben im eigentlichen sinne beim erbrechen: damit er die gallen nit wider von sich gebe Gäbelkover artzneyb. (1595) 1, 37; oft in freier oder übertragener anwendung: töne von sich geben, er kann gar nichts von sich geben, sich nicht aussprechen; (das kind) gab kein zeichen von schmerz v. sich Göthe 22, 216 W.; dorumb wir werffen v. uns die werck der vinster d. erste d. bibel 2, 21 K. (Röm. 13, 12); schlahe v. dir alle deine ungemute Arigo decamerone 133 lit. ver.;
all bangigkeit ich von mir legt
Brentano (1852 ff.) 2, 5.
von sein mit dat., entfernt, getrennt, ausgeschlossen u. ä. sein: secretum, ein abgesunderet heimlich ort, an dem einer von den leuten ist Calepinus XI ling. (1598) 1316ᵇ; (er soll) darzu von der stat sein ewiclich Nürnb. polizeiordn. 22 lit. ver.; monachus qui solitarie vivit, der allein wont von den leuten Luther 29, 236 W.; das er allweg des morgens der erst bei ihm und der letzt von ihm wer Wickram 1, 262 B.; er sprach wieder mit ihr, als wäre er nie v. ihr gewesen Eichendorf (1864) 2, 149;
(einsiedler,) der mit grôzer dêmût
durch got von den lûten saz
passional 348, 11 K.;
mein hertz und sin,
mit dem ich kein zeyt von ir bin
Forster fr. teutsche liedlein 37 ndr.;
denn seit ich von dir bin,
scheint mir des schnellsten lebens
lärmende bewegung
nur ein leichter flor
Göthe 2, 109 W.
bleiben:
dasz ich, Coridon, bin von dir blieben,
machen meines vaters schaf und küh
Königsb. dichterkreis 52 ndr.;
bleiben wir von dem soldatenhaufen
Schiller lager 1.
stehen:
ich sol von ihr stehen
und sie lassen gehen
Königsb. dichterkreis 61 ndr.
auch freier:
dasz er zum letsten schlaffen geh,
zum ersten er vom bett begert
Scheit Grobian. 2381 ndr.;
wo wollen sie hin? von ihnen Lessing Minna 2, 9; von wird gern durch ein adv. verstärkt: er ist schon lange von ihr fort, weg;
die kraus und auffgebogne flechten
sind nun hinweg von meinem häupt
Königsb. dichterkreis 45 ndr.;
alle sundere kostlichkeit soll von der kirchen ab sein Eberlin v. Günzburg 1, 117 ndr.elliptische wendungen: nicht v. der stelle!
vom leibe mir, ekles weibsgeschlecht!
Göthe Faust 5646.
in derber sprache: hand vom sack, von der butten u. ä.
b)
mit hervorhebung der ausgangsstelle, dann auch ohne einseitige betonung der ausgangsstelle oder der fortbewegung. verbunden mit verben, die ein sich entfernen, entfernt sein, sich entfernt halten ausdrücken; von kann durch adv. verstärkt werden (weg, los, fort, her, hernieder, herab u. s. w.); die ältere sprache bildet wendungen mit einfachem von, die später nicht mehr möglich sind; der bestimmte artikel nach von kann fehlen:
si vuoren von dem lande
Nib. 494, 4;
als er gestuont von rosse
899, 1;
alsô nazzer
muost ich von des münches tische scheiden
Walther 104, 32;
noch ist üblich von hause kommen, wobei haus die eigene wohnstätte überhaupt bezeichnet (vgl. unten von hause aus); wenn der bilger scheyden wil von husz Keisersberg bilgersch. (1512) c 1ᵈ; do er von heyme aus fure Arigo decamerone 78 lit. ver.;
er sasz darauff (aufs pferd) und schied von land
Scheit Grob. 3505 ndr.;
fromm und auffrecht ziehet ihr von hausz
Voigtländer oden u. lieder (1642) 104.
mit ortsnamen: er kommt von Wien, von America; eh ich von Carlsbad gehe Göthe br. 8, 4;
von Rôme vuor ir schelden
Walther 105, 21;
und so in einer unerschöpflichen fülle von wendungen: er fällt vom stuhle, er kommt vom barbier, der wind weht von osten; vom bett aufstehen, sich vom sitze erheben, vom tisch (an dem man gesessen hat) aufstehen, vom tisch beten, nach beendetem essen Fischer schwäb. wb. 2, 1633, sich von den knieen (die den boden berühren) erheben; von vor einer thätigkeit, einem vorgange: er ist von der reise zurückgekehrt; anblick eines schiffes, das von einer glücklichen fahrt wieder anlangt Göthe 21, 55 W. — (die frau) von dem tische auffstunde Arigo decamerone 63 lit. ver.; dampff gieng auff von seiner nasen und verzehrend fewr von seinem munde ps. 18, 9; es gezimmet sich nicht, das jemant traurig von eines fürsten angesicht gieng S. Franck chron. Germ. (1538) 23ᵇ; nackend binn ich auff erden von meiner muͦter leib kummen Wickram 2, 133 B.; man schenkte ihn (den becher) voll weins, und oben vom tisch fing er an herum zu gehn Tieck (1828) 4, 411; ein entlaufen von der schule E. M. Arndt (1892 ff.) 1, 65;
vom himmel hoch da komm ich her
Luther geistl. lieder (1848) 63;
das ir auch möcht zu allen zeyten
all tag von ir ab und zu reytten
H. Sachs 2, 24 K.;
wie perlen klar ausz orient
mir zähr von augen schieszen
Spee trutznachtigall (1649) 5;
es sieht ihn (prinz Eugen) Wälschland ganz bestürzt
von nie erstiegnen alpen steigen
Gottsched ged. (1751) 1, 21;
vom himmel kommt es (das wasser),
zum himmel steigt es
Göthe 2, 56 W.;
von der stirne heisz
rinnen musz der schweisz
Schiller 11, 305 G.;
hab dank frau schwalbe, tritt von dem plan
Brentano (1852 ff.) 5, 83;
frei mit auslassung eines bewegungsbegriffes: wenn sie vom markt heim nicht in jedem wirtshaus einkehren sollen O. Ludwig ges. schr. (1891 ff.) 2, 10;
wie pfeile von dem goldnen köcher
tönet dein lied
Klopstock oden 1, 26 M.-P.;
entfernt, getrenntsein, sich fernhalten: wer den herren zu nahe ist, der wil ersticken, und wer weit von inen ist, der wil erfrieren sprichwörter (1548) 73ᵃ; welcher mensch from bleiben wil, der bleibe von hoff Lehman florileg. polit. (1662) 4, 177; sein ausbleiben vom tisch, vielleicht auch vom abend Göthe 24, 151 W.; bleib mir vom leibe;
wo auch ein stück (bei tisch) weit von dir läg
Scheit Grobian. 713 ndr.;
doch lang von heimat bleiben ausz
Spreng Ilias (1610) 18ᵇ.
entfernt von, bes. weit entfernt von oft übertragen: ein natürliches, von jeder ziererei entferntes wesen E. Th. A. Hoffmann 14, 155 Gr.und so in unzähligen wendungen bei activen verben: von haus und hof vertreiben, einem den hut vom kopf schlagen, etwas vom tisch hinweg nehmen, jemanden vom pferde reiszen, vom bahnhof, v. der bahn abholen, äpfel vom baume schütteln, etwas von der reise mitbringen, den staub vom stuhle wischen, etwas von der erde aufheben, früchte vom baume pflücken, jem. von der thür jagen u. s. w.; trugener, zuͦm ersten zeuch aus den trom von deim augen d. erste d. bibel 1, 25 (Matth. 7, 5); (brot,) das er von heimet ausz getragen het Arigo decamerone 46 lit. ver.; verliere dich nicht vom schlosse Göthe 17, 3 W.; sonst dankt man gott, wenn man die steine vom acker hat 36; prügle er mir den menschen dort vom hofe hinweg Brentano (1852 ff.) 5, 15;
sîn harnas was von im getragen
Wolfram Parz. 229, 1;
den schnee solt nit von schuhen schlagen
Scheit Grobian. 4561 ndr.;
(man soll) all beyd von Rom verschreiben,
mit weib und kind ins ellend treyben
H. Sachs 2, 18 K.;
(die) von dem pöffel entzogen
zu dem gestirn geflogen
Zinkgref auserl. ged. 35 ndr.;
von ihrem haupt zog Doris
ein einges goldnes haar
Herder 26, 13 S.;
entfernt von dir, entfremdet von den meinen
Göthe w. 2, 10 W.;
it vlôch ny vogel so hoge, he ensochte syne neringe van der erden Tunnicius sprichw. nr. 943. feste wendung: vom leder, die scheide des schwertes bezeichnend: (der bösewicht) zucket von leder Wickram 2, 320 B.; mancher zückt das schwerd und zeuchts doch nicht von leder Lehman florileg. (1662) 1, 153; wir zogen vom leder Pfeffel pros. versuche (1810) 3, 143.
2)
in den verbalverbindungen mit von verblaszt dann die räumliche vorstellung; verben der bewegung werden im übertragenem sinne genommen oder verben anderer art werden in dem sinne mit von verbunden, dasz der punct bezeichnet wird, von dem aus der begriff des verbums sich entwickelt, an das er anknüpft. die umsetzung in eine bewegungs- oder raumvorstellung ist meist leicht. viele wendungen mit raumvorstellungen werden auch bildlich genommen, wofür schon einige beispiele gegeben sind. — mir fällt ein stein vom herzen, ich fühle mich erleichtert, eine sorge ist mir genommen: ist mir ein groszer stein vom herzen Göthe br. 1, 197 W.; es war ihr, als hätte sie einen stein von dem herzen Brentano (1852) 5, 140. — sich etwas vom halse schaffen, vom halse bleiben: dasz mir unsre geistlichkeit wohl von halse bleiben ... soll Lessing 18, 360 M.; er komme in (ihnen) nimmer vom hals S. Franck chron. Germ. (1538) 112ᵃ; (er) schluͦg sich die sach von hertzen Fortunatus 101 ndr. — das sei ferne von mir, davon will ich nichts wissen, damit will ich nichts zu thun haben: das sey ferne von dir, das du das thust 1. Mos. 18, 25; oder anders:
o das sey von uns beiden ferr (das möge uns nicht zustoszen)
H. Sachs 6, 145 K.;
das getreide vom felde verkaufen;
die bruͦch die mag kum sicher syn,
das er sy nit vom arsz verkaufft
H. R. Manuel weinspiel 2604 ndr.
nehmen von einem, oft übertragen: urlaub, abschied nehmen von jemandem; nahm darauf ... von monsieur erlaubnus Grimmelshausen 3, 339 Keller; du nimmst mir das wort vom munde; näher der eigentlichen vorstellung: gott hat ihn von der welt genommen. — von der stelle kommen, in eigentlichem und uneigentlichem sinne; die sache rückt nicht von der stelle. — verzagt man kam mit ehren nie vom plan (kampfplatz) sprichwörter (1548) 23ᵇ; von statten (s.statt II A 4 e β th. 10, 2, 966), in älterer sprache v. statt gehen, vgl. auch unten vonstatten unter 20; wann ein fraw in kindsnötten ligt, und das kind nicht v. statten will gehen Gäbelkover artzneybuch (1595) 2, 44; ruff zu gott und schieb am rad, so gehts v. stat Eyering prov. copia (1601 ff.) 3, 290; gewöhnlich in übertragener anwendung; an die sinnliche vorstellung anknüpfend: es gehet v. statten, wie pech v. den händen (d. h. sehr schwer) Lehman floril. polit. (1662) 2, 822; auch ging seine arbeit deshalb so langsam v. statten G. Forster (1843) 2, 259;
wenn ich dein hohes lob zu singen angefangen,
und dieser vorsatz mir etwa von statten gangen
Neukirch ged. (1744) 185.
im sinne von gedeihen: (gott) verheist, das es (das kind) solle nu gut werden und v. statten gehen Luther 23, 561 W. — v. statt gehen:
kurtzumb es wolt nit gan von statt
H. R. Manuel weinspiel 3029 ndr.;
(wenn aber) die sach nicht von statt wolte (die geburt) Wirsung artzneyb. (1588) 555ᵇ;
Ottonem da ledig zu machen,
das doch lang nit von stat wolt ghen
Sachs 8, 588 K.;
aber vorm volck wils nicht von stat,
weil er vor nicht gepredigt hat
Eyering prov. copia (1601 ff.) 1, 269.
vgl. vom fleck gehen, kommen in gleichem sinne. — ich habe ihm von Venedig geschrieben; ich habe einen brief von Rom erhalten; auch: ein brief von dir, lebenszeichen von dir. — so bin ich von Rom auszher verstendiget Hutten opera 1, 407 B.; er war von Köln her gewohnt, selbständig zu handeln O. Ludwig (1891 ff.) 1, 197.
3)
ausgangspunct des klanges bezeichnend, standpunct des sprechens u. ä.: wenn ihre (der wahrheit) leise, feine stimme vom himmel tönte Herder 5, 17 S.; so sprach begeistert von dem dreyfusz die priesterin Klinger neues theater (1790) 1, 13; von den uhren der kirchen fielen einzelne glockenschläge Stifter (1901 ff.) 3, 163; hörte man deutlich vom hausflur her, dasz wer eingetreten sei Fontane I 5, 134;
wenn der führer mit entzücken
von des maulthiers hohem rücken
singt
Göthe 6, 6 W.;
vom zweige schlägt die nachtigall
Schiller 1, 28 G.;
hört ihrs wimmern hoch vom thurm?
11, 311.
freier:
vom sichern port läszt sichs gemächlich raten
Tell 1, 1.
man sagt vom blatt singen, spielen, d. h. ohne vorbereitung. andere vorstellung: von der kälen dahär, von gantzem halsz singen Frisius dict. (1556) 182ᵃ;
zu schreyen Pandarus anfieng,
von heller stimm gar uberlaut
Spreng Ilias (1610) 57ᵇ.
ganz anders und ungewöhnlich: das gute und das böse, rauscht von (jetzt: an) den ohren vorbey, die nicht hören d. junge Göthe 4, 22. — ausgangspunct des lichtes: die sonne strahlt vom himmel;
dir leuchtet klarheit frisch vom angesicht,
vom auge gutheit, lieblichkeit vom munde
Göthe 2, 152 W.
standpunct, von wo aus man sieht: die nachbarn sehen von den fenstern Harsdörfer frauenz. gesprächsp. 2, 289; (ein kunstwerk) war von jedem puncte ringsum gleich günstig anzusehen Göthe 25, 15 W.;
und auf das gehudel unter mir
(will ich) leicht wegschauen von meinem thier
Schiller 12, 53 G. (Wallensteins lager).
von dem berg hat man eine schöne aussicht; anders: wegsehen von etwas, von der arbeit aufsehen. absehen von etwas, es nicht berücksichtigen; abgesehen von in entsprechendem sinne.
4)
trennung von sinnvoll zusammengehörendem oder durch die umstände, neigung, zwang u. s. w., vorher verbundenem, zustehendem, abweisung von herangetragenem, nahegelegtem, gebrauchtem, im äuszerlichen sinne oder geistig in mannigfachen wendungen: einen knopf von der weste schneiden, sich von einem anblick losreiszen, von hab und gut kommen (Fischer schwäb. wb. 2, 1632), ablassen von, er verwendet kein auge von ihr, abstehen von einem unternehmen, von der arbeit, vom leben abrufen, ich kann nicht v. ihm lassen; sich enthalten von, unzertrennlich von ihm. — da scheidet gott das liecht von der finsternis 1. Mos. 1, 4; (die frau) abe von iren worten liesz Arigo decamerone 135 lit. ver.; das er nit ausgeschlossen werde von der ewigen seligkeit Keisersberg bilgersch. (1512) b 6ᵃ; sind ir nun mit Christo gestorben von den elementen diser welt Zwingli von freiheit d. speisen 37 ndr.; Diocletianus hab 25 jar regiert und zuͦ letst willig vom reich mit Maximiano gestanden S. Franck chron. Germ. (1538) 38ᵇ; so einer flüchtig wurd ... von sinem geschwornen eyd Eberlin v. Günzburg 1, 145 ndr.; das man doch ouch wenig tag abbruch thäte ... von langen zechen oder urtin 18; ich beraube mich ... ungern von diesem stücke Göthe br. 12, 452 W.; Berka ist vom 25. auf den 26. april von der erde weggebrannt 27, 7;
das ir die narren witz solt leren
und ir thorheit von in beschweren
Murner narrenbeschw. 2, 6 ndr.;
sol wir uns also kürtzlich scheyden
von aller kurtzweyl, dantzn und springen
H. Sachs 1, 434 K.;
eh als sein (des weines) süszer safft
das trawren von uns rafft
Königsb. dichterkreis 38 ndr.;
so aber ist man auch bedacht
mich von der erden auszurotten
Neukirch ged. (1744) 50;
er allein
sei ausgenommen von des feuers pein
Göthe 6, 38 W.;
vom mädchen reiszt sich stolz der knabe
Schiller 11, 307 G.;
ârt wil van ârde nicht Tunnicius sprichw. nr. 1291; art läszt nicht von art. — von sinnen kommen, sein u. ähnliche wendungen: wann ein mensch zerrüt ist und gantz von sinnen kompt Gäbelkover artzneybuch (1595) 1, 70; o gott, sie ist von sich Schiller kab. u. liebe 2, 5;
was dringt ihr alle wie von sinnen
auf den unschuldgen jüngling ein?
Göthe 1, 193 W.;
von eim selber sîn schweiz. idiot. 1, 840; vgl. Fischer schwäb. wb. 2, 1632; hê was gans fan sük; fan sük raken ten Doornkaat-Koolman 1, 418ᵃ; diese und dergleichen eitele rathschläge machten den mann halb von sich selbsten A. Olearius pers. baumgarten 9, 8. — (die kranke) stäcz abe und von leibe name Arigo decamerone 131 lit. ver. (vgl. vom fleisch fallen, mager werden Fischer a. a. o. 1632); dasz beide durch getrunkenes gift vom leben gekommen waren Freytag (1887) 14, 10; (sie) war mehr durch den sturz als durch geschlucktes wasser vom bewusztsein W. Schäfer d. verlorene sarg (1911) 218;
bisz sie sey von aller krafft
Königsb. dichterkr. 108 ndr.;
besondere wendung: von den beinen kômen, zum sitzen kommen Schambach Göttingen- Grubenhagen 274ᵇ; jem. vom brot richten, ihn umbringen:
er hat gleich so ein weychen bauch,
als ir, drumb richt in von dem brot
H. Sachs 8, 49 K.
scheiden, unterscheiden, gedanklich trennen; sich unterscheiden in entsprechendem sinne, verschieden von. — (er einen ring) von dem anderen nicht erkennen mochte Arigo decamerone 34 lit. ver.; einer entscheidet einen tag von dem andren, ein andrer aber schetzt alle tag glich Zwingli v. freiheit d. speisen 23 ndr.; in diesem stück liegt ein unterscheidungszeichen von den thieren Lenz 2, 205 Tieck;
wer kan den hêrren von dem knehte scheiden,
swâ er ir gebeine blôzez fünde
Walther 22, 12;
spricht, dasz die zarte haut sey nicht zu unterscheiden
vom schönsten helfenbein und von der weiszen kreiden
Rachel sat. ged. 81 ndr.;
denn das allein
unterscheidet ihn
von allen wesen,
die wir kennen
Göthe 2, 83 W.
abstechen von, sinnlich und unsinnlich: die dunkeln augen, welche eigenthümlich von den schneeweiszen haaren abstachen Storm (1899) 1, 3. befreien, erlösen, retten, heilen, genesen u. ä. mit von verbunden; frei von ansteckenden krankheiten, von eifersucht, frei von schuld; sich enthalten, entwöhnen von, abschrecken von; entblöszt von allem. — erlöse uns von dem ubel Matth. 6, 13; der ritter von seiner empfangen wunden gantz heyl worden was Wickram 1, 91 B.; das sie sich enthalten von unsauberkeit der abgötter, und von hurerey, und vom ersticktem, und vom blut ap. gesch. 15, 20; etliche sind gesund worden vom fieber Eberlin v. Günzburg 1, 156 ndr.; womit im von sollicher kranckheyt zuͦ helffen wäre Wickram 1, 21 B. (jetzt gewöhnlich nur mit räumlicher anschauung: einem vom pferde helfen, beim absteigen); rettete ihn von dem schicksale des Pentheus Wieland Agathon 1 (1766), 8; diesen retter von tod und hunger Brentano (1852 ff.) 5, 306;
das mich der richter gnedicklich
von dem strengen urteyl frey machet
H. Sachs 1, 432 K.;
auch deinen knecht entzeuch
von der stolzhaiten seuch
Schede-Melissus ps. 69 ndr.;
die dritte rew dich gäntzlich freyt
von sorgen und von klagen
Zinkgref auserl. ged. 48 ndr.;
hilf mir von der gotlosen wuht
Weckherlin ged. 2, 37 F.;
ist auch ein weg von menschen leer
Stoppe Parnasz (1735) 15;
wer rettete vom tode mich,
von sklaverei?
Göthe 2, 77 W.;
vom eise befreit sind strom und bäche
Faust 903;
von todeskrankheit wär ich dann genesen
Tieck schr. (1828) 1, 71;
kühn:
da ich bey gott im himmel
von allem erdgedümmel
mich ewig freuen mag
Neumark fortgepfl. musik.-poet. lustw. (1657) 1, 106.
ab sein von, befreit sein: soll von dem zoll und wegsteur absein S. Franck weltb. (1534) 36ᵇ. — sich erholen, ausruhen von: (pause,) in welcher er sich von seinem erstaunen erholt hatte Göthe 21, 78 W.; nachdem er von seiner reise ausgeschlafen hatte Brentano (1852 ff.) 5, 47;
und ruht von allem hertzeleid
P. Gerhard bei Fischer-Tümpel 3, 322;
ruh hier
aus in meiner umarmung,
von der zu schrecklichen schlacht
Klopstock oden 1, 105 M.-P.
säubern von u. ä.: ein kleid vom koth, staub säubern Kramer 2 (1702), 1212ᶜ; vom wasser trocken machen Jacobsson techn. wb. 4, 550ᵃ; (Christus) hat uns in seinem blut von unsern sünden gewaschen Jung-Stilling 3, 25 Gr.;
ob dir auch wer villeicht zu heisz,
so wäsch die stirn von allem schweisz
Scheit Grobian. 2719 ndr.
bei schirmen, behüten u. ä. steht in älterer sprache von (jetzt vor): tregt die hitz ab, beschirmpt von der hitz Frisius dict. (1556) 374ᵃ, vgl. mhd. wb. 3, 370ᵃ;
thaz scirme mich in brustin   fone armalichen lustin
Otfrid v 3, 13.
in freier verbindung: erheiterung von oftmals lästigen und gefährlichen geschäften Göthe 4, 77 W.nach dem adj.: damit er v. den wilden tieren (jetzt: vor) sicher were Arigo decamerone 329 lit. ver.
5)
mit dem verblassen der räumlichen anschauung erweitert sich der gebrauch in einer weise, die sich der darstellung entzieht. die vorstellung einer ausgangsstelle läszt eine verbindung mit einer groszen anzahl von verben zu, die selbst von einer räumlichen anschauung ausgehen, andere schlieszen sich dann sinngemäsz an; von bezeichnet natürlich auch ohne verbalverbindung die ausgangsstelle: das kommt von eurem leichtsinn; die linke kommt vom herzen, das kommt davon, in der umgangssprache, nachträglicher vorwurf zur bezeichnung der ursache; new fünd kommen von armen leuten sprichw. (1548) 44ᵇ; die lieb kompt von sehen 61ᵃ; herzog von Meran, von wellichem das herzogthumb auf Albertum grafen zu Tirol ist khomen v. Brandis landeshauptleute v. Tirol 18;
daz kumt von sîner frümekeit
Walther 74, 1;
doch der segen kommt von oben
Schiller 11, 305 (glocke 10) G.;
es geht mir von herzen; (wo das singen) von hertzlicher inniglicher andacht gehet Moscherosch insomnis cura parentum 65 ndr.; (hof;) so von inen zu lehen gieng v. Brandis landeshauptleute v. Tirol 19. — herrühren, entspringen, ursprung haben, sich herschreiben, ableiten von u. ä.: empfangen, erhalten, bekommen, erben, kaufen u. s. w. von; das hab ich noch von der schule mitgebracht Lenz 3, 4 Tieck; die weil dis gebet von unserm hern ein ursprung hat Luther 2, 82 W.; (pferd,) das er erst gestern vom Juden getauscht Göthe 21, 71 W.;
erb du von im solch geberden
Scheit Grobian. 507 ndr.;
von den auffheb ich zinsz und rendt
H. Sachs 6, 138 K.
genannt werden, den namen haben, heiszen von: darum auch von solcher gelegenheit das land Argos und die Argivi in Gräcien sint genannt worden Sebiz feldbau (1579) 11; so hiesz der maler Barbarossa von dem langen, rothen schnurr- und knebelbart Gaudy (1844) 2, 122;
in ein statt,
die von uns selb den namen hatt
Fischart flöhhatz v. 239.
aufwecken, aufwachen vom schlaf: als nu Noah erwacht von seinem wein 1. Mos. 9, 24;
wie von träumen erwacht, sehn wir dann unser glück
Klopstock oden 1, 82 M.-P.;
weckte mich von meinem leisen schlummer
Göthe 2, 98 W.;
von den toten, vom tode erwecken; wieder mehr mit anschauung: von den toten auferstehen: wy Jhesus Lazarum vom tod erkücket d. erste d. bibel 1, 436 lit. ver.;
er würde, wie er selbst gelehrt,
von todten auferstehen
P. Gerhard bei Fischer-Tümpel kirchenl. 3, 306.
abhängen von: das hängt von umständen ab; er hängt von seinem vater ab, wird durch ihn bestimmt oder von ihm erhalten, ist ihm unterworfen. mit dem adj. verbunden, abhängig von: eine neue bedeutende anstalt, abhängig vom stifte Töpel Göthe br. 33, 10 W.; in älterer sprache kann beim verbum das ab fehlen: also hängt ein gewünschter ausschlag nicht von der gerechtigkeit der sache Lohenstein Arminius (1689) 1, 5ᵇ;
dasz auch zugleich dein herz dabey bedenket,
wie viel gefährlichkeit von deinen thränen hängt
Neukirch ged. (1744) xii.
anhängen von:
der abschen hängt mir noch von meinem vater an
Hagedorn poet. w. (1764) 2, 136.
schlieszen, einen schlusz ziehen; er schlieszt von sich auf andere; man darf also von diesen gereimten nachahmungen ... schlieszen, dasz ihre urbilder, die bardiete, ebenfalls aus gereimten versen bestanden Kretschmann (1784 ff.) 1, 21. bei begehren, fordern, erwarten, fürchten, hoffen, wollen; statt bitten von (petere a) jetzt lieber erbitten von; was willst du von mir; was kann man von ihm erwarten, erhoffen; ich habe nichts von ihm zu befürchten; dattu nummande wult geven, dat saltu ôk van nummande bidden Tunnicius sprichw. nr. 1121; der da eyscht von dir, dem gib d. erste d. bibel 1, 21 lit. ver. (Matth. 5, 42); hastu ... nicht von mir gebeten, ... das ich dich nicht solt besuͤchen Hutten op. 2, 181 B.; der antwurt mit begirigem hertzen von im warten was Wickram 1, 7 B.; (ich) bitte von gott, dasz er ew. excellenz ... alle ersinnliche zufriedenheit gönnen wolle Menantes neue br. (1723) 306; (die ihr lob) erst von einer dankbaren nachwelt hoffen J. E. Schlegel 3, 347; was befehlen der herr graf Gockel von Hanau von uns? Brentano (1852 ff.) 5, 56;
als bald ir holdschafft von ir heisch,
und thuͦ dich zuͦ wie katzen fleisch
Scheit Grobianus v. 1154 ndr.
dulden, leiden von; ich dulde keinen widerspruch von dir; wann euch einer einen schelmen und einen dieb hiesze, ... woltet ihrs von ihm leyden? Grimmelshausen Simpl. 3, 372 Keller; was hat man nicht von dem neide seiner mitgenossen ... auszustehen? Göthe 21, 79 W.;
sie konntens halten nach belieben,
von einer aber thut mirs weh
Uhland ged. 1, 49 Schm.-H.;
wir wolten gern ein zeichen v. dir sehen Matth. 12, 38; uff das er on anspruch von inen (von ihrer seite) were Geiler v. Keisersberg bilgersch. (1512) b 1ᵈ. — hören von einem (er giebt die nachricht, spricht, ruft, anders unten 16, b), lernen u. ä.: ich habs von im selbs gehört Maaler 473ᶜ; do het man groszen jamer gehöret von den armen schifleuten Arigo decamerone 75 ndr.; und fragt von in, wo Cristus wer geboren d. erste d. bibel 1, 102 lit. ver. (und erforschete von inen Matth. 2, 4); sintemal die Deutschen von anderen völckern viel erlernet Gueintz d. dtsche rechtschreibung (1666) 6. — ich weisz nüt dann von hörsag Frisius dict. (1556) 138ᵇ; einen von ansehen kennen Kramer 2 (1702), 1212ᶜ; sehen von angesicht: ich habe gott von angesicht gesehen 1. Mos. 32, 30; ich kenne ihn nicht von person. vortheil ziehen von, anlasz nehmen von und andere zahlreiche wendungen, immer mit der vorstellung einer ausgangsstelle: so musz ich von dir (jetzt lieber mit dir) den anfang machen A. Olearius pers. rosenthal 1, 45; sie werden von der gegenwart dieses neuen freundes nicht wiederum anlasz zu einer entschuldigung finden Göthe 24, 176 W. wendungen mit sein, herkunft, ursprung, zusammenhang, zugehörigkeit bezeichnend: wer dirr nit von gotte: er möcht kein ding thuͦn d. erste d. bibel 1, 377 lit. ver. (Joh. 9, 33); ein ieglicher der do ist von der warheit der hört mein stymm 1, 411 (Joh. 18, 37: wer aus der warheit ist); ir seid von dieser welt, ich bin nicht von dieser welt Joh. 8, 23; er fing an nachzudenken, ob denn das stück auch wirklich von seiner erfindung sei Göthe 21, 281 W.; meine mutter war reich von sich 23, 49; jetzt lieber von sich aus; er ist von Stuttgart.
von dir ist mein ruhm, mein sagen
P. Gerhard bei Fischer-Tümpel kirchenl. 3, 410;
nimm ihn gefällig auf, Belinde,
der kleine strausz, er ist von mir
Göthe 4, 202 W.;
anders:
wann es von gott (durch seine zulassung) je möcht gesein
Spreng Ilias (1610) 45ᵇ.
vom wem ist diese arie? man sagt: das ist recht, schön, nicht höflich, recht unklug von dir; es sey nur eine grille v. ihm Klinger (1809 ff.) 3, 78. — von mir aus, in der umgangssprache so viel als: meinetwegen; v. mir aus kann der ganze wald in flammen stehn Nestroy w. (1890 ff.) 2, 33. — sô uuaz sô ubar thaz ist, sô ist iz fon ubile Tat. 30, 5; was darüber ist, das ist vom ubel Matth. 5, 37. — verbindungen mit dem subst.: der anfang von gott bringt alles zum ende ohne spott Lehman floril. polit. (1662) 1, 27; ir sind mine brüder von vater und muͦter Zwingli d. schr. (1828 ff.) 1, 87; wir wünschen euch fryd und gnad von got Eberlin v. Günzburg schr. 1, 134 ndr.;
es mehr eweren stand
von gott die gütte, gnad vom kayser, ruhm im land
Zinkgref auserl. ged. 23 ndr.;
der siegelring von Salomo (von ihm stammend)
macht alle menschen reich und froh
Brentano (1852 ff.) 5, 74.
bier vom fasz, bier v. der raren (seiten), sehr gutes Schmeller-Fr. 2, 842, milch frisch von der kuh. — strümpffe von Engelland, wein von Spanien Kramer 2 (1702), 1213ᵃ; das glückhafft schiff von Zürich; der sieger von Roszbach; herrgott von Biberach Fischer schwäb. wb. 2, 1633; der tod von Basel; leute von Seldwyla; männer vom fach, vom theater, vom bau; kameraden vom regiment; ein brief von seiner hand, gedicht von seiner feder; hier nähert sich von bisweilen der bedeutung des genit., weiteres s. unten. der herr vom hause, der hausherr; die frau vom hause, entsprechend (hier den gen. vertretend), anders: einer vom hause ... sei ihr zu hülfe gekommen Göthe 22, 217 W.; dasz die herren vom Globe mir wohlwollen br. 41, 29; die manschetten von Elisabeth (von ihr geschickt) Storm (1899) 1, 18;
o gott von höchstem himmel gut
Spee trutznachtig. (1649) 75.
ihr Deutschen von dem fluthenbett des Rheins
Rückert (1867 ff.) 1, 5.
freier:
denn jeder bettler ist von seinem hause (gehört dazu)
Lessing Nathan 1, 3.
ich habs von ihm, von ihm erhalten oder von ihm gehört; was hab ich von den ferien? keinen genusz, keine erholung; er hat etwas von einem schauspieler, einen schauspielerischen zug. — was trosts die armen selen haben von einer solchen mäsz, mag ein jeder christen wol gedencken Eberlin v. Günzburg 1, 73 ndr.; ich hab es von hören sagen sprichw. (1548) 36ᵇ; es ist keiner so klug, er hat etwas von gecken (überschrift) Voigtländer oden u. lieder (1642) 82;
dann nimpstu dich des hörens an;
so will ers werck auch von dir han
Scheit Grobian. 2192 ndr.;
ich hab es ja
von dir, dasz er gefangen hergeschickt
ist worden
Lessing Nathan 1, 2;
vom vater hab ich die statur,
des lebens ernstes führen,
vom mütterchen die frohnatur
und lust zu fabulieren
Göthe 3, 368 W.
rechnerisch: eine kleinere summe von einer gröszeren abziehen; sechs von acht ist zwei, acht von acht geht auf u. ä.
6)
herkunft, abstammung lebender wesen:
die aber so zugleich von edlem stamm geboren,
durch tugendt noch darzu vollkommen sein gemacht,
die sein, die sein allein die edlen auszerkoren
Zinkgref auserles. ged. 55 ndr.;
die (Laodice) könig Helikaons, vom geschlecht
Antenors, gattin war (Il. 3, 124)
Bürger 152 Bohtz;
sage nun, durch welch ein wunder
von diesem wilden stamme du entsprangst
Göthe 10, 18 W.;
groszer Brama, herr der mächte!
alles ist von deinem samen
3, 9.
nicht von schlechten eltern wird in derber sprache auch übertragen gebraucht: das war ein hieb, nicht von schlechten eltern. — in beziehung auf die ehefrau: wann es ist geschriben, daz Abraham hat zwen sün: einen von der dirn und einen von der freyen d. erste d. bibel 2, 151 lit. ver.; was kinder Jacob gewan von zweyen schwestern 3, 465; von der andern (frau) ... erzeugte er khaine khünder v. Brandis landeshauptleute v. Tirol 48. — ebenso aber auch umgekehrt: von ihrem ersten manne hatte sie zwei töchter; sy ist eins kinds genäsen vom Pamphilo Maaler 473ᵃ.
7)
von in der namengebung, vgl. gramm. 4, 872 (verbindungen wie könig von Preuszen s. unten). von vor ortsnamen bezeichnet auch bei personen wie bei sachen (spielzeug von Nürnberg) zunächst nur standort oder herkunft, in älterer sprache auch vorausgestellt:
daz was von Troneje Hagene
Nib. 9, 1 L.;
von Nâpels Virgilius
Wolfram Parz. 656, 17.
auch bei personennamen ist es lange zeit hindurch ein loser zusatz, der fehlen oder wechseln kann. der fest mit dem namen verbundene zusatz findet sich zwar auch bei bürgerlichen familien (das gilt besonders von dem nld. van: van Beethoven), wobei von vor ortsnamen oder ortsbezeichnungen steht: von Geldern, von Köln, von der Heiden, von dem Busche, doch wird der zusatz mit von allmählich für die adligen familien charakteristisch und daher allgemein (s. unten voneln, verb.); es schwindet damit die bezeichnung adliger durch ableitungen auf -er (der Toggenburger). indem von den adel schlechthin bezeichnete, wurde es gedankenlos bei neugeadelten vor namen wie Schmidt, Müller und Schulze gesetzt: ein Heinrich von Kronberg, ein Heinrich von Weiszenstein, das hat sinn; aber es klingt unsinnig: ein herr von Göthe, ein herr von Schiller, ein herr von Müller, denn Müller, Göthe und Schiller sind niemals orte gewesen Jacob Grimm in der Paulskirche (kl. schr. 8, 440). besser wurde im kaiserlichen Österreich bei neuadlungen verfahren, indem man den bisherigen bürgerlichen namen vor das von setzte und dies mit einer ortsbezeichnung verband: Richard Kralik von Meyerswalden, Franz Konrad von Hötzendorf; doch finden sich auch hier anders gebildete namen: Tieftrunk von Freisauf (Salzburg). willkürlicher zusatz zur scheinbaren erhöhung eines bürgerlichen namens: Hoffmann v. Fallersleben, Müller v. Königswinter. — so ein musje von Schiller kab. u. liebe 1, 1; der bürgermeister, ein vornehmer herr von Laube (1875 ff.) 1, 83; er schreibt sich von, ist adlig;
kein unterschriebnes von, kein tittel macht es aus,
thut ihr nicht adelich, so schimpft ihr euer hausz
v. König ged. (1745) 183.
8)
von beim passivum das bewirkende anzeigend: von einem geliebt, geehret, beschenket, gehasset, verachtet, verfolget, beraubet etc. werden Kramer 2 (1702), 1212ᶜ; der brief ist von mir geschrieben, das gedicht ist von ihm verfasst. stede unde slotte werden vordestruêrt van rüteren Tunnicius sprichw. nr. 713; o ir maledeiten von got Arigo decamerone 27 lit. ver.; du wirst in lassen eine kleine zeit von gott verlassen sein ps. 8, 6; abgeblaszt in der umgangssprache: du bist wohl ganz von gott verlassen, ganz thöricht; wer von den glücksgaben gesegnet ist Chr. Weise polit. redner (1677) 7; auf der vom schmerz verzogenen lippe Herder 5, 8 S.;
nur von seinem ohr
geleitet
Lessing Nathan 1, 1;
ist wie ein tier auf dürrer heide,
von einem bösen geist im kreis herumgeführt
Göthe Faust 1832;
von der partheyen gunst und hasz verwirrt
schwankt sein characterbild in der geschichte
Schiller Wallenstein, prolog 102;
von des gedankens blässe angekränkelt
(sicklied o'er with the pale cast of thought)
Shakespeare Hamlet 3, 1.
andere verbale verbindungen werden in unerschöpflicher fülle gebildet, wobei von mittel, ursache, grund zum ausdruck bringt; zu beachten ist, dasz in älterer sprache der gebrauch freier ist, sie verwendet auch von in solchen verbindungen, in denen in neuerer sprache vor, durch, an, über, aus oder andere präpositionen gebraucht werden; s. mhd. wb. 3, 371ᵃ (IV); Schmeller-Fr. 1, 842; Schiller-Lübben 5, 196ᵇ. — sich vom geitz etc. beherrschen, verblenden lassen Kramer 2 (1702), 1212ᶜ;
ihr aber, laszt vom beispiel euch berathen
Rückert (1867 ff.) 1, 20.
sie läszt sich von ihm tragen, aber nicht mehr:
sich liez der grâl, ist mir gesagt,
die selben (Repanse de schoye) tragen eine
Wolfram Parz. 809, 10.
leben von wasser und brod, vom straszenraube, von der gnade des hofes; der mensch lebet nicht vom brot alleine, sondern von iglichem wort, das durch den mund gottes gehet Matth. 4, 4; sich nähren von früchten, aber einen nähren mit früchten, doch vgl.:
ihr nähret kümmerlich
von opfersteuern
und gebetshauch
eure majestät
Göthe 2, 76 W.;
sich füttern von (jetzt unmöglich):
wann du dich dann gefütert host
von starckem wein und guͦter kost
Scheit Grobian. 3990.
wimmeln von menschen, strotzen von gesundheit, von liebe, zorn brennen, entbrennen, glühen; triefen von schaum; die halle dröhnt von beifall; leiden von der hitze; sich färben vom blute; erwachen vom lärm; (er quoll) v. scherzen und einfällen über E. M. Arndt 1, 38 R.-M.; sein braunes (auge) blitzte von tugendhaftem zorne (lieber vor) Immermann 1, 7 B.; von der hitze (vor hitze) ermatten; der kopf schwindelt mir von dem geschwätz; (der mensch) von frost (jetzt vor frost) zittert als ein espenlaub Arigo decamerone 62 lit. ver.; vom schlage zerspringen, vom fall zerbrechen; es fällt kein eych von einem streych sprichw. (1548) 22ᵇ; alle anwesende erschracken von diesem wunderlichen fall Grimmelshausen 3, 360 Keller, sterben von, die ursache wirklichen todes bezeichnend (vgl. den jetzigen gebrauch von an): wer von träwen und worten stirbt, den sol man mit fürtzen begraben sprichw. (1548) 149ᵃ; er starb unzeitig von gifft S. Franck chron. Germ. (1538) 23ᵇ;
von küssen stirbt man nicht
Stoppe Parnasz (1735) 29;
auf den tötenden bezogen: von einem umbkommen Maaler 473ᶜ; (er) müsse entweder vom hencker ... oder von priestern sterben Lohenstein Arminius (1689 ff.) 1, 5; vgl. schweiz. idiot. 1, 841 (4). beachte noch folgende wendungen: das fheur gadt im von scham durch das angsicht aufhär, er wirt gantz rot von scham Frisius dict. (1556) 1089ᵃ; wann es geschach dem vatter Bubly ze ligen von dem ritten und von dem darmgicht d. erste d. bibel 2, 406 lit. ver.; von groszem weynen (jetzt: vor) nicht mer reden mocht Arigo decamerone 101 lit. ver.; er fröuwet sich des und all syn engel von (jetzt: über) diner bekerd Keisersberg bilgersch. 29ᵈ; die alten freund soll man v. den newen nit vergessen S. Franck sprüchw. (1546) 1, 7ᵇ; dat mer is nicht stille als it stormet van winde Tunnicius sprichw. nr. 1091; hab ich von tragender lieb und trew gegen meinem geliebten vatterland (jetzt: vor) ... kein rast noch ruhe Guarinonius grewel der verwüstung (1610) 447; von einem füncklin brennet ein gantzes hausz Lehman floril. polit. (1663) 3, 444; weil ja dieser üppige mensch von wollüsten ... zerrinnen möchte Lohenstein Arminius (1689 ff.) 1, 18ᵇ; denn sonst könte es unmöglich v. (jetzt mit) rechten dingen mit mir zugehen Reuter Schelmuffsky vollst. 8 ndr.;
seit ich dich, auszerweltes ain,
hie meiden muesz von tages schein
Oswald v. Wolkenstein 6, 79 Sch.;
dasz im von solcher groszen schand
hinder dem disch garnach geschwand
Scheit Grobian. 4846 ndr.;
(dasz sich das erdreich) von übergroszer hitz und durst hin und her gönet
Weckherlin ged. 2, 376 F.;
die liebe war nicht starck, die sich verzehrt von tagen
Logau sinnged. 343 lit. ver.;
ein weib, das nit daheim von koot und mistlach stinkket
Rachel satyr. ged. 38 ndr.;
lorbeerkranz,
welcher vom fluche des volkes welkt
Klopstock oden 1, 3 M.-P.;
mein botenstab ergrünt von frischen zweigen
Schiller 14, 36 G.
sich füllen von, die beziehung auf die art des inhalts tritt hervor (vgl. voll von unter voll 4 g sp. 552):
es füllt sich ganz das herz von zärtlichkeit
Göthe 10, 236 W.;
darnach unlogisch leer von: leer v. gefälligem wesen Göthe 22, 99 W.;
(dasz) der musen hügel
leer von undichtrischen geistern da steh
Klopstock oden 1, 28 M.-P.
man sagt: mutter werden von, den zeugenden bezeichnend.für wegen:
bey diesem allem nem hie war, ...
so dich durchechtet tyranney,
das es von deinen sünden sey
H. Sachs 1, 229 K.
werkzeug, mittel: ein handmüle, die man v. hand treybt Frisius dict. (1556) 1333ᵃ. — (die) von lybs natürlich werck herausz müssen lauffen Eberlin v. Günzburg 1, 40 ndr.; aus: der thurnman hat das von schalckeit gethan Eulenspiegel 32 ndr.; auf grund, in folge von, gemäsz von: item 200 m. deme steynmeister zu Rangnith von des meisters geheise d. Marienb. treszlerb. 4 Joachim; von einer geschichte (casu) kam ich an den berg Gelboe d. erste d. bibel 5, 133 lit. ver.; mhd. geläufig von geschiht;
den ersten saubern deller ...,
der dir zuͦsteht von altem recht
Scheit Grobian. 2957 ndr.
dem lat. dei gratia nachgebildet ist von gottes gnaden in fürstentiteln; in freiem gebrauch: ich von gottes gnaden, die mir gegeben ist, hab den grund gelegt 1. Cor. 3, 10; der was an dem leibe khranckh, doch von den gnaden des allmechtigen gottes, gueter süne (sinne) v. Brandis landeshauptleute v. Tirol 24. — frewd von speisz und tranck ... ist ein sawfrewd Lehman floril. polit. (1662) 1, 235;
(eine verstorbene frau war)
eine perle von der tugend,
eine rose von der jugend:
gold von ungefälschter trew:
purpur von der scham und schew:
ein christall von recht beginnen:
ein smaragd von keuschen sinnen:
ein rubin von ehe-gunst:
ein opal von hause-kunst
Logau 206 (1, 10, 2) E.;
getrennt vom subst.:
wie er die wunde kühlte vom geschosz
des Pandarus
Bürger 167 Bohtz.
von nation ein Franzose, von profession ein advocat;
er ist extheaterschneider
von person und condition
Brentano (1852 ff.) 5, 125.
beim adj. (mhd. wb. 3, 371ᵇ), die eigenschaft begründend: müde vom weg, matt von schmerzen, blind vom zorn, beutel schwer von dukaten; v. natur kurzsichtig, v. geburt edel; warm von wein Arigo decamerone 109 lit. ver.; ich bin so müde v. seufftzen ps. 6, 7; dick von federn uber den ganzen leib Sebiz feldbau (1579) 102; die von zorn blauen lippen Klinger w. (1809 ff.) 3, 79;
schaw! dort sitzt der herr zu dem hausz,
von glück ietz selig überausz
H. Sachs 1, 438 K.;
berühmt von seinen thaten
v. König ged. (1745) 57;
von eignen lieben söhnen grosz,
von eigner tugend warm
Kretschmann (1784 ff.) 1, 61;
trunknen vom letzten strahl
Göthe 2, 66 W.;
ein schlagender gewitterfunken,
vom einflusz schwanger aller kraftgestirne
Rückert w. (1867 ff.) 1, 10.
auszer sich von (jetzt lieber: vor): der andere, auszer sich von wein, zorn und eifersucht Göthe 22, 273 W.verblaszend zu logischer beziehung:
von aller gefahr furchtlosz
Weckherlin ged. 1, 81 F.
besonders wird auch ausgedrückt, worauf sich die eigenschaft bezieht, in welcher hinsicht sie geltung hat (wechsel mit an): v. angesicht schön, v. geberden lebhaft; Giges, weil er reich war v. land, leuten und gütern sprichwörter (1548) 50ᵃ; jo hoger unde groter van state, jo he ôtmodiger sal syn Tunnicius nr. 1128;
kein mensch ist von geburt und von dem glick so hoch
Weckherlin ged. 2, 322 F.;
bist (gott) grosz von rath
P. Gerhard bei Fischer-Tümpel kirchenl. 3, 392ᵇ;
ein jeglicher befehl reich von bescheidenheit
Neukirch ged. (1744) d 5ᵇ;
die federn stehn euch gut, ihr seid geschlanck vom leibe
Lichtwer äsopische fabeln (1748) 71.
freund und frauen, frisch von blut
Göthe 6, 24 W.
9)
verbindungen mit von, in denen entfernung oder richtung bezeichnet wird: drei meilen von der stadt, südlich von Bonn; der vierte mann vom rechten flügel; fern von Rom; abseits von den menschen; einen schritt vom wege (auch übertragen); und er begreiff in einhalb von der gesellschaft d. erste d. bibel 1, 148 lit. ver. (Marc. 7, 33); mancher meynt, der teuffel sey 100. meil wegs von ihm, da er näher ist dann sein rock und hembd Lehman floril. polit. (1662) 2, 766; wenn er gleich 300. schritte von mir sasz Reuter Schelmuffsky vollst. 11 ndr.; einige stunden vom städtchen Tieck (1828) 4, 45; ein strohhalmbreit von seinem wege E. M. Arndt 1, 65 R.-M.;
üb immer treu und redlichkeit
bis an dein kühles grab,
und weiche keinen finger breit
von gottes wegen ab
Hölty ged. 186 Halm.
himmelsrichtung, richtung von her: von süden her; so die wind sich nun von mittag, bald von mittnacht erheben Sebiz feldbau (1579) 9; v. der seite, der rechten, linken seite kommen, von allen seiten zusammenströmen; von allenthalben samenten sy sich zuͦ im d. erste d. bibel 1, 125 lit. ver.;
wölckt es doch von allen kanten
Königsb. dichterkr. 47 ndr.;
von welcher seite Saladin, im fall
es völlig wieder losgeht, seinen feldzug
eröffnen wird
Lessing Nathan 1, 5;
herum zu reichen von der rechten an (Il. 1, 597)
Bürger 149 Bohtz;
hebt sich von allen winden der ruff
Denis lieder Sineds (1772) 92;
(ungewitter,) das drohend uns umzieht von allen enden
Schiller Piccolomini 1, 3.
aus Idumea und von jenseid des Jordans Marc. 3, 8; eigenthümliche verbindung: allwo die mauser eine kurtze leiter ... an ein sonst vom erdboden hohes fenster angelehnet hatten Grimmelshausen 3, 422 Keller.
10)
von steht vor vielen adverb., besonders solchen, die eine räumliche oder auch zeitliche vorstellung enthalten, und verbindet sich mit andern wörtern zu festen ausdrücken, die eine erweiterung ihres eigentlichen sinnes erfahren oder diesen ganz verlieren. — von oben, oben an, her, herab, unten, innen, auszen, drüben, hinten, vorn, dort, hier, hier an, hier aus, hinnen, da, da an, dannen, wannen, fern, rechts, links u. s. w.; von nachgestellt: davon, wovon, hiervon u. ä.; darvon, dortvon, hiervon, worvon Stieler 2394; die räumliche vorstellung wird dabei z. th. aufgegeben. — ich wil erleben, dasz er das hausz soll von auszen ansehen (hinausgejagt wird) sprichw. (1548) 73ᵇ; von auszen eyn, här Maaler 473ᵇ; ich schreite von da fort zu dem charakter ... der alten Deutschen M. I. Schmidt gesch. d. Deutschen (1778) 1, 5; weit von dann (jetzt: davon) ist guͦt für die schüsz sprichw. (1548) 38ᵇ; der mundt ist da, aber das hertz weit von dan Luther 10, 3, 355 W.; die nicht ferre von danne wonet Arigo decamerone 40 lit. ver.; von dannen, adv. de loco Maaler 473ᵇ; von mitten dannen 473ᵈ; sie führten ihn auf einen hohen felsen, und von dannen stürtzten sie ihn herunter ins meer Kramer 2 (1702) 1218ᵇ; in diesem sinne jetzt nicht mehr gebräuchlich; hinweg: er schlich heimlich von dannen. — auch relativisch, so im 2 ten glaubensartikel: von dannen er kommen wird zu richten; seltsam: von dar:
ergrimmt begab der alte sich von dar (πάλιν ᾤχετο Il. 1, 380)
Bürger 146ᵇ Bohtz.
von daraus (jetzt: daraus) folgre ich Gerstenberg schlesw. lit. br. 221 (lit.-dkm.); ein funke fuhr von daraus in die klarheit maler Müller (1811) 1, 40;
hab ich nicht meinen leib geritzet,
und von daraus mein blut gebracht,
wo mir mein redlichs hertze sitzet
Neumark fortgepfl. musik.-poet. lustw. (1657) 1, 295.
v. her, getrennt: v. der see her Hölderlin 2, 84 Litzmann; zeitlich: v. alten zeiten her Göthe 49, 8 W. — herab:
Philomele
singt vom ufer herab dir nun Arions gesang
Herder 26, 12 S.
ihr eiteln weicht von hier Lohenstein Arminius 1, 8ᵇ;
doch heute, heute noch, herr, müssen sie von hier
v. König ged. (1745) 380.
keer dich von hin uff ein verwegenheit d. ewigen weiszh. betbüchlin (1518) 6ᵃ; s. unten vonhin;
herr, lasz mich ja nicht fliehn von hin
Opel-Cohn dreiszigj. krieg 254.
von hinnen scheiden, migrare, excedere vita Dentzler clavis ling. lat. (1716) 336ᵃ;
eh sie (zimmerleute und maurer) essen, messen, stehen und sich besinnen,
so ist zeit und tag von hinnen
Lehman floril. polit. (1662) 1, 396;
dasz ich wohlgeschickt
von hinnen werde weggerückt
Canitz ged. (1765) 188;
gebraucht der zeit, sie geht so schnell von hinnen
Göthe Faust 1908.
jetzt immer mit betonung der fortbewegung, die ältere sprache ist freier: civis hinc est, er ist ein burger von hinnen Frisius dict. (1556) 229ᵃ; darumb mein reich ist nicht von hinnen d. erste d. bibel 1, 411 lit. ver. (Luther braucht in gleichem sinne an dieser stelle von dannen; ἐντεῦθεν, hinc Joh. 18, 36.) — eine frauenzimmerseele ... fiel mir von hinten zu um den hals Rabener w. 2, 134; (ich fing an,) einige stücke von hinten hervor zu schreiben Göthe 21, 38 W.; nd. fan agtern ten Doornkaat-Koolman 1, 418ᵃ. — ab intra, von inweck zuͦ Diefenbach nov. gloss. 2. — von oben herab oft übertragen: von oben herab urtheilen, mit überhebung: er hat etwas v. dem mir unerträglichen 'von oben herab' Fontane I 4, 31; von unten auf (in anderer wendung: von der pike auf) dienen; von unden här, auff Maaler 474ᵃ. — einem siegenden feinde auff dem rücken, und einem frischen von fornen Lohenstein Arminius 1, 50ᵇ; von vorn anfangen;
von vorn arbeitet er, angestemmt
Vosz Od. 11, 595 B.;
nur halte von hängenden köpfen dich fern
und lebe dir immer von vornen
Göthe 1, 215 W.;
nd. fan fören (auch im sinne von vordem) ten Doornkaat-Koolman 1, 418ᵃ; v. vornherein, gleich von anfang, sehr häufig in der sprache der gegenwart. — von wannen örtlich (vgl. von wann ab im zeitlichen sinne): undecunque von wan Diefenbach gl. 626ᶜ; von wannen, onde Hulsius dict. (1618) 270ᵇ; und sprach zu Ihesus: von wann bistu erste d. bibel 1, 412 lit. ver. (Joh. 19, 9: von wannen); wie wenn und von wanne sie doher komen were Arigo decamerone 121 lit. ver.;
Jhesus, gib mir dein antwurt,
von wannen ist dein gepurt
altd. passionssp. aus Tirol 108 Wackernell;
wär er doch syge, das wundert mich,
von wannen lands, usz welchem rych
schweiz. schausp. 3, 72 Bächtold;
von wann bistu und wer geborn?
Ayrer 3, 1708 K.;
sagt, von wannen kam euch
die wunderbare wissenschaft?
(say, from whence you owe this strange intelligence?)
Schiller Macbeth 1, 5;
(von wannen kommt dir diese wissenschaft?
jungfrau 1, 10);
relativ:
die schöne gartenzinne,
von wannen er der sterne wort vernahm
Göthe 16, 166 W.
von wo kommt er? Lenz ges. schr. 1, 66 Tieck; jetzt die richtung bezeichnend, aus der jem. kommt. von woher, angabe einer bestimmten ausgangsstelle wird erwartet. von ferne, nahe, oder mit dem dat. des adj. von nahem, in älterer sprache auch von fernem und: von nahen und von fernen, da vicino e da lontano Kramer 2 (1702), 1212ᶜ; von ferrem, v. verrnus Schöpper synon. 42ᵇ ndr.; von fernem, von nahem Hulsius (1618) 270ᵇ; und der offen sünder stuͦnd von ferr d. erste d. bibel 1, 292 lit. ver. (Luc. 18, 13: von ferne); von ferrem steend Schaidenreiszer Odyssea (1537) 24ᵇ; (einige thiere) nähern sich dem tastenden gefühl des menschen, doch nur sehr v. fern Herder 22, 118 S.; kein bild, das, auch nur v. ferne, auf religion ... hindeutete Göthe 24, 93 W.;
die pauken, die man schon vom fernen hören kan
v. König ged. (1745) 29;
mit dem subst.: Hugo folgte wieder v. groszer ferne Stifter (1901 ff.) 3, 144.
und triff
von nah ihn (τύψον δὲ σχεδίην Il. 5, 830)
Bürger 168 Bohtz.
neben von weitem auch von weiten: man soll aber nicht vom neuen, vom weiten, noch von neuem, von weitem sagen, sondern von neuen, von weiten, weil neu und weit als nebenwörter dastehen, wie von oben, von unten (diese gleichstellung der formen ist natürlich falsch; Adelung meint, dasz bei von weiten etwa orten, bei von neuen etwa dingen zu ergänzen sei) Braun orthogr. gramm. wb. (1793) 290ᵇ;
da ist mir etwas gar von weitten
geschossen in die lincken seitten
H. Sachs 6, 142 K.;
da klang von weitem amen
Spee trutznachtig. (1649) 14;
nun mit dem winde, ganz vom weiten
A. v. Droste-Hülshoff (1879) 2, 80 Cotta;
mit grausen seh ich das von weiten (: zeiten)
Göthe Faust 3094.
ausholend: er kommt so v. weitem drauf zu sprechen. — von vernusz oder weytnus, de longe Maaler 874ᵃ. — von neuem, frischem: von newem, di nuovo Hulsius (1618) 270ᵇ; von neuen anfangen Kramer 2 (1702), 1212ᶜ;
verbirge nicht vom neuen
dein antlitz erst für mir
Fleming d. ged. 1, 9 L.;
eilt denn (das wild) ...
von neuen in dem busch
v. König ged. (1745) 47.
fast alles ist von frischem angesetzt Jac. Grimm an Pfeiffer (Germ. 11, 252); fan frisken, fan nêssen ten Doornkaat-Koolman 1, 418ᵃ. von ungefähr: ein steifer rabe, v. ohngefähr mit einem trupp staaren vergesellschaftet maler Müller w. (1811) 1, 141;
sank er von nichts, von ohngefähr danieder
Göthe 1, 53 w.
von nichte, frustra Schöpper synonyma 117ᵃ ndr. von einander, trennung bezeichnend, zunächst von mehreren dingen oder personen, die verbunden sind: von einanderen treyben, ziehen Maaler 473ᶜ; man konte ihm die hände nicht v. einander bringen Kramer 2 (1702), 1213ᶜ; sie seynd in zorn, in unwillen v. einander gangen 1214ᵃ; schwäger seind nimmer besser freund dann weit v. einander sprichw. (1548) 82ᵇ; Hamlet schlägt die hände voneinander schauspiele engl. comöd. 176 Creizenach; nach geendigtem convent und gemachtem schlus, doch vor ihrem voneinander reisen Chemnitz schwed. krieg 2 (1653), 181; mit händen gibt man die leut zusammen, mit füszen lauffen sie v. einander (in der ehe) Lehman florileg. polit. 1, 159; (wo) geschwinde noten v. einander stehen (nicht verbunden sind) Königsb. dichterkreis 36 ndr.; die zwey verliebten schossen flugs von einander, wie der vatter kam Kramer 2 (1702), 524ᵃ; das jahr über das wir noch v. einander seyn werden Göthe br. 1, 109 W.dann freier auch auf einen gegenstand bezogen: da gieng der wagen v. einander Eulenspiegel 100 ndr.; der berg aber that sich immer mehr v. einander br. Grimm dtsche sagen (1891) 1, 1;
sein flosz überal
von einander gieng
Sachs 2, 162 K.;
und sperr das weit maul von einander,
dasz es zu beiden oren wander
Scheit Grobian. v. 293 ndr.
in älterer sprache auch von einandern: von einandern hauen, schneiden Dentzler clavis ling. lat. (1716) 335ᵇ; de inheimschen godtlosen stelen sick van ein anderen und gengen tho husz Rotmann restitution 109 ndr. — von einander verbindet sich mit zahlreichen verben (brechen, gehen, laufen, sondern u. s. w.), s. den index bei Stieler. besonders in dieser verbindung wird die adverb. bestimmung oft in einem wort geschrieben, und wenn der inf. substantivisch gebraucht wird, auch mit diesem: an dem sanften voneinanderziehen des mundes Engel (1801 ff.) 8, 59; doch auch sonst: konnte die lippen nur kaum zum grusz voneinanderkriegen Fouqué alts. bildersaal 4, 207; part. präs.: (kiefer, die sich) in zwei weit voneinanderstehende äste teilte Fontane I 1, 287. — verbalsubst.: (drang) auff die theilung und voneinandersetzung des landes Micrälius altes Pommerland 2, 285. nd. in gleichem sinne van ên Danneil 241ᵃ; Mi 103ᵇ; ten Doornkaat-Koolman 1, 418ᵃ; Frischbier 2, 447ᵇ;
(zwei brunnen)
beyd im Ardenner wald, und seynd nicht weit von ein
Dietrich v. d. Werder Ariost 2, 78, 3.
in älterer sprache auch von sammen Stieler 2393 (s. unten vonsammen unter 20); solten die stände bisz zu ihrer wiederberuffung sich v. sammen und jeder nach hause ziehen Lohenstein Arminius 1, 313ᵇ;
deiner vollen brust geschwister künte vor zu sammen spielen;
was bedeuts, dasz sie von sammen, Pinca, jetzt hinab verfielen?
Logau sinnged. 670, 224 E.
beispiele für verbindungen mit dem subst.: deszgleichen ordnet er den ritknechten ein danck, das was ein kleid v. fuͦsz auff Wickram 2, 60 B. — sant Albans kirchen ... zerfiel v. grund Stumpf Schweizerchron. (1606) 70ᵇ; übertragen: etwas v. grund aus treiben, studieren; von grund aus verderbt Kramer 2 (1702), 1212ᶜ; eine reform v. grundaus G. Forster (1843) 3, 99;
sein innerstes von grund aus umzuwühlen
Göthe 2, 17 W.
von der wurtzel här, vom grund auff Maaler 473ᵇ. verbindungen mit hand; die person vertretend: ein brief von ihrer hand, den sie selbst geschrieben hat; (ihr sollt) jetzt von unsern händen sterben buch d. liebe (1587) 24ᵇ; hülff uns ... von der hand derer die uns nach der seele stehen Moscherosch insomnis cura parentum 26 ndr.; es ist von händen gäben, er hat da kein gwalt noch macht mer Maaler 473ᶜ;
unsre göttin sieht willkommnem opfer
von Thoas hand mit gnadenblick entgegen
Göthe 10, 5 W.
v. der hand weisen, abweisen, verwerfen: schon Herder hat das wunder ... v. der hand gewiesen D. Fr. Strausz ges. schr. 3, 16; von der hand schlagen, beim deichbau die erde an die seite vom wege abwerfen Jacobsson 4, 550ᵇ. ein von der hand gezogner wechsel, ein handwechsel, nicht endossierter. — v. der hand, wohl v. der hand gehen, einen guten fortgang nehmen:
und gieng ihm all ding wol von handt
H. Sachs 9, 238 K.;
auch von handen in dieser wendung: doch ging es ihm schwerfällig von handen Gotthelf (1858 ff.) 8, 97. — wie abhanden: dieses blatt ist mir vonhanden gekommen Göthe br. 19, 5 W. — van hand, rechts bei den fuhrleuten (tô hand, links) nd. korr. bl. 3, 64. 90 (s. vonderhändig). — v. der hand, sofort: (so grosze summe,) dasz ihm die zahlung v. der hand ganz unmöglich war A. U. v. Braunschweig Octavia 3, 56. — v. langer hand vorbereitet, seit langem; v. guter hand: der graf von Strahl, uns vielfältig und v. guter hand bekannt H. v. Kleist Käthchen 1, 1; vgl. Fischer schwäb. wb. 2, 1633. — doppelte präposition: welche (schriftstücke) er ... selten v. abhänden kommen liesz Schnabel insel Felsenburg vorr. 6 Ullrich. — von hause, v. hause aus: die pfaffen mögen umb iren sold kouffen ligende güter und sy von husz usz bawen wie ander leut Eberlin v. Günzburg 1, 112 ndr.; übertragen, von natur aus: die weiber, sagt man, sind eitel v. hause aus Göthe 24, 273 W.; ursprünglich: er war v. hause aus maler. — von nöthen (s. unten vonnöthen 20): vonnöhten ò nöhtig seyn Kramer 2 (1702), 798ᵃ; derhalben sey zuͦm rechten verstand der hailigen schrifft die philosophia nicht v. nöten Nas d. antipap. eins u. hundert (1567 ff.) 1, 72ᵃ; gegensatz: v. unnöten Schöpper synon. 103ᵃ ndr.; Kramer a. a. o.;
ein lindre straff die wer von nöten
H. Sachs 2, 33 K.;
von nöten, von not, nothwendiger weise: dâ muost dû danne v. nœten iemer zabeln Berthold v. Regensburg 1, 270; im sinne von daher Schöpf tirol. idiot. 473; auch in der bedeutung von notdürftig, zur not Fischer 2, 1634;
dasz sie von not dein lachen muͦsz
Scheit Grobian. 1085 ndr.;
mir is von nöthen, habe ein körperliches bedürfnis Hügel Wiener dialekt 183. — die verbindungen mit seite werden vielfach in übertragenem sinne gebraucht: etwas v. allen seiten betrachten, prüfen, sich v. beiden seiten mühe geben u. ä.: menschliche handlungen v. einer seite zu zeigen, von der sie zum lachen reitzten Gerstenberg schlesw. lit. br. 112 (lit.-dkm.); (Wilhelm) trug die sache v. so mancherlei vortheilhaften seiten vor Göthe 22, 33 W.; das betragen seines freundes v. der lächerlichen seite zu nehmen Tieck (1828) 4, 253;
von dieser seite sah ichs nie
Schiller Wallensteins tod 1, 7.
sehr häufig in neuerer sprache von seiten ganz verblaszt für von: von seiten Frankreichs ist nichts zu erwarten. — von statten gehen, s. oben unter 2. — von freien stücken, freiwillig, von selbst Steinbach 2, 904:
dan geht von freien stücken
ein solches tadeln an, das recht erbärmlich ist
Grob versuchgabe (1678) 41;
von freyen stücken ohne zwang Rabener w. 1, 178.
11)
ganz verblaszt ist der eigentliche sinn des subst. in von wegen; das von schwindet dann, wegen (s. th. 13, 3092 ff. wegen 2, 3) wird präposition; von wegen, 'ein im hochd. veralteter pleonasmus' Adelung; s. unten vonwegen unter 20; vgl. Fischer schwäb. wb. 2, 1634; der von wegen abhängige gen. steht zwischen von und wegen: von des kaisers und reiches wegen, im namen von kaiser und reich Adelung; von rechts, staats, amts wegen: v. ains klainen misztrawens wegen zuͦ gott Keisersberg granatapfel (1510) g 2ᵃ; als ich billig und von rechts wegen auch gethon solt haben Fortunatus 5 ndr.; von des wegen sagt er Luther 17, 1, 397 W.; v. raubs und zeitlichs reichthumbs wegen Schaidenreiszer Odyssea (1537) vorr. 2; (nichts,) von dessen wegen er sich schämen solte Albertinus zeitkürtzer (1603) 15ᵇ;
(ehre) alle frowen von einer wegen
Murner narrenbeschwör. 41 ndr.;
und hastu dich der müh erwehrt,
die dir von rechts weg zuͦgehört
Scheit Grobian. 1385 ndr.;
von iren selbs wägen Maaler 473ᶜ; von deinet wegen Hulsius (1618) 270ᵇ; von mein selbst wegen Stieler 2393; grüszet ihn von meinent etc. wegen Kramer 2 (1702), 1212ᶜ; ich habe heute viel erlitten im trawm v. seinet wegen Matth. 27, 19; Jesus Christus v. unsert wegen geboren erzkerzog Ferdinand v. Tirol spec. vitae hum. 80 ndr.; v. meinetwegen säsz er noch Göthe 39, 5 W.;
von irent wegn thet trewlich wagen
H. Sachs 6, 292 K;
angeglichen an wegen: v. seinen wegen Arigo decamerone 340 lit. ver.nachstellung des gen.: von wegen dieser sache Kramer 2 (1702), 1214ᵇ; v. wegen des Herodias Matth. 14, 3; v. wegen plagung der mäus Fischart Garg. 31 ndr.; v. wegen des schlagflusses Athenäum 1, 2, 87;
ich grüsz die fein   von wegen mein
in irem grünen röcklein
Forster fr. teutsche liedlein 8 ndr.;
gebt rechenschaft dem könige des himmels
von wegen des vergosznen blutes
Schiller jungfrau 1, 11.
wie wegen in jetziger lässiger sprache mit dem dat.: ja v. wegen dem O. Ludwig ges. schr. (1891 ff.) 2, 22; v. wegen unschuldigem bluot Endinger judenspiel 86 ndr.;acc.: v. wegen was Askenazy Frankfurter mundart 203; ebenda: v. wegen warum, v. wegen derentwegen. — mit abhängigen infin.: v. wegen zu probiren die artem magicam Paracelsus opera (1616) 2, 377 H.mit abhängigem satz: v. wegen das auff wasser und land ... alzeyt ettwas neuwes gesehen und gefunden ward Franck weltbuch (1534) 5ᵃ. — von wegen dient in der umgangssprache dazu, etwas vorher gesagtes wieder aufzunehmen, sich darauf zu beziehen, besonders, wenn es mit affect geschieht. das gemeinte braucht dabei nicht genannt werden (ja von wegen, unwillige abweisung, vgl. Spiesz henneb. idiot. 271): apropos v. wegen unten Göthe br. 1, 121 W.; dummes zeug von wegen O. Ludwig ges. schr. 2, 328; und v. wegen mit dem salz 3, 13; mnd. van wegens Schiller-Lübben 5, 195ᵇ; — von willen, statt des jetzt gebräuchlichen um willen: v. barmherczigkeit willen Arigo decamerone 7 lit. ver.; vgl. Fischer schwäb. wb. 2, 1634;
von eeren willen und von wägen
der kurtzwyl
schweiz. schausp. 3, 64 B.
— von herzen, herzlich, aufrichtig, mit innerer antheilnahme; jemandem v. herzen danken; von hertzen, ex animo Maaler 473ᶜ; von herzen gern, lubentissime Stieler 2393; es betrübt mich von herzen; wenn ich v. herzen reden soll Göthe w. 21, 133;
wan ir ist von herzen leit
sîn unwirde und sîn verlegenheit
Hartmann Iwein 2869;
von hertzen gern wil ich in han
H. R. Manuel d. weinspiel v. 337 ndr.;
du solt lieben gott deinen herrn, v. gantzem hertzen, v. gantzer seelen, v. gantzem gemüte Matth. 22, 37; v. grundt meines hertzen buch d. liebe (1587) 109ᵃ;
da fühlt ich mich von herzensgrund gesund
Göthe 6, 54 W.
disz verstand v. allen dinen synnen Keisersberg bilgersch. (1512) b 3ᵃ; er zerspielt den stein v. crefften (mit kraft) Fierrabras g 5; das will ich im woll v. mund (mündlich) anzeigen Th. Platter 47 Boos; von heiler haut, ohne überlegung, ohne ursache, aufs geratewohl (der ursprüngliche sinn ist wohl: ohne beschwer, s.haut I 2 th. 4, 2 sp. 702). aber so v. heiler haut, wie der grosze kaiser (Peter d. grosze), das ungeschickte thun Göthe br. 42, 71 W.; vgl. aber folgende stelle:
auch lach zu zeitten uberlaut,
on all ursach, von heller haut
Scheit Grobian. v. 308 ndr.;
von natur, art: dat schâp drecht van natur wulle Tunnicius sprichw. nr. 1352; ein frawe die v. natur wanckel und unstäte ist Arigo decamerone 143 lit. ver.; das heist ein natürlich gleichnis, wenn ein iglicher v. natur merckt on alles leren, was es zeige Luther 26, 399 W.in entsprechendem sinne:
der erdbod gibt es uns freiwillig dar von art
Rompler von Löwenhalt 1. gebüsch s. reimged. 49;
von recht, schuld, vgl. Fischer schwäb. wb. 2, 1634:
jede junckfraw soll von recht
freundtlich grüszen ein solchen knecht
Scheit Grobian. 1160 ndr.;
was für kranckheit, angst und weh
uns von recht gebüret
P. Gerhard bei Fischer-Tümpel kirchenlied 3, 336;
von schuldt irer kriegsleut Xylander Polybius (1574) 22. — und so in vielen wendungen des freien sprachgebrauchs: von geburt ein Schwabe, von beruf ein schauspieler u. ä.
die von ursprung aus
einer mutter entstammen
Rückert w. (1857 ff.) 1, 46.
von selbst (s. unten von selbst unter 20), ohne äuszere einwirkung: ich bin vonselbst darauf gekommen; das mehl entzündet sich von selbst; das wird schon von selbst kommen u. ä.: das übrige wird sich v. selbsten geben M. I. Schmidt gesch. d. Deutschen (1778) 1, 15;
das müszte sich wohl von selbst verstehn
Göthe 6, 42 W.
in der älteren sprache mit einem persönlichen pronomen: von sich (ihm) selbst etwas thun, von freyen stücken Kramer 2 (1702), 1212ᶜ; wir setzen gern ein aus hinzu: von sich selbst aus kann er sich nicht entschlieszen. — man darff dem unglück keynen botten schicken, dan es kompt v. im selbst wol Tappius adagiorum cent. septem (1545) q 5ᵇ; die wort, die ich zu euch rede, die rede ich nicht v. mir selbs Joh. 14, 10; du redst das von dir selbs, ausz deinem kopff und fantasey Maaler 473ᵇ; alle hat si zuͦletst v. ir selb nachgelassen Wickram 2, 126 B.; das ihr v. euch selbst solt verstanden haben Vogelsang-Cochläus gespräch v. Joh. Hussen 17 ndr.; (kräuter,) die v. sich selbs on einige pflantzung aufwachsen Sebiz feldbau (1579) 14; wann sie (früchte) wol reiff und zeitig werden, fallen sie von ihnen selbst Wirsung artzneybuch (1588) 547ᵇ; wann ich ... nicht ... ohne dieselbige v. mir selbst davon gienge Grimmelshausen 3, 10 Keller;
der feind wich von sich selbst, es war nicht noth zu treiben
v. Besser schr. (1732) 1, 48.
12)
dasz von auch die zeitliche ausgangsstelle bezeichnen kann, ist schon in verschiedenen belegen deutlich geworden. der ausgangspunct kann bestimmt angegeben oder durch allgemeine ausdrücke, auch solche, die an sich nicht zeitlichen inhalt haben (von klein auf, nd. van lütt up, von mutterleibe an u. ä.), bezeichnet werden; die neuere sprache stützt das von gerne durch ein adv.: vom 3. märz an, ab, vom nächsten frühling an, ab, von jugend auf, von gestern, heute, morgen an, s. aber mhd. wb. 3, 371ᵃ (III); bei angabe des datums: ein brief vom 10. mai, oder sonst zur festlegung eines zeitabschnittes, einer periode: männer v. heute, eine mode v. gestern; denn wir sind v. gestern her und wissen nichts Hiob 8, 9; wein von 1915, ein aufsatz vom vorigen jahre; hier, mein bester, das neuste vom tage, ja v. der stunde Göthe br. 41, 156 W.; diese compositionen sind v. seiner besten zeit 8, 231; jeder tag v. damals Tieck (1828) 4, 409; man sollt meinen, die mädle v. jetzt, das wären erst mädle O. Ludwig (1891 ff.) 2, 9; richtiger alter Ostpreusze noch v. anno 13 und 14 her Fontane I 5, 160; wir beharren bei unserm ausspruch v. vor zwei jahren Bismarck polit. reden 3, 21 Kohl;
ach! auf wiesenreichen auen
wünschen wir die pracht zu schauen,
die von gestern
Göthe 4, 239 W.;
ganz unbestimmt: um alle erinnerung v. vordem zu verbannen Iffland theatr. w. (1827 ff.) 1, 199; anders gewendet: vielleicht erinnern sich die herren vom vorigen sommer eines anonymen aufrufes Mörike 3, 12 Göschen.im nd. dient aber von in der verbindung mit zeitbestimmungen dazu, diese selbst nach ihrer dauer zu bezeichnen: he heft van den ghansen dage nichtes gegeten quelle bei Schiller-Lübben 5, 196ᵃ; van dage, heute, van middag, âvent, vant jâr ten Doornkaat-Koolman 1, 418ᵇ; brem. wb. 1, 341; Dähnert 516ᵃ; Richey 320; Schemionek elbingsche mundart 44; Schütze 4, 297; Frischbier 2, 447ᵇ. — von te jâre, vom vorigen jahre; lemmer v. in'n winter, vom letzten winter Schambach wb. v. Göttingen- Grubenhagen 275ᵃ. die zeitliche ausgangsstelle mehr oder minder scharf bezeichnend; auch in neuerer sprache fehlt bisweilen das stützende adv., gewöhnlich, wenn auch ein zielpunct angegeben wird. — von den dreyen här, oder von die(!) dritt stund, ab hora tertia Maaler 473ᵇ; v. dieser zeit erschien ich oft in den öffentlichen versammlungen Wieland w. 2, 97 (Agathon 8, 1); du muszt noch vom empfang dieses briefs etwa 14 tage geduld haben Göthe br. 8, 30 W.; v. diesem augenblick konnte ich weder recht hören und begreifen, was er vortrug, noch weniger u. s. w. Tieck (1828) 4, 35. — v. heut über drei tage Arigo decamerone 319 lit. ver.;
von heut an thut
mir den gefallen wenigstens
Lessing Nathan 1, 6.
aus der groszen anzahl fester verbindungen können nur einige beispiele gegeben werden. bisweilen ist die aufmerksamkeit mehr auf die ganze verflossene zeit gerichtet: v. drey tagen u. s. w. her befinde ich mich nicht wol Kramer 2 (1702), 1212ᵇ; weil v. etlichen tausend jahren darinnen kein ast abgehauen worden war Lohenstein Arminius 2, 1160ᵃ;
ach lieber gott, ach vaterhertz,
mein trost von so vieln jahren
P. Gerhard bei Fischer-Tümpel kirchenl. 3, 392ᵃ.
in besonderer wendung:
als nun Dafnis hatt erfahren,
dasz von so viel langen jahren
wiederkommen Florian
Neumark fortgepfl. musik.-poet. lustw. (1657) 1, 433.
der ausgangspunct kann auch in der zukunft liegen: es konnte nicht mehr weit vom tage sein Eichendorf w. (1864) 3, 275. des jares do, man zalt v. Christus geburt Niclas v. Wyle transl. 16 lit. ver. — v. dem an, als er ein junger knab in disz hertzogthumb kummen ist Wickram 1, 12 B.; v. des hin Ihesus vieng an ze predigen d. erste d. bibel 1, 15 (v. der zeit an Matth. 4, 17); adverbialer gen. nach von, häufig im nd., s. Schiller-Lübben 5, 196ᵃ. — von nun an, v. dieser stunde an Kramer 2 (1702), 1212ᵇ; v. stund an, älter: v. stund, sofort: incontinenti von stunt, von stunt an Diefenbach gl. 292ᶜ; von stund an, subito Hulsius (1618) 270ᵇ; v. stunden, v. stunden an Kramer a. a. o.; so nim v. stund ein löffel voll honig Wirsung artzneybuch (1588) 544ᶜ;
so bald ein flöhlin nur herschmeckt,
von stundan ist es niderglegt
Fischart flöhhatz s. 9 ndr;
um den morgenden tag ... v. früh auf zu nutzen Göthe 25, 128 W.; ohne stütze, v. früh auf das leben übertragen: dieser jüngere v. früh beschränkt und schwachsinnig Gutzkow zauberer v. Rom (1858 ff.) 1, 87. — eindruck, den dieses stück bei mir v. lange her zurück gelassen Herder 3, 13 S.; es kam ihm vor, als kenne er den reisenden schon v. ehemals Tieck (1828) 4, 232; mhd. von ê, zuvor, ohnehin, vgl. Unger-Khull 246ᵃ:
dasz wir grobe kerle sein,
das weisz man ja von eh!
Steub wanderungen im bayer. geb. 146.
— von erst, principio Schöpper synon. 3ᵃ ndr.; van êrst Schiller-Lübben 5, 196ᵃ; vgl. Fischer schwäb. wb. 2, 1633 (u.); damit ich euch v. erste anweisung und beyspil gebe Arigo decamerone 14 lit. ver.; das yhn nu Laban teuschet und legt yhm von erst Lea bey an Rahels stat Luther 24, 520 W.; also het er v. aller ersten getruncken den aller bittersten kelch aller liden Keisersberg bilgersch. (1512) 18ᵇ;
von erst fach wir an das lurtzspil
H. Sachs 6, 141 K.;
erstens, vor allem:
von ersten schadt die kelt dem hertzen
Scheit Grobian. 2653 ndr.
von anfang der welt, dal principio del mondo Kramer 2 (1702), 1212ᵇ;
denn Deutschlands völkerstamm
war grosz von anbeginne
Rückert w. (1867 ff.) 1, 44.
v. olims zeiten her Brentano (1852 ff.) 5, 67; von eewigkeit Maaler 473ᶜ. — von je, von jeher: dieser reichthum blieb sich v. jeher ziemlich gleich G. Keller 1, 13;
so wars von je in mächtiger Römer zeit
Göthe 15, 16 W.
von alters, von alters her, da tempi antichi Kramer 2 (1702), 1212ᵇ; v. alters her ist der einzige fall, wo diese präposition mit dem genitiv verbunden zu seyn scheint Adelung umständl. lehrgeb. 2, 135; alters ist vielmehr adverbialer genit., vgl.: (kerl,) der noch einen fuchspeltz v. winters her am leibe hatte Weise erzn. 61 ndr. — mit den treusten wünschen wie von alters Göthe br. 42, 70;
ein sprüchwort ist von alters har
H. R. Manuel weinspiel 1774 ndr.
von alter här, olim Maaler 473ᵇ; v. alter und biszher quelle von 1524 bei Fischer schwäb. wb. 2, 1633. — deine furnemen v. altem her sind trew und warhafftig Jes. 25, 1;
disz haben wir von alten her,
dasz khein mörder khein freyheit hat
Endinger judenspiel 80 ndr.
van oldes, van oldes an Schiller-Lübben 5, 196ᵃ. — jugend, kindheit: von der wiegen har, von kindswäsen uff Maaler 473ᵇ; von jugend auf, von muͦter leyb här 473ᵈ; von kleinen an (vgl. nd. von lütt up), von kindesbeinen ò windeln an Kramer 2 (1702), 1212ᵇ; solich ... lere treiffen sy unsz in v. unser juget uff Eberlin v. Günzburg 1, 9 ndr.; jener trieb war v. jugend an der meinige Göthe br. 41, 147 W.;
von jugend hab ich in erzogen
H. R. Manuel weinspiel 613 ndr.
fon reue sînero muoter Tat. 2, 6;
liut unde lant, dâ ich von kinde bin erzogen
Walther v. d. Vogelweide 124, 7;
weil die natur vom knaben schon
mit mir es mütterlich gemeint
Göthe 21, 294 W.;
sie war mit dem Hannesle aufgewachsen vom kleinen kind an O. Ludwig 2, 322;
der dir von seiner zarten wiegen
gefolgt in deinen heereszügen
v. Besser schr. (1732) 1, 5.
13)
ausgangsstelle und ziel oder richtung wird bezeichnet, räumlich, zeitlich oder logisch; im letzten falle ist oft eine abstufung damit verbunden; es kann die vorstellung einer bewegung zu grunde liegen oder auch durch die beiden grenzbegriffe die aufmerksamkeit mehr auf die gesamtheit alles dazwischen liegenden gerichtet werden; ferner kann ein übergang, ein wandel von einem zum andern gemeint sein. er lief zu fusz von Berlin bis nach Wien, bis Wien; von Jerusalem bis zum Toten meer ist das land öde; er wartete von sonntag bis mittwoch; von mittag bis abend bin ich zu hause; er las den brief von der anrede bis zur unterschrift; das ist von anfang bis zum ende, von a bis z unsinn. — von der scheytel här des haupts bisz an die färsinen oder knoden, vom fuͦsz bisz an die scheitlen Maaler 473ᵇ; v. den fussolen an bis auff die scheitel 5. Mos. 28, 35; von den schultern bisz auff die füsze Lohenstein Arminius 1, 10ᵃ; in silber, v. kopf bis zu fusz, oder in schwarzen stahl H. v. Kleist Käthchen 1, 1. — vom fels zum meer;
ich hân gemerket von der Seine unz an die Muore,
von dem Pfâde unz an die Traben erkenne ich al ir fuore
Walther v. d. Vogelweide 31, 13;
von der Maas bis an die Memel,
von der Etsch bis an den Belt
Hoffmann v. Fallersleben (1841);
o es ist raum genung vom himmel bisz zur erden
Rachel sat. ged. 115 ndr.
sprichw.: jemanden von Pontius zu Pilatus schicken, in unverrichteter sache von einem zum andern (mit scherzhafter trennung der einen person);
als wenn die schlangenfackel der erinnen
von berg zu thal, von land zu meer ihn triebe
Göthe 2, 13 W.;
seine sprechstunde ist von 5 bis 6; v. twölwen bet einen sint alle geister te beinen Schambach wb. v. Göttingen-Grubenhagen 275ᵃ; zuͦ fasten vom äschermitwoch bisz ostern Eberlin v. Günzburg 1, 16 ndr.;
dein name sey gebenedeit
von nun an bis in ewigkeit
Bürger 12ᵇ Bohtz;
die zeitliche vorstellung kann auch anders ausgedrückt werden: die entwicklung der musik von Bach bis Beethoven; von dem Tuttlinger mestag an bis nach dem treffen vor Herbsthausen Grimmelshausen 3, 8 Keller. übergang zum logischen verhältnis: vom läben zum tod richten Frisius dict. (1556) 1391ᵇ; v. worten zu wercken ist ein weiter weg Lehman floril. polit. (1662) 1, 153; v. einem aufs andere zu sprechen kommen; vom pferd auf den esel kommen, seine lage verschlechtern; vom erhabenen zum lächerlichen ist nur ein schritt Büchmann gefl. worte (1912) 468 (Napoleon I); (do) ich v. dem tode zuͦ dem leben erquickt was Arigo decamerone 123 lit. ver.; Terentius ... v. latin zuͦ tütsch transferiert Terenz (1499) a 1ᵃ; v. haydnischer weisz uff christlich wesen, v. sünden zuͦ erberkeit Eberlin v. Günzburg 1, 46 ndr.; v. dem lieblichen waldgesang der nachtigallen an bis auff das forchterlich geheul der wölffe Grimmelshausen 3, 50 Keller; die entfernung vom vornehmen bis zum niedern pöbel ist nicht so grosz Abbt verm. w. (1768 ff.) 6, 2, 29;
so kompts von worten zu den streichen
Scheit Grobian. 2, 307 ndr.;
Äsop, der von der maus bis an den löwen sang
Lichtwer äsop. fabeln (1748) 7;
denn sehnsucht hält, von staub zu thron,
uns all in strengen banden
Göthe 6, 43 W.;
v. heller zu pfennig Fr. L. Schröder dram. w. (1831) 1, 26, wie sonst bei heller und pfennig, ohne abzug.den wandel bezeichnend:
gott aller götter!
du wirst mir nun vom richter zum erretter
Neukirch ged. (1744) 70.
auszerordentlich häufig sind die wendungen mit von und zu, in denen an beiden stellen dasselbe wort (gewöhnlich ohne artikel) steht; räumliche oder zeitliche bewegung oder logisches verhältnis kann dabei ausgedrückt sein, auch verblaszt dabei bisweilen die eigentliche bedeutung: v. mann zu mann, v. wort zu wort, v. zeile zu zeile, v. stufe zu stufe u. ä.; der herr aber redet mit Mose, v. angesicht zu angesicht, wie ein man mit seinen freunden redet 2. Mos. 33, 11; einen v. augenblick zu augenblick sich vergröszernden haufen v. menschen H. v. Kleist 3, 197 Schm.;
wie anders tragen uns die geistesfreuden
von buch zu buch, von blatt zu blatt
Göthe Faust 1105;
v. dorf zu dorf, v. stadt zu stadt, v. land zu land Kramer 2 (1702), 1212ᵇ; (gott) sey ehre und preis v. ewigkeit zu ewigkeit Luther 26, 199 W.; urtheilen v. fall zu fall;
vom gebirg zum gebirg
schwebet der ewige geist
Göthe 2, 65 W.;
(gesetz und rechte)
sie schleppen von geschlecht sich zum geschlechte
und rücken sacht von ort zu ort
Faust 1974;
v. hausz zu hausz, v. thür zu thür betteln Kramer 2 (1702), 1212ᵇ;
wälze sie (lobgesänge), Busentowelle, wälze sie von meer zu meere
Platen 1, 6 R.;
wenn ich rede zuͦ im v. munde zuͦ mund d. erste d. bibel 4, 48 (4. Mos. 12, 8: mündlich rede ich mit im); der trank aber ging ... v. mund zu mund maler Müller w. (1811) 1, 59; v. synnen zuͦ synnen ... verteutscht Schwarzenberg teutsch Cicero (1535) 65; ihren ganzen wortwechsel v. sylbe zu sylbe auszupunctiren Bürger 175ᵇ Bohtz;
(dieses waldhaus)
musz von sohn zu sohne gehen
Müllner dram. w. (1828) 1, 46.
nacher erzelten sie v. stuck zuͦ stuck, was er jeden und in allen than hett S. Franck chron. Germ. (1538) 113ᵃ; es zergat alles v. stund zuͦ stund, von tag zu tag, v. jor zu jor, jo v. augenblick zuͦ ougenblick faren wir do hin (hier: stündlich, täglich u. s. w.) Keisersberg bilgerschaft (1512) c 1ᶜ; anders: v. tag zu tag aufschieben Kramer 2 (1702), 1212ᵇ; und doch ist fast alles v. wort zu wort wahr Heinse 10, 343 Sch.;
dann ich hat mich schon wol gerüst
mit dinten, feder und papyr,
dasz ichs von wort zu wort notier
Fischart Eulenspiegel s. 448 Hauffen;
v. zeit zu zeit, hin und wieder:
von zeit zu zeit seh ich den alten gern
Göthe Faust 350.
verbindung zweier synonyma: (die gräfin) v. grunt ze poden ir sache bedencken warde Arigo decamerone 229 lit. ver.
14)
'das ganze zu bezeichnen, dessen theil das andere ding gewesen' Adelung; ein viertel v. einem lamme; ein zweig vom baume; er bemerkt mit recht, dasz eigentlich von in solchen verbindungen nur gebraucht wird, wenn eine trennung des theils vom ganzen bezeichnet wird, was besonders deutlich ist, wenn ein entsprechendes verb. hinzu tritt: er nimmt ein stück vom braten, auch ohne object: isz doch vom braten, trink doch vom weine; doch ist der sprachgebrauch freier, vor allem bei personen: einer v. uns, wo Adelung unter vorziehen möchte; wer von uns beiden? schon hier tritt berührung mit dem genit. ein (s. unten weiteres unter 17, a). 'der finger des heil. Burkhard hat wunder gethan, kann den finger des noch lebenden B. bezeichnen; allein, der finger v. dem heil. B. deutet die reliquie des verstorbenen heiligen an' Adelung; indessen wird man jetzt in letzterem falle ohne weiteres den gen. setzen. — die zärtlichste v. allen frauen; v. den andern tragödien haben wir nur fragmente; ich glaube kein wort v. seinen reden; v. den fünf jahren ist er vier oder vier jahre v. fünf ist er abwesend; eins v. den eiern; tausende v. menschen; was noch v. ihnen übrig ist; der plan war nicht v. den feinsten; du bist mir einer v. den rechten, herabsetzend; ich habe etwas davon, nichts davon; das beste v. der ganzen mahlzeit; ich kenne noch wenig v. der stadt; nichts v. dem, was ich mir vorgenommen; der wein hat v. seiner kraft verloren; er ist v. der partie, oder mit v. der partie, er betheiligt sich daran. — für war, du bist von in d. erste d. bibel 1, 182 (warlich du bist der einer Mark. 14, 70); es (das schäflein) asz v. seinem bissen und tranck v. seinem becher 2. Sam. 12, 3; v. dem meinem wird ers nemen Joh. 16, 14; und was sonst v. wagen in Egypten war 2. Mos. 14, 7; dem got ... von kinden nye mer dann eyn einige tochter geben het Arigo decamerone 247 lit. ver.; das vierde und letzte theil ... ist gesamlet v. lecherlichen fasznachtspielen, artlichen fabeln H. Sachs 9, 1 K.; vil vom gemeinen hauffen können oder wöllen nit ... zur predig kommen Ambach vom zusauffen u. trunckenheit a 2ᵇ; besondere wendung: dasz der kranck darnach allezeit seinen wein v. solchem wasser mische Sebiz feldbau (1579) 73. — ob der baum v. den früe tragenden bäumen seie oder nicht Sebiz feldbau (1579) 324; beist die mausz einmal vom käsz, ist sie schwerlich davon zu bringen Lehman floril. polit. (1662) 1, 24; (ich) verlore darüber einen absatz vom schuh Grimmelshausen 3, 427 Keller; etwas v. erde auff ihn (den toten) werffen Chr. Weise polit. redner (1677) 571; ich will v. unserer schokolate machen lassen Lessing Minna 2, 1; da ich bemerkte, dasz sie v. den kargen näschern waren Göthe 21, 156 W.; schenkte v. dem guten rheinwein in die römer Tieck (1828) 4, 33; v. den Schweden sahen wir noch, wie viele vorsprengten Stifter (1901 ff.) 1, 319;
dasz sie ein ermel von eim hembdt
ziehen herfür
Scheit Grobian. 3106 ndr.;
ob aber mancher ausz seim hausz
von burgern lieff
3887;
aber in dem tod
wirdt dem menschen von seiner hab
nicht mehr denn ein tuch in das grab
H. Sachs 1, 432 K.;
bald ist sie gar zu grosz, bald ist sie von den kleinen
Rachel satyr. ged. 132 ndr.;
anfangs baten mich zwar die freunde mit dringenden worten
nur von den käsen zu nehmen (τυρῶν αἰνυμένους)
Vosz Od. 9, 225 Bernays;
wollt ihr moralien zugleich,
so geb ich von den frischen
Göthe 6, 12 W.;
von allen geistern, die verneinen,
ist mir der schalk am wenigsten zur last
Faust 338;
du bist von vielen tausenden erlesen,
die allerhöchste wonne zu erleben
Tieck schr. (1828) 1, 676;
doch dein stock wird stumme rolle spielen:
nicht von der unterhaltung sein?
H. v. Kleist Amphitr. 1, 2.
besondere wendungen: mich verlangt sehr, nach der rückkunft ihres herrn sohnes, v. seiner arbeit (einiges davon) zu sehen Göthe br. 30, 86 W.; v. den medicinischen studien scheint indessen in Berlin nicht viel geworden zu sein Gutzkow (1872 ff.) 12, 259; nach genieszen von in ungewöhnlicher anwendung: die ... v. dem wohlbefinden ihres fürstenhauses ... mitgenieszenden Göthe br. 41, 33 W. — er hat etwas vom schauspieler; (brieftasche) sie hat etwas ähnliches v. ihrem jagdgedicht Göthe 24, 299 W.
15)
mit von wird der stoff bezeichnet, aus dem etwas besteht, die bestandtheile, aus denen etwas zusammengesetzt, hergestellt ist (vgl. mhd. wb. 3, 371ᵃ unter 7); z. t. wechselnd mit dem adj.: ring v. gold, goldner ring; eine krone v. dornen, ein kranz v. blumen; der tisch ist von nuszbaumholz u. ä. auch im bilde: ein herz v. gold, ein mann v. eisen; von altem schrot und korn; kaffeh v. eicheln Adelung; eine allee v. kirschbäumen; bei maszen u. zahlen, angabe von quantität, umfang, dauer: ein masz v. dreiszig kannen, eine schnur v. hundert metern, frist von acht tagen, arbeit v. vier wochen, häuser v. zwei stockwerken, preis v. hundert dukaten, hirsch v. zehn enden, eine summe v. hundert thalern, eine bibliothek von hunderttausend bänden u. ä.; ein gemisch v. wein und wasser, wahrheit und lüge: (Rameaus neffe) eine zusammensetzung v. hochsinn und niederträchtigkeit, v. menschenverstand und unsinn Göthe 45, 4 W. — dein weib sey ein frawe v. fleisch und bein Arigo decamerone 143 lit. ver.; weiser leut anschläg sind nicht allzeit v. eichen holtz Lehman floril. polit. (1662) 1, 41; mit einer schnur v. gold und edelgesteinen Grimmelshausen 3, 32 Keller; zwei sphinxe v. granit Göthe 23, 197 W.; der mann v. erde maler Müller (1811) 1, 35; in den hain v. verschiedenem duftenden gehölz Tieck (1828) 4, 17;
das panier war von lauter flecken,
als parchant, atlas und satin
H. Sachs 21, 181 Götze;
ich ihn erweich, ist mir bewust,
und wär dasz hertz von steinen
Spee trutznacht. (1649) 6;
viel zeiten hast du, Kühnert, schon durchgelebt,
zeiten von eisen, silberne, goldene
Klopstock oden 1, 20 P.-M.;
auf dieser bank von stein will ich mich setzen
Schiller Tell 4, 3;
die kalte jungfrau mit der brust von schnee
Rückert w. (1867 ff.) 1, 11.
frei:
deckt ein zu dunkler schleier
von nacht auf ewig zu
Tiedge (1823) 2, 12.
zugleich die herkunft bezeichnend: das ist doch bein v. meinen beinen und fleisch v. meinem fleisch 1. Mos. 2, 23. — eine reiche decke v. perlen gesticket Arigo decamerone 652 lit. ver.; gott der herr machet Adam u. seinem weibe röcke v. fellen 1. Mos. 3, 21; grosze hohe thürn sind v. geringen schlechten steinen gebawet Lehman floril. polit. (1662) 1, 290; künstlich v. holz geschnitzt Göthe 25, 89 W.; das auf gothische weise v. stroh geflochtene raugraf Gockelsche erbhühnernest Brentano (1852 ff.) 5, 21;
dô het er gemachet
alsô rîche
von bluomen eine bettestat
Walther 40, 3;
ein bette macht ich dir von rosen und narzissen
v. König ged. (1745) 67.
so in mannigfaltigster anwendung bei angabe des bestandes, inhaltes, der art: hunderte v. menschen, eine heerde v. schafen, grosze anzahl v. freunden, ein schatz v. kleinodien, musik v. streichinstrumenten, bilder v. menschen und gegenden, muster v. stoffen, sammlung v. bronzen, haufen v. leichen; was er von büchern finden konnte, suchte er zusammen; so was v. nachlässigkeit habe ich noch nicht gesehen; beachte hier und in einigen der folgenden beispiele den wechsel mit an: und in nachvolgt alles volke der ganczen stat v. mannen und frawen Arigo decamerone 27 lit. ver.; neben einer ehrlichen verehrung v. zin zum hausrath Mathesius Sarepta (1571) vorr. 4ᵃ; überflusz v. wasser Sebiz feldbau (1579) 11; etwas v. geld Grimmelshausen 3, 328 Keller; reichthum v. wildpret, vieh Ritter erdkunde 1, 146;
(wie Atreus) dem bruder ein gericht von seinen kindern setzet
Rachel sat. ged. 51 ndr.;
vierzigtausend brüder
mit ihrem ganzen maasz von liebe
(with all their quantity of love)
Shakespeare Hamlet 5, 1.
freier dann in reich entwickelter bedeutungsentfaltung zur bezeichnung von eigenschaft, eigenart, näherer bestimmung; dieser gebrauch ist der älteren sprache durchaus nicht fremd, vgl. z. b.:
er mac wol sîn von hôher art
Wolfram Parz. 209, 13;
von vil maneger sprâche   sach man ûf den wegen
vor Etzelen rîten   manegen küenen degen
Nib. 1278, 1 L.
vgl. auch Schiller-Lübben 5, 196ᵇ; indessen ist es wohl möglich, dasz in der nhd. zeit die verwendung des französ. de eingewirkt hat.sehr oft zur charakterisierung von personen: mann von stande, v. welt, v. geschmack, v. wissen, v. talent, v. ungewöhnlichem scharfsinn, v. schwacher gesundheit, v. wenigen worten, der ritter v. der traurigen gestalt, prinz v. geblüt u. ä.; Gottsched beredsamkeit (1764) 15 hält wendungen dieser art unter hinweis auf den franz. gebrauch für undeutsch; ein mann v. diesem schlag (dieses schlags); etwas anders: abenteurer v. allen sorten; ein mann von jahren, von reifem alter; v. hohen jahren; oder mit zahlen: kind v. zwei monaten; in älterer sprache:
ich pin grauselich gestalt,
von vier und zwainzig jaren alt
Oswald v. Wolkenstein 20, 35 Sch.
die ältere sprache weist auch sonst wendungen auf, die jetzt nicht mehr möglich sind: er ist von ò vom adel; er ist v. meiner meinung Kramer 2 (1702), 1213ᵃ (ich dachte wahrlich nicht daran, dasz du v. ähnlicher meinung sein könntest Göthe 19, 61 W.); eyn man gar v. bösem, unzüchtigem leben Arigo decamerone 257 lit. ver.; als eim frummen vom adel nit ungebürlich Hutten op. 1, 419 B.; Asahel aber war v. leichten füszen wie ein rehe auff dem felde 2. Sam. 2, 18; das volck v. tieffer sprache ... und v. undeutlicher zungen Jes. 33, 19; ein gantzer tisch voll bauren ... v. der calvinischen religion Grimmelshausen 3, 353 Keller; vögel v. einerley federn fliegen gern zusammen Lehman floril. polit. 1, 350; (läszt) arme jungen v. hoffnung studiren Schiller räuber 2, 3 schausp.; ich bin nicht v. zeremonien Iffland theatr. w. (1827 ff.) 2, 47; ein mann v. gegenwart des geistes E. Th. Hoffmann 10, 24 Gr.;
war ein berümbter schütz vom bogen
Spreng Ilias (1610) 25ᵇ;
Egla war von blöden augen;
Phyllis war von stumpffen ohren;
Nisa war von schwerer zunge
Logau sinnged. 450, 29 E.;
der weiber schaar,
die nicht den männern gleich von einer ankunfft (gleichen ursprungs) war
Rachel sat. ged. 16 ndr.;
da wirst du einen mann von tonnen goldes finden
Neukirch ged. (1744) 121;
weit seltner fällt der mann von ehr und scham
(αἰδομένων ἀνδρῶν Il. 5, 531)
Bürger 164ᵇ Bohtz;
er ist von einem grauen bart
Hartmann volksschauspiele in Bayern u. Österreich 3, 41.
wann ich meinen hochgeehrten herren v. solchen löbl. qualitäten beschaffen zu seyn gewust hätte Grimmelshausen 3, 29 Keller; welcher hurtig, lustig, schertzhafftig, v. vielen lachen ... war A. Olearius pers. rosenthal 6, 5; de is nich fan felen schwatzen Damköhler Nordharzer wb. 211ᵇ; wilt se v. der güte sin, wollen sie so gut sein Schambach wb. v. Göttingen- Grubenhagen 274ᵇ; so auch bei Göthe: wollten sie v. der güte seyn, meinem vater solche gelder ... einzuhändigen br. 3, 3 W.; besondere wendung: er hatte ... sich gar nicht v. person geändert Gellert w. 4, 224. und sodann in allgemeiner anwendung, die beschaffenheit eines dinges auszudrücken: ein kleid v. dunkler farbe; ein rubin v. hohem werth; ein wunder v. schönheit; eine sache v. wichtigkeit; das ist nicht v. bedeutung, kann nicht v. dauer sein u. s. w.; een dink van nikks, eine leere einbildung Dähnert 516ᵃ; Fortunatus lyesz ym gar eylentz ayn guͦte galee machen v. allem vortayl (mit allen vorzügen) Fortunatus 78 ndr.; dasz dieser streich v. so kräfftiger würckung gewesen Grimmelshausen 3, 359 Keller; die übrige bekleidung der völlig deutlichen figur erschien v. einem schönen meergrün Göthe II 1, 22 W.; mit einem feuerblick vom ersten kaliber Bettine dies buch gehört d. könig (1843) 1, 19;
tadel ist von keiner kraft
Göthe 4, 29 W.;
von übler vorbedeutung schien mirs gleich
A. v. Droste-Hülshoff 2, 102 Cotta;
ein silbernes horn von süszem schall
Geibel w. (1888) 1, 6.
16)
besonders in der verbindung mit verben verflüchtigt sich die eigentliche bedeutung der präpos. immer mehr, sodasz sie zu einem mittel wird, überhaupt die verschiedensten beziehungen der verbalbegriffe zu ihren gegenständen auszudrücken; während z. b. in dem satze ich hörte von ihm (aus seinem mund), dasz sein kind krank ist noch die vorstellung einer von einer ausgangsstelle gerichteten bewegung gespürt wird, ist bei ich höre von ihm, dasz er trinken soll diese vorstellung undeutlich geworden, von drückt aus, worauf sich das hören bezieht. die gleiche art der verbindung findet sich natürlich auch bei anderen wortklassen. manche wendungen gehören nur der älteren, andere nur der neueren sprache an.
a)
von etwas reden, v. etwas schreiben, v. etwas discurriren, erzehlen, schweigen Kramer 2 (1702), 1213ᵃ; die sachen, davon ich euch gestern gemeldt 1213ᵇ; er redt davon wie der plind v. der farb S. Franck sprüchw. (1545) 1, 1ᵃ; wer liegen wil, sol v. fernen landen liegen, so kan man im nicht nachfragen sprichw. (1548) 62ᵇ; wenn man vom wolf spricht, kommt er gerannt. — sie stäcz mit im v. groszen, wirdigen sachen sagten Arigo decamerone 59 lit. ver.; v. diser schuld betten wir all tag im pater noster Keisersberg bilgersch. (1512) b 5ᵃ; mag ich nit lenger schwigen v. entdeckung der boszheit Eberlin v. Günzburg 1, 69 ndr. (ebenso still sein: davon sei nur still); wann man einem nur v. faulheit ... predigt Grimmelshausen 3, 348 Keller; v. seines herrn groszen reichthumben ein langes und ein breites aufzuschneiden 343; doch wo mir recht ist, so erwehnete sie auch etwas v. tauben Reuter ehrliche frau 27 ndr.; wer dasjenige in der that seyn will, was er v. sich rühmt Rabener (1777) 1, 172; die umstände, die er v. diesem Agathon hinzufügte Wieland Agathon (1766) 1, 21; sage mir ja v. dem befinden Schadows das genaueste Göthe br. 32, 52 W.; brummte was v. gesindel und bauerlümmel unterm bart Eichendorf (1864) 3, 7;
sô mac der wirt wol singen von dem grüenen klê
Walther 28, 9;
und schwätz daher von mancherley
Scheit Grobian. 3708 ndr.;
da von deines stammes helden
aller zeiten schreiber melden
Gottsched ged. (1751) 1, 91;
der eine faselt von alraunen
der andre von dem schwarzen hund
Göthe Faust 4979;
sprich mir von allen schrecken des gewissens,
von meinem vater sprich mir nicht
Schiller don Karlos 1, 2.
das verbum ist zu ergänzen: jetzt v. was anderm Nestroy ges. w. (1890 ff.) 1, 13; nichts mehr davon, von dieser sache! freier:
nichts von verträgen! nichts von übergabe!
Schiller jungfrau, prol. 3.
formelhaft: da könnt ihr v. glück sagen Göthe 8, 15 W.; in ähnlichem sinne:
wer auf den herren hofft, der kann von gutem sagen
Fleming ged. 1, 5 L.
handeln von, zum gegenstand einer auseinandersetzung, besonders einer schriftlichen machen, haben: im zweiten abschnitt handelt er vom jüngsten gericht; ebenso vom schriftlich niedergelegten selbst: das buch handelt v. den tugenden Steinbach 2, 904; in älterer sprache auch bei handeln im sinne von verhandeln: ich hatte diese stadt ... schon so weit gebracht, dasz die belägerten ... v. der übergabe handelten Lohenstein Arminius 1, 647ᵇ. — statt es handelte sich um früher auch von: hier handelt sichs vom glück oder unglück meines lebens Göthe 25, 256. — der älteren sprache gehört an fragen von (de aliqua re, vgl. unten: davon ist die frage): dorumb der bischof fragt Jhesus v. sein jungern und v. seiner lere d. erste d. bibel 1, 409 lit. ver. (umb seine jünger und umb seine lere Joh. 18, 19); gott wird sie v. diesen stücken nicht fragen am jüngsten tage Luther 16, 504 W.; ich in mit ernst v. dem handel gefragt hab Wickram 1, 153 B.; mit antworten: mancher fragt vom brodt, so antwortet der ander vom wein Lehman floril. polit. (1662) 1, 43.
b)
diese verbindung mit von, die natürlich beziehungen verschiedener art ausdrückt, zeigt sich im nhd. bei sehr vielen verben, einzelne gruppen heben sich heraus: das gilt ebenso v. meinen freunden wie v. meinen feinden; das freut mich, verdrieszt, schmerzt mich v. ihm; das gilt nicht von allen Gerstenberg hamb. n. zeitg. 146 lit.-dkm.; es verdrieszt mich oft v. dem oheim, dasz Göthe 22, 355 W.; v. ihm wunderts mich gar nicht Iffland theatr. w. (1827 ff.) 1, 51. — ich habe nichts v. der sache gehört, erfahren; sonst hört ich beständig v. mir, dasz ich ein einfältiges ... kind sei Tieck (1828) 4, 146; was sy v. uns sahen, das theten sy uns nach wie die affen Franck weltb. (1534) 220ᵇ;
dasz sie von irer tochter schawen,
wie du mit ir treibst deinen schimpf
Scheit Grobian. 1131 ndr.
wissen, urtheilen, sich überzeugen, überzeugt sein, sich unterrichten, etwas halten von, denken, träumen u. ä. von; die ältere sprache ist hier freier; davon weisz ich nichts, ich will nichts davon, von versöhnung wissen; sie wissen noch nichts v. der welt; ich weisz allerlei von ihm; weiszt du etwas davon? da kam ein newer könig auff in Egypten, der wuste nichts v. Joseph 2. Mos. 1, 8; ich weisz v. nichts Reuter ehrliche frau 7 ndr.; siehe du hast nicht umsonst gelebt, ich weisz v. dir Tieck (1828) 4, 94; auch wenn sie nie v. einander wuszten Bettine die Günderode (1840) 1, 9;
das ich nüt von mir selb me wuszt (trunkenheit)
H. R. Manuel weinspiel 2944 ndr.;
schöne kinder hoff ich nun,
die von gar nichts wissen
Göthe 1, 137 W.;
(sie könne) v. seiner rückkehr jederzeit gewisz sein 23, 67. — die ältere sprache braucht denken von wie die spätere denken an; mit näherer bestimmung: ich denke schlecht, nichts böses von ihm. — damit er v. beiden autoren nicht besser oder schlechter denke, als sie es verdienen E. Th. A. Hoffmann 10, 11 Gr.; er denkt klein v. uns, er sagt uns sottisen Fontane I 5, 161;
so musz ich ja wohl gar
schlecht handeln, dasz von mir der schlechte nicht
schlecht denke
Lessing Nathan 3, 4;
was denkt die majestät von ihren truppen?
sind wir nicht menschen?
Schiller Piccolomini 2, 7;
denkt so von mir, dasz ihr nicht braucht zu hassen
Tieck (1828) 1, 97.
dagegen veraltet:
von der denk ich vil unde genuoc
Gottfrid Tristan 4784;
es (das herz) denkt, von müden thränen nasz,
von ihr ohn unterlasz
und weisz nicht was
Fleming d. ged. 1, 430 L.;
was hältst du davon? ich halte viel von ihm: doch halt ich nit so ubel v. den Augustinern als v. den andern Eberlin v. Günzburg schr. 1, 100 ndr.;
und wöllen gar nichts halten von
der närrischen opinion
Scheit Grobian. 2231 ndr.;
was glaubt, meint er denn v. mir? sich v. etwas überzeugen, unterrichten; ich bin davon überzeugt; von jemandem schwärmen, träumen u. s. w.; die irem man nicht gelauben wolt, als im von ir in einem traum erschinen was Arigo decamerone 573 lit. ver.; kaum überzeugt er sich v. diesem wechselseitigen einflusz Göthe II 6, 5 W.; zugleich durchdringst du dich vom sinn der ganzen lehre br. 27, 236;
(wie ein heiliger) zugleich so unterrichtet
von dingen dieser welt zu sein herab
sich lassen kann
Lessing Nathan 1, 5;
weinest du, weil der gespielinnen eine
nicht, wie von ihr du geglaubt, redlich und tugendhaft war?
Klopstock oden 1, 34 P.-M.;
und die himmlischen gesänge
lehren mich von liebe träumen
Göthe 2, 23 W.
sehr oft vor dem relativum, zur verknüpfung mit einem vorhergehenden subst.: der see, von dem die sage geht, dasz ein schlosz drin versunken ist; er gegen im czwen mit einer latern komen sache, v. den er sich besorget und meinet, es weren die stat oder des richters knechte Arigo decamerone 86 lit. ver.; sie kennen doch die liebe, süsze romanze, v. der ich mich wundere, dasz Herder 5, 163 S.; (ob man nicht) diejenigen schüler vertreiben sollte, v. denen wenig hoffnung ist Göthe br. 30, 107 W.; ein furchtbarer kampf brach aus, v. dem es wahr sein mag, dasz Ranke s. w. 14, 11.
c)
seltenere wendungen, veraltete verbindungen mit von: man weiszt nit, wär der anfenger ist, man zweyfflet v. im Frisius dict. (1556) 148ᵃ; (sal) eme wachten van deme hoke van sunte Elenen seebuch 5, 30; und was seyt ir sorgsam v. dem gewand? d. erste d. bibel 1, 24 (und warumb sorget ir fur die kleidung? Matth. 6, 28); unschuldig bin ich v. dem bluͦt des gerechten 1, 110 (an dem blut dieses gerechten Matth. 27, 24); das sy sy trösten v. irem bruͦder 1, 383 (sie zu trösten uber irem bruder Joh. 11, 19); sie wolten v. der ungehorsam entschuldigt sein Franck chron. Germ. (1538) 114ᵃ; dann disz thier wil vom wind unbekümbert sein Herold-Forer Geszners thierbuch (1563) 13; magst v. binen sicher sein Sebiz feldbau (1579) 305; wie ihr v. ihnen (euren kindern) thut und wie ihr sie v. jugend auff unterweisen werdet Moscherosch insomnis cura par. 78 ndr.; der ambosz erschrickt vom hammer nit Lehman floril. polit. (1662) 1, 416; da er (der dichter) v. (über) verschiedenen kräften der seele sich erklären soll Günther ged. (1751) a 5ᵇ; bleiben sie v. meiner aufrichtigen theilnahme gewisz Göthe br. 41, 8 W.; doch kann ich mich schlechterdings nichts mehr davon entsinnen Novalis 1, 74 Minor;
dasz er nicht etwan von dir klag
Scheit Grobian. 4131 ndr.;
Gismunda, wir haben von dir
beschlossen
H. Sachs 2, 24 K.;
und überhebt sich von seim glück
Fischart Eulenspiegel v. 44;
als unvergleichlich in dem streit
und von dem feind zu triumfiren
Weckherlin ged. 1, 142 var. F.;
und sehn erbärmlich zu, wenn ihm vom fieber graut
Rachel sat. ged. 63 ndr.;
weil ich dich nun mit recht, wie Rom vom Titus pflag,
des menschlichen geschlechts ergötzen nennen mag
v. König ged. (1745) 108.
d)
andere hierher gehörende verbindungen, bei denen von beziehungen verschiedenster art ausdrückt, sind ungemein zahlreich. gern steht von neben dem subst., besonders häufig allerdings, wenn das subst. sich mit einem verbum zu einer verbalen vorstellung verbindet: sich eine vorstellung, einen begriff v. etwas machen; kenntnis nehmen, in kenntnis setzen v.; rechenschaft ablegen v.; besitz nehmen v.; gebrauch machen v.; nachricht geben, haben v.; erfolg erwarten v.; beweis geben v.; zeugnis ablegen v.; sich ein bild v. etwas machen; abschrift nehmen; schilderung geben; viel rühmens v. etwas machen u. s. w.; andere wendungen in älterer sprache. — wann ihr sonst keine nachricht und kundschafft v. meiner persohn habt Grimmelshausen 3, 19 Keller; (indessen sie) unter die Thracierinnen einstürmend, sich v. ihnen meister machten Wieland Agathon (1766) 1, 11; alle grosze hoffnungen, die ich mir v. ihm gemacht Lenz 1, 78 Tieck;
auch rechenschaft zu thun von wucher seines pfundes
Rompler v. Löwenhalt erstes gebüsch 60;
(gott lasse uns) die frucht von deinen reisen ziehn
Stoppe Parnasz (1735) 4;
sind wir verpflichtet rechenschaft zu geben
von jedem wort, das unnütz uns entfallen
Göthe 2, 15 W.;
v. dem handel ist meine meinung also Frisius (1556) 208ᵇ. — sehr häufig es ist die rede v. (besonders negiert), jetzt veraltet die frage v.: v. politischen dingen war die rede nicht Göthe 33, 5 W.
vom rechte, das mit uns geboren ist,
von dem ist leider! nie die frage
Faust 1979;
ist nur beiläufig erwähnung v. Winckelmann geschehen w. 46, 70 W.ebenso beim schweigen: von dieser sache ist es wieder ganz still geworden; es ist v. den hüpeljungen kaum ein biszgen stille Reuter Schlamp. krankh. u. tod 98 ndr.wendungen der älteren sprache: des ich wol ze muͤte pin und des v. dir ein groszes gefallen habe Arigo decamerone 192 lit. ver.; (gegner, die) nahet einen triumph v. mir gefürt hetten Hutten op. 1, 448 B.; wer dareyn kam, den nam wunder v. der schönen gezierd (des palastes) Fortunatus 71 ndr.; (wer) die spysz isset, v. deren er zwyfel hat Zwingli v. freiheit d. sp. 25 ndr.; ward ... eine grosze disputation gehalten v. pfründen der geistlichen Stumpf Schweizerchron. (1606) 255ᵃ; hatten alle bücher ungestörte ruhe v. mir Ayrenhoff (1814) 1, 34; dasz die schriftsteller ... selbst grösztenteils die schuld tragen v. der geringschätzung gegen die literatur Fr. Schlegel (1846) 1, 8;
wie kompt in mich vom tod ein grusen
N. Manuel todtentanz str. 31;
das nam der jäger vom hund war
Sachs 9, 230 K.;
doch wer lust vom tantzen macht,
dem ist auch gepfiffen sacht
Voigtländer oden u. lieder (1642) 90;
mein kind, du wirst von mir
kein schlimmes urtheil fällen
Chr. Weise d. grün. jugend überfl. gedanken 25 ndr.
ebenso findet sich dann auch engerer anschlusz an das subst.: unsere hoffnung v. ihm wird niemals betrogen J. E. Schlegel 3, 355; der ruff v. der herrlichen that meines sohnes samml. v. schauspielen (1764 ff.) 1, 22; gedanken v. frischen wäldern und wassern, v. kühlenden schatten säuseln immerfort anmuthig durch mein ermattendes gemüth Tieck (1828) 4, 25; das geheimnisz v. dem siegelring in des hahnen kropf Brentano (1852 ff.) 5, 62;
um nach kunde zu forschen von meines vatern zurückkunft
(νόστον πευσόμενος πατρὸς φίλου)
Vosz Od. 2, 360 Bernays;
nun rufen sie die schuld von meines sohnes
frühzeitgem tode lauter über mich
Göthe 10, 23 W.
von steht bei umgekehrt, entgegengesetzt: dasz man ein vergnügen findet das umgekehrte zu sagen v. dem was man denkt br. 27, 149. — eigenthümlich nach dem compar. dem lat. folgend: wann ich hab nit minner getan v. den die do waren botten uber die masz d. erste d. bibel 2, 138 lit. ver. (2. Cor. 12, 11: nihil enim minus fui ab iis etc.).
e)
wenn mit von der autor bezeichnet wird, so liegt die vorstellung des ursprungs zu grunde (vgl. oben unter 5 und 8): eine ballade v. Göthe, die glocke v. Fr. v. Schiller: da das deutsche publikum zum besitz einer ästhetik v. dem hrn. professor ... hoffnung hat Eschenburg entwurf einer theorie d. schön. wiss. vorr. 3; il matrimonio secreto, die composition von Paesiello Göthe br. 29, 56 W.anderseits bezeichnet von inhalt und gegenstand einer darstellung: das märchen vom wolf; geschichte vom braven Kasperl und dem schönen Annerl; die lehre von der busze; in dem buch v. den streiten des herrn 4. Mos. 21, 14; das ander capitel, v. höflichkeit des nasen butzens, niesens, lachens, huͦstens und vil anderem wolstand der kleider Scheit Grobian. s. 16 ndr.; ein guͦter schwanck, v. einem hechtkopff s. 104; die sage v. Faramunds erhebung zum könig aller Franken Eichhorn d. staats- u. rechtsgesch.³ 1, 76; zu der lehre v. der geographischen vertheilung der pflanzen über den erdboden Humboldt kosmos (1845) 1, vii; reisebeschreibungen, erzählungen v. den wilden Gutzkow zauberer v. Rom (1858 ff.) 1, 30;
mein liedlein sol von nichts als nur von weibern seyn
Rachel sat. ged. 15 ndr.;
erst, wenn es gesungen ist
das lied von dir
Klopstock oden 1, 97 M.-P.
daher in titeln oder überschriften: van friheed der Freesna Richthofen fries. rechtsquellen 388, 10; Zwingli, von freiheit der speisen; Zimmerman, vom nationalstolze; vom bäumlein, das andere blätter hat gewollt Rückert (1867 ff.) 3, 5.
17)
schon mehrfach hat sich gezeigt, dasz ein mit von verknüpftes wort die syntaktische function des genitivs haben kann und manche der in den nächsten abschnitten belegten wendungen sind schon in anderem zusammenhange belegt worden. vor allem und schon früh concurriert die umschreibung mit dem genitiv, wenn es sich um das verhältnis des ganzen zum theil, des weiteren begriffs zum engeren, der art zum besonderen handelt; die allgemeine entwicklung der sprache zeigt an sich schon die neigung, den gebrauch des genitivs einzuschränken, die umgangssprache in Norddeutschland meidet überhaupt den nachgestellten genitiv, ersetzt ihn durch von oder eine andre fügung (die schwester vom vater, die schwester v. meinem vater, dem vater seine schwester), vgl. die verdrängung des genitivs im nld., engl., den nord. sprachen und den deutschen mundarten (Behaghel gesch. d. d. spr.⁴ 321). — Fischer schwäb. wb. 2, 1635 bemerkt, dasz in echter mundart ein vetter zu mir, nicht v. mir gesagt wird, doch ist auch dieses allgemein üblich, vgl. Martin-Lienhard 1, 118ᵇ. im allgemeinen darf man sagen, dasz die schriftsprache der gegenwart in einigen syntaktischen fällen unterschiedslos bald den genit. bald von anwendet, in anderen dagegen ist der genitiv, den die ältere sprache noch brauchen konnte, verdrängt. indessen lassen sich die gebrauchsweisen der sprache nicht erschöpfen, da die einwirkung der lässigen umgangssprache, von der einwirkung der mundarten ganz abgesehen, feststellungen, die alle möglichen fälle erfassen könnten, nicht zuläszt (s. Wilmanns d. gr. III 2 s. 609; Paul d. gr. III § 242; Behaghel syntax I § 385 ff.).
a)
(s. oben unter 14, wo schon einige beispiele gegeben sind) wechselnd mit dem gen. partit., doch ist auch hier der gebrauch schwankend. das regierende subst. ist ein masz- oder zählbegriff, eine menge- oder theilvorstellung, ein unbestimmtes pronomen, ein comp. oder superlativ, das abhängige subst. in der mehrzahl oder auch im sing., wenn eine theilvorstellung möglich ist (dieser theil Ruszlands; der rest meines lebens): drei von meinen kollegen (auch unter m. k.), der fünfte von den vortragenden, keiner, niemand von den betheiligten; einer von den zwölfen, der älteste, ältere von den brüdern, die hälfte von meinem vermögen. dagegen jetzt wohl lieber: die hälfte der summe; die hälfte v. der nacht Kästner verm. schr. (1755) 1, 148; ein rest v. schamgefühl. — dasz die umschreibung öfter beim plural angewandt wird als beim sing., erklärt sich daraus, dasz im plur. nur der bestimmte, nicht der unbestimmte artikel zur bezeichnung des genit. zur verfügung steht: eine gruppe v. schauspielern, eine anzahl, eine mehrheit, minderheit von stimmberechtigten. man beachte den unterschied zwischen: eine abordnung von arbeitern, bestehend aus arbeitern, und: abordnung der arbeiter, wobei die theilvorstellung deutlich ist. — das etliche von den unsern sind ausgegangen ap. gesch. 15, 24; ein unsaubere mück verderbt einen gantzen becher vom besten wein Lehman floril. polit. (1662) 2, 796; er scheint einer v. den talentvollen menschen Göthe br. 29, 80 W.;
heizet eteswen komen
von iuwerme gesinde
Hartmann Iwein 2605;
gute wort ohne gunst,
ist ein stück von Judas kunst
Lehman floril. polit. (1662) 3, 131;
hier
weih ich der einsamkeit den ganzen rest
von meinem leben
Göthe w. 11, 311;
ein teil von jener kraft
die stets das böse will und stets das gute schafft
Faust 1335;
wie doch die liebe
der mittelpunkt von jeglicher erfindung (ist)
Tieck (1828) 1, 64;
der gräszlichste von allen mordgedanken
A. v. Droste-Hülshoff (1879) 2, 244.
zur festen formel ist nach dem superl. von der welt geworden: ob ich gleich den leisesten schlaf v. der welt hatte Göthe 43, 149 W.;
weil die schönste von der welt
gleichsam dir zu fusze fällt
Chr. Weise d. grün. jugend überfl. ged. 204 ndr.
der gen. plur. wird im partitiven verhältnisz gemieden (es fanden sich ihrer viele, wenige ein), statt dessen wird von ihnen gebraucht: von ihnen sind manche, manche v. ihnen sind gefallen; so schon mhd.:
dâ muose maneger schiere   von in kiesen den tôt
Nib. 2066, 4 L.
man sagt jetzt lieber in appositioneller fügung: eine menge menschen (wo wohl überhaupt nicht eine partitive vorstellung zu grunde liegt) als eine menge v. menschen; eine schar v. freiwilligen neben eine sch. freiwilliger; ein haufen v. gold neben e. h. gold oder auch gehoben ein haufen goldes; eine menge v. traurigen vorstellungen Wieland Agathon (1766) 1, 37; welche fülle v. empfindungen maler Müller (1811) 1, 15. — ganz dem gebrauch des franz. de entsprechend: das sind nun wieder von deinen grillen Göthe 19, 67 W.
b)
ersatz des gen. durch von tritt bei dem partitiven verhältnis in der schriftsprache schon früh ein, s. mhd. wb. 3, 371ᵃ unter 8; sehr bald zeigt sich das von auch bei anderen syntaktischen verhältnissen, z. th. mit dem genitiv wechselnd, z. th. ihn verdrängend. im allgemeinen darf als regel aufgestellt werden, dasz von angewendet wird, wenn der genitiv nicht deutlich durch endung oder durch flectirte zusätze erkennbar gemacht ist; der mögliche genitiv wird in gewissen fällen gemieden (z. b. bei namen). 'indessen braucht man das von am sichersten, wenn eine miszdeutung zu besorgen ist, und der genitiv sich entweder nicht schicklich oder nicht ohne miszklang ausdrücken lässet' Adelung. freilich hält sich die schriftsprache nicht an diese einschränkung: ströme v. thränen, kein zug v. wahrhaftigkeit, beweis v. schuld, gefühl v. rache, strahl v. hoffnung (Göthe 8, 158 W.), ein überschwang v. gefühlen, zeichen von ungeduld (Tieck [1828] 4, 284), schein v. affectirtem (Göthe br.), spur v. gezwungenheit (Fontane I 5, 148), ausdruck v. freundschaft (Göthe 46, 13 W.), grad v. wahrscheinlichkeit (II 6, 52), begriff v. volks- und mannesehre (Mommsen röm. gesch. 2, 68) u. s. w. in unerschöpflicher fülle. — endlicher beschlus v. des Springinsfeld seltzamen lebenslauff Grimmelshausen 3, 9 Keller; er unterschied izt den schall v. trummeln Wieland Agathon (1766) 1, 7;
in deren adern nichts als blut von adlern flieszt
v. König ged. (1745) 50.
gern steht von vor einem paarigen ausdruck: lebhaftes gefühl v. recht und unrecht Göthe 7, 160 W.; anschein v. sorge und scham 21, 13 W.; süsze gefühle v. hoffnung und zukunft maler Müller (1811) 1, 108. — fest geworden ist von in der wendung das ende vom liede: ich fürchte, das ende vom liede ist, dasz wir uns hier alle verlieben Tieck (1828) 4, 46. — das schicksal v. tausenden, v. millionen;
doch merk ich allzeit leicht den unterscheid von beiden
v. König ged. (1745) 60.
die ursprüngliche bedeutung der präp. (herkunft) kann hervortreten: ein kostbares geschenk v. der kaiserin Göthe br. 31, 44 W.;
und die flüsse von der ebne
und die bäche von den bergen
jauchzen ihm und rufen: bruder!
2, 54 W.
nach einem f. actionis: ausführung von absichten, verfertigung v. schmucksachen, erwerbung v. grundstücken, ausfuhr v. getreide, verkauf v. waren u. s. w.: beschreibung v. allerley wunderbahren menschen Prätorius anthropodemus pluton. (1666) titel. nach wörtern persönlicher bedeutung: seyn sie liebhaber v. tantzen? Reuter ehrl. frau 41 ndr.; ein liebhaber v. raritäten Brentano (1852 ff.) 5, 50;
ich bekenne frey, ...
dasz ich ein groszer freund vom wildpret sey
Pfeffel poet. vers. (1802) 2, 80;
wir zogen links und sind nun herrn vom strande
Müllner dram. w. (1828) 3, 65.
in besonderer wendung: die aller menschen freund sind, ohne es v. einem zu seyn Klinger (1809 ff.) 3, 17;
das wollen alle herren sein,
und keiner ist herr von sich
Göthe 3, 295 W.
schon Adelung bemerkt, dasz von statt des genitivs sich gern bei namen einstellt, wenn die bildung des genitivs unmöglich oder unschön klingend ist; man sagt: aufführung des Tell (s. aber unten das citat aus Göthe), aufführung v. Wallensteins lager. hier kommen besonders die namen in betracht; auch hier wird der genit. zurückgedrängt, wo er an sich ohne schwierigkeit gebildet werden könnte (ein theil v. Frankreich, der umfang v. Deutschland u. ä.); Adelung führt neben einander an: die grösze von Paris, die lage v. Calais; die lage Londons, die grösze Berlins, Wiens; doch wird auch bei Berlin, Wien die präposition gesetzt. den gen. von Afrika, Amerika, Europa, der jetzt nicht gemieden wird, verwirft er. bei orts- und ländernamen wird der gen. der umschreibung vorgezogen, wenn die bewohner gemeint sind: die verblendung Frankreichs, die erhebung Deutschlands. man sagt für gewöhnlich: der könig von Preuszen, während die verbindung mit dem vorausgestellten genit. (Preuszens könig) der gehobenen sprache angehört. ebenso wechselt die sprache bei personennamen zwischen gen. und umschreibung. im allgemeinen scheint der genit. bei namen in der sprache der gegenwart weniger gemieden zu werden als früher. — welches sie täglich gleichsam als eine gnade vom Varus erkennen müsten Lohenstein Armin. 1, 24ᵃ; wie s. majest. die angetragene souverainität v. Litthauen abgeschlagen v. König ged. (1745) 35; die bekanntschafft v. Lavatern Göthe br. 4, 140 W.; in einer probe v. Tell 27, 5; das lob v. Berlin 34, 9; in der tiefe v. Asien Hölderlin ges. dicht. 2, 75 Litzmann; etwa hundert jahre nach Cäsar war dies der zustand v. Deutschland Eichhorn d. staats- u. rechtsgesch.³ 1, 42; in der nähe des gotteshauses v. Sanct Peter Stifter (1901 ff.) 3, 139; Rudolf, ... der ein bruder v. Lina ist Fontane I 5, 130; brillanter einfall v. Botho 159; vor den thoren v. Numantia Mommsen röm. gesch. 2, 15;
sprang er vom lager empor der geliebte sohn von Odysseus (Ὀδυσσῆος φίλος υἱός)
Vosz Od. 2, 2 Bernays;
der gipfel von dem Helicon ist hoch
Rückert (1867 ff.) 1, 3.
vor wörtern, die im grammatischen sinne genommen werden, steht von, auch wenn sie an sich den genit. bilden können: die etymologie v. wasser; vor unflectierbaren: der gebrauch von obgleich. — für den genit. des relativums bei partitivem verhältnis, wenn das regierende wort nicht gleich folgt: der markt, dessen gröszerer theil mit buden bedeckt war, aber: der markt, von dem nur ein kleiner theil gepflastert war. der genit. welches wird noch von Luther gebraucht: wie ein schiff auff den wasserwogen dahin leufft, welches man, so es furuber ist, keine spur finden kan weish. 5, 10.
c)
häufiger als der adnominale genitiv ist die umschreibung nach wörtern wie art, sorte, gattung: eine art von kalk, eine üble sorte v. menschen; scherzhaft: man hat exempel v. beispielen; es concurriert hier die appositionelle fügung: eine gute sorte kautabak; zu unterscheiden ist bei art, ob ein ähnliches oder eine unterabtheilung gemeint ist; letzteres wird deutlich durch den genit. bezeichnet (eine art von affen, eine art der affen). — ich halt, es sey ein arth vom fieber Orsäus nomencl. (1623) 292; soviel gattungen v. fühlbarkeit in unsrer natur schlummern Herder 5, 7 S.; was in eine art v. museum zusammengestellt werden soll Göthe br. 28, 8 W.; die musterbilder v. versen 8, 24; so eine art v. viehdoktor W. v. Polenz Grabenhäger 1, 8;
etlich exempel ...
von schalen, groben sitten
Scheit Grobian. 3357 ndr.
und zu aller art von liedern
schlingen sich des festes tänze
Göthe 2, 154 W.;
kühner:
niemand lebt so fromm und gut,
er hat zweyerley von muth,
einen närrisch, einen klug
Voigtländer oden u. lieder (1642) 83.
d)
abgesehen von den in den vorigen abschnitten erwähnten fällen wird auch in der schriftsprache vielfach die umschreibung angewandt; es scheint aber in neuerer zeit diese lässigere ausdrucksweise zurückzuweichen: agnatus, ein verwandter vom vatter, ein vetter; cognatus, ein verwandter v. der mutter, ein ohm nomencl. lat. germ. (1634) 457; dat huus, de hof van minen naber brem. wb. 1, 341; seine hohe erklärung v. entstehung der sprache (beachte das fehlen des artikels) Herder 5, 20 S.; in diesem theile v. geschichte Göthe 46, 95 W.; kupferstich v. einem gemälde br. 21, 148; abschrift v. dieser partitur 29, 220; der vorhang v. einer rotunde ist aufgezogen Schiller Wallensteins tod 1, 1; unter dem fenster v. deiner schlafkammer Bettine die Günderode (1840) 1, 29; am haus vom herr bürgermeister vorbei dies buch gehört dem könig (1843) 1, 15;
das wachsthum Österreichs, den ruhm von seinen helden
Lohenstein Armin. 1, 22;
der innre werth von deinen gaben
Stoppe Parnasz (1735) 15;
das ritterband vom elephantenorden
v. König ged. (1745) 4;
die frucht von meiner jünglingsthräne,
und von der liebe zu dir, messias
Klopstock oden 1, 63 M.-P.;
freuest du dich des todes von deinem gesellen, ein andrer
wird des deinen sich freun
Herder 26, 36 S.;
mittelst der verschwiegenheit
von einer zof
Gotter (1787) 1, 28;
dem gib die roll von meinem Götz
Göthe 4, 194 W.;
hier werden seufzer viel gezählt
als zeugen von dem jammer
G. Hauptmann die weber 2. act.
e)
ersatz eines genitivs scheint auch in wendungen vom typus der teufel v. einem weibe vorzuliegen, wenigstens deuten franz. un chien de valet, engl. a devil of a man darauf hin (gr. 4, 873 nachtr.); wendungen dieser art finden sich erst in der neueren schriftsprache, und zeugnisse für eine gleiche verwendung des genitivs fehlen überhaupt. mhd. ein helt ze manne, ein wunder ze manne (Wilmanns gr. III 2, s. 310) lassen die möglichkeit offen, dasz auch die verbindung mit von für sich entstanden ist, mhd. der wunsch von wîben (Wilmanns a. a. o.) kann aber nicht verglichen werden, hier liegt ein partitives verhältnis vor. diese fügungen sind auch mundartlich verbreitet, bes. im nd.: een lütt betjen vun fru Schütze 4, 298; du slüngel fan jung ten Doornkaat-Koolman 1, 418ᵇ; dat is'n osz von kärl Danneil 241ᵃ; vgl. Müller-Fraureuth 2, 627ᵃ; spitzbue van an kerl Schöpf 791; ein teufel v. einem pferd, un diavolo di cavallo Kramer 2 (1702), 1213ᵃ; ein ausbund v. einem ehrlichen manne Adelung. — das gespenst v. worte 'fähigkeit' Herder 5, 42 S.; schurke v. einem wirthe Lessing Minna 1, 1; dem grobstolzen, ungeschlachten kerl v. Albinius Kretschmann (1784 ff.) 5, 289; der pfuscher v. arzt Göthe 23, 303 W.; einer wilden hummel v. brünette 24, 111; mätze v. tochter Schiller kab. u. liebe 2, 6; ungeheur v. geheimnis räuber 4, 3 schauspiel; ein solcher engel v. frau Tieck (1828) 4, 48; ein ganz ungeheurer prinz v. einem bräutigam musz es sein Stifter (1901) 2, 41. — ganz vereinzelt mit dem bestimmten artikel: ein kleiner, derber, festknochiger, gutherziger, schwatzhafter saufaus vom kerl Bode Tristram Schandi (1744) 7, 67.
f)
ganz dem gebrauch des franz. de entspricht es, wenn im nd. gesagt wird: hê hed de nâm fan Jan ten Doornkaat-Koolman 1, 418ᵇ; ähnlich in folgender stelle, wo es sich um synonyma handelt: es ward also, wie jener arabische wörterbuchschreiber sagt, da er 400 wörter v. elend aufgezählt hatte, das vierhunderterste elend, die wörter des elends aufzählen zu müssen Herder 5, 76 S.
18)
ersatz des possessivpronomens durch umschreibung mit von tritt ein, wenn die vorstellung des unbestimmten ausgedrückt werden soll: ein freund von mir (dagegen mhd. noch ein mîn vriunt); geh und bilde dir ein, geselle v. ihm zu sein Göthe 8, 67 W.; ich soll mit einem alten onkel von mir frühstücken Fontane I 5, 157;
so etwa dort von dir ein liebling wohnt
Bürger 166 Bohtz (Il. 3, 402).
doch auch sonst:
der donner, mit flammen beflügelt, verkündigt mit brüllender
die hohen thaten von dir stimme
E. v. Kleist (1778) 2, 36;
'diese und einige ähnliche ausdrücke sind wegen ihrer allgemeinheit gleichfalls vor allem tadel gesichert; nur müssen sie nicht ohne beurtheilungskraft nachgeahmt werden. das ganz gehorsamer diener von ihnen, für ihr ganz gehorsamer diener, ist eine dieser unschicklichen nachahmungen' Adelung.
19)
im mhd. wird von auch als postposition gebraucht, so dasz es den schein eines adverb. hat (mhd. wb. 3, 369ᵃ; Lexer 3, 457):
ich bin der liute ungewon:
den bin ich billîchen von
Hartman Gregor. 3556.
davon wird zerlegt, das ist jetzt bes. in nd. gebieten üblich: da weisz ich nichts von; mit weg gestützt: da ist das ende v. weg, das ist schlimm, unerhört.ebenso, wenn von mit einem relativischen wort verbunden ist; das da kann aber auch ganz schwinden (Fischer schwäb. wb. 2, 1632): da er keine ehre v. hat Stieler 1982; was sind sie anders, denn da Paulus von durch den heiligen geist geweissagt hat Bugenhagen braunschweig. kirchenordn. (1531) s 2;
was nit in eren sey gemäsz,
da weis ye ains das ander von
Hätzlerin 2, 58, 115;
da hand irs leben von,
dasz wir vor im (dem graben) nit haben
recht mögen an üch kon
N. Manuel Bicoccalied 15, 3;
da weist du, mein Ann, gar nichts von
Sachs 17, 4 G.
von alleinstehend, das da wird unterdrückt: wo man isset, soll man zuͦ gehen, wo man gelt zelet, soll man von gehen sprichw. (1548) 121ᵃ; die freudigsten hund gibt dise insel, so man von weyszt Franck weltb. (1534) 193ᵃ; dasz ich ausz dem groben Schweitzerland geboren, niergent von wisse Paracelsus opera (1616) 1, 921 c H.; wo das gespenst ist, ist der teuffel nicht weit von Lehman floril. polit. (1662) 3, 491; ich weisz kein wort von Göthe br. 2, 271 W.; dasz ihren urgroszkindern die ohren von gellen sollten Alexis Roland v. Berlin (1840) 1, 15;
die stiffte sind mir auch nicht ebn,
ich seh wol, man kan nicht von lebn
Rinckhart christl. ritter 40 ndr.
von nach darvon wiederholt: gedenckt nicht ein mall, got macht in zurzeit darvon von stoszen Luther 9, 390 W.; im Göttinger messingsch sagt man: Heinrich, bleib bei mich bei, sonst kommst du von mich von. — in eigenthümlicher wendung: diser rathschlag dem künig wolgefiel; sie damit batt, im (dem ratschlag) entlich von nachzukommen (dem sinne nach: von dem ratschlag ausgehend sich zu verhalten) Wickram 1, 350 B.adv. im ursprünglichen sinne, gestützt durch zu: zuͦ und von gehn, aufsicht üben (Dasypodius). im schweiz. idiot. 1, 842; vgl. vonundzugeherin, aushülfsperson Schöpf 791; vonfart, fahrbarer ausgang aus einer alp, gegensatz zuefart schweiz. idiot. 1, 1032; vgl.: damit die statt ... kein von- und zuͦgang haben möchte Wurstisen historien (1572) 2, 358; mit ringung, von- und zustoszung Guarinonius grewel d. verwüstung (1610) 1212; von- und zutragen 1281; statt des zu gehen ein synon.: kumende oder vongend Terenz (1499) 12ᵃ; nd. van unde to, van unde wedder Schiller-Lübben 5, 196ᵇ;
gedanken, di hin und her krigen,
beide von und wedir vligen
Brun von Schönebeck 2228.
nd. van und to verbunden beim ausruf: deksel nog fan to! ten Doornkaat-Koolman 1, 418ᵇ. doch auch von alleinstehend (gr. 2, 895): avertere, von- vel rumwenden Diefenbach gl. 60ᵇ; desumo, vonnemmen Frisius (1556) 401ᵇ; vonnaygen oder abkeren, declinare voc. 1482 m m 1ᵇ; dis vontriben ist mir ie und ie in allen dingen vor gewesen Seuse 201 B.; v. thun, zerstreuen, ausbreiten, v. sein, geschieden, verschieden sein schweiz. idiot. 1, 840; von geben, sein anwesen bei lebzeiten den kindern übergeben; auch: einschlafen; von stellen, eine last abstellen; der streckt alle viere von Fischer 2, 1632. — mit einem subst. verbunden: mhd. vonkêr, abwendung Lexer 3, 457; daz vordret v. ime einen lidigen vonker v. allem dem, daz im ein mitel möhti bringen Seuse 8 B.; der gancze ker zu gote und der volkumen vonker von allen dingen Steinhausen privatbriefe d. mittelalters 2, 7. s. auch vonzug. erweitert vonen, nach analogie von oben, innen: vonen stân, seinen anspruch aufgeben schweiz. idiot. 1, 843. — bayer. vonten, vont (von dan?), entfernt von hier, von hier weg; der vontere, hinvontere, entferntere Schmeller-Fr. 1, 842.
20)
häufigere zusammenschreibungen.
Zitationshilfe
„von“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/von>, abgerufen am 21.08.2019.

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