vorarbeit f.
Fundstelle: Lfg. 6 (1934), Bd. XII,II (1951), Sp. 826, Z. 51
'eine vorher gehende, gleichsam zur vorbereitung dienende arbeit, in vielen fällen des gesellschaftlichen lebens' Adelung; 'auf welche die hauptarbeit folgt' Campe; das in der sprache der gegenwart sehr geläufige wort tritt erst im 18. jh. mehr hervor; es ist zu beachten, dasz im heutigen sprachgebrauch das wort meist im gegenständlichen sinne genommen wird, besonders auch wenn es sich um künstlerische oder wissenschaftliche thätigkeit handelt; diese einschränkung zeigt sich natürlich im plural am deutlichsten. — nun dasz ich eine v. mach den historiographis Paracelsus opera (1616) 2, 657; (eine hausfrau sei) eine fleiszige ameiszen, die, auf des annahenden winters nothdurft, ihr haus ... mit embsiger v. versehe Hohberg georg. cur. (1682) 1, 194; vorarbeiten gnug; aber alles in schlaube und unordnung Herder w. 5, 565 S.; hinunter ins gefecht mit dem ehrenzeichen unsrer v. (mit der im vorhergehenden kampfe erbeuteten fahne) Göthe w. 13, 1, 276 W.; (ich machte) v. bei wirth und knecht (um sie auseinander zu bringen) Gotthelf schr. (1855) 1, 109; von den arbeiten zur eigentlichen imprägnirung musz man die vorarbeiten trennen Karmarsch-Heeren techn. wb. ² 4, 393. — v. für: eine ausführliche v. für unsern fall Göthe br. 23, 147 W.; es ist wahrscheinlich eine v. für seine abhandlungen gewesen Hebbel w. 11, 159 W. — v. zu: nach der kirche fing sich das fest an mit bloszen vorarbeiten dazu Jean Paul w. 7/10, 80 H.; mit vorarbeiten zu einer künftigen geschichte seiner regierung beschäftigt Mörike w. 3, 136 Göschen.mit dem genitiv: die bewuszte schöpfung einer centralmacht, die bewuszte v. der revolution Laube schr. (1875 ff.) 5, 125.
Zitationshilfe
„vorarbeit“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/vorarbeit>, abgerufen am 18.02.2019.

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