vorteilisch adj.
Fundstelle: Lfg. 11 (1939), Bd. XII,II (1951), Sp. 1741, Z. 69
veraltet, aber im älteren nhd. auszerordentlich häufig, wohl immer im verschlimmerten sinne (vgl. vorteilig 2); cautelosus ein vorteilischer, der da alwegen vorteil sucht Diefenbach gloss. 109ᵇ; prerogative vorteilischen 456ᵃ (hier allerdings scheint ein allgemeinerer sinn bezeugt); bei Adelung als veraltet, mit hinweis auf Luthers bibelübersetzung, vgl. Lexer 3, 482; Schmeller-Fr. 2, 600; Müller-Fraureuth 2, 630ᵇ: sunder laut es ettwas allfantzisch oder vortailisch Neidhart Eunuchus 48 lit. ver.; nu ist die groste klag in der welt uber das gesind und arbeitleut, wie ungehorsam, untrew, ungetzogen, forteylisch sie sein Luther 6, 203 W.; ein vorteilischer mensch leszt im nimer genügen an seinem teil Sir. 14, 9; pur lauttere verfälschung und vorthailische verkörung Nas d. antipap. eins u. hundert (1567) 3, 78ᵃ; abtrünnige mammelucken und vortheilische partierer Mathesius Sarepta (1578) 147ᵃ; gar wenig böser vortheilischer geschwindigkeit Fronsperger kriegsb. 1 (1578) r 2ᵇ; vortheilisch geliehen, untrewlich bezalt Petri d. Teutschen weiszh. (1604) 2, X x 7ᵃ; geitzige, schinderische, vortheilische ... leut Guarinonius grewel d. verwüstung (1610) 462; ungebührlicher, vortheilischer und eigennutziger schaftrieb Hohberg georg. curios. (1682) 2, 287; wobey er sich nicht vortheilisch, sondern recht freygebig aufführte Holston u. Augusta (1780) 12;
wer vortailisch ist,
prauchet vil tüeck und hinderlist
H. Sachs 22, 507 K.-G.
Zitationshilfe
„vorteilisch“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/vorteilisch>, abgerufen am 20.07.2019.

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