vorweg adv.
Fundstelle: Lfg. 12 (1939), Bd. XII,II (1951), Sp. 1901, Z. 30

Unterbegriffe in diesem Artikel

mit dem ton auf der zweiten silbe; vgl. aus älterer sprache verbalverbindungen wie vorwegführen, -ziehen (s. unter 3, sp. 1902 und 1905) sowie vor wege, aus dem wege: so müste ye die iugent vor wege genomen werden (converrebbe che via si togliesse la giovinezza) Arigo decamerone 100 K.in den nhd. wörterbüchern scheint vorweg zuerst bei Stieler (s. unter 2) vorzukommen; vorweg (aliis vorher), ante, prae Steinbach 2, 955; vorweg, 'ein nebenwort, sowohl des ortes als der zeit, vor einem andern weg. es ist im gemeinen leben und in der vertraulichen sprechart am üblichsten' Adelung; Campe; das sprachgefühl verbindet vorweg durchaus mit dem adv. weg, das genau dem it. via entspricht.
1)
in räumlicher anwendung: die drossen, fuhrirer, herolt, buszruffer und vorlauffer, dadurch gott mit fingern auf die ehrenreiche zukunfft weiset, sind vorweg, der groszmechtige könig der ehren kommet hernach Taurer buszruffer (1596) q 3ᵃ. heute ist vorweg meist durch voraus ersetzt (vgl. vorneweg oben sp. 1367): (adverbia der richtung) vorher, vorüber, vorwärts, vorweg Adelung umst. lehrgebäude 2, 41; vorweg (in einer prozession) die kleinsten knaben, jünglinge, männer hinterdrein Göthe 34, 20 W.; bin ich erst einmal vorweg — so weisz ich, du hältst dich auch nicht lange mehr Iffland theatr. w. (1827) 1, 69; vorweg schritt ein herr, welcher ... Gaudy (1844) 2, 40. — übertragen:
schweig! du warst schon damals
vorweg mit deiner zunge
Fouqué held d. nordens (1810) 3, 110.
varwäck, varwäcken, vorweg, voraus Jecht Mansfeld. 119ᵃ; vgl. unter 3 vorwegfahren, -flieszen, -führen, -gehen, -laufen, -schicken, -senden, -ziehen.
2)
in zeitlicher anwendung: vorweg, sive zuvorweg, praeveniens, anticipans, praevertens Stieler 2456; das adv. wird in engerem und weiterem sinne angewandt, in engerem insofern, als eine handlung oder ein geschehen stattfindet, ehe dieselbe handlung, dasselbe geschehen oder auch anderes von anderer seite her in erscheinung treten kann. in dem allgemeineren sinne wird in unbestimmterer weise vorhergehendes handeln oder geschehen bezeichnet, das adv. kann im sinne von im voraus, von vornherein, unter umständen im sinne von vorher gebraucht werden. das adv. verbindet sich meist mit verben zu trennbaren zusammenrückungen, die als solche, wenn auch nicht durchgehend, in der schrift bezeichnet werden (auswahl unter 3). — hier einige belege für die allgemeinere anwendung von vorweg: (dasz er) eine untheilbare einheit der erkenntnis und des willens vorweg feststellt Schopenhauer 2, 231 Gr.; Orelli wünscht, dasz die sache ... nicht vorweg verbreitet werde briefw. zw. J. u. W. Grimm, Dahlmann u. Gervinus 2, 156; um sich nicht vorweg allen einflusz auf ihn zu benehmen Mörike 3, 34 Göschen; sie bestritt alle ... ausgaben vorweg aus dem gleichen säckel, welcher auch den geschäftsverkehr begründete G. Keller (1889) 1, 61; 199; 8, 17; alles unschöne war wie vorweg aus dem wege geräumt Fontane I 2, 451;
hat er des adels rechte völle,
ist er vorweg schon halb gerathen
und zugerichtet für die hölle
Lenau 321 Barthel.
dagegen vgl. für die engere bedeutung: auch hat man der geschickten mitarbeiter, die uns die sachen vorweg erfinden dürften, zu viele Fichte (1845) 7, 124; zu aller verwunderung bat der lange lord vorweg (vor andern) um das wort Eichendorff (1864) 2, 442; ich will seinem besseren urteile nicht vorgreifen, aber ich wage vorweg die behauptung Fontane I 5, 26; was nun vorweg die besitzende klasse betrifft Moltke ges. schr. u. denkw. (1892) 7, 138.
3)
weitere beispiele für die engere und weitere verbindung mit verben; der übersicht halber sind auch solche beispiele eingereiht, wo zusammenrückung nicht anzunehmen ist.
vorwegbemerken
um dies gleich vorweg zu bemerken W. v. Humboldt br. an Welcker (1859) iv. —
vorwegbeziehen
die Seehandlung bezieht für ihre vorschüsse 4 procent zinsen vorweg Bismarck polit. reden 1, 354 Kohl.
vorwegbitten
(saal, in welchem ich) vorweg bitten möchte, die roten damasttapeten beachten zu wollen Fontane I 4, 278. —
vorwegentnehmen
so können die kosten des unterhalts des kindes aus den nutzungen ... vorweg entnommen werden bürg. gesetzb. § 1656;
damit ihn (Hektor) nicht einer
träf und ihm (Achilleus) vorweg den ruhm des sieges entrisse
(μή τις κῦδος ἄροιτο βαλών, ὁ δὲ δεύτερος ἔλθοι Il. 22, 207)
Bürger 237ᵃ Bohtz.
vorwegerwähnen
vorweg erwähne ich eine ansicht, welche ... W. Scherer kl. schr. 1, 278. —
vorwegerzählen
da haben sie die geschichte schon vorwegerzählt Fontane I 2, 15. —
vorwegessen
(du) hattest angst, die bettler hätten alles vorweggegessen Jer. Gotthelf (1855) 3, 33. —
vorwegfahren
räumlich, vgl. unter 1: Nelton fuhr ... in der ersten kutsche vorweg Holston u. Augusta (1780) 297. —
vorwegführen
räumlich wie das vorhergehende wort: als sy dy hengiste hin Marienburg vorweg furten d. Marienburger treszlerb. 184 Joachim.
vorwegflieszen
ebenfalls räumlich:
die Wolga fleust vorweg (d. h. trägt uns vorwärts)
Fleming bei Olearius pers. reisebeschr. (1696) 184ᵇ.
vorweggeben
nach den vorweggegebenen prahlereien sinken die recken nieder Gutzkow d. ritter v. geiste (1850) 9, 373; ich will dir aber unsere antwort vorweg geben Hans Grimm volk ohne raum (1928) 1, 140. —
vorweggehen
zusammengeschrieben bei Campe, vorausgehen, s. unter 1: dessen (des vormähders) amt ist, ... bei dem mähen und hauen vorweg zu gehen Noel Chomel öcon. u. physical. lex. (1750) 6, 367. —
vorweggenieszen
die ausnehmende lieblichkeit des plätzchens vorweg zu genieszen Stifter (1904) 1, 236. —
vorweghaben
er hat seinen lohn vorweg, praecerpsit praemium Stieler 2456; er hat schon alles vorweg Adelung; so sollte unser bruder 300 000 gulden zuvor vorweg haben (v. 1541) polit. korresp. Moritz v. Sachsen 1, 134; (er) hat schon den besten theil der poetischen motive vorweg Steub drei sommer in Tirol (1895) 1, 296. —
vorwegkaufen
praemercari Kirsch (1723) 2, 340ᵃ; etwas vorweg kaufen, 'es andern vorkaufen' Adelung.
vorwegklauben
(sie) haben die kümmerlichen haine wieder um ein paar äste
dem herbst seine arbeit vorweggeklaubt beraubt,
G. Falke ges. dicht. (1912) 2, 77.
vorwegkosten
ich liebe die unwissenheit um die zukunft und will nicht an der ungeduld und dem vorwegkosten verheiszener dinge zugrunde gehen Nietzsche 5, 217. —
vorweglaufen
vorweglauffen, de parte anteriori cursu abire Schottel haubtspr. (1663) 165; vorweglauffen oder vorhinlauffen, to run along before Ludwig t.-engl. lex. (1716) 2352; Campe; s. über die räumliche bedeutung von vorweg unter 1. —
vorweglesen
ich habe auch deine ansprachen rasch vorweggelesen briefw. zw. Mommsen u. Wilamowitz 509.
vorwegnehmen
die bei weitem häufigste verbalverbindung mit vorweg; 'vorwegnehmen für anticipiren ist oft gar nicht übel' Heynatz antibarb. (1796) 2, 605; den lohn vorweg nehmen, 'ihn vor der gehörigen zeit nehmen, sich voraus bezahlen lassen' Adelung; vorwegnehmen (zusammengeschrieben), 'die handlung, da man etwas vorausnimmt oder auch voraus thut, so dasz man es späterhin, wo die eigentliche zeit dazu wäre, nicht nehmen, thun kann (anticipation)' Campe; damit ist aber die anwendung des verb., wie die belege zeigen, keineswegs erschöpft; wenn sich auch die verbindung erst seit dem 18. jh. im sprachgebrauche festsetzt, so kann sie doch vereinzelt schon im älteren nhd. nachgewiesen werden: mit allem fleisz verwaret die schrifft et spiritus sanctus, das er uns vorweck nehm den ruhm et verdienst Luther 16, 98 W.
a)
das objekt kann etwas gegenständliches sein: defalciren, ... in der rechtssprache: vorwegnehmen, z. b. einen antheil an der erbschaft Voigt hwb. f. d. geschäftsführung (1807) 1, 182; hier erweist sich schon die definition Campes als zu eng, indem das vorwegnehmen keineswegs vorzeitig geschieht; in diesem sinne häufig, es kann auch einfach die erste stelle einer zeitlichen reihenfolge bezeichnet werden: diese (abgabe) wird bei jeder art ernte vorweggenommen Ritter erdkde 4, 642; bleibt dann noch etwas übrig, so nimmt der gode einen vierjährigen ochsen vorweg Dahlmann gesch. v. Dännemark (1840) 2, 206; wer zuerst schiesze, solle das beste fasz wein ... vorweg nehmen dürfen Hauff (1890) 4, 212; die gegner hielten mich nun für einen gefährlichen burschen, der das beste (an ausrüstungsgegenständen) vorwegnähme G. Keller (1889) 1, 360; (die nutzholzhauer,) welche das zu nutzholz geeignete holz vorweg nahmen, dann kamen die brennholzhauer Schwappach hdb. d. forst- u. jagdgesch. (1886) 1, 474; in besonderer wendung: ich bitte, wenn du auch nach andern orten später versendest, mich und die Meyersche buchhandlung in Lemgo vorweg zu nehmen Grabbe 4, 413 Bl.
b)
dagegen mit der vorstellung des vorzeitigen: wozu ... das schwächende vorwegnehmen einer arznei Jean Paul 55/58, 102 H.; (im bilde:) der andere weg, ... dem vielleicht schon die ersten blüthen vorweggenommen sind Fr. Schlegel (1846) 8, 28; 78 millionen steuern waren schon vorweggenommen Dahlmann gesch. d. franz. revol. (1845) 32; das land selbst war an menschen und mitteln verödet ..., die jugend auf jahre hinaus vorweggenommen Häuszer dt. gesch. (1854) 4, 554;
es wäre wohl der koch vor hunger umgekommen,
hätt er nicht seinen theil sich schon vorweggenommen
Rückert (1867) 3, 296.
c)
auf etwas bezogen, das erst in späterer zeit und durch andere verwirklicht wird: (in Mozarts klavierkonzerten ist) gar vieles, das in modernster zeit grosze wirkung macht, schon vorweggenommen O. Jahn Mozart (1856) 4, 66.
d)
in groszer mannigfaltigkeit des gebrauchs aber wird vorwegnehmen mit unsinnlichen objekten verbunden.
α)
(Goethe) wollte, das leben im gedichte vorwegnehmend, von der andrängenden wirklichkeit nicht gestört sein Gervinus gesch. d. dt. dicht. (1853) 5, 359; es ist nur alles schon so ziemlich vorweggenommen. es ist schwer, etwas neues zu erfinden Gutzkow (1872) 5, 250; (psychologen- und historikereinbildungskraft) welche leicht ein problem vorwegnimmt und im fluge erhascht Nietzsche 5, 277; während er das alles im geiste vorwegnahm Fontane I 6, 193; ich konnte ihr (der entwicklung) ende vorwegnehmen Winnig heimkehr (1935) 241.
β)
so auch innerhalb einer darlegung, rede, schrift, literarischer tätigkeit: am liebsten hätte ich die langen psychologischen zurüstungen vorweggenommen Herbart (1850) 9, 5; dies soll erst im systeme entwickelt, nicht in der definition vorweggenommen werden Vischer ästhetik (1846) 1, 4; um dies gleich hier vorwegzunehmen Mommsen röm. gesch. (1854) 1, 138.
γ)
dabei kann aber auch die vorstellung des vorzeitigen, die abweichung von der eigentlich zu erwartenden zeitlichen reihenfolge mehr oder minder betont werden: Blums wahl für Leipzig verstand sich so sehr von selbst, dasz er sie sogar vorwegnahm und ... in der Paulskirche erschien, ehe er noch gewählt war A. Ruge briefw. u. tageb. (1886) 2, 46; solche sinnlich vorweggenommene eindrücke schaden dem texte sehr Stifter s. w. 18, 125; (phantasie,) welche das, was wird und werden könnte, vorweg nimmt ... und im endlichen augenblicke des geschehens und der that bereits müde ist Nietzsche 4, 231; (der jüngling) über sich hinausstrebend, höhere stufen trügerisch vorwegnehmend W. H. Riehl musikal. charakterköpfe (1899) 1, 272; (ich habe) meinen schlaf vorweggenommen Fontane I 1, 447; das leiden macht sich bei seinem eintritt zeitig genug fühlbar, ich will es nicht durch furcht noch vorwegnehmen Bismarck br. an s. braut u. gattin 57; zumal mir meister Reisingers treffliches hausbrot meinen mittagshunger vorweggenommen hatte Carossa eine kindheit (1922) 119.
e)
sehr häufig tritt zu der verbalverbindung ein dativ der person oder sache; ist die person eine andere als das subjekt des verbums, so liegt zunächst die vorstellung zugrunde, dasz dieser person eine absicht gleicher art vereitelt, eine möglichkeit geraubt, ihr zuspätkommen betont oder die wiederholung eines schon dagewesenen angedeutet wird. doch kann diese vorstellung auch abgeschwächt und vorwegnehmen in unbestimmterem sinne gebraucht werden.
α)
hätten die Griechen uns denn alles vorweg genommen? Herder 17, 364 S.; wenn ein vorgänger ihm die nächste und beste auflösung vorweg genommen hatte Fr. Schlegel pros. jugendschr. 1, 141 Minor; aber ich will ihm weiter nichts vorweg nehmen, da er selbst schreiben will Caroline 2, 111 Waitz; die sätze, welche ihm jener, sie verdammend, schon vorweggenommen hatte Gutzkow (1872) 4, 40; nimmt dir aber ein anderer diesen gedanken vorweg G. Keller (1889) 6, 320; wie tief es ihn wurmte, dasz die bundesgenossen ihm allen kriegsruhm vorweg genommen hatten Treitschke dt. gesch. im 19. jh. 1, 772; sie nehmen doch keinen anstand, die kleine untersuchung zu veröffentlichen, die freilich vielleicht Sievers etwas vorwegnimmt briefw. zw. W. Scherer u. Müllenhoff 185.
β)
sich selbst etwas vorwegnehmen: und so will ich aufhören, damit ich nicht in weitläuftige relationen gerathe und mir vorwegnehme, was ich zu erzählen hoffe Göthe IV 29, 279 W.
γ)
der vorwegnehmende kann auch unbezeichnet bleiben: die möchten sich das wagestück nicht gern vorweg nehmen lassen Fouqué altsächs. bildersaal (1818) 4, 371; wenn einem täglich die schönste zeit und die beste kraft vorweggenommen ... wird Hoffmann v. Fallersleben (1890) 7, 163.
δ)
mit unpersönlichem dativ: alles drastische spätern (tragödien) vorweggenommen O. Ludwig (1891) 5, 213; er (H. Leo) hetzt die widersprüche ... gegeneinander, nimmt dem anfange das ende vorweg Gutzkow (1872) 10, 145; ich breche hier ab, um meinem mündlichen referat ... nicht zuviel vorweg zu nehmen Spielhagen (1877) 1, 526. — auch das subjekt unpersönlich: dasz es nach der empfindung der zuschauer dem folgenden (im drama) zu viel vorweg nimmt Freytag (1886) 14, 110.
f)
das part. präs. adverbial gebraucht: (schriften,) die wir vorwegnehmend eben kennengelernt haben Gervinus gesch. d. dt. dicht. (1853) 5, 400; (hunderte) hielten vorwegnehmend ihr eigenes leichenbegängnisz, traten im geist zu ihren gräbern hin Claus Harms verm. aufsätze u. kl. schr. (1853) 326.
vorwegsagen
was meine schriftstellerei anbetrifft, so sage ich vorweg, (dasz ...) fürst Pückler briefw. u. tageb. (1873) 1, 326; häufige wendung: um es vorwegzusagen. —
vorwegschicken
räumlich im eigentlichen sinne, wie vorausschicken. veraltet: sag ihr, dasz ich dich damit vorweg geschickt Lessing 2, 298 M.; s. oben unter 1. — dagegen in jetzt noch möglicher anwendung: vor allen dingen musz ich noch eine kleine erklärung vorweg schicken ebda 6, 72. —
vorwegsenden
räumlich im eigentlichen sinne, veraltet: wie schlimm es mit einem theile der vorweggesandten gelder ging Dahlmann gesch. v. Dännemark (1840) 3, 218; s. oben unter 1. —
vorwegspeisen
hier trans.: schon vor eilf rief man zum essen, aber nur die diensten, speiste die vorweg Jer. Gotthelf (1855) 15, 16. —
vorwegverzehren
die prinzen des hauses verzehren das einkommen vorweg Ritter erdkde 3, 1056; meine remuneration grösztentheils vorweg zu verzehren Moltke ges. schr. u. denkw. (1892) 4, 15. —
vorwegziehen
räumlich in eigentlichem sinne, wie 'vorausziehen', veraltet: als der meyster weder von der Memel zoch und der treszler vorweg zoch d. Marienburger treszlerb. 489 J., s. oben unter 1. — frei in besonderer wendung: steile felswände aus den plainen aufsteigend mit vorwegziehenden geröllhügeln Ritter erdkde 9, 897.
4)
vorweg als erster bestandteil in festen zusammensetzungen, es sind ausschlieszlich verbalabstrakta und f. (bei Diefenbach-Wülcker ist aus dem Frankfurter archiv ein vorwegmorgengabe ohne nähere angaben angeführt 590):
vorwegbelastung
... durch die erbschaftssteuer hwb. d. staatswiss. (1898) 3, 727. — das ist eben das miszliche, das gibt die vorwegentscheidung Fontane I 4, 363. — ich habe dergleichen gedankenraub und vorwegnahmen nachher noch oft genug erlebt Göthe 28, 252 W.; wie anders ist es jetzt, wo alle kunst an vorwegnahme des inhalts und der schönen form leidet Gutzkow (1872) 9, 244; die angebliche vorwegnahme der besten resultate durch Braune und Paul W. Scherer kl. schr. 1, 337; vorwegnahme von ungefähr 12% des reinertrages hwb. d. staatswiss. (1898) 2, 386.
vorweg m
Fundstelle: Lfg. 12 (1939), Bd. XII,II (1951), Sp. 1901, Z. 5
1)
dem rückweg gegenübergestellt, weg vorwärts: denn zehen meilen vorweg ward alsobald durch doppelten ruckweg hintertrieben Stubenberg eromena (1656) 165; soldaten zu der churbayrischen armee gehörig, welche entweder vor- oder seitwegen gangen Harsdörffer d. t. secretar. (1656) 1, 224. — in besonderer anwendung: dann wiederum eine spanne zeit und die 'ewigen' eisengeleise werden gleich ihren vorwegen (den früher angelegten und durch die eisenbahnen verdrängten wegen) mählich hinabsinken Scherr gröszenwahn (1876) 150.
2)
im vorwege in gleicher anwendung wie vorweg, adv., jetzt veraltet: den satz, den ich schon im vorwege behauptete Gerstenberg schlesw. lit.-br. 231 lit.-denkm.; woraus sie denn auch schon mein urtheil über die sogenannte kirchenmusik im vorweg abnehmen können Claus Harms pastoraltheol. (1834) 2, 102; gieb mir im vorwege aufträge Niebuhr lebensnachr. (1839) 3, 113; (brief,) den er schon im vorwege aus seiner ledertasche hervorgeholt zu haben schien Storm (1899) 6, 25.
vorweg n.
Fundstelle: Lfg. 12 (1939), Bd. XII,II (1951), Sp. 1901, Z. 25
entstellt aus vorwerk: (ich habe mir vorgenommen,) zu meiner amasin zu gehen, die sich auff ires vatters vorwege auffhelt schausp. engl. comöd. 225 Cr.;
nach tische möcht ich wohl auf unser vorweg fahren
Henrici ernst-, scherzh. u. sat. ged. (1727) 1, 490.
Zitationshilfe
„vorweg“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/vorweg>, abgerufen am 15.10.2019.

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