Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

wölflein, n.

wölflein, n.,
dimin. zu wolf; auch wölfelein, alemann., schwäb. wölfle, bair. wölfel, wolferl.
1)
junger, bzw. kleiner wolf; lupulus, wolffeleyn Diefenbach gloss. 340ᵃ: nam dye supp, gab sie den jungen wölfleyn zuͦ essen, dye sie in dem kloster hetten flugschr. aus d. reformationszeit 1, 145 Clemen; der ... förster ... ergriff den wolff bey der haut und sagte, komm her liebes wölffel Chr. Lehmann hist. schaupl. (1699) 578. ähnlich spöttisch: ein verspätetes wölflein ward von den treibern erschlagen jahrb. d. Grillparzerges. 5, 32. metaphorisch vom feind (verächtlich):
da lacht der alte Greiner in seinen grauen bart:
das wölflein holt sich kochfleisch, das ist des wölfleins art
L. Uhland ged. (1898) 1, 289.
vom bösen gemüt:
doch mag ein wölfflin in ihm hauszen
Morhof unterr. (1682) 1, 354.
wolffel als hexenname: Fischer schwäb. wb. 6, 1, 924. als pferdename: von den farben har werdend inen (den pferden) ... etlich nammen gegäben als rapp, schimmel ..., wölfle und dergleychen Herold-Forer C. Gesners thierb. (1563) 132ᵃ.
2)
tier- und pflanzenname. a) name eines raubfischleins: nimm der kleinen fischlein im meer, die nennt man blemmos und wölfflein Grässe jägerbrevier (1869) 107. scherzhaft für laus: Martin-Lienhart 2, 821. b) pflanzenname für lupinus, feigbohne: wölfli Diefenbach gloss. 339ᶜ s. v. lupinus. für wohlverleih, arnica montana (Danzig) Frischbier 2, 370; (Ostpreuszen) Pritzel-Jessen 40.
3)
landschaftlich für zahn, besonders für die ersten zähne, die kinder bekommen, bzw. die zahnbeule vor ihrem heraustreten: wölffle oder schäuffele Martin-Lienhart 2, 821; die bösi wölfeler machen im kind weh ebda; das kind hat schon wölflein i primi denticciuoli Kramer teutsch-ital. (1700) 2, 1385ᶜ; Schmeller-Fr. 2, 902; Castelli ma. in Österr. (1847) 268; Hügel Wien. 190; Fischer schwäb. wb. a. a. o.
4)
kurzer wolfspelz als kleidung (?): 13 wolfl, ain feustling bei Zingerle mittelalterl. inventare 73.
5)
holz mit einschnitt, mit welchem korbmacher reifen zusammen zwängen Schmeller-Fr. a. a. o.
6)
als masc. der wolferl, brummkreisel, s. Höfer wb. (1815) 3, 305; Loritza idiot. vienn. 144.
7)
der magen der schlachttiere, welcher ... als blutwurst gefüllet wird ... heiszt der wolferl Höfer a. a. o.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1950), Bd. XIV,II (1960), Sp. 1256, Z. 21.

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wutfrohlockend wölger
Zitationshilfe
„wölflein“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/w%C3%B6lflein>, abgerufen am 06.08.2020.

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