Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

wölklein, n.

wölklein, n.,
demin. zu wolke; wülckly (Landau 1466) Diefenbach nov. gloss. 265ᵇ s. v. nubes; wölkel (anf. 15. jh.) Diefenbach gloss. 384ᵃ s. v. nubecula; wolkenlin erste dtsche bibel 5, 326, 5 K.; wölcklin nubecula Calepinus XI ling. (1598) 956ᵃ; Stieler (1691) 2574. 1) kleine wolke am himmel:
zergangen was das wülkelîn,
dô man in dem mâne sicht
daz man sîn sach ein wîle nicht
Walther v. Rheinau Marienleben 18, 4 K.;
sin (augen-)brauwen, die da warent sam die schwartzen wölkeli Seuse dtsche schr. 551 B.; die hat ir von aim kleinen wölklin, das am himel seie, anzaig gethon (1566) Zimmer. chron. 1 (²1881) 390 Barack; aber sie hat das klein welkle veracht ... unversehenlich hat das wetter zugenomen ebda; ... von welchem etwas dampfs wie kleine wölcklin aufgehet Sebiz feldbau (1579) 13; ein wölckelein, wenn es von der sonne erleuchtet wird ... E. Weigel himmelsspiegel (1661) k 4ᵇ; guacksen doch auch die ... frösch ... den himmel an, so sie nur ein trübes wölckel daran ergaffen Abr. a s. Clara mercks Wien (1680) 41; die um den mond herumziehende ... wölcklein Ettner v. Eiteritz mediz. maulaffe (1719) 155; ein kleines wölcklein verursacht ein groszes ungewitter Aler dict. (1727) 2, 2210ᵃ; weisze wölklein stiegen auf J. P. Hebel w. 2, 49 B. 2) kleine trübung in flüssigkeit, edelsteinen, glas u. a.: die saphir, die von Orient koment, die sint die pesten und allermaist die oben weizloten wölkel habent und dicker varb sint Konrad v. Megenberg buch d. natur 458 Pf.; leucoma ... ein wölcklin im aug Alberus (1540) t 2ᵇ; nu hab ich ... edelgestein gesehen, da ynnwendig etwa ein füncklin ... odder ein wölcklin odder sonst ein bleslin ist Luther 26, 337 W.; der harn (bei schwangeren) ist weiszfarb, ... mit einem trüben obschwimmenden wölcklein Ruoff hebammenb. (1580) 139. 3) bildlich: also geschiht dem mentschen dike daz ain anvehtung úber sin hertze gat oder ain betruͤbde oder von taͤglichen sunden ain wolkelin St. Georgener prediger 300 R.; da legte sich eine leise falte über frau Hadwigs stirn, eine wolke wars nicht, aber ein wölklein Scheffel ges. w. (1907) 1, 180; er (Julianus) hat ain trübes wölcklein der Christen sein müssen, das balde füruber gangen ist J. Rauer cosmographia (1599) 295; war das nit ein trübschwarzes wölkl, der frühzeitige tod A. a s. Clara w. 1, 102 Str.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1951), Bd. XIV,II (1960), Sp. 1313, Z. 70.

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wölflein
Zitationshilfe
„wölklein“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/w%C3%B6lklein>, abgerufen am 11.08.2020.

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