Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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wollig, adj.

wollig, adj.,
aus wolle bestehend, wollartig, lanatus' lanuginosus. 1) vom tierfell gesagt: schafe mit wolligem vliesze Schleiermacher Platon (1804) 6, 131; Bürger s. w. 208 B.; die wolligen ... schafe Fr. Th. Vischer ästhetik (1846) 2, 146;
es drängt um den hirten der haide
sich ängstlich die wollige schaar
Fouqué altsächs. bildersaal (1818) 4, 368.
2) von der haarigen oberflächenbedeckung der pflanzen: Bischoff wb. d. beschr. bot. (1839) 112; 'wolliges blatt ... heiszt dasjenige blatt, welches mit von sich selbst gekrümmten haaren dergestalt bedeckt ist, dasz dieselben wie ein spinnengewebe aussehen' Jacobsson 8, 226ᵇ: man hällt auch für gar bewärt ... die woll von wolligen früchten Sebiz feldbau (1579) 76; hier reifte ... der wollige pfirsching maler Müller w. (1811) 1, 51; ackerwolle (eine) grasart mit wolliger blume Jac. Grimm dtsche mythol.⁴ 2, 726; ihr (der distel) wolliges blüthenhaupt Gutzkow ges. w. (1872) 1, 221; Roszmäszler d. wald (1863) 400; im juni öffnen sich die ... kapseln (der bruchweide) und lassen die wolligen samen fliegen v. Schlechtendal⁵ 10, 21; auch genauer bestimmt: wolligbehaart ebda 29, 242; wollig-filzig 12, 189; wolligflaumig 29, 49; wollig-haarig 29, 125; wollig-zottig 24, 64. 3) von den flaumfedern der vögel: Naumann vögel (1822) 1, 157. 4) vom gekrausten menschenhaar: vom wolligen neger bis zum lockigen Europäer und zum struppigen eskimo F. Th. v. Schubert verm. schr. (1823) 3, 46; die ... menschenrace ... der Papuas ... mit wolligen haaren Chamisso w. (1836) 2, 54; er entdeckte ... den dunklen wolligen kopf eines jungen A. Seghers d. toten bleiben jung (1950) 262. 5) von geweben gesagt: tibet (ist ein) zeuch aus ... kammgarn, nur durch wolligere oberfläche vom merino verschieden Krünitz 240, 93; sein hut ... war ... wollig geworden und sah aus wie mit einem pudelfell überzogen G. Freytag ges. w. (1886) 4, 187; je nachdem der appreteur ein gewebe ... appretirt hat, sagt man ..., dasz es ... weiche, harte, seidige, wollige ... appretur ... besitzt Lueger 1, 403;
mein flauszrock dient' in sturm und regen
so lang er neu und wollig war
J. H. Voss s. ged. (1802) 6, 162;
im langen ordenskleide, wollig, weisz wie schnee
Mörike schr. 1, 187 Göschen.
6) im vergleich und bildlich. das tertium comparationis ist weichheit, gekräuselte oder lockere struktur: zeichen der hinreichenden keimung (ist), wenn sich das malz recht wollig angreift Muspratt chemie (1888) 1, 1308; (das sandelholz) kommt in den handel ... als wolliges pulver ebda 3, 212. vom schnee: ein luckerer, wolliger ... schnee Göchhausen notab. venatoris (1741) 60; H. Seidel vorstadtgesch. 85. von wolken, nebel, rauch: die obern wolken (waren) streifig und wollig, die untern schwer Göthe I 30, 5 W.; Stolberg ges. w. (1820) 7, 299; wollige nebelschwaden P. Dörfler d. notwender 169. von den weichen konturen der steinzeichnung gesagt: A. Stitfer s. w. 20 (Prag 1925) 112. von der weichheit der töne: die sprache (der Wiener) klingt ... wollig und mollig H. Laube ges. schr. (1875) 9, 59. —
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1951), Bd. XIV,II (1960), Sp. 1371, Z. 30.

wöllig, m.

wöllig, m.,
s. wollich, m.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1951), Bd. XIV,II (1960), Sp. 1372, Z. 15.

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wölflein
Zitationshilfe
„wöllig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/w%C3%B6llig>, abgerufen am 06.08.2020.

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