Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

wortpracht, f.

wortpracht, f.,
im 16. u. 17. jh. auch m. vom 16. bis in die mitte des 18. jhs. bezeugt. 1) 'unnützer wortaufwand, wortlärm, künstlicher redeprunk', mit üblem beisinn, im ersten beleg noch von der mhd. bedeutung braht 'lärm' aus: zu letzt wird er (Karlstadt) eyn jude und heysst es (sakrament) sekerment, wie die juden uns christen spotten und heyssens seker teminith, das heysst eyn falsch gleichnis, wie wol die ebreische sprache zu Naschusen (= Naschhausen, Karlstadts wohnort) sekerment spricht, wie du hie sihest, und ment zum bilde macht. wo zu dienet nu dieser wort pracht? Luther 18, 140 W.; dessen predigt (hat) ... nicht bestanden in ... pralendem wortpracht Dannhauer catech.-milch (1657) 5, ):( ):( ):( 2ᵃ. etwa 'rhetorische übertreibung':
heut blüht dir noch ein tag, der ohne wörterpracht
dich, theurster senior! zum neuen wunder macht (zum 50-jährigen amtsjubiläum eines geistlichen)
Wieland ges. schr. I 1, 1 akad.
2) 'eleganz, fülle, reichtum der rede', in auszeichnendem sinne: elegantia ac dignitas verborum Stieler stammb. (1691) 1475;
der mund, stimmt an, voll wortpracht und verstand,
manch gutes lied
Birken ostländ. lorbeerhayn (1657) 379;
im Haller herrscht, nebst wörterpracht,
ein tiefes philosophisch wesen
Triller poet. betrachtg. (1750) 3, 328.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1958), Bd. XIV,II (1960), Sp. 1609, Z. 63.

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Zitationshilfe
„wörterpracht“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/w%C3%B6rterpracht>, abgerufen am 07.08.2020.

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